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Sumpf-Helmkraut

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Sumpf-Helmkraut
Datei:Scutellaria galericulata L. (Thomé Bd.4 1905 0613) no description.jpg

Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata L.), Illustration

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Scutellarioideae
Gattung: Helmkräuter (Scutellaria)
Art: Sumpf-Helmkraut
Wissenschaftlicher Name
Scutellaria galericulata
L.

Das Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata L.), auch Gewöhnliches Helmkraut oder Kappenhelmkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Helmkräuter (Scutellaria) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie ist auf der Nordhalbkugel verbreitet.

Datei:Scutellaria galericulata20140607 069.jpg
Habitus

Beschreibung

Das Sumpf-Helmkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 40, selten bis zu 70 Zentimetern erreicht.<ref name="HegiGams1964" /> Der aufrechte oder aufsteigende und zum Teil weichhaarige Stängel hat einen vierkantigen Querschnitt. Die kreuzgegenständig angeordneten Laubblätter sind kurz gestielt. Die einfache Blattspreite ist eiförmig bis eiförmig-lanzettlich mit herzförmigem Spreitengrund und 2 bis 4 (bis 7) Zentimeter lang.<ref name="HegiGams1964" /> Der Blattrand weist vier bis acht schwache Kerbzähne auf. Die Blattunterseiten und der untere Stängel sind oft rötlich gefärbt.

Die Blüten sitzen zu 1 bis 4 in einseitswendigen Paaren in den oberen Blattachseln. Sie sind 12 bis 18 Millimeter<ref name="HegiGams1964" /> lang und von blauvioletter, blauer oder seltener auch weißer Färbung. Der Kelch ist zur Blütezeit 3 bis 4, später bis 5 Millimeter lang.<ref name="HegiGams1964" /> Die Krone hat eine enge, aufwärts gebogene und vor den kurzen Lippen eine erweiterte Röhre.<ref name="HegiGams1964" /> Die Krone ist deutlich länger als der kahle oder lediglich kurzbehaarte Kelch. Die Unterlippe weist einen weißen Fleck mit violetten Strichen auf. Die Staubblätter sind ganz unter der Oberlippe verborgen.<ref name="HegiGams1964" /> Die Klausenfrucht zerfällt in vier kugelige, dicht warzige, 1,5 mm lange und 0,7 mg schwere Klausen.<ref name="Düll2011" />

Blütezeit ist Juni bis September. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.<ref name = "Rothmaler4-10" />

Ökologie

Das Sumpf-Helmkraut ist ein Hemikryptophyt und eine Schaftpflanze oder eine Sumpfpflanze, die schon im ersten Jahr blühfähig ist.<ref name="Düll2011" />

Die Blüten sind homogame bis vormännliche „Eigentliche Lippenblumen“. Der Nektar wird am Blütengrund abgeschieden. Wenn Insekten die Pflanze besuchen, erfolgt eine Fremdbestäubung und eine Selbstbestäubung. Bestäuber sind vor allem Bienen. Erdhummeln betreiben Nektarraub durch seitliches Anbeißen der Kronröhre.<ref name="Düll2011" />

Die Klausen sind von einem luftigen, unbenetzbaren Gewebe umhüllt. Ihre Schwimmdauer beträgt etwa 12 Monate. Die Klausen werden nacheinander aus dem zur Fruchtreife zu einem kapselartigen Behälter umgebildeten, nach der Blüte vergrößerten Kelch herausgeschleudert, dessen untere Hälfte eine nach vorne verlaufende Rinne bildet. Die Früchte sind Selbstausstreuer und Tierstreuer, aber auch Regenballisten, wobei das helmförmige Anhängsel auf dem Kelchrücken als Tropfenfänger dient. Zuletzt löst sich die Kelchoberlippe und eventuell verbliebene Klausen rollen über die schaufelförmige Kelchunterlippe zu Boden, so dass auch eine Schwerkraftausbreitung vorliegt. Fruchtreife ist von August oder September bis Oktober.<ref name="Düll2011" />

Vegetative Vermehrung erfolgt durch kurze unterirdische Ausläufer.<ref name="Düll2011" />

Verbreitung und Standort

Das Sumpf-Helmkraut besitzt ein sehr großes Verbreitungsgebiet auf der Nordhalbkugel. Es ist in den gemäßigten Zonen von Europa, weiten Teilen Asiens und in Nordamerika heimisch.<ref name="GRIN" /> Das Sumpf-Helmkraut ist in fast allen Ländern Europas zu finden; es fehlt nur in Island.<ref name="POWO" /> Es ist in Mitteleuropa nicht selten. In Deutschland ist es verbreitet bis zerstreut anzutreffen.

Das Sumpf-Helmkraut ist in Flachmooren, Nasswiesen und Verlandungsgesellschaften, Ufern und Gräben, dem Röhricht stehender und fließender Gewässer sowie an Waldteichen und in Bruchwäldern zu finden. Es ist eine Magnocaricion-Verbandscharakterart, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Alnion vor.<ref name="Oberdorfer" /> Es kommt im Tessin bis in Höhenlagen bis zu 1200 Metern Meereshöhe vor.<ref name="HegiGams1964" /> In den Allgäuer Alpen steigt es im Tiroler Teil am Ostufer des Haldensees bis zu 1120 m Meereshöhe auf<ref name="Dörr und Lippert" />.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w (nass aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental), Salztoleranz 1 = tolerant.<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Das Sumpf-Helmkraut wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 599 als Scutellaria galericulata erstbeschrieben.

Nutzung

Früher wurde das Kraut als „Herba Tertinariae“ gegen Malaria tertiana verwendet.<ref name="HegiGams1964" />

Belege

Literatur

  • Bertram Münker: Wildblumen Mitteleuropas (= Steinbachs Naturführer). Neue, bearbeitete Sonderausgabe. Mosaik, München 1996, ISBN 3-576-10563-8.

Einzelreferenzen

<references> <ref name="Düll2011"></ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="Rothmaler4-10"></ref> <ref name="Oberdorfer">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 796. ISBN 3-8001-3131-5</ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 392.</ref> <ref name="HegiGams1964">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2510–2511.</ref> <ref name="InfoFlora"> Scutellaria galericulata L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Scutellaria galericulata. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Weblinks

Commons: Sumpf-Helmkraut – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien