Zum Inhalt springen

Reinhold Mercker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. April 2026 um 05:10 Uhr durch imported>Hutch (Abschnittlink korrigiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F027810-0025A, Reinhold Mercker mit Großem Bundesverdienstkreuz.jpg
Reinhold Mercker, 1968

Reinhold Mercker (* 4. August 1903 in Braunschweig; † 26. März 1996) war ein deutscher Politiker.

Leben

Mercker besuchte das Gymnasium in Braunschweig und studierte Rechtswissenschaften in Tübingen, München und Berlin. Er legte 1929 die Große juristische Staatsprüfung ab. 1929 bis 1945 war er Mitarbeiter der Deutschen Reichspost, zuletzt im Amt eines Ministerialrats. 1947 bis 1950 war er als Richter zuerst am Landgericht Braunschweig und ab 1949 am Oberlandesgericht Braunschweig tätig. 1950 bis 1951 war er Oberregierungsrat im Niedersächsischen Justizministerium. 1951 bis 1956 war er Leiter des Referats IV 1 für Verfassungsrecht im Bundesministerium der Justiz. Ab 1956 war er als Ministerialdirigent im Bundeskanzleramt tätig,<ref>Kabinettsprotokolle: B. Sonstige Teilnehmer, Gäste. Bundesarchiv, 2014, abgerufen am 19. Januar 2014.</ref> ab 1960 bis zu seinem Ausscheiden im Sommer 1966 als Ministerialdirektor Abteilungsleiter I und Stellvertreter des Chefs des Bundeskanzleramtes unter Hans Globke und Ludger Westrick.<ref>Thomas Knoll: Das Bonner Bundeskanzleramt. Organisation und Funktionen von 1949–1999. 1. Auflage. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14179-1, S. 102, 129.</ref> In seine Zuständigkeit fiel auch der angegliederte Bundesnachrichtendienst (BND).<ref>Rüdiger Bergien: Kanzlerlage: Die BND-Präsidenten in Bonn. In: Rüdiger Bergien, Jens Gieseke, Jakob Mühle (Hrsg.): Der BND nach Gehlen: DDR-Spionage – Personal – Wissensproduktion 1968 bis 1990. Ch. Links Verlag, Berlin 2025, ISBN 978-3-96289-243-2, S. 284–315, hier: 288.</ref> Mercker lehnte 1966 die Ernennung zum Chef des Bundeskanzleramtes unter Bundeskanzler Ludwig Erhard jedoch ab.<ref>Widrige Winde. In: Der Spiegel. Nr. 42, 1966 (online).</ref> Mercker war vom 20. Juli bis zum 1. Dezember 1966 Staatssekretär im Bundesministerium für Angelegenheiten des Bundesverteidigungsrates. Anschließend war er bis 1. September 1968 als Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit der Neuordnung der Forschungsförderung beauftragt.<ref>Berufliches: Reinhold Mercker. In: Der Spiegel. Nr. 37, 1968 (online).</ref>

Im Jahr 1968 führte die nach ihm benannte Mercker-Kommission unter Mitwirkung des Ministerialrats Paul Raab und des Generalleutnants a. D. Alfred Zerbel eine interne Untersuchung des BND durch. Der bis heute als geheim eingestufte Mercker-Bericht deckte laut Presseberichten Führungsmängel, Vetternwirtschaft, Korruption sowie Missbrauch und Fehlverwendung von Haushaltsmitteln auf. Weiterhin soll der BND einen signifikanten Teil seiner Ressourcen auf das Ausspähen westdeutscher Politiker verwendet haben.<ref>Pullach intern: Die Geschichte des Bundesnachrichtendienstes. In: Der Spiegel. Nr. 24, 1971 (online).</ref><ref>CASCOPE. (PDF; 665 kB) Central Intelligence Agency, 3. Oktober 1974, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2014; abgerufen am 8. September 2013.</ref>

Mercker war katholisch.

Ehrungen

Literatur

  • Martin Will: Ephorale Verfassung. Das Parteiverbot der rechtsextremen SRP von 1952, Thomas Dehlers Rosenburg und die Konstituierung der Bundesrepublik Deutschland. Mohr Siebeck, Tübingen 2017, ISBN 978-3-16-155893-1 (Biographie von Mercker auf S. 265–267).

Weblinks

Commons: Reinhold Mercker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Reinhold Mercker im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein