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Misha Verollet

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Misha Verollet auf dem Immergut Festival 2013

Misha Verollet (* 1981 in Gibraltar als Mischaël-Sarim Vérollet, bekannt auch als Miles Matrix und Misha Anouk) ist ein britischer Synthwave-Musiker<ref>MILES MATRIX: … aufgewachsen mit einem Gefühl der ständigen Bedrohung und Weltuntergangsangst. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref>, Schriftsteller und Werber mit Wurzeln im Poetry Slam.

Leben

Misha Verollet wurde 1981 in Gibraltar geboren. Als er drei Jahre alt war, zog seine Familie nach Bielefeld, wo er aufwuchs und bis Mitte 2010 lebte. Im Oktober 2004 gewann er zum ersten Mal einen Poetry Slam. Er war einer der bekanntesten Slam-Poeten Deutschlands und zählte mit den Autorenkollegen seiner Lesebühne LMBN (Sulaiman Masomi, Andy Strauß und Sebastian 23) zur neueren Generation der Storyteller. Sein erstes Buch, die Kurzgeschichtensammlung Phantomherz, erschien 2005. 2009 veröffentlichte der Carlsen Verlag seinen Kurzgeschichtenband Das Leben ist keine Waldorfschule. 2010 erschien die Novelle All des Königs Pferde, die von Hochschulstudenten als Abschlussarbeit verfilmt wurde.<ref>Markus Freise: Trailer zu All des Königs Pferde - der Film. In: Markus Freise - Blog. 7, 2011.</ref> 2011 reiste er im Auftrag des Goethe-Institutes durch Simbabwe und Südafrika und trat im Rahmen eines Literaturfestivals in Kapstadt auf.<ref>Mischa-Sarim Vérollet: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ich fliege gen Süden. In: Mischa in Afrika. 16. September 2011 (Memento vom 2. November 2014 im Internet Archive)</ref> Im Frühjahr 2013 veröffentlichte Carlsen seinen Kurzgeschichtenband „Irgendwas mit Menschen“. Bis 2016 bloggte er auf seiner Website indub.io regelmäßig über „Bewusstseinskontrolle, Verschwörungstheorien, politische und gesellschaftliche Entwicklungen, Social-Media-Phänomene sowie über Medienkritik“.<ref>Facebook-Seite von indub.io. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref> Im Herbst 2014 erschien im Rowohlt Verlag sein erzählerisches Sachbuch Goodbye, Jehova! Wie ich die bekannteste Sekte der Welt verließ unter dem Namen Misha Anouk. 2018 klagten die Zeugen Jehovas gegen das Buch<ref>Schnellmerker? Zeugen Jehovas klagen gegen ein Buch, das seit drei Jahren auf dem Markt ist. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref>. 2018 erschien sein Buch Mann schmeißt Hund auf Bär<ref>Mann schmeißt Hund auf Bär. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref>.

Seit 2019 produziert Verollet unter dem Künstlernamen Miles Matrix Synthwave-Musik<ref>Posting der Facebook-Seite von Misha Verollet. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref>. Sein erstes Album Buena Vista erschien im selben Jahr und wurde unter anderem in den Magazinen Orkus und Rock Hard besprochen<ref>MILES MATRIX: … aufgewachsen mit einem Gefühl der ständigen Bedrohung und Weltuntergangsangst. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref><ref>Posting bei Twitter. Abgerufen am 18. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, wo er mit Musikern wie Perturbator und Carpenter Brut verglichen wird.

Misha Verollet ist Gründungsmitglied der monatlich in Dortmund stattfindenden Lesebühne LMBN, der auch Sebastian 23, Andy Strauß und Sulaiman Masomi angehören, sowie der Berliner Lesebühne Spree vom Weizen<ref>MAI 2011-NEWS. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref>, der auch Felix Lobrecht angehörte<ref>Best of Spree vom Weizen. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref>.

Privates

Verollet wurde in eine streng gläubige Familie von Zeugen Jehovas hineingeboren. Im Rahmen seiner Buchvorstellung in der NDR Talkshow berichtete er, dass er mit 20 Jahren den Ausstieg schaffte und seitdem agnostisch ist. In seinem Buch Goodbye, Jehova! schreibt er über diese Zeit. Obwohl Misha Verollet in Deutschland aufgewachsen ist, besitzt er ausschließlich die britische Staatsbürgerschaft.<ref>Dirk Schneider: Der Vorleser als Rockstar In: Deutschlandradio. 5, 2009.</ref> Seine innere Zerrissenheit bezüglich seiner Heimat ist Thema einiger Texte in seinen Büchern Das Leben ist keine Waldorfschule und Warum ich Angst vor Frauen habe.

Verollet ist seit Bielefelder Tagen Fan von Arminia Bielefeld.<ref>Mike Litt, 1 Live: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />1Live - Klubbing: Das Leben ist keine Waldorfschule von Mischa-Sarim Verollet (24.04.09) (Memento vom 5. Mai 2009 im Internet Archive) Klubbing. In: EinsLive Klubbing. 4, 2009.</ref> Er ist mit dem Rapper Casper befreundet und begleitete ihn während vieler Festivals 2011 auf Tour<ref>Mischa-Sarim Vérollet: Von Bielefeld zur Skyline. In: Neue Westfälische Tageszeitung. 12, 2011.</ref>. Im Gegenzug stellte Casper seinen Song Alaska für den Trailer zur Verfilmung von Misha Verollet Novelle All des Königs Pferde zur Verfügung.

Verollet war zeitweise mit der Schriftstellerin Marlies Hübner liiert.<ref name="Hübner">Haessy.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ein paar Fragen an Marlies Hübner (Memento vom 1. August 2016 im Internet Archive)</ref> Bei beiden war im Erwachsenenalter Autismus diagnostiziert worden und sie hielten Vorträge zu diesem Thema, wobei der Fokus auf Kritik an der Applied Behavior Analysis lag.<ref name="taz">Marlies Hübner: Ohne Wenn und Aber. Umstrittener Autismustherapie. In Die Tageszeitung, 2. Dezember 2016, abgerufen am 9. Januar 2017.</ref><ref name="Hübner3"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" /> Null Acht Vierzehn — Wie normal ist Autismus? (Memento des Vorlage:IconExternal vom 9. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.frei-denken.ch Ankündigung eines Vortrags auf <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />frei denken (Memento des Vorlage:IconExternal vom 9. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.frei-denken.ch (Website der Freidenker-Vereinigung der Schweiz), abgerufen am 9. Januar 2017.</ref>

Verollet arbeitet hauptberuflich in einer Werbeagentur in Wien<ref>Misha Verollet ist neuer Head of Digital Strategy bei Virtue. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref>.

Kritik

Das Leben ist keine Waldorfschule

Während Lydia Herms (MDR Sputnik) beispielsweise urteilt, das Buch sei „unbedingt zu empfehlen! (…) Mischa-Sarim Vérollet ist ein Meister, ja, ein Meister eines unaufgesetzten, von Grund auf lustigen Schreibstils.“<ref>Lydia Herms: @1@2Vorlage:Toter Link/www.sputnik.deLydias Lesestoff vom 10. März 2009 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2014. Suche im Internet Archive ). In: MDR Sputnik. 3, 2009.</ref>, Jugendbuchtipps.de 4,5 von 5 Sternen vergibt,<ref>Ulf Cronenberg: Buchbesprechung Das Leben ist keine Waldorfschule. In: Jugendbuchtipps.de. 3, 2009.</ref> kritisiert der Münchner Merkur: „Verollets Buch zeigt, wie die Texte ohne seine Performance zusammenschnurren zu belanglosen kleinen Schwänken.“<ref>Marie Schmidt: Poesie als sportliches Spiel. In: Münchner Merkur. 3, 2009.</ref> und Literaturkritik.tv bemängelt: „Das Buch, obwohl anders angelegt, plätschert. (…) Poetry Slammer, die ihr Gelesenes in gedruckter Form herausbringen, gehen immer ein gewisses Risiko ein. Nicht jeder vor sich hingesprochene Text, löst sich leise gelesen ebenso schön auf.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>

Warum ich Angst vor Frauen habe

Der Nachfolgeroman zum Kurzgeschichtenband Das Leben ist keine Waldorfschule wurde von der Kritik durchgehend wohlwollend aufgenommen. Der Tagesspiegel beispielsweise befand, dass es schwer falle, den Roman nicht ziemlich großartig zu finden: „Meistens ist das komisch, manchmal unfassbar komisch.“<ref>Sebastian Leber: Wuschelrock vom 14.10.2010. In: Tagesspiegel. 10, 2010.</ref>. DASDING meinte: „Scheinbar banale Dinge wie eine ungewollte Erektion im Mathe-Unterricht bringt Mischa dabei auf das Katastrophenniveau eines Reaktorunfalls. (…) Ein tolles Buch.“<ref>Kotaro Dürr: Buchtipp: Mischa-Sarim Vérollet vom 16.12.2010. In: DASDING. 12, 2010.</ref>. Und auch der Gießener Anzeiger lobte die „glasklaren, mit schwarzem Humor gespickten Wortbilder, mit denen der Autor und Poetry Slammer direkt auf die Lachmuskeln zielt.“<ref>jx: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Von ZKs und ADHS-freier Kindheit. In: Gießener Anzeiger. 25. Oktober 2010. (Memento vom 29. Oktober 2010 im Internet Archive)</ref>

Goodbye, Jehova! Wie ich die bekannteste Sekte der Welt verließ

Das Hamburger Abendblatt nannte Misha Verollets Veröffentlichung „ein bemerkenswertes Buch“<ref>Ich war ein Zeuge Jehovas. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref>. Nina Apin schreibt in der taz, dass die „Zweigleisigkeit“ des Buches von „überdrehten Alltagsbeschreibungen“ und „nüchternen Erklärpassagen“ erstaunlich gut funktioniere: „Je tiefer man in die Alltagswelt des immer stärker zweifelnden Anouk eintaucht, desto weiter dringt man vor ins Geflecht von Jehovas Zeugen.“<ref>Von Sittichen und Dämonen. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref> Die evangelische Kirche im Rheinland empfiehlt das Buch als "enorm hilfreich, wenn man das Verhalten der einzelnen Zeugen verstehen möchte oder sich einfach einmal grundlegend informieren möchte"<ref>Literaturempfehlung. Abgerufen am 18. Oktober 2019.</ref>.

Auszeichnungen

Preise

Poetry-Slam-Erfolge

  • Teamfinalist National Slam 2011
  • Halbfinalist National Slam 2007, 2008
  • Vize-Champion NRW-Slam 2008
  • Teilnehmer der zweiten und dritten WDR-Poetry-Slam-Staffel
  • Slam-Champion der Stadt Bielefeld 2008, 2009

Veröffentlichungen

Bücher

  • Mann schmeißt Hund auf Bär. Unglaubliche, aber wahre Geschichten. Rowohlt Verlag, Reinbek 2018, ISBN 978-3-499-63302-7.
  • (als Misha Anouk:) Goodbye, Jehova! Wie ich die bekannteste Sekte der Welt verließ. Sachbuch, Rowohlt Verlag, Reinbek 2014, ISBN 978-3-499-62891-7.
  • (als Mischa-Sarim Vérollet:) Irgendwas mit Menschen. Kurzgeschichten, Carlsen Verlag, Hamburg 2013, ISBN 978-3-551-68485-1.
  • (als Mischa-Sarim Vérollet:) Westfalen. Als Leo Frida suchte und Pumpernickel fand – ein Heimatbuch. Regionalroman, Conbook Verlag, Meerbusch 2011, ISBN 978-3-934918-93-1.
  • (als Mischa-Sarim Vérollet:) All des Königs Pferde. Roman, Lektora, Paderborn 2011, ISBN 978-3-938470-70-1.
  • (als Mischa-Sarim Vérollet:) Warum ich Angst vor Frauen habe. Roman, Carlsen Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-551-68240-6.
  • (als Hrsg.:) Poetry Slam – das Buch. Die 40 besten Bühnen-Texte. Anthologie, Carlsen Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-551-68237-6.
  • (als Mischa-Sarim Vérollet:) Das Leben ist keine Waldorfschule. Kurzgeschichten, Carlsen Verlag, Hamburg 2009, ISBN 978-3-551-68214-7.
  • (als Mischael-Sarim Vérollet:) Lass uns doch Feinde sein. Roman, House of the Poets, Paderborn/Paris 2007, ISBN 3-936706-14-X.
  • (als Mischae͏̈l-Sarim Vérollet:) Phantomherz. Lektora, Paderborn 2005, ISBN 3-938470-02-X.
  • Texttourismus. Anthologie, u. a. mit Selim Özdogan, Tom Liwa, Markus Kavka, Sibylle Berg. Books on Demand 2005, ISBN 3-8334-4040-6.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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