Nelly-Sachs-Preis
Der Nelly‑Sachs‑Preis ist ein deutscher Literaturpreis, der alle zwei Jahre von der Stadt Dortmund vergeben wird. Er ist nach der deutsch‑jüdischen Lyrikerin und Nobelpreisträgerin Nelly Sachs benannt und mit 15.000 Euro dotiert. Er wird an Personen vergeben, die
- ... überragende schöpferische Leistungen auf dem Gebiet des literarischen und geistigen Lebens hervorbringen und die insbesondere eine Verbesserung der kulturellen Beziehungen zwischen den Völkern zum Ziel haben, die sich der Förderung der zwischenstaatlichen Kulturarbeit als eines neuen und verbindenden Elementes zwischen den Völkern besonders angenommen haben, die in ihrem Leben und Wirken die geistige Toleranz und Versöhnung unter den Völkern verkündet und vorgelebt haben.<ref>dortmund.de: Nelly-Sachs-Preis</ref>
Aufgrund der angespannten Haushaltslage wurde der Preis 2009 nicht vergeben, so dass die nominierte Preisträgerin ihn erst 2010 entgegennahm.<ref>Nelly-Sachs-Preis geht an Margaret Atwood. Der Westen (WAZ), 10. September 2009, abgerufen am 6. Juli 2015.</ref>
2019 sollte der Preis an die Schriftstellerin Kamila Shamsie verliehen werden. Nach Protesten gegen die Vergabe kündigte die Jury an, die Preisvergabe zu überprüfen,<ref>Stefan Laurin: Nelly-Sachs-Preis: Jury wird Preisvergabe an Kamila Shamsie überdenken. In: Ruhrbarone. 11. September 2019, abgerufen am 18. September 2019.</ref> und teilte nach der Überprüfung mit, dass 2019 keine Preisvergabe erfolge. Als Begründung führte sie aus: „Die politische Positionierung von Kamila Shamsie, sich aktiv am Kulturboykott als Bestandteil der BDS-Kampagne (Boykott-Deinvestitionen-Sanktionen) gegen die israelische Regierung zu beteiligen, steht im deutlichen Widerspruch zu den Satzungszielen der Preisvergabe und zum Geist des Nelly-Sachs-Preises.“<ref>Dortmund vergibt dieses Jahr keinen Nelly-Sachs-Preis. In: WDR. 18. September 2019, abgerufen am 18. September 2019.</ref> In einem offenen Brief in der London Review of Books wandten sich daraufhin mehr als 250 internationale Autoren gegen die Entscheidung der Jury.<ref>Felix Stephan: Nelly-Sachs-Preis – Offener Brief an die Jury. In: Süddeutsche Zeitung. 23. September 2019, abgerufen am 23. September 2019.</ref><ref>The Right to Boycott. In: London Review of Books. 23. September 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. September 2019; abgerufen am 23. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Preisträger
- 1961: Nelly Sachs
- 1963: Johanna Moosdorf
- 1965: Max Tau
- 1967: Alfred Andersch
- 1969: Giorgio Bassani
- 1971: Ilse Aichinger
- 1973: Paul Schallück
- 1975: Elias Canetti
- 1977: Hermann Kesten
- 1979: Erich Fromm
- 1981: Horst Bienek
- 1983: Hilde Domin
- 1985: Nadine Gordimer
- 1987: Milan Kundera
- 1989: Andrzej Szczypiorski
- 1991: David Grossman
- 1993: Juan Goytisolo
- 1995: Michael Ondaatje
- 1997: Javier Marías
- 1999: Christa Wolf
- 2001: Georges-Arthur Goldschmidt
- 2003: Per Olov Enquist
- 2005: Aharon Appelfeld
- 2007: Rafik Schami
- 2009: Margaret Atwood
- 2011: Norman Manea
- 2013: Abbas Khider
- 2015: Marie NDiaye
- 2017: Bachtyar Ali
- 2019: Vergabe ausgesetzt
- 2021: Katerina Poladjan
- 2023: Saša Stanišić
- 2025: Yoko Tawada
Weblinks
Einzelnachweise
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