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Bethsaida

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Datei:Ruins of Bethsaida village in summer 2011 (7).JPG
Bethsaida

Koordinaten: 32° 54′ 35,8″ N, 35° 37′ 49,9″ O

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Bethsaida (Vorlage:ArcS-Hebr bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) oder ‚Haus der Jagdbeute‘) oder Betsaida ist eine Ortschaft in der antiken Gaulanitis (Golan) am See Genezareth. Bekannt ist der Ort als Herkunftsort der Apostel Petrus, Andreas und Philippus (Vorlage:Bibel/Link). In späteren Schriften um das Jahr 400, u. a. von Chrysostomos und Hieronymus, werden auch die Apostel Jakobus und Johannes als aus Bethsaida stammend genannt.<ref name="Kuhn 2015" /> Nach dem Evangelisten Matthäus nennt Jesus Bethsaida als einen der von ihm als bekehrungsunwillig gerügten galiläischen Orte – zusammen mit dem 8 km entfernten Chorazin –, an denen er die meisten Wunder getan habe (Vorlage:Bibel/Link). In der Nähe von Bethsaida wird die Heilung eines Blinden lokalisiert (Vorlage:Bibel/Link).

Die Frage der genauen Lage wird derzeit noch diskutiert. Lange wurden die von Bargil Pixner bei Ausgrabungen des Jahres 1987 auf dem Hügel et-Tell entdeckten Ruinen der antiken Ortschaft zugeordnet. Neuere Ausgrabungen lassen eventuell eine Identifikation Bethsaidas mit der näher am Nordufer des Sees Genezareth gelegenen Ausgrabungsstätte el-Araj (32° 53′ 34″ N, 35° 37′ 10,3″ O

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Lage

Der Hügel Et-Tell liegt nördlich des Sees Genezareth östlich der Mündung des Jordan in den See. Er liegt an der Straße 888 ca. 1,5 km vom jetzigen Ufer des Sees entfernt und bedeckt eine Fläche von annähernd 80.000 Quadratmetern.

Siedlungsperioden

Bereits die ersten Grabungen unter dem Archäologen der Universität Haifa R. Arav in den Jahren 1987 und 1989 machten deutlich, dass der Ort in der Antike in folgenden Perioden besiedelt war: In der frühen Bronzezeit (ca. 3300–2300 v. Chr.), der Eisenzeit (ca. 1000 – 587 v. Chr.) und der hellenistisch-römischen Zeit (336 – 30 v. Chr.).

Datei:JRSLM 300116 Bethsaida.jpg
Kultstele aus Bethsaida (Israel Museum, Jerusalem)

Eisenzeit

Datei:Bethsaida innere und äußere Stadtmauern.JPG
Bethsaida: Innere und äußere Stadtmauer

Die Archäologen gehen bisher davon aus, dass Bethsaida ca. 1000 v. Chr. gegründet wurde. Aufgrund der Größe und Bedeutung der Funde aus dieser Zeit könnte der Ort die Hauptstadt des Königreiches von Geschur gewesen sein. So fand man Reste einer bis zu 6 Meter starken Mauer, teilweise eine innere und eine äußere Stadtmauer.

Datei:Bethsaida äußeres Stadttor.JPG
Bethsaida: Äußeres Stadttor

Am bedeutendsten aber ist der Fund der Toranlage, die aus einem äußeren und einem inneren Tor (letzteres mit vier Kammern) bestand, sowie ein Toraltar (Bima) vor dem inneren Tor.

Datei:Bethsaida inneres Stadttor.JPG
Bethsaida: Inneres Stadttor

Zum Altar gehört eine Basaltstele mit dem Bild eines Stieres mit einem Dolch, der wohl den aramäischen Gott Hadad darstellen soll. Weiterhin wurden am Opferplatz Fragmente eines Beckens, eines Hörneraltars und Knochen von geopferten Tieren gefunden.

Die Stadt wurde von dem assyrischen König Tiglat-Pileser III. im Jahr 734 v. Chr. erobert (Vorlage:Bibel/Link).

Hellenistisch-römische Zeit

Über die Bedeutung Bethsaidas erfahren wir etwas durch Flavius Josephus. Er berichtet, dass König Philippus das Dorf Bethsaida in den Rang einer Stadt (Polis) erhob, „ihr Einwohner und Einnahmequellen“ verschaffte und er den Namen der Stadt zu Ehren der Gattin des Kaisers Augustus im Jahre 30 in Julia-Livia änderte. Vier Jahre später starb Philippus, Sohn Herodes des Großen und Tetrarch der Gaulanitis. Er wurde in Julias (Bethsaida) – laut Flavius Josephus – „mit großem Prunk beigesetzt“.<ref name="Metzner 2011" /> Aus dieser Zeit (3. Jh. v. Chr. bis 1. Jh.) wurden mehrere Häuser freigelegt, insbesondere ein Fischer- und ein Weinbauernhaus. Das sogenannte Fischerhaus erhielt seinen Namen, weil hier zahlreiche Geräte, die der Fischerei dienten, gefunden wurden. Im sogenannten Weinbauernhaus wurden vier Weinkrüge im Weinkeller und eine Scherbe mit eingraviertem Kreuz im Wohnbereich in der Nähe des Torwegs zum Innenhof gefunden.

Datei:Bethsaida Fischerhaus.JPG
Bethsaida: Fischerhaus
Datei:Bethsaida Weinbauernhaus.JPG
Bethsaida: Weinbauernhaus

Diese Funde weisen auf die Bedeutung des Fischfanges und des Weinbaus für die Wirtschaft des Ortes hin. Überreste eines aus Kalksteinen bestehenden Gebäudes und der Fund von Weihrauchschaufeln in dessen Ruinen werden von den Wissenschaftlern als Reste des Tempels gedeutet, den König Philippus zu Ehren der Julia-Livia errichtete.

Aktuelle Diskussion zur Lage

Datei:IHM בית הבק 1.jpeg
El Araj

Erste Überlegungen zur realen Lage des biblischen Bethsaida wurden 1998 angestellt.<ref>Mendel Nun: Has the Lost City of Bethsaida Finally Been Found? (PDF) Jerusalem Perspective, 1. Juli 1998, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. August 2021; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ausgrabungen im Jahr 2017 geben Hinweise auf eine „bedeutende, kostbar ausgeschmückte“ byzantinische Kirche.<ref name="Springer 2017" /><ref>Johannes Schidelko: Neuer Vorschlag für den Geburtsort von Petrus. 11. August 2017;.</ref> Die Lage der Fundstelle befindet sich in einiger Entfernung von der Erhebung et-Tell. Sie befindet sich sehr viel näher zum Ufer des See Genezareth und damit ebenfalls zum historischen Uferverlauf und wird mit el-Araj bezeichnet.<ref>EL ARAJ EXCAVATION PROJECT. REPORT ON SEASON 2. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> „Die Archäologen von el-Araj fragen sich, ob sie dort eine ähnliche Situation vorgefunden haben wie im nahegelegenen Kafarnaum. Dort wurde eine byzantinische Kirche über einer Stätte errichtet, die traditionell mit dem Apostel Petrus assoziiert wird.“<ref>@NatGeoDeutschland: Die wahre Geschichte über die Entdeckung des „Hauses der Apostel Jesu“. 29. August 2017;.</ref><ref>Excavating El-Araj—a Candidate for Biblical Bethsaida. In: Biblical Archaeology Society. 27. Februar 2020; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Searching for Bethsaida: The Case for El-Araj. 3. Februar 2020; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Daraus wird eine neue Verortung für das biblische Bethsaida abgeleitet. Die wissenschaftliche Diskussion darüber wird zurzeit noch kontrovers geführt.<ref>The Great Bethsaida Debate. In: Biblical Archaeology Society. 9. März 2020; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Rami Arav: Bethsaida—A Response to Steven Notley. (PDF) 2011; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Where Is Biblical Bethsaida? In: Biblical Archaeology Society. 16. Juni 2019; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Bryan Windle: Biblical Sites: Is et-Tell Bethsaida? In: Bible Archaeology Report. Bryan Windle, 11. September 2019; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Searching for Bethsaida: The Case for Et-Tell. 3. Februar 2020; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Neuere Ausgrabungen unter der maßgeblichen Führung von R. Steven Notley in el-Araj in den Jahren 2018–2022 scheinen diese neue These zu unterstützen.<ref>Center for the Study of Ancient Judaism and Christian Origins: New Discoveries Strengthen Identification of Biblical Bethsaida. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Center for the Study of Ancient Judaism and Christian Origins: The Church of the Apostles Discovered at Bethsaida, Says CSAJCO. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":0">EL ARAJ EXCAVATION PROJECT. PRESS RELEASE FOR SEASON 6. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>The True Location Of Bethsaida. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Video zu Ausgrabungen bei el-Araj).</ref><ref>Biblical Bethsaida, Location, ...................... 1. Mai 2021; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Video - Analogien von Ausgrabungen zu biblischer Überlieferung).</ref> Im Jahr 2022 entdeckte das Archäologenteam ein großes Mosaik, das über 1500 Jahre alt ist und eine Inschrift enthält.<ref>1,500 Year Old Mosaic Discovered by the Sea of Galilee. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Video zu Ausgrabungen bei el-Araj).</ref> Darin wird der heilige Petrus als „Oberhaupt und Befehlshaber der himmlischen Apostel“ angerufen und ein Spender namens „Konstantin, ein Diener Christi“ erwähnt. Diese Begriffe entsprechen dem byzantinischen Sprachgebrauch,<ref>Ruth Schuster: Archaeologists Find Entreaty to St. Peter in Early Church by Sea of Galilee. Haaretz.com, the online edition of Haaretz Newspaper in Israel, 12. August 2022; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> weshalb Notley daraus folgert, dass dies „unser Argument stärkt, daß es als Hauptkandidat für das Bethsaida des ersten Jahrhunderts angesehen werden sollte“.<ref>Edie Heipel: St. Peter’s house believed to have been found on shore of Sea of Galilee. Catholic News Agency, 24. August 2022; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine endgültige Bewertung steht allerdings noch aus. Die archäologischen Grabungen bei el-Araj sollen weiter geführt und laufend aktualisiert werden.<ref name=":0" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="Kuhn 2015"> Heinz-Wolfgang Kuhn: Betsaida/Bethsaida - Julias (et-Tell). Die ersten 25 Jahre der Ausgrabung (1987–2011). Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-54025-1, S. 154. </ref> <ref name="Metzner 2011"> Rainer Metzner: Die Prominenten im Neuen Testament. Ein prosopographischer Kommentar. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-53967-5, S. 233. </ref> <ref name="Springer 2017"> Markus Springer: Das Dorf des Petrus - ist das "richtige" Bethsaida jetzt gefunden? In: Sonntagsblatt (Bayern). 8. August 2017 (sonntagsblatt.de). </ref> </references>

Literatur

Weblinks

Commons: Bethsaida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien