Zum Inhalt springen

Cetyltrimethylammoniumbromid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. Januar 2026 um 01:04 Uhr durch imported>ChemoBot (Entferne Parameter „Suchfunktion“ aus {{Infobox Chemikalie}} und bereinige Leerzeilen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Strukturformel
Cetyltriammoniumion Bromidion
Allgemeines
Name Cetyltrimethylammoniumbromid
Andere Namen
  • N,N,N-Trimethyl-1-hexadecan­aminiumbromid (IUPAC)
  • Hexadecyltrimethyl-ammoniumbromid
  • HTAB
  • Cetrimoniumbromid
  • Palmityltrimethylammoniumbromid
  • Vorlage:INCI
Summenformel C19H42BrN
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff mit schwachem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-311-3
ECHA-InfoCard 100.000.283
PubChem 5974
ChemSpider 5754
DrugBank DBSALT001769
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code
Eigenschaften
Molare Masse 364,45 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

248–251 °C<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Löslichkeit

schwer in Wasser (3,1 g·l−1 bei 19,35 °C)<ref>J.M. Pollard, A.J. Shi, K.E. Göklen: Solubility and Partitioning Behavior of Surfactants and Additives Used in Bioprocesses. In: J. Chem. Eng. Data 51 (2006) 230–236, doi:10.1021/je0503498.</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​315​‐​318​‐​335​‐​373​‐​410
P: 273​‐​280​‐​301+312​‐​302+352​‐​305+351+338​‐​314<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

410 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Cetyltrimethylammoniumbromid (CTAB bzw. CTABr) ist eine quartäre Ammoniumverbindung mit einer langkettigen Alkylgruppe mit 16 Kohlenstoffatomen.

Eigenschaften

CTAB ist ein kationisches Tensid, das als Detergens Verwendung findet. Bei niedrigen Salzkonzentration in der Lösung bildet es Ionenpaare (Salze) mit Nukleinsäuren wie DNA und RNA, die in Wasser löslich aber in konzentriertem Alkohol unlöslich sind. Bei höheren Salzkonzentrationen hingegen, bildet es Komplexe mit Polysacchariden.<ref name=":0">Jina Heikrujam, Rajkumar Kishor, Pranab Behari Mazumder: The Chemistry Behind Plant DNA Isolation Protocols. In: Biochemical Analysis Tools - Methods for Bio-Molecules Studies. IntechOpen, 2020, ISBN 978-1-78984-856-4, doi:10.5772/intechopen.92206 (intechopen.com [abgerufen am 14. Januar 2026]).</ref> Bei Raumtemperatur sind CTAB-Lösungen mehrere Jahre stabil. Es liegt in Form eines weißen, kristallinen Pulvers vor.

Verwendung

CTAB wird eingesetzt

  • als Phasentransferkatalysator von Polyamiden, Polycarbonaten und Polythiocarbonaten.
  • in der Biochemie.
    • bei der DNA-Extraktion aus Pflanzenmaterial (CTAB-Methode). Hierbei schließt CTAB die Zellmembranen auf, denaturiert Proteine und bildet, bei ausreichend hoher Salzkonzentration, Komplexe mit Polysacchariden, die im Laufe der Extraktion entfernt werden und somit nicht mit der DNA ausfallen.<ref name=":0" />
    • als kationisches Tensid bei der Chromatographie.
    • in der CTAB-PAGE, einer Gelelektrophorese zur Bestimmung der Molmasse von Proteinen, die ein ungewöhnliches Wanderungsverhalten zeigen (z. B. stark positiv geladene Proteine oder Membranprotein-Untereinheiten).<ref>Engelbert Buxbaum: Cationic electrophoresis and electrotransfer of membrane glycoproteins. In: Analytical Biochemistry. Band 314, Nr. 1, März 2003, S. 70–76, doi:10.1016/S0003-2697(02)00639-5.</ref>
    • als Tensid in der Kapillarelektrophorese (CE) zur Umkehr des elektroosmotischen Flusses (EOF).
    • als Additiv in der Ionenpaarchromatographie.
  • als Titrant für potentiometrische Titration von Perchloraten mit ionenselektiven Elektroden.
  • als Konservierungsstoff und Desinfektionsmittel (C. ist ein effektives antiseptisches Mittel gegen Bakterien und Pilze.) und ist in Kosmetika und Haarpflegemitteln, Sanitärreinigern, Impfstoffen und Avivagen enthalten.<ref name="GESTIS" />
    • als Wirkstoff in Medikamenten (etwa in Mund- und Rachentherapeutika).
  • als Hilfsstoff in Epoxidharzbeschichtungen.
  • als Korrosionsinhibitor bei der CO2-Korrosion von Eisen.
  • als Komponente für Nährmedien (Cetrimid-Agar) zum Nachweis von Bakterien (u. a. Pseudomonas aeruginosa).
  • als Stabilisator bei der Synthese von anorganischen Nanopartikeln
  • zur Einführung von Mesoporen in Zeolith Y<ref name="garcia-martinez_2013">García-Martínez, J. et al., Mesostructured zeolite Y - high hydrothermal stability and superior FCC catalytic performance, Catal. Sci. Technol., 2, 2012, 987–994.</ref>

Einzelnachweise

<references />