Karsten Wettberg
| Karsten Wettberg | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Geburtstag | 10. November 1941 | |
| Geburtsort | Friesack, Deutschland | |
| Sterbedatum | 29. März 2026 | |
| Größe | 167 cm | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| FC Mainburg | ||
| TSV Elsendorf | ||
| SV Saal (AH) | ||
| Stationen als Trainer | ||
| Jahre | Station | |
| 1974–1980 | TSV Obersüßbach | |
| 1974–1980 | SV Saal | |
| 1980–1983 | MTV Ingolstadt | |
| 1983–1986 | ESV Ingolstadt | |
| 1986–1987 | SpVgg Landshut | |
| 1987–1990 | SpVgg Unterhaching | |
| 1990–1992 | TSV 1860 München | |
| 1992 | SSV Jahn Regensburg | |
| 1992–1993 | SpVgg Landshut | |
| 1993–1994 | MTV Ingolstadt | |
| 1994–1995 | SG Post/Süd Regensburg | |
| 1995–1996 | FC Augsburg | |
| 1996–1998 | SG Post/Süd Regensburg | |
| 1998–2001 | SSV Jahn Regensburg | |
| 2001–2003 | SpVgg Landshut | |
| 2003–2004 | ASV Cham | |
| 2004–2006 | Freier TuS Regensburg | |
| 2009–2013 | SV Seligenporten | |
| 2013–2015 | ATSV Kelheim | |
| 2015–2016 | FC Mainburg | |
| 2017–2018 | SV Donaustauf | |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Karsten Wettberg (* 10. November 1941 in Friesack; † 29. März 2026 in Wasserburg am Inn<ref>Die Löwen trauern um den „König von Giesing“ Karsten Wettberg. In: tsv1860.de. 29. März 2026, abgerufen am 29. März 2026.</ref>) war ein deutscher Fußballtrainer und -funktionär. Er war bei über 15 Vereinen als Trainer aktiv und wird insbesondere mit dem TSV 1860 München in Verbindung gebracht. Anfang der 1990er Jahre führte er die Münchener Löwen in die 2. Bundesliga und erhielt von den Anhängern der Mannschaft den Spitznamen „König von Giesing“. Von Ende März 2007 bis Ende Mai 2008 war er Vizepräsident des Vereins.
Werdegang
Seine aktive Zeit als Fußballspieler bestritt der gebürtige Brandenburger Wettberg im Amateurbereich. Der seit 1974 im niederbayerischen Elsendorf beheimatete Postoberamtsrat spielte beim FC Mainburg, dem TSV Elsendorf und beim SV Saal.
Beim SV Saal begann Wettberg seine Trainerkarriere. Bis 1980 begleitete er die Geschicke der Mannschaft, ehe er den Trainerposten beim Zweitligaabsteiger MTV Ingolstadt übernahm. Unter seiner Leitung dominierte die Mannschaft die Bayernliga in der Spielzeit 1980/81 mit sechs Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierte Amateurmannschaft des 1. FC Nürnberg, aufgrund der Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga gab es jedoch in jenem Jahr keinen Aufsteiger. Als bayerischer Vertreter in der Amateurmeisterschaft 1981 scheiterte die Mannschaft im Halbfinale am Hamburger Klub FC St. Pauli. Mit zwei vierten Tabellenplätzen hielt sich der Klub zwar auch in den beiden anschließenden Spielzeiten im vorderen Ligabereich, hatte aber deutlichen Abstand auf den jeweiligen bayerischen Meister.
1983 übernahm Wettberg den Lokalrivalen ESV Ingolstadt-Ringsee, den er am Ende seiner ersten Spielzeit als Meister aus der viertklassigen Landesliga Bayern in die Bayernliga führte. In der Spielzeit 1985/86 betreute er die SpVgg Landshut. Den Klub führte er zur Meisterschaft in der Bayernliga, jedoch hatte der Verein keine Lizenz für die 2. Bundesliga beantragt. Später führte er es darauf zurück, dass seinerzeit in Landshut Eishockey Vorrang vor dem Fußball hatte.<ref>Dirk Meier: Der Unabsteigbare feiert seinen 70er. In: FuPa. 10. November 2011, abgerufen am 29. März 2026.</ref> Zwar konnte der Klub in der folgenden Spielzeit nicht an den Erfolg anknüpfen, der aufstrebende Ligakonkurrent SpVgg Unterhaching streckte jedoch seine Fühler nach Wettberg aus.
Auch mit der SpVgg Unterhaching gewann Wettberg die Bayernliga. Mit lediglich einem Sieg gegen den badischen Vertreter FV 09 Weinheim und insgesamt vier Punkten scheiterte die Mannschaft jedoch 1988 in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, nach erfolgreicher Titelverteidigung in der Bayernliga zog der Klub jedoch im Folgejahr erneut in die Aufstiegsrunde ein. Dieses Mal setzte sich die Mannschaft mit drei Siegen und sieben Punkten vor dem SSV Reutlingen 05 und dem SV Edenkoben durch, allerdings war die zweithöchste deutsche Spielklasse für die Hachinger zu stark: Sie stiegen als Tabellenletzter direkt wieder ab.
Nach dem Abstieg zog Wettberg im Frühjahr 1990 zum TSV 1860 München weiter, wo er zwölf Spieltage vor Saisonende Wilhelm Bierofka beerbte. Zwar blieb die Mannschaft unter seiner Leitung bis zum Saisonende ohne Niederlage, dennoch verpasste der Klub am letzten Spieltag mit einem 3:3-Unentschieden gegen den von Werner Lorant betreuten Konkurrenten 1. FC Schweinfurt 05 den ersten Platz. Im Sommer 1991 gelang ihm schließlich ebenfalls die Meisterschaft in der Bayernliga und der anschließende Aufstieg in die zweite Liga in der Aufstiegsrunde. Im folgenden Jahr wurde er kurz vor Saisonende entlassen, weil die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz stand und in den Relegationsspielen der Abstieg drohte. Drei Jahre später kam er zum FC Augsburg. Nach zweijährigem Engagement wurde er für drei Jahre Trainer des SSV Jahn Regensburg, den er aus der Landesliga in die Regionalliga Süd führte. Von 2004 bis 2006 trainierte er die Mannschaft des Freien TuS Regensburg. Der Vertrag wurde im Dezember 2006 vorzeitig aufgelöst. Anfang April 2009 wurde Karsten Wettberg vom abstiegsbedrohten Bayernligisten SV Seligenporten verpflichtet, mit dem ihm zunächst der Klassenerhalt und 2012 der Aufstieg in die Regionalliga Bayern gelang.
Ab der Saison 2013/14 trainierte Wettberg den ATSV Kelheim,<ref>Martin Rutrecht: Wettberg begibt sich auf ATSV-Mission. In: mittelbayerische.de. 9. Mai 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. Mai 2014; abgerufen am 29. März 2026.</ref> mit dem er in seiner ersten Saison Meister der Kreisliga Landshut wurde.<ref>Dirk Meier: Geldkoffer? Die gibt’s bei uns nicht: Kelheims Meister-Coach Karsten Wettberg über seinen 52. Titelgewinn als Amateurtrainer. In: fupa.net. 7. Mai 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Mai 2014; abgerufen am 29. März 2026.</ref> Anschließend stieg das Team unter seiner Führung gleich erneut auf. Zur Saison 2015/16 wechselte Wettberg jedoch zu seinem Heimatverein FC Mainburg, das Engagement endete jedoch am Ende der Saison wieder.<ref>Martin Rutrecht: Karsten Wettberg tritt in Mainburg ab. In: mittelbayerische.de. 10. Juni 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Juni 2016; abgerufen am 29. März 2026.</ref>
Im April 2017 gab der SV Donaustauf bereits vor den entscheidenden Relegationsspielen um den Aufstieg in die Bayernliga bekannt, dass Karsten Wettberg zu Beginn der Saison 2017/18 die Nachfolge von Klaus Augenthaler antreten werde.
In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk am 27. Oktober 2017 kritisierte Wettberg eine zunehmende Kommerzialisierung auch des Amateursports, in den Nachwuchsspieler aus aller Welt geholt würden. „Das ist Menschenhandel. Das ist das schlimmste, was es überhaupt gibt“, sagte Wettberg<ref>Fußballtrainer Karsten Wettberg: „Das ist Menschenhandel“. In: Bayern-5-Sendung „Der Funkstreifzug“. 27. Oktober 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. November 2017; abgerufen am 29. März 2026.</ref> zu dem Phänomen, dass Spielervermittler junge Fußballer aus Brasilien, Japan oder Osteuropa nach Deutschland holen. Nicht alle schafften es überhaupt, einen Verein zu finden, sondern landeten auf der Straße.<ref>Anne Hinder, Manuel Mohr, Niels Ringler, Tobias Schießl: Abgezockt und ins Abseits gestellt: Der Handel mit jungen Fußballern aus aller Welt. In: BR.de. 27. Oktober 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. November 2017; abgerufen am 29. März 2026.</ref>
Neben seiner Trainertätigkeit betrieb Wettberg eine Fußballschule.
Im März 2026 starb er im Alter von 84 Jahren.
Grünwalder Stadion
Karsten Wettberg setzte sich engagiert für den Erhalt des Grünwalder Stadions ein und unterstützte die Freunde des Sechzgerstadions.
Politik
Wettberg war Mitglied der SPD, für die er ab 2002 im Kreistag des Landkreises Kelheim saß.
Sonstiges
Dem Trainer Wettberg werden im Amateurfußball 51 Meisterschaften, oft Staffelsiege, die mit Aufstiegen verbunden waren, und Pokalsiege zugeschrieben.<ref>Bernd König: Der mit dem Schirm tanzt. In: kicker Sportmagazin. 11. November 2021, Seite 44 (Ausgabe Bayern).</ref>
Literatur
- 2003: Andreas Bär: Karsten Wettberg: kleiner Mann ganz gross; der König von Giesing. Verlag Donau-Courier, Ingolstadt 2003, ISBN 3-936808-07-4.
- 2026: Matthias Eicher: Der Mann mit den 51+1 Titeln: in: Abendzeitung München vom 2./ 3. April 2026: S. 20
- 2026: Gerhard Fischer: Süchtig nach Sechzig. in: Süddeutsche Zeitung Nr. 75 (2026) vom 31. März 2026: S. 22
Weblinks
- Website von Karsten Wettberg
- Vorlage:Metavorlage Fußballdatenbank
- Wolfgang Wittl: Karsten Wettberg wird 70 – Zum Mond und wieder zurück. In: sueddeutsche.de. 10. November 2011.
Einzelnachweise
<references />
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wettberg, Karsten |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fußballtrainer und -funktionär |
| GEBURTSDATUM | 10. November 1941 |
| GEBURTSORT | Friesack |
| STERBEDATUM | 29. März 2026 |
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- Fußballtrainer (MTV Ingolstadt)
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