Mil Mi-38
| Mil Mi-38 | |
|---|---|
| Mil Mi-38 auf der MAKS 2011 Der zweite Prototyp der Mi-38 (RA-38012) auf der MAKS 2011 | |
| Typ | Mittelschwerer Mehrzweckhubschrauber |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Kasaner Hubschrauberwerk AG<ref>http://www.russianhelicopters.aero/en/helicopters/civil/mi-38.html</ref> |
| Erstflug | 22. Dezember 2003 |
| Indienststellung | Dezember 2019 (Mi-38T)<ref name="russianplanes" /> |
| Produktionszeit | Zweite Phase der Zertifizierung 2014<ref>http://www.russianhelicopters.aero/en/press/news/Mi-38_final_certification_tests/</ref> |
| Stückzahl | 4 Prototypen<ref>Fliegerrevue Nr. 01/2015, S. 7.</ref> 10 Serienhubschrauber<ref name="russianplanes">Реестр: Миль Ми-38. In: russianplanes.net. Abgerufen am 13. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (Stand Ende 2021) |
Der Mil Mi-38 ist ein mittelschwerer russischer Hubschrauber des Herstellers Kasaner Hubschrauberwerk AG und des Konstruktionsbüros Mil. In der Anfangsphase des Projekts war eine Beteiligung seitens Eurocopter vorgesehen und dafür das Joint Venture Euromil gegründet worden (Projektbezeichnung dann Euromil Mi-38). Eurocopter stieg 2003 jedoch aus dem Unternehmen und 2005 aus der Entwicklung aus. Der Hubschrauber wird seitdem vom Konstruktionsbüro Mil und dem Kasaner Hubschrauberwerk, beides Unternehmen der Russian Helicopters Gruppe, entwickelt. Der Mi-38 soll die Typen Mi-8 und Mi-17 ersetzen.
Geschichte
Die Vorarbeiten begannen Anfang der 1980er-Jahre; 1983 wurde die Entwicklung eines vollkommen neuen Hubschraubers beschlossen.<ref>Mi-38 - History. In: www.globalsecurity.org. Abgerufen am 13. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1989 konnte in Paris ein erstes Modell gezeigt werden, 1993 begann in Kasan die Fertigung von zwei Prototypen, deren Erstflug zunächst für das Jahr 1995 vorgesehen war, der jedoch wegen finanzieller Schwierigkeiten immer wieder verschoben wurde. Als Entwicklungskosten für das Programm werden 800 Millionen US-Dollar und als Preis pro Maschine zwischen 10 und 15 Millionen US-Dollar angegeben. Schließlich fand der Erstflug am 22. Dezember 2003 statt. Es wird eine Zulassung nach FAR-29/JAR-29 angestrebt.
Im Mai 2006 wurde Thales als Avionik-Ausrüster verpflichtet. Am 27. September 2006 erreichte der Prototyp bei Zulassungsprüfungen mit einer Startmasse von 11,1 t eine Rekordflughöhe von 8170 m. Der Erstflug des zweiten Prototyps (ebenfalls mit P&W-Triebwerken) fand am 2. Dezember 2010 statt. Der dritte Prototyp (als Mi-38-2 bezeichnet) wurde wieder mit Klimow TW7-117W ausgerüstet und sollte Mitte 2010 zum ersten Mal fliegen,<ref>Fliegerrevue, August 2010, S. 35, Mil-Hubschrauber</ref> konnte aber Anfang 2011 noch nicht ausgeliefert werden.<ref>AIR International, Januar 2011, S. 23.</ref> Der Erstflug erfolgte schließlich am 29. November 2013.<ref>Mi-38 fliegt mit russischem Triebwerk. In: Fliegerrevue Nr. 02/2014, S. 7.</ref> An Versionen für den Krankentransport mit 16 Tragen, als VIP-Hubschrauber für zwölf Personen, einer Seevariante und einer Variante für den Such- und Rettungsdienst wird gearbeitet.<ref>Fliegerrevue, Januar 2011, S. 21.</ref> Am 12. November 2014 wurde der vierte Prototyp ins Testprogramm aufgenommen.
Die Auslieferung der ersten Serienmaschine sollte ursprünglich 2008 erfolgen, wurde aber mehrfach verschoben. Die Mi-38 erhielt Ende 2015 die Musterzulassung der russischen Luftfahrtbehörde Rosawiazija. Der erste Serienhubschrauber wurde auf der MAKS 2019 vorgestellt,<ref name=":0">Karl Schwarz: VIP-Kabine: Mi-38 für russisches Verteidigungsministerium. In: www.flugrevue.de. 26. August 2020, abgerufen am 27. August 2020.</ref> die erste Auslieferung erfolgte im Februar 2020 an Gazprombank Leasing.<ref>Russian Helicopters hat die erste Serien-Mi-38 ausgeliefert. In: aerobuzz.de. 27. Februar 2020, abgerufen am 2. April 2010.</ref> Zwei Hubschrauber der Variante Mi-38T mit einer Rettungswinde und einer Laderampe für den Transport von 40 Soldaten oder bis zu 12 Krankentragen<ref>Karl Schwarz: Erster Exportvertrag für Mi-38T. In: www.flugrevue.de. 28. Januar 2020, abgerufen am 27. August 2020.</ref> wurden ab Dezember 2019<ref name="russianplanes" /> an die russischen Streitkräften ausgeliefert und dort erprobt.<ref name=":0" />
Konstruktion
Die weitestgehend aus Verbundmaterial hergestellte Kabine wurde gegenüber den Vorgängertypen vergrößert. Der Sechsblatt-Hauptrotor<ref name="at" /> aus Verbundmaterial mit elastomeren Gelenken wurde vom Mi-28N übernommen, den Heckrotor bilden zwei voneinander unabhängige Zweiblattrotoren in X-Anordnung.<ref>Claudio Müller: Flugzeuge der Welt 2012. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-613-03421-1, S. 257.</ref> Als Antrieb dienten anfangs zwei Wellenturbinen Pratt & Whitney Canada PW127 und später zwei Klimow TW7-117W, jeweils mit FADEC ausgestattet.<ref name="at">Mil Mi-38 Medium Transport Helicopter, Russia. In: Aerospace Technology. aerospace-technology.com, abgerufen am 27. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Maxim Pjaduschkin: Russian Engine Finally Comes To Mi-38 Helicopter. In: Aviation Week. aviationweek.com, 28. Dezember 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. September 2017; abgerufen am 3. September 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Darüber hinaus kommt ein EFIS mit fünf Farbdisplays und ein Fly-By-Wire-System mit mechanischem Backup zum Einsatz. Das Bugfahrwerk ist nicht einziehbar.
Technische Daten
| Kenngröße | Daten 2. Prototyp | Daten Serienversion<ref>Mi-38 – Characteristics. In: rhc.aero. Abgerufen am 27. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
|---|---|---|
| Besatzung | 2 | |
| Länge | 19,70 m | 20,28 m<ref name=":1">Utility Helicopter Mi-38. (PDF; 18,7 MB) In: rhc.aero. 10. Januar 2020, abgerufen am 13. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
| Hauptrotordurchmesser | 21,10 m<ref name=":1" /> | |
| Heckrotordurchmesser | 3,84 m<ref name=":1" /> | |
| Höhe | 5,13 m | 5,10 m<ref name=":1" /> |
| Kabinenlänge/-breite/-höhe | 8,70 m × 2,30 m × 1,80 m | 7,00 m × 2,36 m × 1,84 m (29,5 m³) |
| Nutzlast | 30 Passagiere (12 in der VIP-Ausstattung) oder 5.000 kg intern | |
| Nutzlast extern (Schlingenlast) | 7.000 kg | 5.000 kg |
| Leermasse | 8.300 kg | |
| max. Startmasse | 15.600 kg | |
| Reisegeschwindigkeit | 275 km/h | 250 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | 285 km/h | 300 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 5.100 m (8.600 m<ref name="rianovosti">Russischer Hubschrauber stellt Flughöhen-Rekord auf. Ria Novosti, 27. August 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. August 2012; abgerufen am 28. August 2012.</ref><ref name="flightglobal-20120828">Dave Majumdar: Mi-38 sets new world altitude record. Flightglobal.com, 27. August 2012, abgerufen am 28. August 2012.</ref>) | 6.300 m |
| Schwebeflughöhe ohne Bodeneffekt | 2.800 m | 3.750 m |
| Reichweite |
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| Triebwerke | 2× Pratt & Whitney Canada PW127TS, je 1.865 kW | 2× Klimow TW7-117W, je 2.800 PS (ca. 2.060 kW) |
Siehe auch
Weblinks
- Russianhelicopters: Herstellerwebseite (englisch)
- Aviastar.org: Mi-38
Einzelnachweise
<references />
Serienhubschrauber: Mi-1 – Mi-2 – Mi-4 – Mi-6 – Mi-8 – Mi-9 – Mi-10 – Mi-14 – Mi-17 – Mi-19 – Mi-22 – Mi-24 – Mi-25 – Mi-26 – Mi-27 – Mi-28 – Mi-34 – Mi-35 – Mi-38
Experimentalhubschrauber und Projekte:
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