Caravaggio (Film)
| Produktionsland | Vereinigtes Königreich |
|---|---|
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1986 |
| Länge | 93 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Derek Jarman |
| Drehbuch | Derek Jarman, Nicholas Ward Jackson |
| Produktion | Nicholas Ward-Jackson, Colin MacCabe, Sarah Radclyffe |
| Musik | Simon Fisher Turner |
| Kamera | Gabriel Beristain |
| Schnitt | George Akers |
| Besetzung | |
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Caravaggio ist die britische Filmbiografie des Regisseurs Derek Jarman über den italienischen Maler Michelangelo Merisi da Caravaggio aus dem Jahr 1986.
Der Film wurde als Low-Budget-Produktion realisiert und vollständig in Innenräumen in einer leeren Lagerhalle in den Londoner Docklands gedreht.<ref name="Cinema.de">Caravaggio (1986). In: CINEMA. Abgerufen am 5. März 2026.</ref> Tilda Swinton gab in Caravaggio ihr Filmdebüt.<ref>Simon Hattenstone: Tilda Swinton: ‘My ambition was always about having a house by the sea and some dogs’. In: The Guardian. 7. Januar 2022, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 5. März 2026]).</ref>
So wie Caravaggio selbst biblische Figuren gelegentlich in zeitgenössischer Kleidung malte, lässt Jarman in seinen Historienfilm Details des 20. Jahrhunderts einfließen, darunter elektrische Lichter, eine Schreibmaschine, ein Motorrad und einen Taschenrechner.<ref name="SissyMag-2026">Stefan Hochgesand: Caravaggio (1986). In: sissy. 6. Februar 2026, abgerufen am 5. März 2026.</ref>
Handlung
Der verarmte Maler Caravaggio liegt 1610 in Porto Ercole auf dem Sterbebett. Seine Gedanken schweifen zurück in sein kurzes Leben voller Leidenschaft, seine Kindheit auf der Straße, die Gönnerschaft durch Kardinal del Monte, seine Beziehung zu Ranuccio, der ihm für viele seiner Darstellungen von Märtyrern Modell stand. Es werden mehrere Rückblenden auf verschiedene Episoden aus dem Leben des Malers verwendet.
Nach seiner Malerausbildung zieht der 1571 in Caravaggio, Provinz Bergamo geborene Maler Michelangelo Merisi nach Rom. Seinen Künstlernamen Caravaggio legt er sich nach dem Herkunftsort seiner Eltern zu. Erfolglos und krank liegt er in einem Krankenhaus. Hier entdeckt Kardinal Del Monte das Talent des Künstlers, der sich selbst als Bacchus porträtierte. Del Monte nimmt den jungen Maler in seine Obhut, und schon bald erhält dieser wichtige öffentliche Aufträge.
Sein Umgang und die ungewöhnlich realitätsbezogenen Darstellungen machen ihn jedoch zur Zielscheibe zahlreicher Angriffe, vor denen ihn die Macht des reichen Bankiers Giustiniani beschützt.
Als Modelle für seine intensiven, überwiegend religiösen Werke wählt Caravaggio Leute von der Straße, Säufer, Arme, Diebe, Prostituierte. Die Bekanntschaft des Spielers Ranuccio und dessen Geliebter, der Prostituierten Lena, macht der Maler in einem Gasthaus. Er lässt sich auf eine brisante Dreierbeziehung ein und engagiert die beiden als Modelle. Lena lernt den einflussreichen Kardinal Borghese kennen und lässt sich mit diesem ein, gerade als Caravaggio sie als Maria Magdalena porträtiert. Dies setzt eine Spirale der Gewalt in Bewegung. Als Lena schwanger wird, steht nicht fest, wer eigentlich der Vater ist. Sie verlässt ihre beiden Liebhaber, um mit der Begründung zu Borghese zu gehen, Ranuccio und Caravaggio hätten ja einander.
Als sie später tot aufgefunden wird, ertränkt im Tiber, wird Ranuccio verhaftet und des Mordes angeklagt, obwohl dieser beteuert, dass er unschuldig sei. Caravaggio glaubt an seine Unschuld und verbreitet Gerüchte, dass Borghese, der Neffe des Papstes, den Mord begangen habe. Er schafft es, eine Audienz beim Papst zu erhalten und diesem eine Petition zu übergeben. Von diesem wird er beschimpft hinsichtlich seiner Homosexualität und seines Lebenswandels und wegen der unleidlichen Tomassoni-Affäre. Es wird ihm aber mitgeteilt, wenn sein nächstes Bild des Papstes Anerkennung erlange, würde Ranuccio aus der Haft entlassen.
Wie besessen malt Caravaggio die bei ihm im Studio aufgebahrte tote Lena, und vollendet das Gemälde unter dem Titel Der Tod Mariens. Kaum hat der sich wieder in Freiheit befindende Ranuccio den Raum betreten, amüsiert er sich, dass sie „die ordentlich aufs Kreuz gelegt hätten“. Als der verwirrte Freund ihn fragt, wie er das meine, fragt sein Modell, ob er denn blind sei, natürlich sei er es gewesen, der Lena umgebracht habe. Er habe es aus Liebe zu Caravaggio getan, für sie beide. Im Affekt schlitzt Caravaggio daraufhin Ranuccio die Kehle auf.
Es beginnt für den Künstler eine vierjährige Flucht, immer in Begleitung des treuen Dieners Jerusaleme, den er als Kind für seine Dienste als Malergehilfe gekauft hatte und welcher bis zu Caravaggios Tod bei ihm ausharrt.
Produktion
Diese Produktion von British Film Institute Production mit Channel 4 Television Corporation wurde der Film als Studio- und Innenraumproduktion in einer leeren Lagerhalle in den Londoner Docklands gedraht. Das Budget lag bei rund 475.000 Pfund.<ref name="Cinema.de" />
Veröffentlichung
1986 feierte Caravaggio auf der Berlinale seine Uraufführung. Nach Angaben des Filmdienst wurde er erstmals am 22. Januar 1987 vom Verleih Arsenal ins Kino gebracht. gezeigt.<ref name="Filmdienst">Caravaggio – Filmdaten. In: Filmdienst. Abgerufen am 5. März 2026.</ref> Aktuell ist der Film im Programm des Verleihs Salzgeber.<ref>Caravaggio / Salzgeber. Salzgeber, abgerufen am 5. März 2026.</ref>
Rezeption
Besprechungen heben die Bildgestaltung und den gezielten Einsatz von Anachronismen hervor. Stefan Hochgesand betont in seinem Artikel in der Sissy zu Caravaggio vom Februar 2026, dass Jarman Gegenstände und Codes des 20. Jahrhunderts bewusst in das Historien-Setting integriert und daraus ein queeres Filmporträt formt.<ref name="SissyMag-2026" /> Das British Film Institute beschreibt Caravaggio als Jarmans „mainstreamigste“ Arbeit und verweist auf die Verbindung melodramatischer Spekulationen über das Leben des Malers mit „painterly beauty“.<ref name="BFI-Filmseite">Caravaggio (1986). In: British Film Institute. Abgerufen am 5. März 2026.</ref> In einer BFI-Rückschau wird der Film zudem als wichtiger Schritt in der breiteren Anerkennung Jarmans als Regisseur eingeordnet.<ref name="BFI-Feature-2018">William Fowler: Revisiting Derek Jarman’s Caravaggio. In: British Film Institute. 5. April 2018, abgerufen am 5. März 2026.</ref>
Auszeichnungen
- Der Regisseur und Drehbuchautor Derek Jarman gewann bei der Berlinale 1986 den C.I.D.A.L.C.-Award und den Silbernen Bären.<ref name="TeddyAward">Caravaggio. In: Teddy Award. Abgerufen am 5. März 2026.</ref><ref name="BritishCouncil">Caravaggio. In: British Council – Films Database. Abgerufen am 5. März 2026.</ref>
- 1987 beim International Istanbul Film Festival den Spezialpreis der Jury.<ref name="Mubi-Istanbul1987">Istanbul International Film Festival – 1987. In: MUBI – Awards & Festivals. Abgerufen am 5. März 2026.</ref>
- Das British Film Institute wählte Caravaggio im Jahr 1999 auf Platz 93 der besten britischen Filme aller Zeiten.<ref name="BritishPictures-BFI100">The BFI’s 100 Best British Films. In: BritishPictures.com. Abgerufen am 5. März 2026.</ref>
Literatur
- Stephen Farthing / Ed Webb-Ingall (Hrsg.): Derek Jarman. Skizzenbücher. Deutscher Kunstverlag 2013
Kritik
- Caravaggio bei www.film.at
- Caravaggio im Sissy Magazin
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Caravaggio in British Film Institute
- Caravaggio bei deutschen Verleih Salzgeber
Einzelnachweise
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