Paul Thomas Anderson
Paul Thomas Anderson (* 26. Juni 1970 in Studio City, Kalifornien), auch bekannt unter seinen Initialen PTA,<ref>Ella Haas: Die Filme von Paul Thomas Anderson: Seine Filmografie im Überblick. In: Kino.de. 12. Februar 2022, abgerufen am 15. Januar 2026.</ref> ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor, Filmproduzent, Kameramann und Oscar-Preisträger. Mit Filmen wie Boogie Nights (1997), Magnolia (1999), There Will Be Blood (2007), The Master (2012), Der seidene Faden (2017) und One Battle After Another (2025) avancierte er zu einem der renommiertesten Filmemacher der Gegenwart.
Leben
Paul Thomas Anderson wurde am 26. Juni 1970 als Sohn von Edwina und Ernie Anderson in Studio City, Kalifornien geboren. Sein Vater war DJ, Schauspieler und Synchronsprecher.<ref name="rebels84">Sharon R. Waxman: Rebels on the backlot: six maverick directors and how they conquered the Hollywood studio system. HarperCollins, 2005, ISBN 0-06-054017-6, S. 84.</ref><ref name="ghoulardi">John Luttermoser: „There Will Be Blood“ comes out on video Tuesday. In: Cleveland.com. 5. April 2008, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Anderson wuchs in San Fernando Valley<ref name="rebelsxii" /> auf und hatte eine schwierige Beziehung zu seiner Mutter, dafür aber eine enge Verbindung zu seinem Vater, welcher ihn dazu ermutigte, Autor oder Regisseur zu werden.<ref name="nytimes2" /> Er besuchte mehrere Schulen, unter anderen die Buckley School in Sherman Oaks sowie die John Thomas Dye School, die Campbell Hall School, die Cushing Academy und die Montclair College Preparatory School.<ref name="esquire">John H. Richardson: The Secret History of Paul Thomas Anderson. In: Esquire. 22. September 2008, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref>
Anderson fing bereits in jungen Jahren mit dem Filmemachen an<ref name="time1" /><ref name="nytimes3" /> und hatte nie wirklich einen Alternativplan zu seinem Wunsch, Filmregisseur zu werden.<ref name="beauty73" /> Er drehte zuerst Filme mit einer Betamax-Videokamera, die ihm sein Vater 1982 kaufte, als Paul Thomas Anderson zwölf Jahre alt war.<ref name="nytimes3" /> Später benutzte er 8-mm-Film, hielt aber Videofilm für viel einfacher zu handhaben.<ref name="time1" /> Er begann als Teenager zu schreiben und im Alter von 17 experimentierte er mit einer Bolex-16-mm-Kamera.<ref name="time1" /><ref name="latimes" /> Nach einigen Jahren schrieb und filmte er seine erste richtige Produktion mit dem Geld, welches er sich als Highschool-Schüler verdiente, indem er Käfige in einer Zoohandlung reinigte.<ref name="nytimes3" /> Der Film war eine dreißigminütige Mockumentary, gefilmt auf Video, mit dem Namen The Dirk Diggler Story (1988), über einen männlichen Pornodarsteller (inspiriert durch John Holmes, welcher außerdem die Anregung für Andersons Film Boogie Nights war).<ref name="nytimes2">Lynn Hirschberg: His Way. In: The New York Times. 19. Dezember 1999, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref>
Karriere
Die Filme von Anderson verfügen oft über eine große Anzahl von Figuren und komplexen, vielschichtigen Handlungen und kommen bei Kritikern und Publikum gleichermaßen gut an. Er galt zu Beginn seiner Karriere als eines von Hollywoods großen Talenten und wurde nach der Veröffentlichung von Boogie Nights und Magnolia bereits als Wunderkind gefeiert. Während seiner Liaison mit der Sängerin Fiona Apple inszenierte er auch ihre Musikvideos.
Anderson besuchte nie eine Filmschule und lernte sein Handwerk, indem er sich die Filme seiner Lieblingsregisseure anschaute, Bücher und Magazine über die technische Seite des Filmemachens las und sich Filme mit dem Audiokommentar der Regisseure ansah.<ref name="rebelsxii">Sharon R. Waxman: Rebels on the backlot: six maverick directors and how they conquered the Hollywood studio system. HarperCollins, 2005, ISBN 0-06-054017-6, S. xii f.</ref><ref name="beauty73">Robert K. Johnston: Useless Beauty: Ecclesiastes Through The Lens Of Contemporary Film. Baker Academic, 2004, ISBN 0-8010-2785-3, S. 73 f.</ref><ref name="latimes">Kristine McKenna: Knows It When He Sees It. In: Los Angeles Times. 12. Oktober 1997, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Er glaubt, dass Filmschulen „kompletter Schwindel“ sind, weil „die Informationen bereits vorhanden sind, wenn man sie haben will“.<ref name="latimes" /> Er nennt Martin Scorsese, Robert Altman, Jonathan Demme, Stanley Kubrick, Orson Welles und Max Ophüls als seine größten Inspirationen als Regisseur.<ref name="time1">Transcript: Paul Thomas Anderson 12/16/99. In: Time. 16. Dezember 1999, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juni 2011; abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref><ref name="sense2">Cubie King: Punch Drunk Love: The Budding of an Auteur. In: Senses of Cinema. Nr. 35, 2005 (sensesofcinema.com).</ref>
Schauspieler, die in seinen Filmen häufiger auftreten, sind unter anderem Philip Seymour Hoffman, Philip Baker Hall, Julianne Moore, William H. Macy, Luis Guzmán und John C. Reilly. Weitere Schauspieler in Andersons Filmen sind unter anderen Gwyneth Paltrow, Samuel L. Jackson, Mark Wahlberg, Daniel Day-Lewis, Burt Reynolds, Tom Cruise, Adam Sandler und Joaquin Phoenix. Seit 1999 ist Cassandra Kulukundis als Casting-Direktorin für Andersons Filme verantwortlich.<ref>Interview auf backstage.com, abgerufen am 5. Februar 2026</ref>
Frühe Karriere
Nachdem Anderson zwei Semester Anglistik auf dem Emerson College und nur zwei Tage an der New York University studierte, begann er seine Karriere als Produktionsassistent für Fernsehfilme, Musikvideos und Gameshows in Los Angeles und New York.<ref name="rebels86">Sharon R. Waxman: Rebels on the backlot: six maverick directors and how they conquered the Hollywood studio system. HarperCollins, 2005, ISBN 0-06-054017-6, S. 86.</ref> Mit etwas Geld, welches er bei Glücksspielen gewann, der Kreditkarte seiner Freundin und 10.000 US-Dollar, die ihm sein Vater für das College zur Seite legte, drehte Anderson einen zwanzigminütigen Film, den er als sein „College“ bezeichnete.<ref name="ebertqa">Roger Ebert: Director’s talent makes „Boogie“ fever infectious. In: Chicago Sun-Times. 19. Oktober 1997, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref>
Der Film, den er machte, war Cigarettes & Coffee (1993), ein Kurzfilm über einen Zwanzig-Dollar-Schein, der mehrere Handlungsstränge miteinander verband.<ref name="esquire" /><ref name="latimes" /><ref name="rebels87">Sharon R. Waxman: Rebels on the backlot: six maverick directors and how they conquered the Hollywood studio system. HarperCollins, 2005, ISBN 0-06-054017-6, S. 87.</ref> Der Film wurde 1993 auf dem Sundance Film Festival gezeigt und Anderson entschied sich, den Kurzfilm in einen abendfüllenden Spielfilm zu erweitern und wurde infolgedessen 1994 vom Sundance Institute zu einer Art Filmemacher-Workshop eingeladen.<ref name="latimes" /> Dort fungierte Michael Caton-Jones als sein Mentor und sah Anderson als jemanden mit „Talent und einer vollständig ausgeformten kreativen Stimme, aber wenig praktischer Erfahrung“ und gab ihm einige nützliche Tipps.<ref name="nytimes3" />
1990er Jahre
Während des Sundance Film Festivals hatte Anderson bereits die Übereinkunft mit Rysher Entertainment getroffen, seinen ersten Spielfilm zu drehen,<ref name="nytimes3">Margy Rochlin: The Innocent Approach to an Adult Opus. In: The New York Times. 12. Oktober 1997, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> welcher 1996 unter dem Titel Last Exit Reno veröffentlicht wurde.<ref name="nytimes2" /> Die Anerkennung für den Film eröffnete Anderson die Tür für seine weitere Karriere.
Anderson begann an dem Drehbuch für seinen nächsten Film während der Produktion von Last Exit Reno zu arbeiten und beendete es im Sommer 1995.<ref name="latimes" /> Das Ergebnis war Andersons Durchbruchsfilm<ref name="guardian3">Ed Pilkington: „Tell the story! Tell the story!“ In: The Guardian. 4. Januar 2008, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Boogie Nights (1997), ein Spielfilm, basierend auf seinem Kurzfilm The Dirk Diggler Story.<ref name="esquire" /><ref name="latimes" /><ref name="rebels115">Sharon R. Waxman: Rebels on the backlot: six maverick directors and how they conquered the Hollywood studio system. HarperCollins, 2005, ISBN 0-06-054017-6, S. 115.</ref> Das Drehbuch landete bei New Line Cinemas Geschäftsführer, Michael De Luca, welcher es nach dem Lesen „total gaga“ nannte.<ref name="nytimes3" /> Der Film wurde 1997 in den USA veröffentlicht und war sowohl kommerziell als auch künstlerisch ein großer Erfolg.<ref name="nytimes2" /> Der Film belebte die Karriere von Burt Reynolds<ref name="nydaily-1">https://web.archive.org/web/20260117122905/https://www.nydailynews.com/1998/01/19/titanic-floats-their-boats-wins-golden-globes-for-drama-director/</ref><ref name="time3">Micah Ernst: Top 10 Comeback Movies: Burt Reynolds, Boogie Nights. In: Time. 15. Dezember 2008, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> wieder und bedeutete den Durchbruch für Mark Wahlberg<ref name="rollingstone1">Peter Travers: Boogie Nights. In: Rolling Stone. 10. Oktober 1997, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> und Julianne Moore.<ref name="moore1">Joe Reid: Julianne Moore Returning to As the World Turns. In: SOAPnet. 1. März 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. März 2012; abgerufen am 7. November 2020.</ref><ref name="moore2">Rick Warner: Moore searches for motives in marriage. In: The Journal Gazette. 28. März 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Oktober 2014; abgerufen am 7. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Film erhielt drei Oscarnominierungen, für den besten Nebendarsteller (Burt Reynolds), die beste Nebendarstellerin (Julianne Moore) und das beste Originaldrehbuch.<ref name="nom70aa">Nominees & Winners for the 70th Academy Awards. In: Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. November 2013; abgerufen am 7. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nach dem Erfolg von Boogie Nights wurde Anderson von New Line zugesichert, dass er bei seinem nächsten Film machen könne, was er wolle, und die volle kreative Kontrolle hätte, ohne dass sie überhaupt die Idee für sein nächstes Projekt kannten.<ref name="nytimes2" /> Obwohl er ursprünglich einen Film machen wollte, der „intim und minimalistisch“ werden sollte, wurde das Drehbuch während des Schreibens immer umfangreicher. So entstand das Ensemblewerk Magnolia (1999), das die Geschichte der eigentümlichen Wechselwirkung zwischen den Leben von mehreren Personen in San Fernando Valley, California, erzählt.<ref name="patterson" /><ref name="time2">Richard Schickel: Cinema: Magnolia. In: Time. 27. Dezember 1999, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Anderson benutzte die Musik von Aimee Mann als Basis und Inspiration für den Film<ref name="bessman">Jim Bessman: Music blossomed into film; Magnolia director was inspired by Aimee Mann’s work. In: Toronto Star. 16. Dezember 1999, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> und gab ihr den Auftrag, acht weitere Songs zu schreiben.<ref name="lamag">Natalie Nichols: The Mann Act. In: Los Angeles Magazine. Januar 2000, S. 22 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Magnolia erhielt drei Oscarnominierungen, für den besten Nebendarsteller (Tom Cruise), den besten Originalsong für Save Me von Aimee Mann und für das beste Originaldrehbuch.<ref name="nom72aa">Nominees & Winners for the 72nd Academy Awards. In: Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Januar 2014; abgerufen am 7. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In einem Interview nach Veröffentlichung des Films wurde Anderson mit folgenden Worten zitiert: „…was ich wirklich fühle, ist, dass Magnolia, wohl oder übel, der beste Film ist, den ich je machen werde.“<ref name="guardian1">John Patterson: Boogie knight. In: The Guardian. 1. Februar 2003, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref>
2000er Jahre
Nach der Veröffentlichung von Magnolia gab Anderson an, in Zukunft gerne einmal mit Adam Sandler arbeiten zu wollen.<ref name="guardian3" /><ref name="patterson">John Patterson: Magnolia Maniac. In: The Guardian. 10. März 2000, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Er machte seine Ankündigung wahr, indem er 2002 die romantische Komödie Punch-Drunk Love mit Adam Sandler und Emily Watson drehte. Die Geschichte handelt von einem Kleinunternehmer (Sandler) mit Wutproblemen und sieben dominanten Schwestern. Sandler erhielt viele positive Kritiken für seine erste ernste Rolle, abseits der Mainstream-Komödien, welche ihn zum Star machten.<ref name="nydaily-2">Chris Rovzar: Comic takes on 9/11. In: Daily News. 11. März 2007, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref><ref name="sfgate">Peter Hartlaub: Hey, it's Adam Sandler! But what’s this? A drama? In: San Francisco Chronicle. 12. März 2007, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Roger Ebert schrieb, dass „Sandler unerwartete Tiefe als Schauspieler offenbart. Wenn man diesen Film sieht, kann man ihn sich in Dennis-Hopper-Rollen vorstellen. Er hat Düsterkeit, Obsession und Kraft.“<ref name="pdlebert">Roger Ebert: Punch-Drunk Love. In: Chicago Sun-Times. 18. Oktober 2002, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Auf dem Cannes Film Festival 2002 gewann der Film den Preis für die beste Regie und war für die goldene Palme als bester Film nominiert.<ref name="2002cannes">Punch-Drunk Love. In: Festival de Cannes. Abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref>
There Will Be Blood (2007) basierte lose auf dem Roman Oil! von Upton Sinclair.<ref name="goodwin">Christopher Goodwin: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Daniel Day-Lewis Gives Blood, Sweat and Tears ( vom 18. März 2011 im Internet Archive). In: The Sunday Times. 25. November 2007.</ref> Das Budget des Films betrug 25 Millionen Dollar und spielte weltweit 76,1 Millionen Dollar ein.<ref name="twbbboxoffice">There Will Be Blood (2007). In: Box Office Mojo. Abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Anderson äußerte schon früher den Wunsch, mit Daniel Day-Lewis arbeiten zu wollen,<ref name="guardian3" /><ref name="patterson" /> der hier die Hauptrolle übernahm und dafür einen Oscar gewann.<ref name="nom80aa">Nominees & Winners for the 80th Academy Awards. In: Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Oktober 2013; abgerufen am 14. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Paul Dano erhielt eine BAFTA-Nominierung als bester Nebendarsteller.<ref name="baftas">Film Award Winners in 2008. In: The BAFTA Site. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 31. Dezember 2012; abgerufen am 14. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Anderson wurde von der Directors Guild of America als bester Regisseur nominiert.<ref>Brad Brevet: Director’s Guild announces nominations. In: Rope of Silicon. 20. Dezember 2007, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Der Film erhielt außerdem acht Oscarnominierungen, gemeinsam mit No Country for Old Men die meisten in diesem Jahr.<ref name="nytimesnom">Brooks Barnes & David Carr: „No Country“ and „Blood“ Lead Oscar Nominations. In: The New York Times. 23. Januar 2008, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Anderson bekam Nominierungen für den besten Film, die beste Regie und das beste adaptierte Drehbuch, unterlag jedoch in allen drei Kategorien den Coen-Brüdern für No Country For Old Men.<ref name="nom80aa" /> There Will Be Blood wurde weitgehend als einer der größten Filme des Jahrzehnts betrachtet und einige erklärten ihn zu einem der besten amerikanischen Filme, die je gemacht wurden.<ref name="gawker">Richard Rushfield: „There Will Be Blood“ Wins the Decade. In: Gawker. 18. Dezember 2009, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref>
2010er Jahre
Im Dezember 2009 berichtete Variety, dass Anderson an einem neuen Drehbuch arbeite, vorläufig The Master betitelt, über einen „charismatischen Intellektuellen“, der in den 1950er Jahren eine neue Religion gründet.<ref name="variety" /> Obwohl der Film keine Referenz zu dieser Bewegung hat, wurde lange behauptet, die Geschichte würde auf Scientology basieren.<ref name="guardian4">Ed Pilkington: Church of Scientology snaps up Hollywood film studio. In: The Guardian. 26. April 2011, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Es wurde berichtet, dass Andersons langjähriger Arbeitspartner Philip Seymour Hoffman die Hauptrolle übernähme.<ref name="variety">https://web.archive.org/web/20150123052530/http://variety.com/2012/film/news/paul-thomas-anderson-s-master-moved-to-sept-14-1118057163/</ref> Reese Witherspoon<ref name="witherspoon">Edward Davis: Reese Witherspoon Offered A Role In Paul Thomas Anderson's Untitled Religion Pic? Shooting Starting In June? In: The Playlist. 24. Mai 2010, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> und Jeremy Renner<ref name="renner">Christopher Campbell: Jeremy Renner Joins Paul Thomas Anderson’s Religious Cult Movie. In: MTV. 3. März 2010, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> waren im Gespräch, an der Seite von Hoffman zu fungieren, aber die Rollen gingen letztlich an Joaquin Phoenix<ref name="greenlight">Mike Fleming: Harvey Weinstein Buys World Rights To Paul Thomas Anderson’s Untitled Next Film. In: Deadline.com. 9. Mai 2011, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> und Amy Adams.<ref name="amyadams">Kevin Jagernauth: Amy Adams Joins Paul Thomas Anderson’s „The Master“. In: The Playlist. 1. Juni 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Dezember 2012; abgerufen am 14. Januar 2026.</ref> The Master wurde am 14. September 2012 von The Weinstein Company in den USA und Kanada veröffentlicht.<ref name="Releasedate">Jeff Sneider: Plemons joins P. T. Anderson drama. In: Variety. 27. Juli 2012, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 23. Oktober 2012. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> In Deutschland startete der Film am 21. Februar 2013 in den Kinos.
Andersons nächstes Projekt war eine Adaption von Thomas Pynchons Roman Inherent Vice aus dem Jahre 2009. Dies war das erste Mal, dass Pynchon zugestimmt hatte, seine Arbeit für die Kinoleinwand adaptieren zu lassen.<ref name="Pynchon">Scott Foundas: Paul Thomas Anderson, „The Master“’s Master. In: The Village Voice. 5. September 2012, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Der Film hatte im Oktober 2014 seine Premiere beim New York Film Festival.
Im Jahr 2015 führte Anderson Regie bei dem 54-minütigen Dokumentarfilm Junun, der die Produktion des gleichnamigen Musikalbums durch den Radiohead-Gitarristen Jonny Greenwood, den israelischen Komponisten Shye Ben Tzur und der indischen Musikgruppe Rajasthan Express schildert.<ref>Screen Junkies – YouTube. Abgerufen am 7. November 2020.</ref> Die meisten Titel wurden in der im 15. Jahrhundert erbauten Festungsanlage Meherangarh im indischen Bundesstaat Rajasthan aufgenommen.<ref>Lizzie Plaugic: Paul Thomas Anderson is making a documentary about Radiohead's Jonny Greenwood. 21. August 2015, abgerufen am 7. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Junun hatte seine Premiere beim New York Film Festival 2015.
2016 fanden drei seiner Filme (There Will Be Blood, The Master, Inherent Vice) bei der BBC-Wahl zu den 100 bedeutendsten Filmen des 21. Jahrhunderts Berücksichtigung. Sein Film Der seidene Faden erhielt sechs Nominierungen für den Oscar 2018.
2020er Jahre
Anfang der 2020er drehte Anderson einige Musikvideos der Pop-Rock-Band Haim. Dessen Gitarristin und Sängerin Alana Haim besetzte er in der Hauptrolle in seinem neunten Spielfilm Licorice Pizza aus dem Jahr 2021. An ihrer Seite wurde Cooper Hoffman, Sohn des verstorbenen Schauspielers und seines Arbeitspartners Philip Seymour Hoffman besetzt. Der Film erzählt von einem jungen Schauspieler in den 1970ern, der sich in eine junge Fotoassistentin verliebt und gemeinsam mit ihr Abenteuer inmitten politischer Krisen erlebt. Zwar erlitt der Film finanzielle Verluste während der COVID-19-Pandemie, erwies sich jedoch als Kritikererfolg. Hoffman und Haim feierten beide hier ihr Schauspieldebüt, welches von zahlreichen Kritikern hochgelobt wurde.
Für Licorice Pizza gewann Anderson zahlreiche Kritikerpreise und wurde u.a für einen Golden Globe Award und 3 Oscars nominiert. Erstmals konnte er einen British Academy Film Award in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch gewinnen.
2024 wurde bekannt, dass Anderson einen neuen Film mit Leonardo DiCaprio, Sean Penn, Regina Hall, Teyana Taylor, Benicio del Toro sowie die Newcomerin Chase Infiniti in der Hauptrolle plane. Der Film wurde zunächst unter dem Arbeitstitel The Battle of Baktan Cross vermarktet. 2025 wurde dieser als One Battle After Another in den Kinos veröffentlicht. Die Politsatire basiert lose auf dem Roman Vineland von Thomas Pynchon und handelt von einem ehemaligen Revolutionär, dessen Tochter von einem rassistischen Soldaten gejagt wird. Kritiker lobten den Film als Andersons bisher gegenwärtigsten und kommerziellsten Film. Weltweit konnte der Film 209,6 Mio. US-Dollar einspielen, was ihn zu Andersons bisher erfolgreichste Regiearbeit machte. Kritiker listeten ihn als den besten Film des Jahres 2025 und zeichneten u.a. Andersons Regie sowie das Drehbuch aus.
2026 wurde Anderson erstmals mit dem Oscar, dem Golden Globe Award, den Critics’ Choice Movie Awards sowie den Preisen der Directors Guild of America, der Producers Guild of America sowie der Writers Guild of America ausgezeichnet.
Filmografie
Spielfilme
- 1996: Last Exit Reno (Sydney / Hard Eight)
- 1997: Boogie Nights
- 1999: Magnolia
- 2002: Punch-Drunk Love
- 2007: There Will Be Blood
- 2012: The Master
- 2014: Inherent Vice – Natürliche Mängel (Inherent Vice)
- 2017: Der seidene Faden (Phantom Thread)
- 2021: Licorice Pizza
- 2025: One Battle After Another
Kurzfilme
- 1987: The Dirk Diggler Story
- 1993: Cigarettes and Coffee
- 1998: Flagpole Special
- 2002: Couch
- 2019: Anima
Privates
Paul Thomas Anderson lebt mit der ehemaligen SNL-Darstellerin Maya Rudolph zusammen.<ref name="access">Maya Rudolph Shares Her Excitement Over Third Pregnancy. In: Access Hollywood. 1. Mai 2011, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Sie haben vier gemeinsame Kinder, drei Töchter (* 2005, 2009 und 2013) und einen Sohn (* 2011).<ref name="pearl2">Christie D’Zurilla: Maya Rudolph expecting baby No. 3 with Paul Thomas Anderson. In: Los Angeles Times. 21. März 2011, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref><ref name="people2">SNL star Maya Rudolph and director Paul Thomas Anderson welcome a daughter. In: People. 23. Oktober 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. September 2012; abgerufen am 14. Januar 2026.</ref><ref>Revealed: Maya Rudolph names fourth child after her late mother (who died aged 31) as she files birth certificate a year on. In: Daily Mail. 29. Juli 2014, abgerufen am 4. Februar 2017.</ref>
Auszeichnungen und Nominierungen
Paul Thomas Anderson wurde bisher für insgesamt 14 Oscars nominiert und konnte 2026 für One Battle After Another drei Oscars in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes adaptiertes Drehbuch gewinnen.
2022 gewann er für Licorice Pizza erstmals einen British Academy Film Award für das Beste Originaldrehbuch. Im Jahr 2026 erhielt er für One Battle After Another zwei Golden Globe Awards in den Kategorien Regie und Drehbuch.
Anderson ist zudem bisher der einzige Regisseur, der die Regiepreise der drei wichtigsten europäischen Filmfestivals gewann: Für Punch-Drunk Love gewann er 2002 den Regiepreis der Filmfestspiele von Cannes. Für There Will Be Blood wurde er auf der Berlinale mit einem Silbernen Bären für „Beste Regie“ ausgezeichnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Auszeichnungen der Berlinale 2008 ( vom 22. Januar 2011 im Internet Archive), abgerufen am 14. Januar 2026.</ref> Für The Master gewann er 2012 den Silbernen Löwen für die Beste Regie bei den Internationalen Filmfestspiele von Venedig.
- 1998: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (Boogie Nights)
- 2000: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (Magnolia)
- 2008: Nominiert als Bester Film (There Will Be Blood)
- 2008: Nominiert für die Beste Regie (There Will Be Blood)
- 2008: Nominiert für das Beste adaptierte Drehbuch (There Will Be Blood)
- 2015: Nominiert für das Beste adaptierte Drehbuch (Inherent Vice – Natürliche Mängel)
- 2018: Nominiert als Bester Film (Der seidene Faden)
- 2018: Nominiert für die Beste Regie (Der seidene Faden)
- 2022: Nominiert als Bester Film (Licorice Pizza)
- 2022: Nominiert für die Beste Regie (Licorice Pizza)
- 2022: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (Licorice Pizza)
- 2026: Ausgezeichnet als Bester Film (One Battle After Another)
- 2026: Ausgezeichnet für die Beste Regie (One Battle After Another)
- 2026: Ausgezeichnet für das Beste adaptierte Drehbuch (One Battle After Another)
- 2022: Nominiert für das Beste Drehbuch (Licorice Pizza)
- 2026: Auszeichnung als Bester Film – Komödie oder Musical (One Battle After Another)
- 2026: Auszeichnung für die Beste Regie (One Battle After Another)
- 2026: Auszeichnung für das Beste Drehbuch (One Battle After Another)
- 1998: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (Boogie Nights)
- 2008: Nominiert als Bester Film (There Will Be Blood)
- 2008: Nominiert für die Beste Regie (There Will Be Blood)
- 2008: Nominiert für das Beste adaptierte Drehbuch (There Will Be Blood)
- 2013: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (The Master)
- 2022: Nominiert als Bester Film (Licorice Pizza)
- 2022: Nominiert für die Beste Regie (Licorice Pizza)
- 2022: Auszeichnung für das Beste Originaldrehbuch (Licorice Pizza)
- 2026: Auszeichnung als Bester Film (One Battle After Another)
- 2026: Auszeichnung für die Beste Regie (One Battle After Another)
- 2026: Auszeichnung für das Beste adaptierte Drehbuch (One Battle After Another)
- 1998: Nominiert als Bester Film (Boogie Nights)
- 2000: Nominiert als Bester Film (Magnolia)
- 2008: Nominiert als Bester Film (There Will Be Blood)
- 2013: Nominiert als Bester Film (The Master)
- 2013: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (The Master)
- 2015: Nominiert für das Beste adaptierte Drehbuch (Inherent Vice - Natürliche Mängel)
- 2022: Nominiert als Bester Film (Licorice Pizza)
- 2022: Nominiert für die Beste Regie (Licorice Pizza)
- 2022: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (Licorice Pizza)
- 2026: Ausgezeichnet als Bester Film (One Battle After Another)
- 2026: Ausgezeichnet für die Beste Regie (One Battle After Another)
- 2026: Ausgezeichnet für das Beste adaptierte Drehbuch (One Battle After Another)
- 2020: Nominiert für den Grammy Award for Best Music Film (Anima)
Producers Guild of America Award
- 2008: Nominiert für den Besten Kinofilm (There Will Be Blood)
- 2022: Nominiert für den Besten Kinofilm (Licorice Pizza)
- 2026: Ausgezeichnet für den Besten Kinofilm (One Battle After Another)
Directors Guild of America Award
- 2008: Nominiert für die Beste Spielfilmregie (There Will Be Blood)
- 2022: Nominiert für den Beste Spielfilmregie (Licorice Pizza)
- 2026: Ausgezeichnet für die Beste Spielfilmregie (One Battle After Another)
Writers Guild of America Award
- 1998: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (Boogie Nights)
- 2000: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (Magnolia)
- 2008: Nominiert für das Beste adaptierte Drehbuch (There Will Be Blood)
- 2013: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (The Master)
- 2022: Nominiert für das Beste Originaldrehbuch (Licorice Pizza)
- 2026: Ausgezeichnet für das Beste adaptierte Drehbuch (One Battle After Another)
Bei den Chlotrudis Awards konnte er zweimal (2003 und 2008) den Preis für die Beste Regie gewinnen.
Im Jahre 2004 belegte Anderson Platz 24 auf der Liste der vierzig besten Regisseure der Zeitung The Guardian.<ref name="guardian2">Peter Bradshaw, Xan Brooks, Molly Haskell, Derek Malcolm, Andrew Pulver, B. Ruby Rich & Steve Rose: The world's 40 best directors. In: The Guardian. Abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> 2007 wählte ihn Total Film auf Platz 20 der größten Regisseure aller Zeiten, während ihn das American Film Institute als „einen von Amerikas modernen Filmemeistern“ bezeichnete.<ref name="totalfilm">Greatest Directors Ever – Part 2. In: TotalFilm.com. 20. August 2007, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> 2011 stufte Entertainment Weekly ihn als den zehntgrößten derzeit arbeitenden Regisseur ein und bezeichnete ihn als „einen der dynamischsten Regisseure der letzten zwanzig Jahre“.<ref name="ew">Tim Stack: 25 Greatest Working Directors. In: Entertainment Weekly. 22. Februar 2011, abgerufen am 23. Oktober 2012.</ref> Im folgenden Jahr platzierte The Guardian ihn auf Platz 1 auf ihrer Liste Die 23 besten derzeitigen Filmregisseure der Welt und gab an: „Seine Hingabe an seine Kunst hat sich verschärft und mit seiner Verachtung für PR und Berühmtheit macht ihn das zum überzeugendsten Filmemacher seiner Generation.“<ref>Ali Catterall, Charlie Lyne, Gwilym Mumford, Damon Wise: The 23 best film directors in the world today. In: The Guardian. 1. September 2012.</ref>
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Biografie auf film-zeit.de ( vom 18. September 2017 im Internet Archive)
- Literatur von und über Paul Thomas Anderson im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Fußnoten
<references responsive />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Anderson, Paul Thomas |
| ALTERNATIVNAMEN | Anderson, P. T.; Anderson, Paul; PTA (Spitzname) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Regisseur und Drehbuchautor |
| GEBURTSDATUM | 26. Juni 1970 |
| GEBURTSORT | Studio City, Kalifornien, Vereinigte Staaten |