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Toni Brunner

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Datei:Toni Brunner (2015).jpg
Toni Brunner (2015)
Datei:Toni Brunner im Nationalrat.jpg
Als junger Nationalrat (1996), rechts hinten Ueli Maurer

Anton «Toni» Brunner<ref>Landgasthaus Sonne Wintersberg GmbH. In: Internet-Auszug, Handelsregister des Kantons St. Gallen. Abgerufen im Jahr 2024.</ref> (* 23. August 1974 in Wattwil; heimatberechtigt in Hemberg und Ebnat-Kappel) ist ein Schweizer Politiker (SVP) und Landwirt.

Leben und Beruf

Toni Brunner ist das jüngste von fünf Kindern einer Bauernfamilie. Sein Vater gehörte der Freisinnig-Demokratischen Partei an. Brunner ist Landwirt in Ebnat-Kappel. Er ist einer der erfolgreichsten Züchter von Eringerkühen ausserhalb des Kantons Wallis, im Sommer 2022 wurde eine seiner Kühe zur Königin gekürt.<ref>NZZ vom 19. Oktober 2022, S. 17.</ref> Von November 2005 bis Januar 2010 war er zusammen mit Peter Weigelt Gesellschafter der heutigen ipmedia services GmbH,<ref>ipmedia services GmbH, Internet-Auszug, Handelsregister des Kantons St. Gallen, abgerufen am 26. Oktober 2014.</ref> Betreiberin des Internetradios buureradio.ch (Bauernradio), das seit dem 28. Dezember 2005 ein auf Landwirte zugeschnittenes Programm sendet.

Mit seiner Frau, der St. Galler Ständerätin Esther Friedli, betreibt er im Familienbetrieb das Restaurant Landgasthof Sonne als "Haus der Freiheit" in Ebnat-Kappel.<ref>Landgasthof Sonne – Haus der Freiheit</ref> Sie sind seit 1997 ein Paar, 2024 heirateten sie.<ref>Esther Friedli und Toni Brunner geben sich das Ja-Wort. In: Swissinfo, 18. Mai 2024.</ref><ref>Deckname «Meier-Müller» - Esther Friedli und Toni Brunner haben heimlich geheiratet In: srf.ch, 19. Mai 2024.</ref>

Politik

Toni Brunner war 1992 Gründungsmitglied der SVP des Kantons St. Gallen. Von 1993 bis 1998 war er Präsident der SVP Obertoggenburg. Er wurde bei den Schweizer Parlamentswahlen 1995 im Alter von 21 Jahren in den Nationalrat gewählt und bei den Wahlen 1999, 2003, 2007, 2011 und 2015<ref>Resultate Nationalratswahlen 2015, Kanton St. Gallen, Liste 8. In: Schweizerische Bundeskanzlei. Abgerufen am 12. November 2019.</ref> wiedergewählt. Von 1998 bis 2008 präsidierte er die SVP des Kantons St. Gallen, und von 2000 bis 2008 war er Vizepräsident der SVP Schweiz. Am 1. März 2008 wurde Brunner als Nachfolger des abtretenden Ueli Maurer zum neuen Parteipräsidenten der SVP Schweiz gewählt.<ref>Neue Parteileitung der SVP Schweiz. In: Website der SVP, 1. März 2008 (Medienmitteilung).</ref> Im Januar 2016 gab er seinen Rücktritt von diesem Amt zum 23. April 2016 bekannt.<ref>«Wir haben Themen aufgegriffen, die die Leute beschäftigen». Toni Brunner tritt als SVP-Präsident zurück. In: Tages-Anzeiger. 9. Januar 2016.</ref>

Seine Kandidatur für den Ständerat im Jahr 2007 scheiterte: Mit 68'667 Stimmen erreichte er im zweiten Wahldurchgang – hinter den Bisherigen Erika Forster (FDP) und Eugen David (CVP) – abgeschlagen den dritten Platz, nachdem er im ersten Wahlgang noch vor ihnen gelegen hatte. Im August 2011 schickte die SVP Brunner erneut ins Rennen um einen Sitz im Ständerat.<ref>St. Galler SVP schickt Toni Brunner ins Rennen um den Sitz im Stöckli. In: Tages-Anzeiger. 17. August 2011.</ref> Im zweiten Wahlgang am 27. November 2011 erreichte er mit 53'308 Stimmen hinter SP-Nationalrat Paul Rechsteiner (54'616 Stimmen) jedoch nur den zweiten Platz.<ref>Ständeratswahlen: Rechsteiner ist gewählt – Frick muss Föhn Platz machen. In: Tages-Anzeiger. 27. November 2011.</ref> Er war Mitglied in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie sowie in der Delegation für die Beziehungen zum Landtag des Fürstentums Liechtenstein.

Am 23. November 2018 reichte Brunner, nach 23 Jahren im Nationalrat, seinen Rücktritt per Ende Jahr ein.<ref>Toni Brunner verlässt die Politbühne. In: Tages-Anzeiger. 24. November 2018.</ref>

Immunitätsaufhebungsverfahren

Die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats reichte im Herbst 2007 Strafanzeige gegen Unbekannt ein wegen der Amtsgeheimnisverletzungen, die zur Veröffentlichung von einigen ihrer vertraulichen Sitzungsprotokolle im Zusammenhang mit der Roschacher-Affäre führten. Der vom Bundesrat zur Untersuchung eingesetzte ausserordentliche Staatsanwalt Pierre Cornu ersuchte den Nationalrat, die parlamentarische Immunität von Toni Brunner aufzuheben, um ein Strafverfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung gegen ihn einleiten zu können. Brunner bestätigte, einige Tage vor Veröffentlichung des Berichts zum damaligen Generalsekretär des betroffenen EJPD gegangen zu sein. Im Wissen um die Einseitigkeit des Berichts habe er sich selber ein Bild machen wollen über die Geschehnisse im EJPD.<ref>Markus Häfliger: GPK-Untersuchung: Brunner gesteht Kontakte zum Departement Blocher. In: NZZ Online. 2. Juni 2008.</ref> Der Nationalrat stimmte mit klarer Mehrheit dem Antrag seiner vorberatenden Kommission für Rechtsfragen zu, die (relative) parlamentarische Immunität von Brunner aufzuheben. Ebenso deutlich lehnte der Ständerat – seiner vorberatenden Kommission für Rechtsfragen folgend – die Aufhebung der Immunität ab. Im Differenzbereinigungsverfahren hielten beide Räte an ihren Entscheiden fest, womit am 10. Juni 2009 der endgültige Entscheid fiel, die Immunität nicht aufzuheben.<ref>Immunität von Nationalrat Brunner. Gesuch um Aufhebung. In: Website des Parlaments.</ref> Brunner selbst warf den ermittelnden und politischen Behörden eklatante Verfahrensfehler vor und reichte Ende Oktober 2008 eine Beschwerde beim Bundesstrafgericht ein.<ref>Toni Brunner kämpft für seine Immunität. In: NZZ Online. 27. Oktober 2008.</ref> Diese wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, sie sei formell unzulässig und würde materiell zu absurden Konsequenzen führen.<ref>Markus Felber: Formal unzulässig, in der Sache unbegründet. In: NZZ Online. 20. November 2008.</ref><ref>BstGer Urteil BB.2008.93, E. 2.1.2 (https://bstger2.weblaw.ch/pdf/BB_2008_93.pdf).</ref>

Literatur

  • Toni Brunner im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Beni Gafner: Toni Brunner. Werdverlag, Thun/Gwatt 2018, ISBN 978-3-85932-937-9.

Weblinks

Einzelnachweise

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