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Wagensteig

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Wagensteig
Gemeinde Buchenbach
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(639)&title=Wagensteig 47° 59′ N, 8° 3′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(639) 47° 59′ 4″ N, 8° 2′ 46″ O
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Höhe: 513 m
Einwohner: 639<ref>Suche bei Geodatenzentrum.de</ref>
Eingemeindung: 1. August 1973
Postleitzahl: 79256
Vorwahl: 07661
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Wagensteig ist eine ehemals selbstständige Gemeinde, welche durch Eingemeindung am 1. August 1973<ref></ref> zu einem Ortsteil der Gemeinde Buchenbach im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wurde, und aus zwei weilerartigen Siedlungen und Einzelhöfen besteht.<ref name="leo">Wagensteig (Altgemeinde-Teilort) - Detailseite. In: leo-bw.de. Abgerufen am 13. Februar 2017.</ref> Der Name des Tals geht auf einen einzelnen Hof zurück. Er ging später über auf die durch den Ort führende Landesstraße L 128, die den Buchenbacher Ortsteil Himmelreich mit St. Märgen verbindet, sowie auf den Wagensteigbach, der durch das Wagensteigtal und damit auch durch den Ort führt.

Geschichte

Hof und Siedlung

Der Ort wurde erstmals im Jahr 1125 als Waginstat erwähnt, wobei es sich hier um einen Personennamen handeln soll.<ref name="leo" /> In diesem Jahr schlichtete Bischof Ulrich von Konstanz einen Streit zwischen der Galluskirche in Zarten und dem Kloster St. Märgen und bestimmte, dass der Zehnt bis zum Ort Waginstat dem Kloster gehören solle.<ref name="buchenbach.de" />

Das Kloster hatte zwei Ämter im Tal des Wagensteigbaches errichtet, das um das Jahr 1270 als Freudenbach (Frôdenbach) bezeichnet wurde. Während das eine Amt von Schweinbrunnen bis zum „hof zu Waginstat“ reichte (dem heutigen Metzgerbauernhof

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  }}), verlief das andere von dort abwärts bis zum Diezenbach. Der Hof an der Einmündung des Herrenbach in den Wagensteigbach trennte die beiden Teile von Freudenbach und diente als Meierhof des Amtes Schweigbrunnen.<ref name="stülp103">Stülpnagel, S. 103.</ref>

Im Jahr 1463 wechselte die Grundherrschaft, als die Stadt Freiburg die Vogtei über das Kloster St. Märgen und die beiden „Täler“, Schweinbrunnen und Wagensteig erwarb. Nachdem bis 1496 auch Zarten und Kirchzarten freiburgerisch geworden waren, wurde die Gegend durch den Freiburger Talvogt in der nach ihm benannten Talvogtei in Kirchzarten verwaltet.<ref name="stülp103" /> Da der Meierhof zum Selgut des Klosters gehörte, war er ein Freihof, d. h. er war zins- und vogtssteuerfrei und unterstand nicht dem klösterlichen Herrenvogt.<ref name="stülp103" />

Im Dreißigjährigen Krieg hatten die Bauern von Wagensteig und Umgebung den Auftrag den Durchzug von Soldaten zu verhindern. Im Jahr 1637 erschlugen die Bauern 32 Mann und einen Offizier der Piccolomini-Kürassiere, als diese einen Durchbruch versuchten. Dies führte zu einer Strafzahlung von 1040 Reichstalern, die die Bauern zu entrichten hatten, woran sich auch die Herrschaft Sickingen und die Abtei St. Peter beteiligten.<ref>Freiburg im Breisgau. Stadt und Landkreis. Amtliche Kreisbeschreibung. Band 2, 2, Rombach, Freiburg 1974, S. 1115.</ref>

Aus Personalmangel wurde im Jahr 2013 die Abteilung Wagensteig der Freiwilligen Feuerwehr aufgelöst und mit Buchenbach vereinigt.<ref>Andreas Peikert: Buchenbach: Aus für Feuerwehr in Wagensteig. Badische Zeitung, 23. Oktober 2013, abgerufen am 15. Februar 2017.</ref>

Bei der Buchenbacher Kommunalwahl 2014 gewann die Unabhängige Wahlgemeinschaft zwei Sitze in Gemeinderat. Da sie nur einen Kandidaten auf ihrer Liste ausgewiesen hatte, erhielt sie nur einen Sitz. Der zweite ihr zustehende Sitz blieb frei, obwohl Wagensteig laut Hauptsatzung der Gemeinde Buchenbach eine unechte Teilortswahl mit drei Sitzen zustand.<ref>Markus Donner: Buchenbach: Die Crux mit dem dritten Mandat für Wagensteig. Badische Zeitung, 28. Mai 2014, abgerufen am 16. Februar 2017.</ref>

Verkehr

Es sind keine archäologischen Funde aus der Zeit der Kelten oder der Römer im Wagensteigtal bekannt. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass es bereits unbefestigte Saumpfade gegeben hat, um das Gebirge in Richtung Osten zu überqueren.<ref name="stülp">Stülpnagel, S. 101.</ref> Damit reduziert der Freiburger Historiker Stülpnagel die Vermutung seines Kollegen Heinrich Schreiber, nach dem es eine keltisch-römische Straße gegeben haben soll.<ref>Heinrich Schreiber: Geschichte der Stadt und Universität Freiburg im Breisgau. Band 1, Wangler, Freiburg 1857, S. 11 (Digitalisat).</ref> Otto von Eisengrein erwähnt ebenfalls eine keltisch-römische Straße durch Wagensteige.<ref>Otto von Eisengrein: Der Schloßberg bei Freiburg. In: Schau-ins-Land. Jahresheft des Breisgau-Geschichtsvereins Schauinsland, Band 9, 1882, S. 37 (Digitalisat).</ref>

Durch das Tal führte dennoch eine der ältesten Durchgangsstraßen vom Neckar- und Donaugebiet über den Schwarzwald in das Rheintal:<ref name="buchenbach.de">Wagensteig - Ortsteil der Gemeinde Buchenbach im Schwarzwald. In: buchenbach.de. Abgerufen am 13. Februar 2017.</ref> Im Mittelalter wurde das Tal von den Zähringern als Verbindungsstraße von Freiburg im Breisgau über den Schwarzwald nach Osten in Richtung auf die Baar und nach Villingen ausgebaut, das 1326 von den Grafen von Fürstenberg an die Habsburger übergegangen war. Im Jahr 1310 wird sie als „neuer Weg“ erwähnt, damit dürfte ein Neuausbau bzw. eine neue Trasse gemeint sein.<ref name="stülp103" /> Die Alternative zur Straße durch das Wagensteigtal war die Falkensteige, eine Umgehung der Höllentalschlucht auf der Seite der Burg Falkenstein. Sie führte einerseits zur Nessellachen und nach Breitnau, jedoch auch zur Kirche St. Oswald und der Gemeinde Steig. Für die Falkensteige wird im Jahr 1306 erstmals ein Zoll erwähnt.<ref name="stülp103" />

Am 21. Juli 1340 schlossen Freiburg, Villingen und Rottweil ein Schutz- und Trutzbündnis, das verlangte, die Bürger der Städte auf dem Gebiet der jeweils anderen Städte zu schützen.<ref name="schreiber2">Heinrich Schreiber: Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau, Band 2, Wangler, Freiburg 1857, S. 227 f. (Digitalisat).</ref> Die Wagensteigstraße war zu dieser Zeit verfallen und die Falkensteige nur als Saumpfad nutzbar, weswegen die Städte diesen Vertrag geschlossen haben sollen. Beim folgenden Ausbau der Straße durch das Wagensteigtal erlaubte der später von seinen Chorherren ermordete Abt Berchtold der Stadt Villingen die Straße über Klostergüter zu führen. Dafür erlangte er ehrenhalber das Villinger Bürgerrecht.<ref>Franz Josef Baer: Chronik über Straßenbau und Straßenverkehr in dem Großherzogtum Baden, Springer, Berlin 1878, S. 217 (Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. und Volltext in der Google-Buchsuche-USASkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.); Josef Bader: Die Schicksale der ehemaligen Abtei S. Märgen im breisgauischen Schwarzwalde. in: Freiburger Diözesan-Archiv, Band 2, 1866, S. 241f. (Digitalisat).</ref> 1379 belehnte König Wenzel Herzog Leopold III., der am 29. November desselben Jahres Villingen und Freiburg beauftragte, die Straße derart zu unterhalten, dass jedermann vor Schaden und Unfall sicher sei.<ref name="schreiber2" />

1964 wurde beim Graben eines Fundaments für ein Gebäude beim Metzgerbauernhof in einer Tiefe von ungefähr vier Metern eine ca. 60 cm dicke Steinsatzschicht mit Natursteinpflasterung gefunden, die mit einer Kohleschicht bedeckt und zur mittelalterlichen Straße zugehörig gewesen sein soll. Im Jahr 1975 sollen im Gelände zudem Straßenrückstände zu erkennen gewesen sein, die teilweise vier Fahrspuren umfassten.<ref name="stülp102">Stülpnagel, S. 102.</ref>

Noch 1628 war die Straße durch das Wagensteigtal die „Hauptstraße“ in den Hochschwarzwald.<ref>Franz Josef Baer: Chronik über Straßenbau und Straßenverkehr in dem Großherzogtum Baden, Springer, Berlin 1878, S. 218 (Volltext in der Google-Buchsuche-USASkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden., Digitalisat).</ref> Österreich reduzierte im 18. Jahrhundert die Bedeutung dieser „alten Villinger Landstraße“, indem es einen dauerhaft benutzbaren Durchgang durch die Höllentalschlucht schuf. Grund waren der Verkehr und die Postverbindung zwischen den vorderösterreichischen Gebieten im Breisgau und denen in Oberschwaben, Vorarlberg und Tirol.<ref name="stülp103" />

Die alternative Verbindung zum Hochschwarzwald wurde in den Jahren 1862/63 als mögliche Teilstrecke der Höllentalbahn untersucht. Für den Abschnitt zwischen den Bahnhöfen Hinterzarten und Wagensteig wurden 12 der für die Gesamtstrecke zwischen Freiburg und Donaueschingen geplanten 21,45 Millionen Goldgulden veranschlagt. Neben einer nur zwischen Buchenbach und Wagensteig zweispurig ausgebauten Strecke, sollte nach einer großen Schleife durch das Wagensteigtal (Längengewinn) der weltweit erste Spiraltunnel die Höhendifferenz zu Breitnau und Hinterzarten überwinden. Die Fahrt 58600 Fuß zwischen Wagensteig und Hinterzarten hätte damit ungefähr vier Stunden gedauert.<ref>Hans-Wolfgang Scharf, Burkhard Wollny: Die Höllentalbahn. Von Freiburg in den Schwarzwald. Eisenbahn-Kurier-Verlag, Freiburg im Breisgau 1987, ISBN 3-88255-780-X, S. 31.</ref> Jedoch wurde hier der steileren Strecke durch das Höllental der Vorzug gegeben, obwohl dadurch die steilste Normalspur-Bahn Deutschlands entstand<ref name="transpress-1994-7">Jens Freese, Alfred B. Gottwaldt: Die Eisenbahn durchs Höllental. Transpress-Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-344-70846-5, S. 7, 90 f.</ref> und ein Teil der Strecke nur mit Zahnstangen befahren werden konnte.

Heute verläuft von der Einmündung der Spirzenstraße ein Radweg parallel zur Landstraße nach Buchenbach und Kirchzarten. Von Kirchzarten bestehen über den Radschnellweg, den FR 1 und den FR 8 Anschlüsse nach Freiburg. Von Wagensteig aus verläuft ein separater Radweg zum Thurner.

Kirche

Ursprünglich gehörte das gesamte Gebiet von Wagensteig zur (Kirch-)Zartener Pfarrei St. Gallus. Als im Jahr 1796 die Buchenbacher Pfarrei St. Blasius von der Kirchzartener Pfarrei abgetrennt wurde, gelangte ein Teil von Wagensteig dorthin. Die Schweigbauern, Hinter- und Oberhöfe samt dem Berghäuslein gingen jedoch an die St. Märgener Pfarrei Mariä Himmelfahrt.<ref>Max Weber: Geschichte der Pfarrei Kirchzarten. Nachtragsband zu Günther Haselier (Hrsg.): Kirchzarten. Geographie – Geschichte – Gegenwart. Selbstverlag der Gemeinde Kirchzarten, Kirchzarten 1967, S. 86–89.</ref><ref name="leo" />

Im späten 16. Jahrhundert wird für Wagensteig erstmals ein St.-Nikolaus-Patrozinium erwähnt.<ref name="leo" /> Die heutige Filialkapelle, die noch immer diesem Schutzheiligen der Pilger und Reisenden geweiht ist, soll erstmals 1470 erbaut worden sein. Ihre heutige Form erhielt die Kapelle um das Jahr 1600. Sie wurde mehrfach renoviert und bietet ungefähr Platz für 100 Personen.<ref>Josef Faller: Buchenbach: "Wir lieben unsere Kapelle sehr". Badische Zeitung, 21. März 2016, abgerufen am 16. Februar 2017.</ref>

Die evangelischen Gläubigen gehören zur Kirchzartener Pfarrei.<ref name="leo" />

Wappen

Das ehemalige Wappen zeigte „In gespaltenem Schild vorn in Gold (Gelb) ein roter Schrägbalken, hinten in von Silber (Weiß) und Rot geteiltem Feld ein Abtsstab in verwechselten Farben.“<ref name="buchenbach.de" />

Persönlichkeiten

Literatur

  • Freiburg im Breisgau. Stadt und Landkreis. Amtliche Kreisbeschreibung. Band 2, 2, Rombach, Freiburg 1974, S. 1108–1121.
  • Wolfgang Stülpnagel: Aus dem Wagensteigtal. Alte Straße und Metzgerbauernhof. In: Schau-ins-Land. Jahresheft des Breisgau-Geschichtsvereins Schauinsland Band 93, 1975, S. 101–106 (Digitalisat).
  • Ursula Huggle (Hrsg.): Unsere Heimat Buchenbach. Vom Kirchspiel zur Gemeinde; [Buchenbach, Falkensteig, Unteribental, Wiesneck, Wagensteig]. Buchenbach 1996, ISBN 3-922675-63-8.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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