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Muhammad Hussein Fadlallah

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Muhammad Hussein Fadlallah, wissenschaftliche Umschrift von Mohammed Hussein Fadlallah (arabisch محمد حسين فضل الله {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); * 16. November 1935 in Nadschaf, Irak; † 4. Juli 2010 in Beirut, Libanon),<ref name="Stäheli1">Martin Stäheli: Die syrische Aussenpolitik unter Präsident Hafez Assad, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07867-3, S. 341</ref> war ein führender schiitischer Geistlicher im Libanon und geistlicher Führer<ref>Deutsches Orient-Institut: Nahost-informationsdienst Nr. 9/1996, Deutsches Orient-Institut, Hamburg 1996, S. 31</ref><ref name="Meinel1">Ute Meinel: Die Intifada im Ölscheichtum Bahrain, LIT Verlag, Berlin-Hamburg-Münster 2003, ISBN 3-8258-6401-4, S. 150</ref><ref>Yonah Alexander, Milton M. Hoenig: The New Iranian Leadership, Greenwood Publishing Group, 2008, ISBN 0-275-99639-5, S. 70</ref> der durch Aktivitäten<ref>Der Bundesminister des Innern: Der Terrorismus, eine akute Bedrohung der Menschenrechte Wegener-Verlag, 1985, S. 118</ref><ref name="parlament08032005">EU-Parlament: EU-Parlament bestätigt terroristische Aktivitäten der Hisbollah, 8. März 2005</ref><ref name="rat29052006">EU-Rat: Gemeinsamer Standpunkt 2008/586/GASP des Rates vom 15. Juli 2008 (PDF)Vorlage:Abrufdatum</ref> der bekannten Hisbollah. Sein Einfluss als Großajatollah reichte jedoch weit über den Libanon hinaus.

Leben

Fadlallah wurde als Sohn eines libanesischen Rechtsgelehrten (Mudschtahid) im irakischen Nadschaf geboren,<ref name="Halm1">Heinz Halm: Die Schiiten. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-50858-8, S. 114</ref> wohin seine Eltern ausgewandert waren. Er erhielt eine klassische muslimische Bildung, in deren Mittelpunkt der Koran steht. Nach Gründung der „Gemeinschaft der Ulama in Nadschaf“ 1958 durch Geistliche unter der Führung des Scheichs Murtada al-Yasin wurde diese Gruppe zum Forum junger Geistlicher in den Koranschulen von Nadschaf. Dabei kam dem späteren Großajatollah Muhammad Baqir as-Sadr eine führende Rolle zu.<ref>Ute Meinel: Die Intifada im Ölscheichtum Bahrain, LIT Verlag, Berlin-Hamburg-Münster 2003, ISBN 3-8258-6401-4, S. 149</ref> Baqir al-Sadr unterstützte zudem die Etablierung einer islamischen Regierung im Irak. Einer seiner engsten Mitstreiter war Fadlallah.<ref name="Meinel1" />

1966 kehrte Muhammad Hussein Fadlallah mit seiner Familie in den Libanon zurück und lebte seither in Beirut. Dort wurde er während des Bürgerkrieges 1976 auch Zeuge christlich-islamischer Gewalttätigkeiten. Die Vertreibung von Schiiten aus dem Beiruter Stadtviertel Nabaa könnte dabei sein Fundamentalerlebnis gewesen sein, radikale Gewalt als legales Mittel anzusehen. Noch während des Bürgerkriegs stellte er daher die These auf, dass Schiiten ihre Rechte mit allen Mitteln, auch mit Gewalt, durchzusetzen müssten.<ref name="Stäheli1" />

Fadlallah unterstützte auch die „islamische Revolution“ im Iran und hielt enge Kontakte zur revolutionären Teheraner Führung unter dem Ajatollah Ruhollah Chomeini.<ref name="Stäheli1" /> Er befürwortete eine Ausdehnung der dortigen radikal-religiösen Stimmungen auf andere Staaten des Mittleren Ostens. Als bekennender Verehrer Chomeinis wollte er sein Vorbild als spirituellen „Führer aller Moslems der Welt“<ref>Gerhard Konzelmann: Der unheilige Krieg, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1985, ISBN 3-455-08242-4, S. 19</ref> sehen, der aus seinem Heimatland, dem Libanon, innerhalb von weniger als zehn Jahren einen islamischen Staat formen könnte.<ref>Gerhard Konzelmann: Der unheilige Krieg, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1985, ISBN 3-455-08242-4, S. 20</ref>

Im Zuge der Umwälzungen im Iran begann Chomeini zu Beginn der achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts die bis dahin festgelegten schiitischen Traditionen zum islamischen Märtyrertod aufzuweichen. Eine dieser Traditionen besagte, dass nicht nur religiöse Führer und die Glaubensgemeinschaft ihre Zustimmung zum selbstmörderischen Märtyrertod von Heranwachsenden geben müssen, sondern auch die Eltern. Chomeini hielt die Meinung der Eltern jedoch für nicht mehr notwendig. Fadlallah schloss sich dieser Meinung an und ging noch einen Schritt weiter. Er sah es als Pflicht von Mädchen und Jungen, auch ohne Zustimmung der Eltern in den Tod zu gehen.<ref>Hans G. Kippenberg: Gewalt als Gottesdienst, C.H.Beck, München 2008, ISBN 3-406-49466-8, S. 94</ref> Neu war dabei auch der Gedanke, dass Frauen den Märtyrertod sterben können; dies war nach schiitischer Tradition bis dahin untersagt.

Fadlallah stellte sich von Anfang an auf die Seite der ab 1983 vom Iran direkt finanzierten schiitisch-islamistischen Hisbollah<ref name="Stäheli1" /> (übersetzt: Partei Gottes)<ref>Alexander Flores: Die arabische Welt. Ein kleines Sachlexikon. Reclam, Ditzingen 2003, ISBN 3-15-018270-0. S. 112.</ref> mit ihren „Gotteskriegern“ und wurde ihr geistiger Mentor.<ref name="Stäheli1" /><ref>Joseph Croitoru: Der Märtyrer als Waffe, Carl Hanser Verlag, München 2003, ISBN 3-446-20371-0, S. 132</ref>

Am 8. März 1985 verfehlte ein Autobomben-Attentat in Beirut, das Fadlallah galt, sein Ziel. Bei dem Anschlag wurden 72 Menschen getötet und 256 weitere wurden verletzt.<ref>Wolfgang Wagner (Hrsg.): Die internationale Politik, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Verlag R. Oldenbourg, München 1985, S. 47</ref> Ein Kino und zwei siebenstöckige Wohnhäuser wurden durch die Explosion zerstört. Anfangs machte Fadlallah Israel für den Anschlag verantwortlich. Das Land hielt in dieser Zeit einen großen Teil des Libanons besetzt.<ref name="BBC OTD1985">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Beirut car bomb kills dozens.] In: BBC on this day. British Broadcasting Corporation, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. August 2008 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Der amerikanische Reporter Bob Woodward behauptete, der CIA hätte gemeinsam mit saudi-arabischen Diensten den Anschlag durchgeführt, was die USA bestritten. Letztendlich wurden die Verantwortlichen für das Attentat jedoch nie einwandfrei ermittelt.

Politik

Hussein Fadlallah, dessen politisches Instrument hauptsächlich die Hisbollah war, zielte auf einen nationalen religiös geführten Staat und die Einführung der Schari'a, des islamischen Rechtswesens, wobei er es vermied, direkt von einem Gottesstaat zu sprechen.<ref name="Stäheli1" /> Ganz im Sinne ihres obersten geistigen Seelsorgers Hussein Fadlallah sah sich die Hisbollah als Gemeinschaft aller gläubigen Muslime, die für die Verwirklichung des islamischen Staates unter der Herrschaft religiöser Rechtsgelehrter arbeitete. In Chomeini erblickten sie den Stellvertreter des bei den imamitischen Schiiten zum Glaubensbild gehörenden „Verborgenen Imams“, der als Erlöser dereinst kommen würde, um die Welt zu retten. Die Hisbollah verfolgte eine panislamische Idee über alle Staatsgrenzen hinweg. Als erster im Libanon sprach Fadlallah über die Hisbollah von der Gründung eines islamischen Staates in seiner Heimat und bekannte sich offen zur Ausschaltung des politischen Einflusses der dort lebenden christlichen Bevölkerung. Als soziale Komponente forderte die Hisbollah zudem „soziale Gerechtigkeit“, die „Befreiung des Libanon“ und den „Kampf gegen ausländische Unterdrückung“.<ref>Ute Meinel: Die Intifada im Ölscheichtum Bahrain, LIT Verlag, Berlin-Hamburg-Münster 2003, ISBN 3-8258-6401-4, S. 206</ref> Die Grundprinzipien Chomeinis gelten für die Hisbollah nach wie vor. Offiziell ist für Fadlallah und seine Bewegung seit dem Parteiprogramm von 1996 eine islamische Theokratie nicht mehr Parteiziel. Stattdessen fordert die Hisbollah eine Reform des konfessionellen Systems.<ref>Talal Atrissi (2007): Political Islam im Lebanon. In: Michael Emerson, Richard Youngs (Hrsg.): Political Islam and European Foreign Policy. CEPS, Brüssel 2007, ISBN 978-92-9079-711-1, S. 90</ref> Ebenso wird die Religionsfreiheit der libanesischen Christen anerkannt (freedom of practicing religious rituals and schooling).<ref>Almashriq: the electoral program of Hizbullah, 1996</ref> Auch ihre Teilnahme an den ersten Parlamentswahlen nach dem Ende des Bürgerkrieges und ihre Beteiligung an der paritätisch konfessionell besetzten Regierung wurden als Zeichen für das Abrücken von einer Theokratie als Zielsetzung gewertet.

Führungsansprüche

Neben Fadlallah galt auch der Führer der Islamischen Republik Iran, Ali Chamenei, als eine wesentliche Säule der Hisbollah. Dessen Lavieren zwischen extremen Radikalen und gemäßigteren Kräften<ref>Michael Becker, Hans-Joachim Lauth, Gert Pickel: Rechtsstaat und Demokratie, VS Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13645-3, S. 195</ref>, früherer Tadel durch Khomeini höchstpersönlich<ref>Deutsches Orient-Institut: Nahost Jahrbuch 1988, Leske + Budrich Verlag, Opladen 1988, ISBN 3-8100-0769-2, S. 77</ref> und andere Geschehnisse, die eine eindeutige politische Verortung Chamene'is für die Anhänger der Extremen nur unzureichend möglich machten, hatten zu schweren Auseinandersetzungen zwischen ihm und Fadlallah geführt.<ref>Ahmad Nizar Hamzeh: In the Path of Hizbullah, Syracuse University Press, 2004, ISBN 0-8156-3053-0, S. 35</ref> Neben der unbestrittenen Rolle Fadlallahs als geistiger Mentor galt Chamene'i dennoch bereits damals vielfach als der eigentliche Führer der Hisbollah.<ref>Daniel Bymanl: Deadly Connections, Cambridge University Press, 2005, ISBN 0-521-83973-4, S. 102 (englisch)</ref>

Politik gegenüber Israel und den USA

Fadlallah hielt Angriffe gegen Israel für legitim, „weil der Nachbarstaat arabisches Land besetzt halte“.<ref>Deutsche Welle: Interview mit Mohammad Hussein Fadlallah Fadlallah, 14. September 2006</ref> In diesem Zusammenhang hielt er die Selbstmord-Attacken gegen Israel für legitim. Diese dürften allerdings nur gegen militärische Ziele gerichtet werden.<ref name="dw-world.de">Deutsche Welle: Interview mit Mohammed Hussein Fadlallah, 16. September 2007</ref> Ein wesentlicher Baustein, seine Ziele zu erreichen, war für ihn die Zurückdrängung des amerikanischen und israelischen Einflusses.<ref>Deutsche Welle: Interview mit Mohammad Hussein Fadlallah Fadlallah, 16. September 2006</ref> So gab er im Mai 2002 ein islamisches Rechtsgutachten (Fatwa) heraus, das zum Boykott von amerikanischen Produkten aufrief. Eine weitere von ihm ausgestellte Fatwa vom 12. August 2002 verbot den Moslems, an einem eventuellen Militärschlag der Vereinigten Staaten gegen den Irak teilzunehmen.<ref>Hanspeter Mattes: Nahost – Jahrbuch 2002. VS-Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-8100-3880-6, S. 118</ref>

In einem Interview mit dem hisbollahnahen Al-Manar-Fernsehsender am 21. März 2008, meinte Fadlallah, Israel habe seit 60 Jahren Palästina geplündert und „Merkel besuchte den plündernden Staat, der [Deutschland] erpresste und weiter erpresst, und als einen Vorwand die hitleristisch-nazistische Geschichte Deutschlands benutzt“. Der Zionismus habe auch die Zahl der Holocaust-Opfer „jenseits des Vorstellungsvermögens“ aufgebläht.<ref>Lebanese Shiite Leader Ayatollah Muhammad Hussein Fadhlallah: Jews Extort Germany, Inflating Number of Holocaust Victims, MEMRI, Clip No. 1748, 21. März 2008</ref>

Fadlallah war ein Unterstützer der palästinensischen Suizidanschläge auf Israel und ebenso hatte er die Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran und die daraus folgende Geiselnahme unterstützt.<ref>http://www.jcpa.org/JCPA/Templates/ShowPage.asp?DBID=1&LNGID=1&TMID=111&FID=379&PID=1862&IID=2193</ref> Eine der letzten Taten seines Lebens war die Veröffentlichung einer Fatwa, die Suizidanschläge rechtfertigt; dies galt allerdings nur in „besetzten Gebieten“ wie Palästina oder Israel, nicht überall auf der Welt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/blogs.telegraph.co.uk</ref>

Internationaler Terrorismus

Fadlallah lehnte es offiziell ab, den islamischen Kampf in den Vereinigten Staaten fortzusetzen, wie dies bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 in New York City geschah. So verurteilte er die Angriffe von Al-Qaida als „nicht mit der Scharia […] und dem wahren islamischen Dschihad vereinbar“. Für den Schiiten Fadlallah waren die Kämpfer der sunnitisch geprägten Al-Qaida keine Märtyrer, sondern „bloße Selbstmörder“.<ref>Michael Mann: Die ohnmächtige Supermacht. Campus Verlag, Frankfurt 2003, ISBN 3-593-37313-0, S. 226</ref>

Religionspolitik

Fadlallah war kein öffentlicher Sprecher für eine Islamisierung Europas: „In all unseren Botschaften und Fatwas an die Muslime im Westen betonen wir, daß sie der Sicherheit und allgemeinen Ordnung des Landes, in dem sie sich aufhalten, keinen Schaden zufügen dürfen. Sie sollten aufgeschlossen sein gegenüber der Gesellschaft, in der sie leben.“<ref name="dw-world.de" />

Rechte der Frau

Fadlallah lehnte das Recht auf Abtreibung ab, außer es bestünde eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der Schwangeren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 5. April 2010 im Internet Archive)</ref> Ebenfalls erließ er eine Fatwa gegen Genitalverstümmelungen.<ref>Martin Gehlen: Radikal, aber auch aufgeschlossen. In: fr.de. 24. Januar 2019, abgerufen am 30. Januar 2024.</ref> Er sprach sich auch für das Recht von Frauen aus, außerhalb ihres Haushalts einem Beruf nachzugehen und sogar als Richterin zu arbeiten, was nach islamischem Recht traditionell verboten ist.<ref>Der Widersprüchliche Gabriela Keller in: Berliner Zeitung vom 16. März 2009</ref>

Ehrenmorde

Die langjährigen Kampagnen internationaler Menschenrechtsorganisationen auf mehrheitlich muslimische Länder haben laut Amnesty International dazu geführt, dass Fadlallah ab 2008 überkommene lokale Traditionen wie Ehrenmorde vehement<ref>Amnesty International: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Amnesty Jahresbericht 2008 – Naher Osten und Nordafrika (Memento vom 20. Dezember 2008 im Internet Archive)</ref> ablehnte. Im August 2008 erließ Fadlallah daher eine Fatwa, in der er darlegte, dass Morde im Namen der Familienehre abstoßend und nach islamischem Recht illegal sind.<ref>Amnesty International: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Amnesty Jahresbericht 2008 – Libanon (Memento vom 9. März 2013 im Internet Archive)</ref>

Vereinnahmung durch iranische Politiker/Geistliche

Fadlallah wehrte sich zuletzt gegen eine Vereinnahmung seines Heimatlandes durch ausländische islamische Politiker und Geistliche. So zweifelte er an der Legitimität des iranischen Religionsführer Ali Chamene’i, der im Geiste eines weltumspannenden Imamats auf Werbeplakaten im Libanon als „Hüter des Auftrags, die Muslime der Welt zu regieren“ bezeichnet wird. Für Fadlallah hätte die Würde schiitischer Religionsgelehrter nur gewahrt bleiben können, wenn sie von den Muslimen als Vorbilder im Glauben (Mardschaʿ-e Taghlid) selbst gewählt worden wären,<ref>Le Monde: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />– Ahmad Salamatian: Die Schiiten und ihr Kampf um Gott (Memento vom 7. April 2015 im Internet Archive)</ref> was bei Chamenei nicht der Fall war.

Regierungsübernahme Obamas

Fadlallah begrüßte zunächst den Wahlsieg Obamas, kritisierte diesen jedoch ein Jahr später, da dieser „offensichtlich keinen Plan habe, um dem Nahen Osten Frieden zu bringen“.<ref>Online laut BBC</ref>

Tod

Fadlallah ist 74-jährig an innerer Blutung in einem libanesischen Krankenhaus gestorben.<ref name="PT">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, 8. Juli 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Einige Tage später wurde die CNN-Journalistin und Leiterin der Nahost-Redaktion Octavia Nasr entlassen, nachdem sie den Großajatollah auf Twitter gelobt hatte.<ref name="PT" /><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: The Jerusalem Post, 8. Juli 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The Los Angeles Times, 7. Juli 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Zahlreiche Regierungschefs der islamischen Welt – sowohl schiitische als auch sunnitisch – würdigten ihn nach seinem Tod.<ref>Hugh Macleod: Lebanon's Grand Ayatollah Mohammed Hussein Fadlallah dies at 74 | Lebanon. In: theguardian.com. 4. Juli 2010, abgerufen am 5. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein Sprecher der israelischen Regierung äußerte, Fadlallah sei unwürdig gelobt zu werden, gleichzeitig äußerte er Kritik an der britischen Regierung für einen positiven Nachruf auf ihn.<ref>UK envoy's praise for Lebanon cleric draws Israel anger. In: bbc.co.uk. 9. Juli 2010, abgerufen am 4. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die US-Regierung, die ihn auf die Liste von Terrorunterstützern gesetzt hatte, äußerte sich nicht zu seinem Tode.<ref name="SPON-704599">Libanon: Früherer geistlicher Anführer der Hisbollah ist tot. In: Spiegel Online. 4. Juli 2010, abgerufen am 9. Juni 2018.</ref>

Schriften

  • Kolonialismus und Kommunismus – die beiden Todfeinde des Islam, in Andreas Meier, Hg.: Politische Strömungen im modernen Islam. Quellen und Kommentare. Bundeszentrale für politische Bildung, BpB, Bonn 1995, ISBN 3-89331-239-0; sowie Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1995, ISBN 3-87294-724-9, S. 108–112<ref>Diese Ausgabe auch als Sonderaufl. der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen mit gleicher ISBN. Alle Ausgaben sind gekürzte Versionen von Der politische Auftrag des Islam. Programme und Kritik zwischen Fundamentalismus und Reformen. Originalstimmen aus der islamischen Welt. Peter Hammer, Wuppertal 1994</ref>

Literatur

  • Michaelle Browers: „Fadlallah and the Passing of Lebanon’s Last Najafi Generation“ in Journal of Shi'a Islamic Studies 5 (2012) 25-46.
  • Jamal Sankari: Fadlallah: the making of a radical Shiʿite leader. Saqi, London, 2005.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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