Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. April 2026 um 16:51 Uhr durch imported>TaxonBot(Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Dexia, ein an den Börsen in Brüssel und Paris notierter Bankkonzern mit Hauptsitz in Brüssel, ist vornehmlich in der Finanzierung der öffentlichen Hand tätig. Dexia wurde 1996 durch die Fusion von Crédit Communal de Belgique (gegründet 1860) und Crédit Local de France (gegründet 1987) geformt. Der Dexia-Börsengang erfolgte am 2. Januar 1997 mit einem Startkurs von 6,86 Euro je Aktie. Aufgrund massiver Probleme des Konzerns im Zuge der Finanzkrise 2011 wird die Bank in mehrere Einheiten aufgespalten.
Die Konzernzentrale ist der Rogier Tower, mit 38 Etagen und 145 Metern in den Jahren 2002 bis 2006 in Brüssel gebaut, der bis 2012 als Dexia Tower bekannt war.
Aufgrund der internationalen Finanzkrise erhielt die Dexia Group am 3. Oktober 2008 Staatsbeihilfen von jeweils drei Milliarden Euro von Belgien und Frankreich und 376 Millionen Euro von Luxemburg. Dafür erhielten Belgien und Frankreich Anteile von jeweils 5,7 Prozent an der Dexia.<ref>Dexia#Kapitaal in der niederländischsprachigen Wikipedia</ref>
Die finanziellen Probleme der Dexia ergaben sich insbesondere aus der kurzfristigeren Refinanzierung zu niedrigeren Zinsen von längerfristigen Darlehen an Kommunen. Durch die Austrocknung des Interbanken-Geldmarktes als Folge der Lehmann-Pleite versiegte diese Refinanzierungsquelle. Das Geschäftsmodell und der Zusammenbruch ähnelt damit dem der Depfa Bank in Dublin/Irland, eine Tochtergesellschaft der deutschen Pfandbriefbank Hypo Real Estate (HRE).<ref>Rexer, Steiner, Wüpper: Größenwahn trieb Finanzhaus Dexia in den Ruin.Die Welt Online, 10. Oktober 2011.</ref>
Nachdem in den ersten Oktobertagen des Jahres 2008 die Aktiennotierung eingebrochen war, gaben am 9. Oktober 2008 die Regierungen der Staaten von Frankreich, Belgien und Luxemburg eine Garantieerklärung für die Dauer eines Jahres ab, um der Bank die Aufnahme weiterer Kapitalmittel zu ermöglichen.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.ftd.de (Seite dauerhaft nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2025. Suche im Internet Archive(T))</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"Ook Dexia organiseert luxefeest in Monaco" (Memento vom 14. Oktober 2008 im Internet Archive)</ref>
Noch drei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise hat die Bank ihre Altlasten immer noch nicht in den Griff bekommen. Im zweiten Quartal 2011 hatte die Gruppe vier Milliarden Euro Verlust gemeldet. Die Bank, deren Geschäftsmodell auf die Finanzierung öffentlicher Kreditgeber wie Kommunen, Städte und Staaten gerichtet war, hatte sich mit 3,8 Milliarden Euro in griechischen Staatsanleihen und mit einer Milliarde Euro in griechischen Privatanleihen engagiert. Darum hat Dexia im ersten Semester 2011 auf die Griechenlandanleihen einen Wertabschlag von 21 Prozent, das sind 377 Millionen Euro, vorgenommen, nachdem sich die Regierungschefs auf eine Beteiligung des Privatsektors am Schuldenschnitt für Griechenland geeinigt hatten.<ref>Michèle Sinner: Preemptive strike. In: D’Lëtzebuerger Land, 7. Oktober 2011. S. 12f.</ref>
Außerdem werde die gesamte Bank von Belgien, Frankreich und Luxemburg mit Staatsgarantien in Höhe von 90 Milliarden Euro ausgestattet, wovon Belgien einen Anteil von 60,5 Prozent tragen wird. Luxemburgs Anteil an diesem Garantieprogramm beträgt 3 Prozent, was auf max. 2,7 Milliarden Euro veranschlagt wird. Zusammen mit den von 2008 verbliebenen Restgarantien bürgt der Staat Luxemburg in diesem Zusammenhang für vier Milliarden Euro, was 9,6 Prozent des Luxemburger Bruttoinlandprodukts im Jahre 2010 entspricht.<ref>Michèle Sinner: Geplant, geplant, geplant. In: D’Lëtzebuerger Land, 14. Oktober 2011. S. 13.</ref> In einem bis Mai 2012 befristeten Übergangsabkommen garantieren Belgien, Frankreich und Luxemburg Anleihen in Höhe von 45 Milliarden Euro.<ref>Staaten garantieren 45 Milliarden Euro Tageblatt, 5. Dezember 2011</ref>
Am 20. Dezember wurde bekannt, dass die Investmentgruppe Precision Capital, hinter der das Emirat Katar steht, 90 Prozent an der Banque internationale à Luxembourg (BIL) übernehmen wird. Die restlichen Anteile von 10 Prozent werden durch den luxemburgischen Staat übernommen. Insgesamt beläuft sich der Kaufpreis auf 730 Millionen Euro.<ref>handelsblatt.com</ref>
Das Geschäft mit der französischen Kommunalfinanzierung, die Dexia Municipal Agency, wurde von der französischen Dexia-Tochter Dexia Crédit Local abgespalten und mittels der Holding Société de Financement Local (SFIL) zu 75 Prozent vom französischen Staat übernommen, 20 Prozent der Anteile liegen bei der französischen Staatsbank Caisse des Dépôts et Consignations (CDC) und die restlichen 5 Prozent bei der Postbank (La Banque Postale). Die Dexia Municipal Agency wurde in Caisse Française de Financement Local umbenannt.<ref>Verkauf der Dexia MA. (PDF; 21 kB) Abgerufen am 9. Februar 2013.</ref>
Der am 3. April 2012 angekündigte Verkauf des Anteils von Dexia von 50 Prozent an RBC Dexia Investor Services an die Royal Bank of Canada wurde am 27. April 2012 abgeschlossen. Das Unternehmen nennt sich seitdem RBC Investor Services.<ref>Verkauf des 50%-Anteils an RBC Dexia Investor Services. (PDF; 16 kB) Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Dezember 2013; abgerufen am 9. Februar 2013.</ref>
Am 13. Dezember 2012 wurde bekanntgegeben, dass Dexia Asset Management für 380 Millionen Euro an den strategischen Investor GCS Capital aus Hongkong verkauft wird.<ref>Verkauf von Dexia AM an GCS Capital. Abgerufen am 9. Februar 2013.</ref>
GCS verkaufte zum selben Preis im September 2013 an New York Life weiter. Aus Dexia AM wurde sodann im Zuge der Neustrukturierung seit dem 13. Februar 2014 die Investor Gruppe Candriam.<ref>Dexia AM wird zu Candriam. (PDF) Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. März 2014; abgerufen am 20. März 2014.</ref>
In Deutschland gehörte die Tochter Dexia Kommunalbank Deutschland AG (bis Februar 2006: Dexia Hypothekenbank Berlin AG) mit Sitz in Berlin zum belgisch-französischen Konzern. Zum Ende des Geschäftsjahres 2004 hatte das deutsche Tochterunternehmen eine Bilanzsumme von 35,05 Milliarden Euro und gehört somit zu den größten deutschen Banken (Platz 36). Ihr Standort ist Berlin. Im Dezember 2018 übernahm die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Dexia Kommunalbank Deutschland für 352 Millionen Euro.<ref>Helaba kauft Dexia Kommunalbank Deutschland. In: Reuters. 14. Dezember 2018 (reuters.com [abgerufen am 1. März 2019]).</ref>
In Österreich war sie bis zum 3. November 2008 Minderheitsaktionär der Kommunalkredit Austria, bei der 2008 die Volksbank Gruppe Mehrheitseigentümer war. Die Kommunalkredit wurde an diesem Tag durch eine Not-Verstaatlichung vor dem Bankrott gerettet.
In Luxemburg hatte die Crédit Communal de Belgique im Jahr 1992 bereits eine Mehrheit an der Banque Internationale à Luxembourg (BIL) übernommen, die sie im Jahre 1996 mit in die Fusion eingebracht hatte. Diese Tochter hieß bis zur Aufspaltung der Dexia-Gruppe Dexia-BIL und ist nach der Anzahl der Filialen und der Privatkunden die zweitgrößte Bank in Luxemburg nach der Spuerkeess und vor der BGL BNP Paribas. Am 10. Oktober 2011 hatte Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden mitgeteilt, dass eine Finanzgruppe aus Katar bereit sei, die luxemburgische Dexia-Tochter Dexia-BIL zu übernehmen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Luc Frieden annonce qu’un groupe financier du Qatar est prêt à reprendre la Dexia-BIL (Memento vom 30. Dezember 2011 im Internet Archive) Regierungsmitteilung, 10. Oktober 2011.</ref>Datei:Luxembourg Dexia Building.JPGDexia-BIL, Luxemburg-Hollerich