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Dediticii

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Dediticii bezeichneten im römischen Recht die Bewohner eines Gemeinwesens, das nach einer Niederlage gegen Rom durch bedingungslose Kapitulation (deditio) vollständig in die Verfügungsgewalt des römischen Volkes übergegangen war. Ihre ursprünglichen politischen Strukturen konnten dabei aufgehoben werden, sodass sie – sofern sie nicht das römische oder latinische Bürgerrecht erhielten oder eine gewisse Autonomie zurückerlangten – zur rechtlich untergeordneten Provinzbevölkerung (provinciales) wurden.

Durch den ebenfalls einseitigen Staatsakt der restitutio konnte das zuvor unterworfene Gemeinwesen seine ursprüngliche Souveränität zurückerhalten.<ref>Christoph G. Paulus: Restitutio. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 10, Metzler, Stuttgart 2001, ISBN 3-476-01480-0, Sp. 933–934 (Digitalisat).</ref>

Geschichte

Mit der Ausdehnung der römischen Herrschaft außerhalb Italiens entwickelte sich dieser Status zur typischen Form der Unterwerfung. Die dediticii galten als Unterworfene (subiecti) ohne Bürgerrechte und waren insbesondere hinsichtlich ihres Eigentums vom römischen Staat abhängig, der ein übergeordnetes Eigentumsrecht am Territorium beanspruchte. Lokale Verwaltungs-, Steuer- und Rechtsformen (consuetudines) konnten zwar fortbestehen, standen jedoch unter römischer Kontrolle und konnten durch den Statthalter mittels edictum provinciale jederzeit einseitig geändert werden.

Rechtsgrundlage

Die rechtliche Minderstellung zeigte sich auch darin, dass bestimmte freigelassene Sklaven in der frühen Kaiserzeit nicht das Bürgerrecht erhielten, sondern in einer condicio dediticia verblieben. Erst mit der Constitutio Antoniniana im Jahr 212 n. Chr., die den meisten Reichsbewohnern das Bürgerrecht verlieh, verlor dieser Status an Bedeutung und verschwand später weitgehend.

Elemente dieses ursprünglichen Unterwerfungsverhältnisses wirkten in der Spätantike fort, insbesondere in weitreichenden Eingriffsrechten des Staates gegenüber seinen Bürgern (z. B. bei coloni oder decuriones) und als Vorbild späterer obrigkeitsstaatlicher Strukturen.

Literatur

Einzelnachweise

<references />