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BMW 803

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Datei:BMW 803 front.jpg
BMW 803

Der BMW 803 war ein flüssigkeitsgekühlter 28-Zylinder-Viertakt-Reihenstern-Doppelmotor der Leistungsklasse um 4.000 PS, bei dem im Gegensatz zum Pratt & Whitney R-4360 die Zylinder in geraden Reihen angeordnet waren.

Geschichte

Die Entwicklung des Triebwerks als BMW 803 begann 1938.<ref name="BMW_3394169" /> 1944 liefen mehrere Motoren 803 A auf dem Prüfstand, zur Serienfertigung kam es jedoch nicht. Der BMW 803 A war unter anderem für das Riesenflugboot Blohm & Voss P 200, den schweren Bomber Focke-Wulf Fw 238 und einen Focke-Wulf-Jäger mit Heckantrieb vorgesehen. Allerdings verlief bereits die Entwicklung des Triebwerks wenig erfolgreich; unter anderem brachte die geplante DVL-WVW-Flachschiebersteuerung (DVL = Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, WVW = Wankel Versuchswerkstätten) nicht den erwarteten Leistungsgewinn.<ref name="Zima">Stefan Zima, Reinhold Ficht: Ungewöhnliche Motoren. Vogel Buchverlag, Würzburg 3. Auflage 2010. ISBN 978-3-8343-3140-3. S. 278.</ref>

„Wegen wichtigerer Aufgaben wurde die Entwicklung des BMW 803 A mit niedriger Priorität weiterbetrieben. Trotzdem hatte er Mitte 1944 einen Entwicklungsstand erreicht, daß eine Nullserie in Auftrag gegeben wurde. Die Serienfertigung sollte ab Mai 1945 beginnen.“<ref name="Erinnerungen_M" />

Ein Triebwerk gelangte nach dem Kriegsende 1945 in die Vereinigten Staaten und wurde dort untersucht.<ref name="aw_19451101" />

Konstruktion

Datei:BMW 803 Zylinderkopf 20170420 123500.jpg
Zylinderköpfe auf dem Kurbelgehäuse

Das Triebwerk bestand aus zwei weitgehend baugleichen Teiltriebwerken mit jeweils 7 Zylinderpaaren, die hintereinander Rückwand an Rückwand angeordnet waren.

Kurbelgehäuse

Die zwei Kurbelgehäuse aus Leichtmetall waren so groß im Durchmesser ausgeführt, dass die wassergekühlten Zylinderlaufbuchsenpaare komplett darin versenkt waren.<ref name="BMW_6253395" /> Sie dienten damit neben der Funktion als Kurbelwellenlagerung zusätzlich als Kühlstoffmantel, führten die Ladeluft zu den Zylinderköpfen und lagerten die sieben Nebenwellen zur Kraftübertragung zwischen den Zylinderpaaren hindurch.<ref name="eh_all_rear" /> Damit ergab sich auch zwangsweise die für Mehrfachsternmotoren ungewöhnliche Anordnung der 28 Zylinder in 7 Längsreihen.

Zylinderköpfe

In die 14 Zylinderköpfe waren jeweils 2 Zylinderlaufbuchsen eingeschrumpft.<ref name="BMW_619113" /> In jedem Zylinderkopf betätigte eine obenliegende Nockenwelle über Kipphebel jeweils die einzelnen Ein- und Auslassventile der zwei Zylinder. Die 14 Nockenwellen wurden über 14 Königswellen angetrieben.<ref name="BMW_619184" /> Die Ladeluft des jeweiligen mechanischen Laders wurde durch das Kurbelgehäuse zu den Zylinderköpfen geleitet, wobei die Ladeluft über mehrere Luftrohre am hinteren Kurbelwellengehäuse vorbeigeführt wurde.

Lader und Einspritzung

Datei:BMW 803 Einspritzpumpe 20170420 123645.jpg
Einspritzpumpe

Zwei unabhängige zweistufige Radiallader versorgten die zwei Teiltriebwerke mit Arbeitsluft. Sie konnten mit vier Gängen dem Luftbedarf und der Flughöhe angepasst werden.<ref name="BMW_619208" />

Die Direkteinspritzung mit zwei doppelreihigen Einspritzpumpen von Bosch versorgte die 28 Zylinder mit Brennstoff.

Kraftübertragung auf die Propellerwellen

Das hintere Teiltriebwerk übertrug seine Kraft über fünf parallele Nebenwellen, die zwischen den vorderen Zylinderreihen hindurch liefen, an ein vorne liegendes Untersetzungsgetriebe. Über zwei weitere Nebenwellen wurde Leistung vom vorderen Teiltriebwerk nach hinten geleitet, um damit Lader und Nebenantriebe des vorderen Motors anzutreiben. Die beiden Teiltriebwerke konnten dadurch unabhängig voneinander abgeschaltet werden.<ref name="eh_front_only" /> Jedes Teiltriebwerk trieb über das Untersetzungsgetriebe einen eigenen vierblättrigen<templatestyles src="FN/styles.css" /> (a) Propeller mit einem Durchmesser von 3,2 Metern an; beide Propeller drehten gegenläufig zueinander.

Technische Daten

Vorlage:Tabellenstile

Kenngröße Daten des BMW 803 A<ref name="BMW_3394169" />
Bauart 28-Zylinder-Viertakt-Reihenstern-Doppelmotor
Bohrung 156 mm
Hub 156 mm
Hubraum 84 L
Lader zwei zweistufige Radiallader mit je vier Gängen
Leistung<templatestyles src="FN/styles.css" /> (b) 4.000 PS (ca. 2.940 kW)
Trockenmasse ca. 2600 kg

Erhaltenes Triebwerk

Ein einziges Exemplar des BMW 803 A ist in der Flugwerft Schleißheim, einer Außenstelle des Deutschen Museums, erhalten.<ref name="Flugwerft" />

Seit den 1970er Jahren versuchte die BMW AG das Triebwerk einem kalifornischen Privatmuseum abzukaufen – das gelang schließlich nach 12 Jahren im Jahr 1988. Im Dezember 1988 traf der Montagewagen mit dem Motor in München ein und BMW begann im August 1989 gemeinsam mit dem Deutschen Museum die Restaurierung. In über 4.200 Arbeitsstunden und nur mit wenig verwertbarer Dokumentation wurde das stark beschädigte Triebwerk wieder für die Ausstellung aufbereitet. Dabei entstand mit Teilen aus dem hinteren Teilmotor eine Plexiglaswand zur Veranschaulichung des Kurbel- und Ventiltriebs.<ref name="aw_19451101" />

Siehe auch

Anmerkungen

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(a) 
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(b) 
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(c) 
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Literatur

Weblinks

Datei:BMW 803 top.jpg
BMW 803
Commons: BMW 803 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • BMW 803. In: BMW Geschichte. BMW AG, abgerufen am 24. Januar 2026 (Dossier des BMW Group Archivs).
  • Sergio Pasquali: BMW 803A. Animations Created by Sergio Pasquali. In: CAD Models and Animations. Aircraft Engine Historical Society, Inc., abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise

<references responsive=""> <ref name="aw_19451101">Nazis brinked the fantastic in drive to re-command air. Power Plants. In: Aviation. Aviation Week, 1. November 1945, S. 183, abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „One of the more interesting engines now being studied at Freeman Field is the BMW 803 […]“ </ref> <ref name="BMW_619113"> Flugmotor BMW 803 A V-5 des Deutschen Museums in München. Leichtmetall Zylinderkopf mit eingeschrumpftem Laufbuchsenpaar. In: BMW Geschichte. BMW AG, 1989, abgerufen am 24. Januar 2026 (Foto im BMW Group Archiv). </ref> <ref name="BMW_619184"> Flugmotor BMW 803 A V-5 des Deutschen Museums in München. Einzelteile des Ventiltriebes eines Zylinders. In: BMW Geschichte. BMW AG, 1990, abgerufen am 24. Januar 2026 (Foto im BMW Group Archiv). </ref> <ref name="BMW_619208"> Flugmotor BMW 803 A V-5 des Deutschen Museums in München. Einer der beiden Motorlader in Einzelteilen. In: BMW Geschichte. BMW AG, 1990, abgerufen am 24. Januar 2026 (Foto im BMW Group Archiv). </ref> <ref name="BMW_3394169"> Das Flugtriebwerk BMW 803 A. Ein Schmuckstück wird ans Licht gebracht. In: BMW Geschichte. BMW AG, 8. September 1992, abgerufen am 24. Januar 2026 (Dokument im BMW Group Archiv). </ref> <ref name="BMW_6253395"> Flugmotor BMW 803 A V-5 des Deutschen Museums in München. Probemontage eines Zylinderpaars am vorderen Motor durch einen Restaurator. In: BMW Geschichte. BMW AG, 1990, abgerufen am 24. Januar 2026 (Foto im BMW Group Archiv). </ref> <ref name="eh_all_rear">Sergio Pasquali: BMW 803A. (GIF) Animations Created by Sergio Pasquali. In: CAD Models and Animations. Aircraft Engine Historical Society, Inc., archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. April 2021; abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Animation des laufenden Triebwerks).</ref> <ref name="eh_front_only">Sergio Pasquali: BMW 803A. (GIF) Animations Created by Sergio Pasquali. In: CAD Models and Animations. Aircraft Engine Historical Society, Inc., archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. August 2023; abgerufen am 24. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Animation des Triebwerks mit stehendem hinteren Teiltreibwerk).</ref> <ref name="Flugwerft"> Flugmotore und Triebwerke. In: Ausstellungen der Flugwerft Schleißheim. Deutsches Museum, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Juni 2018; abgerufen am 24. Januar 2026: „Zur Endreihe dieser Entwicklung gehört unter anderem der BMW 803, ein Vierfachsternmotor mit 28 Zylindern und einer Leistung von 2900 kW, der in den letzten Kriegsjahren als Antrieb für Langstreckenbomber entwickelt wurde“ </ref> <ref name="Erinnerungen_M">MTU, Motoren- und Turbinen-Union München GmbH (Herausgeber): Flugtriebwerkbau in München - Erinnerungen 1934 - 1984. MTU, München 2. Auflage 1985, ISBN 978-3-88622-010-6. S. 35. DNB 860071596.</ref> </references>

Vorlage:Navigationsleiste BMW-Flugmotoren