Zum Inhalt springen

Babyparty

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. Februar 2025 um 14:24 Uhr durch imported>Alnilam (Änderung 253379752 von Mariia112 rückgängig gemacht; Werbung ist unerwünscht).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Baby shower buffet (2011)-01 straightened.jpg
Kuchen- und Speisen-Buffet bei einer Babyparty, mit einer Windeltorte als „Tischdekoration“.
Datei:Baby Shower Cupcakes (3542700192).jpg
Cupcakes, für eine Babyparty dekoriert

Die Babyparty ist eine ursprünglich US-amerikanische Tradition und wird dort Baby shower genannt,<ref name="zeit-09-05-2011">Vgl. Rosa Baby-Party für Victoria Beckham. Agenturmeldung der Nachrichtenagentur dpa, veröffentlicht auf Zeit Online vom 9. Mai 2011; abgerufen am 8. August 2011.</ref> findet aber auch in Mitteleuropa eine größer werdende Verbreitung. Zu der etwa zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin stattfindenden Feier werden meist nur weibliche Gäste eingeladen, wie die Freundinnen und weiblichen Verwandten der werdenden Eltern.<ref name="zeit-09-05-2011" /> Teils nehmen aber auch Männer teil. Die Einladung wird oft von einer Freundin oder einer Verwandten der Schwangeren ausgesprochen, um der zukünftigen Mutter die Arbeit zu ersparen.<ref name="dm-drogeriemarkt"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wir feiern eine Baby-Party (Memento vom 9. Januar 2012 im Internet Archive). Auf: Website der Drogeriemarktkette dm-drogerie markt vom 18. April 2011; abgerufen am 8. August 2011.</ref>

Gäste bringen kleine Geschenke für die Mutter und das Kind mit, wie zum Beispiel Bodylotions, Schnuller, Gutscheine für Babysitterstunden sowie sogenannte Windeltorten (engl. Diaper Cake), die aus Windeln gebastelt und meist mit Baby-Utensilien „verziert“ werden. In den USA werden vor allem Babykleidung oder Babyspielsachen geschenkt.<ref name="zeit-09-05-2011" /><ref name="dm-drogeriemarkt" />

Üblicherweise sind die Räumlichkeiten, in denen die Feier stattfindet, mit möglichst vielen Hinweisen auf das Kind dekoriert – beispielsweise mit Namensgirlanden und blauen bzw. rosafarbenen Luftballons. Wurde das Geschlecht des werdenden Kindes zuvor nicht bekannt gegeben, kann die Babyparty in eine Gender Reveal Party integriert werden. Dazu gibt es Häppchen und alkoholfreie Getränke für die werdende Mutter, Sekt oder Champagner für ihre Gäste. Ein wichtiger Bestandteil sind die typischen Spiele, die sich um die Themen Baby, Mutterschaft, Stillen usw. drehen.<ref name="dm-drogeriemarkt" />

Populär ist ein Spiel, bei dem die Teilnehmerinnen raten, wie umfangreich der Bauch der werdenden Mutter ist (für ihre Schätzung reißen sie von einer Toilettenpapierrolle eine bestimmte Menge Papier ab).<ref name="dm-drogeriemarkt" /> Wenn auch Männer eingeladen sind, treten diese in Zweierwettbewerben gegeneinander an, um Puppen möglichst schnell Papierwindeln anzulegen oder um Babyflaschen, die mit Milch gefüllt sind, möglichst schnell leerzutrinken.

Bei der Auswahl der Spiele ist entweder die Phantasie der Gastgeberin gefragt, oder sie lässt sich von einer auf diesen Brauch spezialisierten Agentur beraten. Bei diesen Spielen können die Anwesenden ihre Mutterqualitäten beweisen, während die werdende Mutter dem Treiben zusieht und sich amüsieren darf. Zum Abschied erhalten die Gäste häufig ein kleines Gastgeschenk wie beispielsweise Mandeln mit Zuckerguss in blau oder rosa.

Zeitliche Entwicklung

Die Tradition, Babypartys zu feiern, ist bereits aus dem antiken Griechenland bekannt: Etwa fünf Tage nach der Geburt fand die sogenannte Amphidromia statt, bei der die an der Geburt beteiligten Frauen rituell ihre Hände reinigten, während das Neugeborene vom Vater oder der Amme um den Herd getragen wurde.<ref name="Williams">Victoria Williams: Celebrating life customs around the world: from baby showers to funerals. Santa Barbara, California 2017, ISBN 978-1-4408-3658-9.</ref> In Deutschland gibt es einen ähnlichen jahrhundertealten Brauch, der je nach Region „Babypinkeln“, „Pullerparty“, „Füßle baden“ oder „Kindsbier“ genannt wird. Während heute mit Freunden, Verwandten und Kollegen oft spontane Partys gefeiert werden, wurde ursprünglich das nackte Baby herumgereicht, um es zu begutachten – pinkelte es einen der Gäste an, sollte es lebenslanges Glück bringen. Babypartys wie sie heute gefeiert werden – mit Geschenken sowie Partyspielen – entwickelten sich erst im 19. Jahrhundert. Bei einer Art Teekranz kamen Frauen zusammen, um die werdende Mutter zu beschenken und gemeinsam Spiele zu spielen.<ref name="Williams" /> Schließlich etablierte sich die Babyparty nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1950er-Jahren des „Baby-Booms“.<ref>Katherine Smiley: Baby shower planning like a pro: a step-by-step guide on how to plan & host the perfect baby shower. Baby shower theme, games, gifts ideas, & checklist included. [United States] 2014, ISBN 978-1-4992-7108-9.</ref>

Einzelnachweise

<references />