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Panzerlied

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Panzerlied bezeichnet im weiteren Sinn idealisierende Soldatenlieder oder Gedichte der Panzertruppe und im engeren Sinn ein gleichnamiges Lied von Kurt Wiehle.

Die meisten in Stil und Wortwahl für gewöhnlich eher einfach gehaltenen Verse entstanden während des Zweiten Weltkriegs. Die Verfasser sind meist anonym; schriftliche Veröffentlichungen gab es höchstens im Selbstverlag oder in Briefform. Diese Art von Soldatenliedern wird erst in neuerer Zeit als eigenständige Literaturform von Historikern wiederentdeckt und erforscht.

Panzerlied von Kurt Wiehle

Den Untertitel Panzerlied trägt auch das Lied Ob’s stürmt oder schneit,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Panzerlied der Bundeswehr (Memento vom 6. April 2009 im Internet Archive)</ref> laut einer Feststellung des Bundes­verteidigungs­ministeriums von 1991 „eines der bekanntesten und beliebtesten Lieder“ in der deutschen Bundeswehr.<ref name="Kameraden singt!" details="S. 60.">Bundesministerium der Verteidigung, Führungsstab der Streitkräfte (Hrsg.): Kameraden singt! Liederbuch der Bundeswehr. Voggenreiter Verlag, Bonn 1991, ISBN 3-8024-0204-9.</ref> Es stammt von Oberleutnant Kurt Wiehle. Er schrieb es am 28. Juni 1935 auf der Fahrt zum Truppenübungsplatz Königsbrück in Sachsen. Als Ursprung der Melodie wird u. a. im Liederbuch der Bundeswehr das Luiska-Lied (Weit über den Klippen) genannt. Tatsächlich stimmt die Melodie jedoch mit der Melodie des antisemitischen SS-Liedes Die eiserne Schar überein.<ref>vgl. Eberhard Frommann: Die Lieder der NS-Zeit: Untersuchungen zur nationalsozialistischen Liedpropaganda von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg. Köln 1999, ISBN 3-89438-177-9, S. 17, 126 f.</ref><ref>Gabriele Renz, Volker Schmidt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mein lieber Herr Gesangverein (Memento vom 9. Februar 2018 im Internet Archive). Frankfurter Rundschau vom 3. April 2009, auf www.fr.de</ref><ref name="hagalil">David Gall: „Lied.Gut.“: Vor Dummheit geschützt? Posting vom 3. April 2009 auf www.hagalil.com</ref> Dieses Panzerlied erlangte u. a. deswegen allgemeine Bekanntheit, weil es in dem Kriegsfilm Die letzte Schlacht (im Original: Battle of the Bulge) von 1965 zu hören ist. Ein gewisses Maß an Popularität genießt es auch bei US-amerikanischen Truppen; die Melodie wurde für das Lied Képi Blanc der französischen Fremdenlegion verwendet.

Nachdem in der ersten Ausgabe des Liederbuchs der Bundeswehr von 1958 auf allzu militärische Lieder verzichtet wurde,<ref>Laura Haßler: Militarisierung statt Liberalisierung? In: zeitgeschichte-online.de. 23. Oktober 2019, abgerufen am 16. Februar 2026.</ref> fand das Panzerlied, von ursprünglich fünf auf vier Strophen gekürzt, 1962 Eingang in die zweite Ausgabe Hell klingen unsre Lieder.<ref>Bundesministerium der Verteidigung, Führungsstab der Bundeswehr I (Hrsg.): Hell klingen unsre Lieder. Liederbuch der Bundeswehr. Möseler Verlag, Musikverlag Tonger, Voggenreiter Verlag, Bonn 1962.</ref> Drei Strophen des Liedes sind auch in der letzten Ausgabe des Liederbuches, Kameraden singt!, von 1991 enthalten.<ref name="Kameraden singt!" details="S. 61." /> In den beiden weggelassenen Strophen wird der ehrenwerte Tod im Dienste des Vaterlandes besungen. Im Mai 2017 stoppte Bundes­verteidigungs­ministerin Ursula von der Leyen die weitere Ausgabe des Liederbuches, da „einige Textpassagen nicht mehr unserem Werteverständnis entsprechen“. Das Panzerlied stand dabei u. a. besonders in der Kritik.<ref>Verteidigungsministerium stoppt Bundeswehr-Liederbuch. In: Der Spiegel. 12. Mai 2017, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 16. Februar 2026]).</ref>

Im April 2009 wurde ein Liederbuch der CDU Baden-Württemberg zurückgezogen, weil es dieses Lied enthielt. Günther Oettinger urteilte: „Ein solches Lied hat in keinem Liederbuch etwas verloren, schon gar nicht in einem der CDU“ und wies die Landesgeschäftsstelle an, das Buch „Lied.Gut.“ mit dem Untertitel „Volkslieder und Schlager für fröhliche Stunden“ einzustampfen.<ref name="Oettinger"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Oettinger, das Liederbuch und die Nazis (Memento vom 6. April 2009 im Internet Archive). Süddeutsche Zeitung, 3. April 2009.</ref><ref name="hagalil" /><ref>bibliographischer Nachweis im SWB Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes</ref> Er selbst hatte diese Liedersammlung zusammen mit Generalsekretär Thomas Strobl herausgegeben.<ref name="Oettinger" />

Die Melodie der zweiten Hälfte jeder Strophe wurde dem Refrain des Südwesterliedes (1937, Lied der Deutschen in Namibia) entlehnt.

Weitere Panzerlieder

Bruno von Brackel schrieb den Text des Panzerliedes „Sitzt auf, Kameraden, den Motor werft an“.

Literatur

  • Eberhard Frommann: Die Lieder der NS-Zeit: Untersuchungen zur nationalsozialistischen Liedpropaganda von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg. Köln 1999, ISBN 3-89438-177-9.

Weblinks

Einzelnachweise

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