Zum Inhalt springen

Scheinzypressen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 4. Mai 2025 um 07:00 Uhr durch 217.149.174.37 (Diskussion).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Scheinzypressen
Datei:Chamaecyparis lawsoniana.jpg

Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana)

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Zypressengewächse (Cupressaceae)
Unterfamilie: Cupressoideae
Gattung: Scheinzypressen
Wissenschaftlicher Name
Chamaecyparis
Spach

Die Scheinzypressen (Chamaecyparis [<templatestyles src="IPA/styles.css" />kʰamae̯ˈkyparɪs] < agriech. χαμαί [<templatestyles src="IPA/styles.css" />kʰaˈmae̯] ‚am Boden‘ und κυπάρισσος [<templatestyles src="IPA/styles.css" />kyˈparisːos] „Zypresse“) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Sie ähneln den Echten Zypressen so sehr, dass die Botaniker des 19. Jahrhunderts die Scheinzypressen-Arten noch der Gattung der Echten Zypressen (Cupressus) zuordneten. Der Unterschied zu den Echten Zypressen besteht darin, dass Scheinzypressen stärker abgeflachte Zweige und zweierlei schuppenartige Blätter sowie kleinere Zapfen besitzen und die Samenreife früher erfolgt. Die etwa fünf Arten (Chamaecyparis) sind in den nördlicheren Breiten Nordamerikas und Ostasiens (Japan und Taiwan) verbreitet (Holarktis).

Beschreibung

Datei:Chamaecyparis obtusa 02.jpg
Hinoki-Scheinzypresse (Chamaecyparis obtusa)
Datei:Chamaecyparis thyoides detail.jpg
Weiße Scheinzypresse (Chamaecyparis thyoides)

Es sind immergrüne Bäume mit pyramidalem Habitus oder selten Sträucher. Das Individuum mit der größten Wuchshöhe der Gattung ist ein Chamaecyparis formosensis mit einem Stammdurchmesser (Brusthöhendurchmesser) von 6,56 Metern und einer Wuchshöhe von 55 Metern im Verwaltungsgebiet Miaoli Tai An am Fluss Da An in Taiwan, dieses Exemplar wird dort „juwu bashen mu“ („riesiges Gottesholz“) genannt.<ref name="Conifers.Org" /> Der älteste Baum der Gattung steht in Taiwan und ist wohl etwa 3000 Jahre alt. Die schuppenartigen Blätter sind in vier Reihen an den Zweigen angeordnet und überlappen sich dicht.

Sie sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die männlichen Zapfen sind eiförmig und meist rot, sonst gelb; sie enthalten sechs bis acht Mikrosporophylle mit je zwei bis vier Pollensäcken. Die weiblichen Zapfen stehen an den Zweigenden und sind kugelig, meist anfangs bläulich, sonst grün oder violett, beim Reifen braun werdend. Sie bestehen aus acht bis zwölf Zapfenschuppen. Pro fertiler Zapfenschuppe sind meist zwei Samen enthalten, jedoch sind ein bis fünf zu beobachten. Von der Bestäubung bis zur Reife der Samen dauert es etwa sechs Monate. Es werden ein bis 20 Samen pro Zapfen gebildet. Die rötlich-braunen Samen haben seitlich zwei häutige, gleich große Flügel.

Keimlinge haben meist zwei, selten drei Keimblätter (Kotyledone).

Inhaltsstoffe

Alle Pflanzenteile sind giftig. Die ätherischen Öle haben sehr stark reizende Wirkung auf Haut und Schleimhaut. Oral aufgenommen kommt es zuerst zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Wichtige Pflanzeninhaltsstoffe sind Thujene, Pinene und andere Terpene.

Datei:Alisan 2000years tree.JPG
Chamaecyparis formosensis in Taiwan
Datei:Sawara Falsecypress Chamaecyparis pisifera Sprig 3008px.jpg
Sawara-Scheinzypresse (Chamaecyparis pisifera)
Datei:Lake Atsion 4.jpg
In der Bildmitte: Weiße Scheinzypresse (Chamaecyparis thyoides) am Lake Atsion in den New Jersey Pine Barrens (USA)

Systematik und Verbreitung

Die Scheinzypressen-Arten (Chamaecyparis) sind in den nördlicheren Breiten Nordamerikas und Ostasiens (Japan und Taiwan) beheimatet (Holarktis), siehe auch bei den Arten.

Man unterscheidet in der Gattung Scheinzypressen (Chamaecyparis) fünf Arten und die folgenden Unterarten und Varietäten:

  • Chamaecyparis formosensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Matsum.: Diese seltene Art ist im nördlichen und im zentralen Taiwan beheimatet<ref name="WCSP" /> in Höhenlagen zwischen 1000 und 2900 Metern.
  • Lawsons Scheinzypresse<ref name="Zander2008" /> (Chamaecyparis lawsoniana <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Murray) Parl.): Diese Art ist im südwestlichen Oregon und im nordwestlichen Kalifornien beheimatet.<ref name="WCSP" />
  • Hinoki-Scheinzypresse (Chamaecyparis obtusa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sieb. & Zucc.) Endl.), auch Muschelzypresse oder Feuer-Scheinzypresse genannt: Diese Art ist in Taiwan beheimatet. Man unterscheidet zwei Varietäten:
    • Chamaecyparis obtusa var. obtusa: Sie kommt im südlichen und im südlich-zentralen Japan vor.<ref name="WCSP" />
    • Chamaecyparis obtusa var. formosana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hayata) Rehder (Syn.: Chamaecyparis obtusa forma formosana <templatestyles src="Person/styles.css" />Hayata, Chamaecyparis taiwanensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Masamune & Suzuki): Sie kommt im nördlichen und im zentralen Taiwan vor.<ref name="WCSP" />
  • Sawara-Scheinzypresse, auch Erbsenfrüchtige Scheinzypresse genannt, (Chamaecyparis pisifera <templatestyles src="Person/styles.css" />(Siebold & Zucc.) Endl.): Diese Art ist in Japan im südlichen Honshu und im zentralen Kyushu beheimatet.<ref name="WCSP" />
  • Weiße Scheinzypresse (Chamaecyparis thyoides <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Britton, Sterns & Poggenb.): Diese Art ist in den östlichen USA beheimatet. Es gibt zwei Unterarten:
    • Chamaecyparis thyoides subsp. thyoides: Sie kommt in den östlichen Vereinigten Staaten vor.<ref name="WCSP" />
    • Chamaecyparis thyoides subsp. henryae <templatestyles src="Person/styles.css" />(H.L.Li) E.Murray (Syn.: Chamaecyparis henryae <templatestyles src="Person/styles.css" />H.L. Li, Chamaecyparis thyoides var. henryae <templatestyles src="Person/styles.css" />(H.L.Li) Little): Sie kommt in Alabama, Florida und Mississippi vor.<ref name="WCSP" />

Lange Zeit wurde auch die Art Nootka-Scheinzypresse oder Nutka-Scheinzypresse (Chamaecyparis nootkatensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(D.Don) Spach) zur Gattung Chamaecyparis gestellt; sie gehört seit 2002/2004 als Xanthocyparis nootkatensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(D.Don) Farjon & D.K.Harder zur Gattung Xanthocyparis;<ref name="Little2004" /> wird aber von manchen Autoren auch als Callitropsis nootkatensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(D.Don) Oerst. zur Gattung Callitropis gestellt.<ref name="WCSP" />

Verwendung

Einige Chamaecyparis-Arten und ihre Kulturformen sind Zierpflanzen für Parks und Gärten.

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Conifers.Org">Christopher J. Earle: Chamaecyparis formosensis. The Gymnosperm Database, 2013</ref> <ref name="Little2004">Damon P. Little, Andrea E. Schwarzbach, Robert P. Adams, Chang-Fu Hsieh: The circumscription and phylogenetic relationships of Callitropsis and the newly described genus Xanthocyparis (Cupressaceae). In: American Journal of Botany, Issue 91, 2004, S. 1872–1881. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Volltext online. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. Mai 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.amjbot.org</ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> </references>

Weblinks

Commons: Chamaecyparis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien