Zum Inhalt springen

-a

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. Oktober 2025 um 23:40 Uhr durch imported>DerMaxdorfer (kleine Ergänzung).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

-a ist eine deutsche Ortsnamenendung, die auf unterschiedlichen Wegen entstanden sein kann.

aha „Ache“

In vielen Fällen wird eine Endung auf -a, durch Schwächung vom althochdeutschen aha<ref name="ulbircht">Elfriede Ulbricht: Das Flussgebiet der thüringischen Saale. 1. Auflage. Max Niemeyer, Halle (Saale) 1957.</ref>, einer Variante des -au<ref name="witt">Franz Witt: Beiträge zur Kenntnis der Flußnamen Nordwestdeutschlands. Druck von Schmidt & Klaunig, Kiel 1912.</ref>, „Fließgewässer“, nhd. „Ache“ abstammen.

Beispiele: Altena (in Westfalen, an der Lenne), 1137 Altana, was wiederum aus Altenaha entstanden ist<ref name="sb">Wilhelm Sturmfels und Heinz Bischof, Unsere Ortsnamen im ABC erklärt, dritte Auflage, Bonn 1961; Stichwort Altena</ref>, Fulda (Fuld-aha), Nidda (Nid-aha)

Bewusste Archaisierung

Im 16. Jahrhundert haben Schreiber in den Kanzleien Ortsnamen bewusst altertümlicher oder lateinischer<ref>Beate Lex: Ortsnamen der ‘Thüringischen Landeschronik’ (Codex Gothanus Chart. B 180). Magisterarbeit, Friedrich-Schiller-Universität Jena 2001, S. 22 (online).</ref> aussehen lassen, als sie damals waren. So ersetzten sie in den Ortsnamen Jena, Salza und Fulda die ältere Endung -e durch eine altertümlich aussehende Endung -a.<ref name="bach">Adolf Bach, Geschichte der deutschen Sprache, neunte Auflage, Wiesbaden o. J.; § 145 = S. 294–295</ref>

Slawischer Ursprung

Im sorbischen Sprachraum kann die Endung -a von einer slawischen Endung -ov oder -ovo abstammen. Beispiele: Cotta, Ostra, Plodda, Seyda, Torna<ref name="ndslav">Walter Kaestner, Niederdeutsch-slavische Interferenzen; in: Handbuch zur niederdeutschen Sprach- und Literaturwissenschaft, hrsg. von Gerhard Cordes und Dieter Möhn, Berlin 1983, ISBN 3-503-01645-7, S. 678–729; S. 708 = Abschnitt 3.1.2.3.3</ref>

Quellen

<references />