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Altair

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Stern
Altair (α Aquilae)
Altair PR image6 (white).jpg
Altair, aufgenommen mit dem CHARA/MIRC-X.

Die Achse seiner schnellen Rotation ist darin illustriert.

Die Position von Altair
Vorlage:AladinLite
Beobachtungsdaten
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Sternbild Adler
Rektaszension Vorlage:RektaszensionEasy <ref name="hip1" />
Deklination Vorlage:DeklinationEasy <ref name="hip1" />
Winkelausdehnung {{{Winkel}}} mas
Bekannte Exoplaneten {{{Planeten}}}
Helligkeiten
Scheinbare Helligkeit 0,76 mag<ref name="hip1" />
Helligkeit (U-Band) {{{magU}}} mag
Helligkeit (B-Band) {{{magB}}} mag
Helligkeit (V-Band) {{{magV}}} mag
Helligkeit (R-Band) {{{magR}}} mag
Helligkeit (I-Band) {{{magI}}} mag
Helligkeit (J-Band) {{{magJ}}} mag
Helligkeit (H-Band) {{{magH}}} mag
Helligkeit (K-Band)  mag
G-Band-Magnitude  mag
Spektrum und Indices
Veränderlicher Sterntyp DSCT<ref name="VSXEntry" />
B−V-Farbindex +0,22<ref name="hr" />
U−B-Farbindex +0,08<ref name="hr" />
R−I-Index +0,14<ref name="hr" />
Spektralklasse A7 IV-V<ref name="hip1" />
Astrometrie
Radialgeschwindigkeit (−26,6 ± 0,4) km/s<ref name="Pulkovo" />
Parallaxe (194,95 ± 0,57) mas<ref name="hip2" />
Entfernung (16,73 ± 0,05) Lj
(5,130 ± 0,015) pc <ref name="hip2" />
Visuelle Absolute Helligkeit Mvis 2,22 mag<ref name="Buzasi2005" />
Bolometrische Absolute Helligkeit Mbol {{{Absolut-bol}}} mag<ref name="Buzasi2005" />
Eigenbewegung<ref name="hip2" />
Rek.-Anteil: (+536,23 ± 0,51) mas/a
Dekl.-Anteil: (+385,29 ± 0,47) mas/a
Physikalische Eigenschaften
Masse 1,7 bis 1,8 M<ref name="Kaler" />
Radius 1,8 R<ref name="Kaler" />
Leuchtkraft

10,6 L<ref name="Kaler" />

Effektive Temperatur 7550 K<ref name="Kaler" />
Metallizität [Fe/H] −0,2<ref name="Monnier07" />
Rotationsdauer ca. 10 Stunden<ref name="Kaler" />
Alter 1,2 Mrd. a<ref name="Robrade2009" />
Andere Bezeichnungen und Katalogeinträge
Bayer-Bezeichnungα Aquilae
Flamsteed-Bezeichnung53 Aquilae
Bonner DurchmusterungBD +8° 4236
Bright-Star-Katalog HR 7557 [1]
Henry-Draper-KatalogHD 187642 [2]
Gliese-Katalog GJ 768 [3]
Hipparcos-KatalogHIP 97649 [4]
SAO-KatalogSAO 125122 [5]
Tycho-KatalogTYC 1058-3399-1[6]
2MASS-Katalog2MASS J19504698+0852060[7]
Weitere Bezeichnungen Altair, LHS 3490, FK5 745
Anmerkung
{{{Anmerkung}}}

Altair [<templatestyles src="IPA/styles.css" />al'ta:ir], auch Atair [<templatestyles src="IPA/styles.css" />at'ta:ir],<ref>vgl. Udo Gollub: Der Artikel (im Arabischen). In: SprachenLernen24. Abgerufen am 2. Juni 2024.</ref> ist der hellste Stern im Sternbild Aquila (Adler) und der zwölfthellste Stern am Nachthimmel, Bayer-Klassifizierung α Aquilae. Zusammen mit den Sternen Wega und Deneb bildet Altair das Sommerdreieck. Altair befindet sich, wie auch die Sonne, derzeit in der Lokalen Flocke. Mit einer Entfernung von 16,73 Lichtjahren gehört er unter den Sternen, die mit bloßem Auge zu sehen sind, zu denjenigen, die der Sonne am nächsten liegen.

Etymologie

Datei:AquilaCC.jpg
Altair ist der hellste Stern im Sternbild Aquila

Die Araber übersetzten im 8. und 9. Jahrhundert die ptolemäischen Umschreibungen. Die neuen Namen stellen deshalb eine Mischung aus alten arabisch-mythologischen und griechischen Bezeichnungen dar. Der arabische Name Altair entstammt als Kurzform der ursprünglichen Bezeichnung (النسر الطائر / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / ‚der fliegende Adler‘), wobei sich aṭ-Ṭāʾir auf die Bedeutungen „der Fliegende“ und „der Flüchtende“ bezieht.

Die auch als Synonym mögliche Einzelverwendung des Wortes aṭ-Ṭāʾir für „Vogel“ beinhaltet alle damit verbundenen Flugeigenschaften, kann aber nicht anachronistisch auf die frühere Namensgebung „wörtlich“ übertragen werden.<ref>Vgl. zur Wortbedeutung auch Langenscheidt-Universal-Wörterbuch Arabisch, Berlin 1994, ISBN 3-468-18060-8, S. 421.</ref>

Physikalische Eigenschaften

Foto von Altair
Altair durch ein Teleskop aufgenommen

Altair ist ein Hauptreihenzwerg mit dem 1,8-fachen Durchmesser und der 11-fachen Leuchtkraft der Sonne. Mit einer Oberflächentemperatur von ca. 7.550 Kelvin ist Altair ein durchschnittlich heißer Stern. Aufgrund seiner Eigenbewegung von einem Winkelgrad in 5.000 Jahren zählt Altair zu den schnelleren Sternen am Himmel. Seine Radialgeschwindigkeit beträgt −27 km/s.

Datei:Altair-Sun comparison.png
Größenvergleich zwischen Altair (links) und der Sonne

Durch Messungen der Breite seiner Spektrallinien wurde entdeckt, dass sich Altair sehr schnell um seine eigene Achse dreht und dadurch stark abgeplattet ist. Die Dauer einer vollen Drehung am Äquator wurde zu etwa 10 Stunden bestimmt. Die Sonne braucht dazu im Vergleich etwa 25 Tage für eine volle Drehung. Damit ist die Rotation von Altair eine der kürzesten aller bekannten Sterne. Altair ist noch weit davon entfernt, aufgrund seiner Rotationsgeschwindigkeit auseinanderzubrechen. Diese Grenze würde vermutlich ab 450 km/s überschritten werden, bei einer Umdrehung in 6 Stunden bewegt sich ein Punkt am Äquator mit etwa 200 km/s.

Altair ist einer der hellsten Sterne unter den sogenannten veränderlichen Delta-Scuti-Sternen. Mit einer Amplitude von einigen tausendstel Magnituden schwankt seine Helligkeit mit 9 verschiedenen Perioden zwischen 50 Minuten und 9 Stunden.<ref name="Kaler" />

Obwohl Altair erst einige hundert Millionen Jahre alt ist, wird sein Wasserstoffvorrat nur noch circa eine Milliarde Jahre reichen, bis er sich zu einem Roten Riesen oder einem veränderlichen Cepheiden weiterentwickelt, bevor er seine äußeren Schichten abstößt und als Weißer Zwerg endet.<ref>Altair. In: Solstation. Abgerufen am 4. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Direkte Beobachtung

Im Sommer 2007 gelang es Wissenschaftlern in den USA, mit Altair die Oberfläche eines fernen, sonnenähnlichen Sterns direkt zu beobachten. Dabei wurden vier Teleskope des CHARA-Array über Glasfasern zu einem Infrarot-Interferometer zusammengeschaltet. Das Öffnungsäquivalent der vier Teleskope entsprach in diesem Fall dem eines Teleskops von 265 Meter × 195 Meter. Mit der CHARA-Interferometrie konnte festgestellt werden, dass Altairs Äquatordurchmesser 22 Prozent größer ist als der Poldurchmesser.<ref>Stefan Deiters: Vier Teleskope ermöglichen Blick auf Altair. In: Astronews. 5. Juni 2007, abgerufen am 4. Juni 2022.</ref>

Des Weiteren konnte der erste sichtbare Nachweis von „Gravity Darkening“ erbracht werden. Der Effekt äußert sich als dunkles Band um den Äquator des Sterns, das dadurch entsteht, dass das Gas in den Äquatorregionen bei sich schnell drehenden Sternen weniger dicht ist und daher relativ schwächer strahlt.

Chinesische Legende

In der chinesischen Liebesgeschichte vom Kuhhirten und der Weberin, die alljährlich in China als Qixi und in Japan als Tanabata gefeiert wird, ist Altair der „Stern des Kuhhirten“ (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) oder chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), jap. kengyūsei bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Hiko-boshi), der durch den „Himmelsfluss“ (Milchstraße) von der Weberin (Wega) getrennt ist.

Fiktionale Werke

Altair spielt in zahlreichen Fiktionen eine Rolle, so zum Beispiel im Film Alarm im Weltall und in den Fernsehserien Star Trek und Stargate oder im Computerspiel Master of Orion.

In der Weltraumsimulation Elite ist einer seiner Planeten eine von Menschen bewohnte Kolonie in der 8. Galaxie, und in der Fortsetzung Frontier: Elite 2 beherbergt er ein Sonnensystem mit zwei erdähnlichen Planeten, zwei „Gasriesen“ und einem „Überriesen“. „Unter den Strahlen von Altair“ ist ein SF-Roman des britischen Autors Edmund Cooper aus dem Jahr 1968. Das Vorkommen von Altair in der Fernsehserie Raumschiff Enterprise ist Namensvater für den Heimrechner Altair 8800. Im Videospiel Assassin’s Creed heißt der Hauptcharakter „Altaïr Ibn-La'Ahad“. In der Science-Fiction-Serie Battlestar Galactica ist „Altaïr“ der Name eines zivilen Raumschiffes und in der Romanreihe Per Anhalter durch die Galaxis gibt es die Währungseinheit „Altair-Dollar“.

Auch das von Apogee 1991 veröffentlichte PC-Videospiel „Crystal Caves“ spielt im Altair-System.

In Stephen Kings Roman „Das Monstrum – Tommyknockers“ wird der junge David Brown an einen fernen Ort im Universum mit dem Namen „Altair-4“ teleportiert, der als eisig kalt und lebensfeindlich beschrieben wird.

In der fünfteiligen Science-Fiction-Reihe Jenseits des Lichts: Berichte aus der Zukunft von Hans Georg Nenning begibt sich das Multigenerationsschiff APEIRON im Jahr 2117 zunächst auf eine Reise zum Stern Altair. 48 Jahre später stößt die menschliche Besatzung im Orbit der schnell rotierenden Sonne auf die Spuren einer außerirdischen Zivilisation.<ref>Jenseits des Lichts - Berichte aus der Zukunft (Serie mit 5 Büchern). Amazon, April 2011, abgerufen am 5. Februar 2025.</ref>

Außerdem ist Altair der Name des ersten Protagonisten aus der Spielereihe Assassins Creed. Das Zeichen der Assassinen ist der Adler passend zum Sternbild Aquila.

Siehe auch

Literatur

  • Ian Ridpath: Die großen Sternbilder. Patmos, Düsseldorf 2004, ISBN 3-491-69112-5 (Star Tales. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Online version).)

Weblinks

Commons: Altair – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

<references> <ref name="hip1">Hipparcos-Katalog (ESA 1997)</ref> <ref name="hr">Bright Star Catalogue</ref> <ref name="Pulkovo">Pulkovo radial velocities for 35493 HIP stars</ref> <ref name="VSXEntry">alf Aql. In: VSX. AAVSO, abgerufen am 4. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="Buzasi2005">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> <ref name="hip2">Hipparcos, the New Reduction (van Leeuwen, 2007)</ref> <ref name="Kaler">Jim Kaler: Altair. In: STARS. Abgerufen am 4. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="Monnier07">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> <ref name="Robrade2009">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> </references>