Allna
Allna Gemeinde Weimar (Lahn)
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(192)&title=Allna 50° 46′ N, 8° 40′ O
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| Höhe: | 217 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 5,94 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 192 (Mai 2011)<ref name="Z2011E" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 32 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Februar 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 35096 | |||||
| Vorwahl: | 06421 | |||||
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Allna ist ein Ortsteil der Gemeinde Weimar (Lahn) im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Geschichte
Ortsgeschichte
Allna wurde im Jahr 807 urkundlich als Allanaher marca (in der Gemarkung Allna) im Lorscher Codex erstmals schriftlich erwähnt und ist somit ältester Ort der heutigen Gemeinde Weimar (Lahn).<ref>Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 5), Urkunde 3171, 18. Juli 807 – Reg. 2966. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 107, abgerufen am 8. Mai 2019.</ref> Seinen Namen verdankt das Dorf dem gleichnamigen Fluss.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Februar 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen Allna mit Niederweimar und Oberweimar auf freiwilliger Basis zur Großgemeinde Weimar (Lahn),<ref>Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328; Abs. 6 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,2 MB]).</ref> zu der bis 1974 neun weitere Gemeinden hinzukamen.<ref></ref> Für Allna wurde wie für die übrigen Ortsteile von Weimar (Lahn) ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 18 kB) §; 7. In: Webauftritt. Gemeinde Weimar, abgerufen im Februar 2019.</ref> Als Verwaltungssitz wurde der Ortsteil Niederweimar bestimmt.
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten, denen Allna angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Gericht Oberweimar, auch genannt Reitzberg (Gericht Oberweimar bestand aus den Orten Oberweimar, Niederwalgern, Kehna, Allna, Weiershausen, Hermershausen, Cyriaxweimar, Gisselberg, Ronhauſen und Wolfshausen sowie der Hälfte von Dilschhausen und Elnhausen)<ref name="KF-Hessen" />
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Marburg<ref name="Amt">Die Zugehörigkeit des Amtes Marburg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.</ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Marburg
- ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Marburg
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Kaldern und Reitzberg
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra
- ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Kaldern und Reitzberg<ref name="KHK1818" />
- ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.</ref><ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Landgericht Marburg) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Gemeinde Weinmar
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Weimar
Gerichte seit 1821
Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. In Marburg wurde der Kreis Marburg für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Allna zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt.<ref name="NK" /> Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref><ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)</ref> Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Allna 192 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 36 Einwohner unter 18 Jahren, 84 zwischen 18 und 49, 45 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 66 Haushalten. Davon waren 9 Singlehaushalte, 12 Paare ohne Kinder und 33 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 156 Haushaltungen leben keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: | Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> |
| • 1577: | 26 Hausgesesse |
| • 1630: | 17 Hausgesesse einschließlich 5 Witwen. (5 dreispänniges, 5 zweispänniges, 2 einspänniges Ackerland, 5 Einläuftige) |
| • 1681: | 19 hausgesessene Mannschaften |
| • 1746: | 193 Einwohner |
| • 1780: | 21 Gemeindemänner, 4 Beisassen |
| • 1838: | Familien: 24 nutzungsberechtigte, 80 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisassen |
| Allna: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2011 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 199 | |||
| 1840 | 218 | |||
| 1846 | 220 | |||
| 1852 | 214 | |||
| 1858 | 212 | |||
| 1864 | 223 | |||
| 1871 | 200 | |||
| 1875 | 206 | |||
| 1885 | 227 | |||
| 1895 | 232 | |||
| 1905 | 200 | |||
| 1910 | 201 | |||
| 1925 | 242 | |||
| 1939 | 211 | |||
| 1946 | 352 | |||
| 1950 | 301 | |||
| 1956 | 240 | |||
| 1961 | 220 | |||
| 1967 | 211 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | 214 | |||
| 2005 | 214 | |||
| 2010 | 196 | |||
| 2011 | 192 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; nach 1970: Gemeinde Weimar:<ref name="EW2000" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| Quelle: | Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> |
| • 1861: | 229 evangelisch-lutherische Einwohner |
| • 1885: | 227 evangelische (= 100,00 %) Einwohner |
| • 1961: | 201 evangelische (= 91,36 %), 19 katholische (= 8,64 %) Einwohner |
Historische Erwerbstätigkeit
| Quelle: | Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> |
| • 1746: | Erwerbspersonen: ein Wagner, ein Branntweinbrenner, vier Leineweber, drei Schmiede, vier Schneider, ein Zimmermann, 7 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen. |
| • 1838: | Familien: 23 Ackerbau, 4 Gewerbe, 7 Tagelöhner. |
| • 1961: | Erwerbspersonen: 80 Land- und Forstwirtschaft, 22 Produzierendes Gewerbe, 6 Handel und Verkehr, 11 Dienstleistungen und Sonstiges. |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Zu den Sehenswürdigkeiten Allnas zählt die 1782 erbaute Evangelische Kirche Allna, eine Fachwerkkirche. Die beiden Glocken sind wesentlich älter.<ref>Tafel an der Kirche</ref>
- Am heutigen Bürgerhaus steht ein mittelalterliches Steinkreuz – das sogenannte Sühnekreuz oder Kreppelstein. Es stand ehemals ca. 800 m nördlich von Allna an der Straße Richtung Hermershausen (Abzweig Weiershausen).<ref>H. Riebeling: Steinkreuze und Kreuzsteine in Hessen, 1977, S. 114–115</ref>
Vereine
In Allna existiert eine Freiwillige Feuerwehr mit 22 aktiven Mitgliedern unter der Leitung des Wehrführers Marco Wagner und dessen Stellvertreter Michael Nagy, sowie eine Jugendfeuerwehr, welche zusammen mit Jugendlichen aus Weiershausen arbeitet und zehn Mitglieder zählt, ein Reitverein sowie ein Gemischter Chor.
Literatur
- Vorlage:HessBib
- Suche nach Allna. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
- Ortsteil Allna. In: Webauftritt der Gemeinde Weimar (Lahn).
- Allna, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Allna, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="EW2000"> Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Gemeinde Weimar, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im März 2019. </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 32 und 72, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="KF-Hessen"> Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 370 (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 107 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> </references>
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