Dermoidzyste
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| D27 | Gutartige Neubildung des Ovars |
| D31.9 | Gutartige Neubildung des Auges und der Augenanhangsgebilde |
| D36.9 | Gutartige Neubildung an nicht näher bezeichneter Lokalisation |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11
Die Dermoidzyste (früher auch Dermoidgeschwulst<ref>G. Himmelfarb: Zur Kasuistik der Dermoidgeschwülste des Eierstockes. Dermoidcarcinoma ovarii dextri et Dermoid ovarii sinistri. In: Centralblatt für Gynäkologie. Band 10, Nr. 35, 28. August 1886, S. 569–571-</ref>, im Volksmund auch fälschlich Zwilling<ref>Doch kein Zwilling - Häufige Diagnose Dermoidzyste bei jungen Frauen, auf ordensklinikum.at, abgerufen am 15. März 2022.</ref> oder Zwillingsgewächs<ref>"Zwillingsgewächs": Häufige Diagnose bei jungen Frauen, auf nachrichten.at, abgerufen am 15. März 2022.</ref>) ist ein Hohlraum, der von Oberhautgewebe ausgekleidet ist. Die Dermoidzyste gehört zu den Teratomen.
Eine Dermoidzyste ist ein Keimzelltumor, ein reifes Teratom, das aus vollkommen verschiedenen Gewebearten besteht. Daher kann es innerhalb der Zyste zur Ausbildung von Gewebestrukturen wie Muskulatur, Knorpel, kleinen Knochen, Haaren und auch völlig ausgebildeten Zähnen kommen.
Vorkommen
Obwohl Dermoidzysten überall auftreten können, sind nachstehende Vorkommen vergleichsweise häufig:
Eierstock
Im Gegensatz zu den Zysten, die während des weiblichen Regelzyklus entstehen und sich zumeist von selbst zurückbilden, ist die Dermoidzyste eine embryonale Fehlentwicklung.
Bei großen Dermoidzysten steigt das Risiko einer Stieldrehung (Torsion). Bei einer derartigen Komplikation sowie bei einer Einblutung wird eine operative Entfernung, meist durch Laparoskopie, erforderlich.<ref>"Cyst Management"http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/uog.7610/full#bib2</ref><ref>"Dermoid Cyst of the Ovary Defined" http://www.medterms.com/script/main/art.asp?articlekey=2960</ref>
Periorbitale Dermoidzyste
Eine Dermoidzyste kann sich auch im Kopfbereich (Nichtodontogene Zysten) ausbilden.
Zusammen mit den Epidermoidzysten stellen Dermoidzysten etwa 20 Prozent der Raumforderungen am knöchernen Schädel. In der Regel treten sie bereits bei Säuglingen und Kleinkindern in Erscheinung als umschriebene, anfangs verschieblich, dann nicht mehr verschiebliche glatt begrenzte Knotenbildung typischerweise in Augenbrauenhöhe im Bereich der gesamten Schädelkonvexität.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Springer Medizin ( vom 22. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref>
Differentialdiagnostisch ist bei Lokalisation in Nähe der Nasenwurzel an eine Enzephalozele zu denken.
Spinale Dermoidzyste
Im Rahmen des Neuralrohrverschlusses können sich auch an der Wirbelsäule, meist lumbal, Dermoidzysten ausbilden. Sie gelten als sehr selten.<ref name="Najjaret">Najjar et al. (2005) Dorsal Intramedullary Dermoids. Neurosurgery Review. 28:320-325</ref><ref name="Aalstet">Aalst et al. (2009) Intraspinal Dermoid and Epidermoid Tumours: Reports of 18 Cases ad Reapproasal of the Literature. Pediatric Neurosurgery. 45:281-290</ref>
Hoden
Ein Auftreten in den männlichen Hoden weist eine hohe Entartungswahrscheinlichkeit auf.
Literatur
- Ursus-Nikolaus Riede (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pathologie. Thieme, Stuttgart, ISBN 3-13-683305-8.
- Mark K. Huntington, Robert Kruger, David W. Ohrt: Large, Complex, Benign Cystic Teratoma in an Adolescent. In: J Am Board Fam Pract. Band 15, Nr. 2, 2002, S. 164–167. (online, PDF, 371 kB)
- M. Bettex, N. Genton, M. Stockmann (Hrsg.): Kinderchirurgie. Diagnostik, Indikation, Therapie, Prognose. 2. Auflage. Thieme, Stuttgart 1982, ISBN 3-642-11330-3.
Einzelnachweise
<references />