Universum (Handelsmarke)
Universum war eine Handelsmarke des Versandhauses Quelle GmbH für Unterhaltungselektronik- und Multimediaprodukte. Der Name des Herstellers wurde dem Kunden gegenüber nicht offengelegt. Der technische Kundendienst Profectis übernahm wie der Hersteller die Garantie-, Reparatur- und Ersatzteillieferungspflichten. Als Folge der Insolvenz des Arcandor-Konzerns geriet auch Profectis in Insolvenz, konnte aber weiterverkauft werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mutmacher: Josef Raith macht vor, wie es geht. ( vom 4. Mai 2010 im Internet Archive) In: Profectis Technischer Kundendienst, 4. Februar 2010.</ref>
Oft wurden die Geräte von Quelle für den Versand nach Deutschland importiert. Hierdurch sparte sich der Hersteller eine Niederlassung im Raum der Europäischen Union. Gegenüber Behörden, zum Beispiel für die Zulassung von Geräten, übernahm dann Quelle die Rolle des Herstellers. Es befanden sich auch kleine Nischenhersteller hinter den Produkten, so wurden Lautsprecher von Eastech oder WIGO bezogen, einer Firma, die als Marke nur das kleine Premiumsegment bediente. Andere Geräte wurden aus der DDR importiert, dabei spielte teilweise auch Zwangsarbeit in der Herstellung eine Rolle.<ref>SPIEGEL ONLINE: Zwangsarbeit in der DDR: Ikea, Neckermann und Quelle profitierten von der Ausbeutung</ref>
Bis Anfang der 1960er Jahre war Simonetta die Handelsmarke für Radio- und Tonbandgeräte aus dem Hause Quelle; Fernsehgeräte wurden von Anfang an unter der Bezeichnung Universum angeboten. Kassettenrekorder wurden auch unter der Handelsmarke Privileg vertrieben. HiFi-Stereoanlagen im Premiumsegment wurden unter der Marke Senator vertrieben.
Unter dem Label Universum wurden auch Tonträger (Schallplatten, Musikkassetten) von Quelle angeboten.
Am 5. November 2009 wurde zunächst bekannt, dass sich die Otto Group neben den Markenrechten an Quelle auch die Markenrechte an Universum gesichert hat.<ref>Hamburger Abendblatt: Otto-Versand kauft die Markenrechte von Quelle, 5. November 2009</ref> Letztere musste Otto nach einer Entscheidung des Kartellamts allerdings weiterverkaufen.<ref>Flora Wisdorff: Otto: Übernahme der Marke Quelle nur mit Auflagen. In: Die Welt. 17. Februar 2010, abgerufen am 14. Januar 2026.</ref> Mittlerweile gehören die Markenrechte dem Unternehmen K-Mail-Order GmbH & Co. KG in Pforzheim, welches auch als Versandhaus Klingel bekannt ist.<ref>Eintrag im Deutschen Patent- und Markenregister, letzter Eintrag vom 30. November 2012</ref>
Einzelnachweise
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