Die Waffe ist ein Nachfolger des eingestellten Projektes HK XM8, das wiederum aus dem eingestellten Objective Individual Combat Weapon (OICW)-Programm entsprang. Sie wurde als Ersatz für die M16- und M4-Gewehre konzipiert. Der ursprüngliche Name der Waffe war „HK M4“, was vermutlich eine Anspielung auf das M4 war. Nach einer Klage von Colt Defense wurde das Gewehr in „HK416“ umbenannt, was eine erneute Anspielung sowohl auf das M4 als auch auf das M16 darstellt.<ref name=HKpro>The HK416 The M16 has finally been fixed Cal 5.56 mm x 45. In: hkpro.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. März 2016; abgerufen am 25. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Idee für diese Waffe entstand bei Heckler & Koch nach der Überarbeitung des britischen Waffensystems SA80 der Royal Small Arms Factory, zu einer Zeit, als beide Unternehmen zum Konzern British Aerospace/Royal Ordnance gehörten. Entwicklung und Erprobung fanden in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen SpezialeinheitDelta Force statt.<ref name="HKpro" />
Ende der 2000er-Jahre wurde klar, dass die Französischen Streitkräfte einen Nachfolger für das veraltete FAMAS benötigten. So wurden bereits im Dezember 2007 für das Commandement des forces spéciales terrestres 150 HK416 als Sofortbedarf bestellt; im September 2008 folgten für das Commandement des opérations spéciales weitere 2000.<ref name=sf-hk3>Laurent Lagneau: L’armée de l’Air va remplacer le Famas. In: opex360.com. 6. März 2009, abgerufen am 16. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dadurch, dass mit der Auflösung des Herstellers des FAMAS, der Société Manufacturière d’Armes (auch bekannt als Manufacture nationale d’armes de St-Etienne), im Jahr 2001 auch kurz darauf die Munitionsfabriken von GIAT (heute: Nexter) geschlossen wurden, war sehr früh klar, dass das neue Sturmgewehr nicht aus Frankreich kommen würde. So sagte im Oktober 2011 General Bertrand Ract-Madoux, Stabschef der Armee, vor dem Verteidigungsausschuss des Senats über den Ersatz des Sturmgewehrs durch eine ausländische Waffe: „Was den Ersatz der FAMAS betrifft, so bedauere ich wie Sie, dass diese Waffe nicht französisch sein kann.“<ref name="lib-hk416-1">Montebourg fumeux sur les Famas. In: Libération. 25. September 2016, abgerufen am 7. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nachdem im Jahr 2011 offiziell bekanntgegeben wurde, dass ab dem Jahr 2013 ein neues Sturmgewehr beschafft werden soll, wurde am 14. Mai 2014 die Ausschreibung für das Beschaffungsprogramm Arme Individuelle Future (AIF) (‚Einzelschützenwaffe der Zukunft‘) veröffentlicht.<ref name="fs-hk-1">Avis n°14-70321 publié au BOAMP. In: boamp.fr. 14. Mai 2014, abgerufen am 16. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 22. September 2016 wurde von der Direction générale de l’armement (DGA) der Großauftrag zur Lieferung über 100.000 Sturmgewehre des Typs HK416 A5 an Heckler & Koch erteilt. Es wird damit als neue Standardwaffe aller Teilstreitkräfte eingeführt.<ref name="fs-hk2">BFM BUSINESS: Quand l’armée française opte pour le « made in Germany ». 9. September 2016, abgerufen am 16. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="leg-hk416-sut1">HK416 F – Französische Sturmgewehrausstattung verläuft planmäßig. In: soldat-und-technik.de. 26. Juli 2021, abgerufen am 2. Februar 2024.</ref><ref name="fs-rp1">Französische Soldaten schießen jetzt mit deutschen Gewehren. 12. Juli 2017, abgerufen am 2. Februar 2024.</ref> Des Weiteren wurden bei dieser Vergabe 10.767 HK269F-Granatwerfer bestellt. Das HK416 setzte sich damit gegen das FN SCAR von FN Herstal, das SIG MCX von SIG Sauer, das ARX-160 von Beretta und das VHS-2 von HS-Produkt durch.<ref name="leg-hk416-ntv1">Frankreichs Armee kauft deutsche Gewehre. In: n-tv.de. 23. September 2016, abgerufen am 2. Februar 2024.</ref><ref>Hans-Peter Schreijäg und Marija Mikulcic: Oberndorf: H&K: Seitenhieb auf von der Leyen darf nicht fehlen. In: schwarzwaelder-bote.de. 29. September 2016, abgerufen am 29. September 2016.</ref> Der Zulauf der Waffe begann im Jahr 2017 und umfasst rund 16.000 Stück pro Jahr. Die Anschaffung einer Waffe, die nicht in Frankreich gebaut wird, führte zu einer politischen Debatte. So kritisierte im französischen Präsidentschaftswahlkampf Arnaud Montebourg den Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hierfür und forderte eine Überarbeitung des FAMAS, was aber aus oben dargestellten Gründen nicht möglich war.<ref name="lib-hk416-1" />
Bundeswehr
Ausschreibung und Vergabeverfahren
Mit der Entscheidung im August 2015, dass das G36 von H&K bei der Bundeswehr ausgemustert werden soll, begann ein jahrelanger Prozess zur Auswahl des Nachfolgers. So begann im April 2017 das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren für die etwa 120.000 neuen Sturmgewehre, das – ähnlich wie der Streit um das G36 – am Ende von mehreren Gerichten entschieden wurde. Bereits Ende des Jahres 2017 beschloss SIG Sauer, mit dem Sturmgewehr MCX nicht an der Ausschreibung teilzunehmen, da sie zu stark auf H&K zugeschnitten sei und im Ausschreibeverfahren spezifiziert sei, dass das Gewehr nicht auf der ITAR-Liste stehen dürfe und damit faktisch frei von Komponenten aus US-amerikanischer Herkunft sein müsse.<ref name=SO-SIG-1117>Waffenhersteller wirft Bundeswehr Bevorzugung von Heckler & Koch vor. In: Spiegel Online. 24. November 2017, abgerufen am 13. Oktober 2022.</ref> Im Jahr 2018 stieg auch Rheinmetall aus, die zusammen mit dem österreichischen Gewehrhersteller Steyr Mannlicher das RS556 anbieten wollten.<ref name=AG-RM-18>G36-Nachfolge: Auch Rheinmetall/Steyr-Mannlicher steigt aus. In: augengeradeaus.net. 2. September 2018, abgerufen am 13. Oktober 2022.</ref><ref name=MDR-HK416-1>Heckler & Koch vs. Haenel: Der Kampf um das neue Sturmgewehr für die Bundeswehr. In: MDR. 4. Juli 2022, abgerufen am 13. Oktober 2022.</ref> Im Ergebnis blieben im Vergabeverfahren nur noch H&K und C. G. Haenel übrig.
Im Oktober wurde vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) bekanntgegeben, dass weder das HK433 und HK416 von H&K noch das MK 556 von Haenel die Anforderungen erfüllten und den Anbietern eine Nachbesserungsfrist bis zum 15. Februar 2019 eingeräumt wurde. Bemängelt wurde insbesondere, dass die „Erfüllung einzelner Muss-Forderungen durch die vorgestellten Sturmgewehre nicht erbracht werden konnte“ und der Bundesrechnungshof die geforderte Durchschlagsleistung kritisch sah.<ref name=Welt-SCRAP-1018>Neue Sturmgewehr-Modelle für deutsche Soldaten fallen durch. In: Welt Online. 14. Oktober 2018, abgerufen am 13. Oktober 2022.</ref><ref name=SO-SCRAP-1018>Neue Sturmgewehre fallen bei Tests durch. In: Spiegel Online. 14. Oktober 2018, abgerufen am 13. Oktober 2022.</ref> Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist ebenfalls, dass im Mai 2019 ein Brief von Heckler & Koch direkt an die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gesandt wurde. In diesem Schreiben bemängelte die Geschäftsleitung unter anderem, dass die Ausschreibung „den Bedürfnissen der Truppe nicht gerecht“ werde, sie zu einem „munitionsbedingt leistungsschwachen Gewehrmodell“ führe und „nicht den Einsatzbedingungen und den Mindestanforderungen an den Eigenschutz der Soldaten“ entspreche. Im Kern bemängelte H&K, dass die Anforderungen nicht mit dem kleineren Kaliber zu erfüllen seien, sondern nur mit dem größeren Kaliber 7,62 × 51 mm NATO, wobei dann das geforderte Gewicht nicht einzuhalten sei. Auch monierte H&K, dass die Spezifikationen mit einem Präzisionsgewehr vergleichbar wären und sich nicht an einer Standardwaffe orientieren würden.<ref name=SO-brief-1>Heckler & Koch mault über Vorgaben für Sturmgewehr. In: Spiegel Online. 5. Mai 2019, abgerufen am 13. Dezember 2022.</ref><ref name=AG-brief-1>Neues Sturmgewehr: Heckler&Koch verlangt Änderung der Ausschreibung. In: Augen Geradeaus. 5. Mai 2019, abgerufen am 13. Dezember 2022.</ref>
Im September 2020 wurde das Ergebnis des Vergabeverfahrens bekanntgegeben: Es wurde entschieden, das MK 556 von Haenel als neue Ordonnanzwaffe für die Bundeswehr zu beschaffen.<ref name=SO-Haenel-0920>Bundeswehr wählt Sturmgewehr von Haenel. In: Spiegel Online. 15. September 2021, abgerufen am 13. Oktober 2022.</ref> Gegen diese Entscheidung legte H&K Einspruch ein, da H&K zum einen Patentverletzungen durch Haenel monierte und zum anderen rechtswidrige Absprachen zwischen dem Beschaffungsamt und Haenel stattgefunden hätten.<ref name=SO-klage-0920>Bundeswehr muss noch Jahre auf neues Sturmgewehr warten. In: Spiegel Online. 30. Oktober 2020, abgerufen am 13. Oktober 2022.</ref>
In einigen Medien wurde berichtet, dass H&K bei der zuständigen Fachebene eine Senkung der Präzisionsanforderungen anstrebte, die aber zunächst abgelehnt wurde. Laut den Berichten ließ die Präsidentin des BAAINBw, Gabriele Korb, jedoch die Anforderungen am 23. Januar 2023 senken. Der Bundesrechnungshof ermittelte diese Ungereimtheiten und erkundigte sich nach den Gründen, worauf vom Verteidigungsministerium angeblich die Senkung der Anforderungen mit dem Zeitplan gerechtfertigt wurde. Das Gewehr würde damit bei der Bundeswehr eingeführt werden, obwohl noch nicht alle Nachweisprüfungen durchgeführt wurden.<ref name="416-ts1">Ministerium weist Kritik an Sturmgewehr zurück. In: tagesschau.de. Tagesschau, 26. Januar 2024, abgerufen am 2. Februar 2024.</ref><ref name="416-zdf1">Neues Bundeswehr-Gewehr womöglich ungeeignet. In: zdf.de. ZDF, 26. Januar 2024, abgerufen am 2. Februar 2024.</ref> Der Bundesrechnungshof macht im Bericht ebenfalls deutlich, dass es ein typisches Problem der Bundeswehr sei, dass die späteren Nutzer nicht von Beginn an in die Auswahl und Tests neuer Waffen eingebunden sind, was durch Beschwerden aus der Truppe bestätigt wurde.<ref name="416-Sp1">Matthias Gebauer: Rechnungshof rügt Schusstests für neues Sturmgewehr. In: Spiegel.de. Spiegel, 26. Januar 2024, abgerufen am 31. Januar 2024.</ref>
Nach Angaben des Sprechers des Verteidigungsministeriums und des Sprechers des BAAINBw gab es keine Ungereimtheiten oder Abweichungen und keine Herabsetzung der Anforderungen an das Gewehr. Demnach befanden sich im Januar 2024 fünf Exemplare des G95 bei der WTD91 zur „integrierten Nachweisführung“, wo es zu Abweichungen kam. Daraufhin sei zivile Präzisionsmunition verwendet worden, um sicherzustellen, dass die Waffe gemessen wurde und nicht die Munition; dies war auch vertraglich so vorgesehen. Diese Präzisionsmunition ist aber nur in einem gewissen Temperaturbereich zugelassen. Zudem wurde ein Zielfernrohr und ein spezieller Schießbock verwendet. Die Bundeswehr führt eine neue Standardmunition („DM11A1“) ein, mit der die Waffe die Anforderungen erfüllt. Sowohl mit der zivilen Präzisionsmunition als auch mit der neuen Standardmunition hätten die Waffen den Test bestanden. Die DM11A1 ist in einem Temperaturbereich von −51 bis +51 °C zugelassen. Die Nachweisführung wurde im Februar 2024 abgeschlossen, anschließend hat die Einsatzerprobung in ausgewählten Truppenteilen begonnen. Erst dann wurden nach Angabe des Verteidigungsministeriums die Lieferverträge unterschrieben.<ref name="416-ts1" /><ref name="416-zdf1" /><ref name="hk418-bpk1">26. Januar 2024 – Regierungspressekonferenz. In: youtube.com. 26. Januar 2024, abgerufen am 31. Januar 2024.</ref><ref name="hk418-ag2k1">Neues Sturmgewehr: Gewollte Treffer im Labor. 26. Januar 2024, abgerufen am 31. Januar 2024.</ref>
Das HK 416 verwendet als Gehäuseunterteil im Wesentlichen das System M4A1, einer Version der AR15- oder M16-Baureihen, das von verschiedenen Herstellern gefertigt wird. Es handelt sich dabei um einen Gasdrucklader mit kurzem Hub und Drehkopfverschluss. Bei diesem System wird der zum Entriegeln des Drehkopfverschlusses notwendige Impuls an der Gasentnahmebohrung am Lauf abgenommen und von einem Impulskolben an den Verschlussträger übertragen. Die Verschmutzung der Mechanik durch Pulvergase und Verbrennungsrückstände verbleibt an der Gasentnahmebohrung und vor dem Impulskolben, was die Funktionssicherheit gegenüber Systemen mit direkter Beaufschlagung des Verschlussträgers, wie beim M16, verbessert (siehe dazu: Zuverlässigkeit des M16).<ref>Ryan E. LeBlanc: An Evaluation of Gas Systems for the AR15/M16 Platform. (PDF; 1,2 MB) In: ewp.rpi.edu. Rensselaer Polytechnic Institute, 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. August 2014; abgerufen am 22. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Rückstoß und das Gewicht werden durch dieses Kolbensystem jedoch geringfügig erhöht und der Lauf kann weniger frei schwingen.
Die Waffe verfügt über einen kaltgehämmerten Lauf und kann sowohl im ge- als auch im entspannten Zustand gesichert werden. Der Vorderschaft ist freischwingend und mit vier ringsum angeordneten Picatinny-Schienen zur Aufnahme von Zubehör ausgestattet. Spätestens mit der Ausführung 5 (A5) wurden die Picatinny-Schienen durch die NATO-Schiene (STANAG 4694) ersetzt.<ref name=":0">HK416 A5 – Die nächste Sturmgewehr Evolution. Produktbeschreibung. In: heckler-koch.com. Heckler & Koch, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. September 2020; abgerufen am 12. Juni 2025 (Website teilweise mit der veralteten Adobe-Flash-Technik).</ref> Die Schulterstütze ist um etwa 10 Zentimeter einschiebbar, so dass die Waffe an die Armlänge des Schützen angepasst werden kann oder in räumlich enger Umgebung weniger hinderlich ist.
Der Magazinschacht ist unten aufgeweitet, um das Einführen eines Magazins zu erleichtern. Es werden Magazine verwendet, die dem nicht ratifizierten STANAG 4179 entsprechen.<ref name=":0" /> Der Magazinlöseknopf befindet sich auf der rechten Seite vor dem Abzug. Damit dieser nicht versehentlich gedrückt wird, ist er von abgerundeten Rippen umgeben. Wird der Knopf gedrückt, fällt das Magazin bei normaler Lage der Waffe von alleine aus dem Magazinschacht. Auf der rechten Seite befindet sich eine durch Schenkelfedern gespannte Staubschutzklappe, die sich öffnet, wenn sich der Verschluss nach hinten bewegt. Die Klappe kann dann wieder manuell geschlossen werden. Hinter dem Auswurffenster befindet sich ein Hülsenabweiser. Dieser soll verhindern, dass die ausgeworfenen Patronenhülsen das Gesicht von linkshändigen Schützen treffen. Hinter dem Hülsenabweiser befindet sich eine vom Schützen per Hand zu betätigende Schließhilfe (englisch forward assist). Diese wird nach vorne gedrückt, falls sich der Verschluss nicht alleine durch die Kraft der Schließfeder nach vorne bewegt.
Das HK416 besitzt die Over-the-beach (OTB)-Fähigkeit. Das heißt, die Waffe kann ohne Zerstörungsgefahr abgefeuert werden, selbst wenn sie vorher vollständig in Wasser eingetaucht war.<ref>Patent EP2018508B1: Waffenverschlußsystem. Angemeldet am 15. Mai 2007, veröffentlicht am 20. Januar 2010, Anmelder: Heckler & Koch GmbH, Erfinder: Wolfgang Bantle et al (Seite 2).</ref><ref name=":0" />
Der beidhändig bedienbare Spannschieber befindet sich auf dem aus Metall bestehenden Waffengehäuse und bewegt sich beim Schießen nicht. Die Waffe besitzt einen Verschlussfang mit einem Verschlussfanghebel auf der linken Seite. Für die Waffe sind auf Wunsch beidseitige Bedienelemente, ein Druckpunktabzug sowie weitere Lauflängen lieferbar. Unter dem Lauf kann der 40-mm-GranatwerferAG36 befestigt werden.
Einen zusätzlichen wirtschaftlichen Anreiz, diese Waffe zu beschaffen, bietet Heckler & Koch mit dem sogenannten „Upgrade Package Kit“. Hierbei werden bestehende Komponenten anderer Sturmgewehre integriert.<ref>Das HK416 Waffensystem. In: Heckler & Koch. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. Juli 2007; abgerufen am 14. April 2018.</ref>
Zuverlässigkeit
Ende des Jahres 2007 unterzog das US-Militär das HK416 einem intensiven Staub- und Sandtest. Hintergrund war die Ankündigung der US Army, die in bestimmten Situationen unzuverlässigen M4 bis einschließlich 2009 für die Truppen im Irak und Afghanistan zu ersetzen. Um die Verlängerung der M4-Beschaffung zu unterbinden, ordnete das amerikanische Repräsentantenhaus daraufhin diesen Test an, an dem auch das FN SCAR und das HK XM8 teilnahmen.<ref name="Cox07"></ref> Pro Waffentyp wurden insgesamt 60.000 Schuss aus jeweils 10 baugleichen Waffen abgegeben, nachdem diese in mehreren Runden in einer Staubkammer wiederholt starker Sandstaubbelastung ausgesetzt wurden. Das HK416 belegte dabei mit 233 Ladehemmungen den dritten Platz, hinter dem XM8 (127 Ladehemmungen) und dem SCAR (226 Ladehemmungen). Alle drei Gewehre erwiesen sich damit als weitaus zuverlässiger als das M4 mit 882 Ladehemmungen.<ref name="Cox07" /><ref>Results of SCAR/HK416/M4/XM8 Dust Tests Released – M4 Loses Badly. In: thefiringline.com. Abgerufen am 13. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Vollzitat des Testberichts).</ref>
Gesamtlänge<ref group="A">Gesamtlänge: Schulterstütze ausgezogen (Schulterstütze eingeschoben).</ref> mm
Lauflänge mm
Höhe mm
Breite mm
Gewicht<ref group="A">Gewicht: ohne Magazin (mit vollem Magazin).</ref> kg
HK416 D10RS
797 (701)
264
240
78
3,02 (3,64)
HK416 D14.5RS
900 (804)
368
3,49 (4,11)
HK416 D16.5RS
951 (855)
419
3,56 (4,18)
HK416 D20RS
1037 (941)
505
3,855 (4,475)
HK416C
690 (560)
228
236
2,95 (3,57)
HK416 A5 – 11″ (G38C 11″)
805 (709)
279
240
74
3,12 (3,74)
HK416 A5 – 14.5″ (G38K 14,5″)
893 (797)
368
3,49 (4,11)
HK416 A5 – 16.5″
944 (848)
419
3,56 (4,18)
HK416 A5 – 20″
1030 (934)
505
3,85 (4,47)
HK416 A7 (G95K)
890 (808)
368
3,67 (4,29)
HK416 A8 – 14.5″ (G95KA1)
HK416 A8 – 16″ (G95A1)
<references group="A" />
Änderungen der Modellreihe HK416 A5:
Die Montage für das Klappkorn am Lauf ist unabhängig von der Gasabnahme, wurde weiter nach vorn Richtung Mündungsfeuerdämpfer verlegt und verfügt über eine Bajonettwarze.
Die Gasabnahme wurde so modifiziert, dass sie ohne Werkzeug zur Verwendung mit Schalldämpfern eingestellt werden kann.
Der Handschutz wurde über die Gasabnahme hinweg verlängert. Dadurch sollte die Sturzresistenz verbessert werden.
Feuerwahl-, Verschlussfang- und Magazinauslösehebel sind beidseitig vorhanden. Dadurch kann die Waffe von Links- und Rechtsschützen gleich gut bedient werden.
Die obere Picatinny-Schiene ist durchgehend.
Der Abzugsbügel wurde vergrößert, so dass die Waffe auch mit dicken Handschuhen bedient werden kann.
Die Magazinkompatibilität mit den M16/M4 wurde verbessert.
Aus den ursprünglichen Griffstückvarianten V2 (mit erweiterter Handauflage) und V4 (ergonomischer Griff mit Staufach für Werkzeug) wurde der Griff V7 mit erweiterter Handauflage und Staufach.
Bei den neueren HK416-A5-Modellen wird eine Schulterstütze ohne Staufach und ohne seitliche Wangenauflage verwendet. Dadurch wurde die Waffe im Vergleich zum HK416D mit Schulterstütze mit beidseitiger seitlicher Wangenauflage 4 mm schmaler.
Die Farbe des G95 ist grünbraun. Dies ermöglicht gegenüber einer in schwarzen gehaltenen Optik eine bessere Tarnung in verschiedenen Geländearten und weniger Reflexion im Infrarotbereich.<ref>Kai Stoppel: Was kann das neue Gewehr G95 der Bundeswehr? In: n-tv.de. 6. Dezember 2025, abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref>
Änderungen der Modellreihe HK416 A7:
Anpassung am Slim-line-Handschutz
Einführung der Cerakote-Beschichtung (Keramik-Beschichtung)
Kommando Spezialkräfte (KSK) und Kampfschwimmer der Bundeswehr (Version HK416 A7 mit 14,5″-Lauflänge unter der Bezeichnung G95K),<ref>Press release (German). (PDF) In: Augen gerade aus. Bundesministerium der Verteidigung, 2017, abgerufen am 14. Oktober 2012.</ref> Das Kommando Spezialkräfte erhält ein Eotech-Reflexvisier EXPS 3-0 NV mit Vergrößerungsnachsatz G33 Booster. Die Kampfschwimmer nutzen abweichend ein Aimpointvisier. Als Laser-Licht-Modul dient LM-VTAL von Rheinmetall. Insgesamt werden 1745 Sätze durch die Bundeswehr beschafft.<ref>Jan-Phillipp Weisswange: Bundeswehr Sturmgewehr Spezialkräfte leicht – G95K kommt 2019 in die Truppe. In: strategie-technik.blogspot.com. Strategie & Technik, 20. Dezember 2018, abgerufen am 3. Januar 2019.</ref>
Das HK416 A8 wird ebenfalls die Ordonnanzwaffe der Bundeswehr. Der Zulauf der 250.000 Exemplare zur Truppe begann schrittweise im Dezember 2025.<ref name=":1" /> Bei der Bundeswehr wird es als G95A1 und deren Varianten eingeführt.
Die ZUZ des deutschen Zolls nutzt das HK416 A5 – 11″ unter der Bezeichnung G38C<ref name="JPW">Jan-Phillipp Weisswange: Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen der Bundeswehr: Geschichte, Taktik, Technik. 2. Auflage. Mittler, Hamburg / Berlin / Bonn 2014, ISBN 978-3-8132-0951-8.</ref><ref>DokuHDx: Der Zoll – Kampf gegen den Schmuggel (HD DOKU). 4. November 2018, abgerufen am 11. November 2018.</ref>
Außerdem wird das Sturmgewehr HK416 bei der GSG 9 der Bundespolizei verwendet.<ref>GSG9 German Special Police Weapons. Abgerufen am 8. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
MalaysiaDatei:Flag of Malaysia.svgMalaysia: Wird von der PASKAL eingesetzt.<ref>Marhalim Abas: DSA 2010 Part III. In: Malaysian Defence. Abgerufen am 25. Mai 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
NorwegenDatei:Flag of Norway.svgNorwegen: 2007 ließ die Regierung von Norwegen bei allen Teilstreitkräften das AG-3 durch 40.000 HK416 ersetzen.<ref name="visierS21">VISIER-Special 67 Infanterie heute und morgen. 1. Auflage. VS Medien, 2012, ISBN 978-3-9813948-9-4, S.21.</ref> Im Januar 2019 bestellte das norwegische Verteidigungsministerium weitere 11.000 HK416, deren Auslieferung 2019 beginnen wird und ein Volumen von 22 Millionen Euro hat.<ref>Norwegian Armed Forces buys more HK416 assault rifles. In: defence-blog.com. Abgerufen am 17. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
PolenDatei:Flag of Poland.svgPolen: Wird von der Wojska Specjalne von deren Einheit GROM genutzt, wie auch Policja.<ref>Remigiusz Wilk: Nowe gromy GROM. Wizyta dowódcy US SOCOM w Warszawie stała się pretekstem do prezentacji najnowszego uzbrojenia WFS GROM. Po raz pierwszy publicznie pokazano niektóre konstrukcje strzeleckie i wyposażenie, o których mówiło się, że znalazły się w arsenale jednostki, lecz do tej pory nie były oficjalnie ujawniane. In: altair.com.pl. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. März 2010; abgerufen am 14. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="visierS21" />
Auch verschiedene Polizei-Sondereinheiten, wie das KSC Emergency Response Team (ERT), bedienen sich dieser Waffe.<ref name="hk416 tl1">Andre M. Dall’au: NASA ERT: Spaceport Protectors. In: Tactical Life. 8. Januar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Juli 2010; abgerufen am 19. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
UkraineDatei:Flag of Ukraine.svgUkraine: In der ersten Jahreshälfte 2023 meldeten Militärblogger vermehrte Sichtungen von HK416 und einigen HK417 auf Social-Media-Fotos von regulären Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte,<ref>UKRAINE: Da ist eine HK416. In: Spartanat. 17. Mai 2023, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref><ref>ARMOURERS BENCH: HK416 in der Ukraine. In: Spartanat. 18. Juni 2023, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> sowie Spezialkräften und einem japanischen Mitglied der Internationalen Legion. Eine erste Aufnahme der Waffe einer Soldatin soll bereits aus dem Mai 2022 stammen. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl verschiedener Modellvarianten mit variierenden Konfigurationen und Lauflängen, wobei einzelne Markierungen der niederländischen Streitkräfte aufweisen sollten.<ref>Heckler & Koch HK416s in Ukraine. In: The Armourers Bench. 18. Juni 2023, abgerufen am 20. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Sonstiges
Laut einem Bericht verwendete das SEAL Team 6 diese Waffe zur Tötung von Osama Bin Laden.<ref name="hk416-usn1">Paul Bedard: The Gun That Killed Osama bin Laden Revealed. In: usnews.com. 11. Mai 2011, abgerufen am 2. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Literatur
Sören Sünkler: Elite- und Spezialeinheiten Europas. Motorbuch, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02853-1.
Maxim Popenker: Heckler-Koch HK-416 carbine / assault rifle. In: modernfirearms.net. Modern Firearms; abgerufen am 10. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).