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Nitrosomonadales

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Nitrosomonadales
Datei:Spirillen.jpg

Spirillen

Systematik
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Abteilung: Proteobacteria
Klasse: Betaproteobacteria
Ordnung: Nitrosomonadales
Wissenschaftlicher Name
Nitrosomonadales
Garrity et al., 2006

Die Nitrosomonadales sind Bakterien und bilden eine Ordnung innerhalb der Betaproteobacteria. Man findet in dieser Ordnung eine Vielfalt von Stoffwechselwegen und Zellgestalten in sehr unterschiedlichen Habitaten. Die Familie Nitrosomonadaceae besteht aus nitrifizierenden Bakterien. Mitglieder dieser Familie oxidieren Ammoniumionen zu Nitrit. Die Gattung Gallionella der Familie Gallionellacea lebt chemolithotroph, sie oxidiert Eisen und nutzt keine organischen Substrate zur Energiekonservierung. Sie gehört zu der Gruppe Eisenbakterien. Spirillum ist durch seine spiralförmige Zellgestalt gekennzeichnet.

Systematik

Es folgt eine Liste einiger Familien und Gattungen (Stand September 2022):<ref name="lpsn" />

  • Gallionellaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Henrici & Johnson 1935
    • Ferrigenium <templatestyles src="Person/styles.css" />Khalifa et al. 2018
    • Ferriphaselus <templatestyles src="Person/styles.css" />Kato et al. 2014
    • Gallionella <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehrenberg 1838
  • Methylophylaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Garrity et al. 2006
    • Methylovorus <templatestyles src="Person/styles.css" />Govorukhina & Trotsenko 1991 emend. <templatestyles src="Person/styles.css" />Doronina et al. 2005<ref name="Govorukhina1991"/><ref name="NCBI_Mv"/>
  • Nitrosomonadaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Garrity et al. 2006
    • Nitrosomonas <templatestyles src="Person/styles.css" />Winogradsky 1892
    • Nitrosospira <templatestyles src="Person/styles.css" />Winogradsky & Winogradsky 1933
  • Spirillaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Migula 1894
    • Spirillum <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehrenberg 1832
  • Sterolibacteriaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Boden et al. 2017
  • Sulfuricellaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Watanabe et al. 2015
  • Thiobacillaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Boden et al. 2017
    • Annwoodia <templatestyles src="Person/styles.css" />Boden et al. 2017
    • Sulfuritortus <templatestyles src="Person/styles.css" />Kojima et al. 2017
    • Thiobacillus <templatestyles src="Person/styles.css" />Beijerinck 1904 emend. <templatestyles src="Person/styles.css" />Boden et al. 2017

Einige Synonyme und umstrittene Stellungen: Die Ordnung Spirillales, unter der die Gattung Spirillum als Typus gestellt werden sollte, ist unter Mikrobiologen umstritten.<ref>LPSN List of Prokaryotic Names with Standing in Nomenclature</ref> Nach aktuellem Stand wird Spirillum als einzige Gattung der Familie der Spirillaceae in der Ordnung Nitrosomonadales geführt.<ref name="lpsn" /> Nitrosolobus ist ein Synonym für Nitrosospira.<ref name="lpsn" />

„Nitrosovibrio“ <templatestyles src="Person/styles.css" />Harms et al. 1976 ist keine anerkannte Bakteriengattung,<ref name="taxo" /> lediglich ist bei Nitrosospira tenuis das Synonym „Nitrosovibrio tenius“ (sic) geführt.<ref name="lpsn" /> Synonyme für Gallionella ferruginea sind Spirillum ferrugineum, Chlamydothrix ferruginea und Spirophyllum ferrugineum.

Kurzbeschreibung der Gattungen

Nitrosomonadaceae: In dieser Familie besteht eine große Vielfalt von Zellformen. So sind bei der Gattung Nitrosomonas einzelne oder kurze Ketten von stäbchen- oder kugelförmigen Zellen vorhanden. Nitrosomonas kommt in Waldböden, eutrophen Gewässer oder auch im Meer vor. Die Zellformen von Nitrosolobus sind pleomorph, die Arten kommen in Ackerböden vor und sind auch im Süßwasser auffindbar. Die Zellen von Nitrosovibrio sind meist gekrümmten Stäbchen. Nitrosovibrio wurde meist aus oligotrophen Böden isoliert und auch auf Steinen gefunden. Nitrosospira hat spiralförmige Zellen mit 3–20 Umdrehungen, auch kugelförmige Zellen kommen vor. Nitrosospira wurde u. a. in Waldböden und auf Gesteinsoberflächen, selten auch in Süßwasser gefunden.

Spirillaceae: Nur eine Gattung, Spirillum ist beschrieben. Es handelt sich um starre, gekrümmte spiralförmige Zellen die bipolar, polytrich (büschelarig) begeißelt sind. Die Zellen sind relativ groß, 1,4–1,7 × 14–60 µm. Die Bakterien kommen in stehendem Süßwasser mit geringen Sauerstoffgehalt vor. Sie bauen verschiedene organische Stoffe ab, Kohlenhydrate werden allerdings nicht genutzt.

Gallionellaceae: Hierzu zählen die Gattungen Gallionella und Ferriphaselus. Die Zellen von Gallionella sind bohnen- oder stäbchenförmig und bestielt. Das Bakterium ist mit einer Flagellate polar begeißelt. Es ist chemolithotroph und mikroaerob, es nutzt CO2 als Kohlenstoffquelle und gewinnt durch Eisenoxidation Energie. Sie lebt in eisenhaltigen Gewässern und Grundwasser mit geringen Sauerstoffgehalt. Nitrosospira multiformis steht Gallionella phylogenetisch am nächsten.

Die Familie Thiobacillaceae wurde im Jahr 2017 neu aufgestellt.<ref name="Bodenetal2017" /> Hierzu zählen Thiobacillus, Annwoodia und Sulfuritortus. Thiobacillus wurde aufgrund von Untersuchungen der 16S rRNA und anderen chemotaxonomischen Merkmalen von der früher geführten Stellung innerhalb der Familie Hydrogenophilaceae in die neu aufgestellte Familie Thiobacillaceae transferiert. Die Art Thiobacillus aquaesulis wurde zu der neu aufgestellten Gattung Annwoodia gestellt.<ref name="Bodenetal2017" />

Quellen

Literatur

  • Michael T. Madigan, John M. Martinko, Jack Parker: Brock – Mikrobiologie. 11. Auflage. Pearson Studium, München 2006, ISBN 3-8274-0566-1
  • George M. Garrity: Bergey’s manual of systematic bacteriology. 2. Auflage. Springer, New York, 2005, Band 2: The Proteobacteria Part C: The Alpha-, Beta-, Delta-, and Epsilonproteabacteria ISBN 0-387-24145-0

Einzelnachweise

<references> <ref name="lpsn"> Jean Euzéby, Aidan C. Parte: Order Nitrosomonadales. In: List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN). Abgerufen am 3. April 2018. </ref> <ref name="taxo"> Taxonomy Browser „Nitrosovibrio“. In: Website National Center for Biotechnology Information (NCBI). Abgerufen am 6. August 2014. </ref> <ref name="NCBI_Mv"> NCBI Taxonomy Browser: Methylovorus, Details: Methylovorus Govorukhina and Trotsenko 1991 emend. Doronina et al. 2005 (species). </ref> <ref name="Bodenetal2017"> Boden et al.: Reclassification of Thiobacillus aquaesulis (Wood & Kelly, 1995) as Annwoodia aquaesulis gen. nov., comb. nov., transfer of Thiobacillus (Beijerinck, 1904) from the Hydrogenophilales to the Nitrosomonadales, proposal of Hydrogenophilalia class. nov. within the ‘Proteobacteria’, and four new families within the orders Nitrosomonadales and Rhodocyclales. In: International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology. (2017) Band 67, S. 1191–1205. doi:10.1099/ijsem.0.001927. </ref> <ref name="Govorukhina1991"> Natalia I. Govorukhina, Yuri A. Trotsenko: Methylovorus, a New Genus of Restricted Facultatively Methylotrophic Bacteria Free. In: International Journal of Systematic And Evolutionary Microbiology, Band 41, Nr. 1, 1. Januar 1991; doi:10.1099/00207713-41-1-158. </ref> </references>