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Edoardo Mangiarotti

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Vorlage:Infobox Fechter Edoardo Mangiarotti (* 7. April 1919 in Mailand; † 25. Mai 2012 ebenda) war ein italienischer Fechter, der sowohl mit dem Degen als auch mit dem Florett erfolgreich war.

Leben

Jugend

Giuseppe Mangiarotti (1883–1970) war ein erfolgreicher Degenfechter, der 17 italienische Meistertitel erringen konnte. Er eröffnete 1908 einen Fechtsaal in Mailand, in dem er italienische Degenfechter an die Weltspitze heranführte. Zu seinen Schülern gehörten auch seine Söhne Dario Mangiarotti und der etwas über drei Jahre jüngere Edoardo. Edoardo erwies sich als der talentiertere der beiden. Mit elf Jahren wurde er Jugendmeister mit dem Florett. Mit 16 Jahren nahm er erstmals an Weltmeisterschaften für Erwachsene teil. Sein Vater hatte den Rechtshänder Edoardo in einen Linkshänder umtrainiert, wodurch er für seine Gegner schwerer zu fechten war, da die Mehrzahl aller Fechter Rechtshänder sind.

Frühe Karriere

1936 gewann Edoardo Mangiarotti als Mitglied der italienischen Degenmannschaft seine erste olympische Goldmedaille in Berlin. 1937 wurde er mit der Mannschaft Weltmeister und 1938 gewann er bei den Weltmeisterschaften Silber im Degeneinzel, Bronze mit der Degenmannschaft und Gold mit der Florettmannschaft.

Während des Zweiten Weltkriegs hatte er einen Trainingsunfall, bei dem ihm eine Sehne an der linken Hand durchgeschnitten worden war. Und so musste der angelernte Linkshänder wieder auf Rechtshänder umlernen.

1947–1952

1947 gewann Mangiarotti bei den Weltmeisterschaften in Lissabon Bronze sowohl im Floretteinzel und mit der Degenmannschaft. 1948 gewann Edoardo bei den Olympischen Spielen in London Bronze im Degeneinzel und zweimal Silber mit den Mannschaften. Bei den Weltmeisterschaften 1949 gewann Dario das Degeneinzel, Edoardo gewann Bronze und zweimal Mannschaftsgold. 1950 gewann er ebenfalls mit beiden Mannschaften. 1951 gewann dann auch Edoardo erstmals den WM-Titel im Degeneinzel.

Der absolute Höhepunkt in der Karriere der beiden Brüder kam 1952 bei den Olympischen Spielen in Helsinki: Edoardo gewann Gold im Degeneinzel und mit der Mannschaft und Silber im Floretteinzel und mit der Mannschaft. Dario stand ebenfalls im siegreichen Degenteam und gewann Silber im Degeneinzel. Dass zwei italienische Brüder gemeinsam olympisches Gold holen, war dabei keine Neuheit, dies hatten Nedo Nadi und Aldo Nadi bereits 1920 geschafft.

1956–1961

Während Darios Karriere beendet war, stellte sich bei Edoardo rechtzeitig zu den Spielen 1956 in Melbourne wieder die passende Form ein. Im Degeneinzel kam es zu der kuriosen Situation, dass drei italienische Fechter, Carlo Pavesi, Giuseppe Delfino und Edoardo Mangiarotti nach dem Finale mit je fünf Siegen und zwei Niederlagen gleichauf lagen. Nach der ersten Runde im Stichkampf hatte jeder der Drei einen Sieg und eine Niederlage. Es ging auf Mitternacht, als Mangiarotti im zweiten Stechen zweimal verlor. Letztlich gewann Pavesi dann Gold vor Delfino und Mangiarotti. Im Nachhinein wissen wir, dass hier drei Fechter im Stichkampf aufeinander trafen, die auch nacheinander den Einzeltitel im Degenfechten gewinnen sollten. Wenig überraschend gewannen sie zusammen Gold mit der Degenmannschaft und Edoardo rundete seine Sammlung noch mit einer Goldmedaille mit der Florettmannschaft ab.

1960 war Edoardo mit 41 Jahren bei den Olympischen Spielen in Rom noch einmal dabei, aus dem jüngsten Fechter in der italienischen Mannschaft von 1936 war 24 Jahre später der Älteste des Teams geworden. Zum Abschluss seiner Karriere holte er noch einmal Gold mit der Degenmannschaft und Silber mit der Florettmannschaft.

Edoardo Mangiarotti zog sich 1961 vom aktiven Leistungssport zurück.

Das Leben danach

Gemeinsam mit Dario führte Edoardo die väterliche Fechtschule weiter. Beide fungierten damit als Ausbilder mehrerer Generationen von Weltklassefechtern.

Mangiarottis Tochter Carola war ebenfalls als Fechterin aktiv und nahm an den Olympischen Spielen in Montreal und Moskau teil.<ref>Carola Mangiarotti in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch; archiviert vom Original)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Olympische Erfolge

  • 1936: Gold Degenmannschaft
  • 1948: Bronze Degeneinzel
  • 1948: Silber Degenmannschaft (mit Dario)
  • 1948: Silber Florettmannschaft
  • 1952: Gold Degeneinzel (vor Dario)
  • 1952: Gold Degenmannschaft (mit Dario)
  • 1952: Silber Floretteinzel
  • 1952: Silber Florettmannschaft
  • 1956: Bronze Degeneinzel
  • 1956: Gold Degenmannschaft
  • 1956: Gold Florettmannschaft
  • 1960: Gold Degenmannschaft
  • 1960: Silber Florettmannschaft

Historischer Vergleich

Insgesamt haben fünf Fechter und eine Fechterin sechs (oder mehr) olympische Goldmedaillen gewonnen:

Die meisten Goldmedaillen bei Olympischen Spielen gewann Gerevich mit 7. Die meisten Goldmedaillen bei den gleichen Spielen gewann Nadi mit 5 (1920). Die meisten Medaillen insgesamt gewann Mangiarotti mit 13.

Addiert man die Medaillen von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften liegt Mangiarotti mit 39 klar vorn.

Das IOC bezeichnet Mangiarotti in einem Schreiben von 2003 als den meistdekorierten Athleten in allen Sportarten und als den größten Fechter der Sportgeschichte.

Literatur

  • Erich Kamper, Herbert Soucek: Olympische Heroen. Portraits und Anekdoten von 1896 bis heute. Spiridon-Verlag, Erkrath 1991, ISBN 3-922011-20-9.

Weblinks

Commons: Edoardo Mangiarotti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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1900: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Ramón Fonst & Albert Ayat (Fechtmeister) & Albert Ayat (Offene Klasse) | 1904: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Ramón Fonst | 1908: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Gaston Alibert | 1912: BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Paul Anspach | 1920: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Armand Massard | 1924: BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Charles Delporte | 1928: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Lucien Gaudin | 1932: Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Giancarlo Cornaggia-Medici | 1936: Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Franco Riccardi | 1948: Vorlage:ITA-1946 Luigi Cantone | 1952: Vorlage:ITA-1946 Edoardo Mangiarotti | 1956: Vorlage:ITA-1946 Carlo Pavesi | 1960: Vorlage:ITA-1946 Giuseppe Delfino | 1964: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Hryhorij Kriss | 1968: Ungarn 1957Datei:Civil Ensign of Hungary.svg Győző Kulcsár | 1972: Ungarn 1957Datei:Civil Ensign of Hungary.svg Csaba Fenyvesi | 1976: Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg Alexander Pusch | 1980: SchwedenSchweden Johan Harmenberg | 1984: FrankreichFrankreich Philippe Boisse | 1988: Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg Arnd Schmitt | 1992: FrankreichFrankreich Éric Srecki | 1996: RusslandRussland Alexander Beketow | 2000: RusslandRussland Pawel Kolobkow | 2004: SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Marcel Fischer | 2008: ItalienItalien Matteo Tagliariol | 2012: VenezuelaDatei:Flag of Venezuela.svg Rubén Limardo | 2016: Korea SudDatei:Flag of South Korea.svg Park Sang-young | 2020: FrankreichFrankreich Romain Cannone | 2024: JapanJapan Kōki Kanō

Liste der Olympiasieger im Fechten

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1908: Frankreich (Alibert, Berger, Collignon, Gravier, Lippmann, E. Olivier, Stern) | 1912: Belgien (H. Anspach, P. Anspach, Hennet, de Montigny, Ochs, Rom, Salmon, Willems) | 1920: Italien (A. Olivier, Allocchio, Bozza, Canova, Costantino, Marazzi, A. Nadi, N. Nadi, Thaon di Revel, Urbani) | 1924: Frankreich (Buchard, Ducret, Gaudin, Labatut, Lippmann, Liottel, Tainturier) | 1928: Italien (Agostoni, M. Bertinetti, G. Basletta, Cornaggia, Minoli, Riccardi) | 1932: Frankreich (Buchard, Cattiau, Piot, Jourdant, Schmetz, Tainturier) | 1936: Italien (Brusati, Cornaggia, E. Mangiarotti, Pezzana, Ragno, Riccardi) | 1948: Frankreich (Artigas, Desprets, Guérin, Huet, Lepage, Pécheux) | 1952: Italien (Battaglia, F. Bertinetti, Delfino, D. Mangiarotti, E. Mangiarotti, Pavesi) | 1956: Italien (Anglesio, F. Bertinetti, Delfino, E. Mangiarotti, Pavesi, Pellegrino) | 1960: Italien (Delfino, E. Mangiarotti, Marini, Pavesi, Pellegrino, Saccaro) | 1964: Ungarn (Bárány, Gábor, Kausz, Kulcsár, Nemere) | 1968: Ungarn (Fenyvesi, Kulcsár, Nagy, Nemere, P. Schmitt) | 1972: Ungarn (Erdős, Fenyvesi, Kulcsár, Osztrics, P. Schmitt) | 1976: Schweden (Edling, von Essen, Flodström, Högström, Jacobson) | 1980: Frankreich (P. Boisse, Gardas, Picot, Riboud, Salesse) | 1984: Bundesrepublik Deutschland (Borrmann, Fischer, Heer, Nickel, Pusch) | 1988: Frankreich (Delpla, Henry, Lenglet, Riboud, Srecki) | 1992: Deutschland (Borrmann, Felisiak, Proske, Resnitschenko, A. Schmitt) | 1996: Italien (Cuomo, Mazzoni, Randazzo) | 2000: Italien (Mazzoni, Milanoli, Randazzo, Rota) | 2004: Frankreich (É. Boisse, F. Jeannet, J. Jeannet, Obry) | 2008: Frankreich (F. Jeannet, J. Jeannet, Robeiri) | 2016: Frankreich (Borel, Jérent, Grumier, Lucenay) | 2020: Japan (Kanō, Minobe, Yamada, Uyama) | 2024: Ungarn (Siklósi, Koch, Andrásfi, Nagy)

Liste der Olympiasieger im Fechten

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1904: Gemischte MannschaftDatei:Olympic flag.svg Fonst, Van Zo Post, Díaz | 1920: Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Olivier, Baldi, Costantino, A. Nadi, N. Nadi, Puliti, Speciale, Terlizzi | 1924: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Cattiau, Coutrot, Ducret, Gaudin, Jobier, Labatut, de Luget, Peroteaux | 1928: Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Chiavacci, Gaudini, Guaragna, Pessina, Pignotti, Puliti | 1932: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Bondoux, Bougnol, Cattiau, Gardère, Lemoine, Piot | 1936: Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Bocchino, Gaudini, Guaragna, Marzi, Di Rosa, Verratti | 1948: Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Bonin, Bougnol, Buhan, Lataste, d’Oriola, Rommel | 1952: Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Buhan, Lataste, Netter, Noël, d’Oriola, Rommel | 1956: Vorlage:ITA-1946 Bergamini, Carpaneda, Lucarelli, Mangiarotti, Di Rosa, Spallino | 1960: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Midler, Rudow, Schdanowitsch, Sissikin, Sweschnikow | 1964: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Midler, Scharow, Schdanowitsch, Sissikin, Sweschnikow | 1968: FrankreichFrankreich Berolatti, Dimont, Magnan, Noël, Revenu | 1972: Polen 1944Datei:Flag of Poland (1928-1980).svg Dąbrowski, Godel, Kaczmarek, Koziejowski, Woyda | 1976: Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg Bach, Behr, Hein, Reichert, Sens-Gorius | 1980: FrankreichDatei:Olympic flag.svg Bonnin, Boscherie, Flament, Jolyot, Pietruszka | 1984: Vorlage:ITA-1946 Borella, Cerioni, Cipressa, Numa, Scuri | 1988: SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Apziauri, Ibragimow, Korezki, Məmmədov, Romankow | 1992: DeutschlandDeutschland Koch, Schreck, Wagner, Weißenborn, Weidner | 1996: RusslandRussland Məmmədov, Pawlowitsch, Schewtschenko | 2000: FrankreichFrankreich Ferrari, Guyart, Lhôtellier, Plumenail | 2004: Vorlage:ITA-2003 Cassarà, Sanzo, Vanni | 2012: ItalienItalien Aspromonte, Avola, Baldini, Cassarà | 2016: RusslandRussland Achmatchusin, Safin, Tscheremissinow | 2020: FrankreichFrankreich Le Péchoux, Lefort, Mertine, Pauty | 2024: JapanJapan Matsuyama, Iimura, Shikine, Nagano

Liste der Olympiasieger im Fechten

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Weltmeister im Degenfechten (Einzel)

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