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Chapmanit

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Chapmanit
Datei:Chapmanite.jpg
Gelbgrüner, erdiger Chapmanit aus Smilkov in Tschechien
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1968 s.p.<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Cpm<ref name="Warr" />

Andere Namen

Höferit oder Hoeferit<ref name="Katzer" /><ref name="Fleischer-1965" />

Chemische Formel SbFe3+2[OH|Si2O8]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/A’.04
VIII/B.06-010

9.ED.25
71.01.03.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-domatisch; m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe Cm (Nr. 8)Vorlage:Raumgruppe/8<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 5,19 Å; b = 8,99 Å; c = 7,70 Å
β = 100°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2,5<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,69 bis 3,75; berechnet: 4,29<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit keine
Bruch; Tenazität muschelig bis uneben<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe grüngelb, gelb, olivgrün
Strichfarbe grünlichgelb<ref name="Handbookofmineralogy" />
Transparenz durchscheinend
Glanz erdig-matt, Diamantglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,850<ref name="Mindat" />
nβ 1,950<ref name="Mindat" />
nγ 1,960<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,110<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = berechnet: 32°<ref name="Mindat" />

Chapmanit (IMA-Symbol Cpm<ref name="Warr" />) ist ein seltenes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung SbFe3+2[OH|Si2O8]<ref name="StrunzNickel" /> und entwickelt überwiegend erdige und massige Mineral-Aggregate, selten auch leistenförmige, tafelige bis prismatische Kristalle von gelber, gelblich-grüner oder grüner Farbe bei gelbgrüner Strichfarbe.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Chapmanit in der „Keeley-Frontier Mine“ bei South Lorrain (Cobalt-Gowganda-Region) im Timiskaming District (Ontario, Kanada) und beschrieben 1924 von Thomas Leonard Walker (1867–1942)<ref name="AM10-39" /><ref name="MineralogicalRecords" />, der das Mineral nach dem englisch-kanadischen Mineralogen Edward John Chapman (1821–1904) benannte.

Ein von Friedrich Katzer aus der Typlokalität Chříč (auch Křitz) nahe Rakovník im heutigen Tschechien beschriebenes und nach dem italienischen Chemiker Uberto Francesco Hoefer als Hoeferit (auch Höferit) bezeichnetes Mineral<ref name="Katzer" /> stellte sich bei einer späteren Neuanalyse 1965 durch J. Sobotka als identisch mit Chapmanit heraus. Der Mineralname wurde daher diskreditiert und gilt als Synonym für Chapmanit.<ref name="Fleischer-1965" />

Auch das 1961 von Cipriani und Vannuccini erstmals beschriebene Mineral Biringuccit sollte ursprünglich den Namen Hoeferit bzw. Höferit erhalten. Um Verwechslungen mit dem von Katzer beschriebenen Mineral zu vermeiden, benannten sie ihr Mineral in Biringuccit um.

Klassifikation

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Chapmanit zur Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ und dort zur Abteilung der „Neso-Subsilikate“, wo er zusammen mit Alleghanyit, Bismutoferrit, Chondrodit, Humit, Klinohumit, Leukophönicit, Norbergit und Sonolith die „Norbergit-Alleghanyit-Gruppe“ mit der System-Nr. VIII/A’.04 bildete.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/B.06-10. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Abteilung „Inselsilikate mit tetraederfremden Anionen“, wo Chapmanit nur noch zusammen mit Bismutoferrit eine eigenständige, aber unbenannte Gruppe bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Chapmanit ebenfalls in die Klasse der „Silikate und Germanate“, dort allerdings in die Abteilung der „Schichtsilikate (Phyllosilikate)“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach Struktur der Schichten, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „Schichtsilikate (Phyllosilikate) mit Kaolinitschichten, zusammengesetzt aus tetraedrischen oder oktaedrischen Netzen“ zu finden ist, wo es als Namensgeber die „Chapmanitgruppe“ mit der System-Nr. 9.ED.25 und dem weiteren Mitglied Bismutoferrit bildet.

Auch die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Chapmanit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Schichtsilikatminerale“. Hier ist er zusammen mit Bismutoferrit in der „Bismutoferritgruppe“ mit der System-Nr. 71.01.03 innerhalb der Unterabteilung „Schichtsilikate: Schichten von sechsgliedrigen Ringen mit 1:1-Lagen“ zu finden.

Kristallstruktur

Chapmanit kristallisiert im monoklin in der Raumgruppe Cm (Raumgruppen-Nr. 8)Vorlage:Raumgruppe/8 mit den Gitterparametern a = 5,19 Å, b = 8,99 Å, c = 7,70 Å und β = 100° sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte

Chapmanit bildet sich sekundär in Gneisen, die von Hydrothermal-Äderchen durchdrungen wurden. Begleitminerale sind unter anderem Silber und Stibnit.

Weltweit konnte Chapmanit bisher (Stand: 2011) an rund 20 Fundorte nachgewiesen werden.<ref name="Mindat" /> Neben seiner Typlokalität „Keeley-Frontier Mine“ fand sich das Mineral in Kanada noch in der ebenfalls im Timiskaming District gelegenen „Nipissing 404 Mine“. sind u. a. Bräunsdorf und Freiberg in Sachsen, Smilkov (Tschechische Republik) sowie die Keeley Silbermine in Ontario (Kanada).

In Deutschland trat Chapmanit bisher nur in der Neue Hoffnung Gottes Fundgrube bei Bräunsdorf (Oberschöna) im sächsischen Erzgebirge zutage.

Weitere Fundorte sind unter anderem Böhmen in Tschechien; Auvergne, Elsass und Lothringen in Frankreich; die Toskana in Italien; Kyūshū in Japan; das Alai-Gebirge in Kirgisistan; Bratislava in der Slowakei; Asturien in Spanien sowie Nevada in den USA.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="AM10-39"> </ref> <ref name="Fleischer-1965"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Chapmanit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 12. Oktober 2022. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Katzer"> </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Chapmanite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 12. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MineralogicalRecords"> Walker, Thomas Leonard (1867–1942). Mineralogical Records, abgerufen am 12. Oktober 2022. </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Chapmanite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 12. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>