Zum Inhalt springen

Rudolf Kauschka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 4. Dezember 2025 um 20:50 Uhr durch imported>SJuergen (Leben: lf).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Rudolf Kauschka (1883-1960).jpg
Rudolf Kauschka
Datei:1914 Kauschka ES.JPG
Kauschka, 1914

Rudolf Friedrich Kauschka (geboren 2. Oktober 1883 in Fugau, Österreich-Ungarn; gestorben 2. April 1960 in Kempten, Bundesrepublik Deutschland) war ein deutschböhmischer Bergsteiger und Rennrodler.

Leben

Rudolf Kauschka zog mit seiner Familie um 1895 aus dem heimischen Fugau (Fukov) nach Weißbach an der Tafelfichte (Bílý Potok pod Smrkem). 1904 beendete er sein Studium und wurde wie sein Vater Zollbeamter.

Kauschka ging als erster Rodeleuropameister in die Geschichte des Rodelsportes ein. 1914 gewann der für Böhmen (damals Teil von Österreich-Ungarn) startende Kauschka auf seiner Hausbahn im heimischen Reichenberg (Liberec) den Titel vor Jakob Platzer aus Sterzing (damals auch Österreich-Ungarn/heute Italien/Südtirol) und seinem ebenfalls österreich-ungarischen Landsmann Richard Simm aus Dessendorf (heute Desná, Böhmen/Tschechien). Bei der Konkurrenz der Doppelsitzer gewann er mit Hans Gfäller hinter dem Duo Erwin Pösselt/Karl Löbelt die Bronzemedaille. Auch bei der zweiten Auflage der Europameisterschaft, die erst 1928 in Schreiberhau stattfand, war Kauschka erfolgreich und errang hinter Fritz Preissler die Silbermedaille. Ein Jahr später gewann er zusammen mit eben jenem Fritz Preissler die Silbermedaille im Doppelsitzer. Der Deutschböhme trat auch bei den Deutschen Meisterschaften an und gewann diese 1922.

Neben seiner Rennrodelkarriere war Rudolf Kauschka ein bekannter Bergsteiger in Nordböhmen. Eine Vielzahl der bedeutendsten Klettergipfel seiner Heimat wurden von ihm ab 1904 erstbestiegen. Ab 1906 war er Mitglied der Sektion Reichenberg des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuOeAV). Während des Ersten Weltkrieges diente Kauschka als Leutnant der 1. Bergführerkompanie an der Ortlerfront. Ab 1920 besuchte er jährlich mit Freunden das Gebiet Lasörling in Osttirol, wo sie sich für die Errichtung der Neuen Reichenberger Hütte einsetzten, die 1926 eröffnet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste er wie die meisten Sudetendeutschen seine Heimat verlassen, 1946 (oder 1947) kam er nach Kempten (Allgäu), wo er 1960 starb.

Kauschka zu Ehren wurde im Juli 1961 von Siegfried Weiß und Wolfgang Ginzel aus Gablonz eine Gedenktafel an der Friedlander Zinne im Isergebirge angebracht. Zudem gibt es den nach ihm benannten Kauschka-Turm. In der Venedigergruppe wurde im Jahre 1959 das Kauschkahorn (2903 m) nach ihm benannt, der Weg zur nahen Neuen Reichenberger Hütte trägt ebenfalls seinen Namen.

Werke

  • Wandern und Klettern. Ein Heimatbuch für Bergfreunde. Mit einem Titelbild und 31 Bildern nach Aufnahmen des Verfassers. Buchschmuck von Karl Johne. Paul Sollor’s Nachf., Reichenberg (Böhmen) [1924].
  • Leben als Gedicht. Eine Auswahl. Eigenverlag, Kempten/Allgäu (Herstellung: Bergverlag Rudolf Rother München) 1958.

Literatur

  • Pavel Fajgl, Otokar Simm, Milan Vrkoslav: Jizerské hory: horolezecký průvodce. Nakladatelství Milan Vrkoslav 1999 (1. Aufl.), NH SAVANA 2010 (2. Aufl.)
  • Albrecht Kittler: Rudolf Kauschka (1883 - 1960). eine biographische Studie über den kletternden Lyriker des Isergebirges, den Rodelmeister und Alpinisten. A. Kittler, Dresden 2008

Weblinks

Commons: Rudolf Kauschka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1914: Rudolf Kauschka | 1928: Fritz Preissler | 1929: Fritz Preissler | 1934: Martin Tietze | 1935: Martin Tietze | 1937: Martin Tietze | 1938: Martin Tietze | 1939: Fritz Preissler | 1951: Paul Aste | 1952: Rudolf Maschke | 1953: Paul Aste | 1954: Fritz Kienzl | 1955: Paul Aste | 1956: Josef Isser | 1962: Josef Lenz | 1967: Leonhard Nagenrauft | 1970: Harald Ehrig | 1971: Horst Hörnlein | 1972: Wolfram Fiedler | 1973: Hans Rinn | 1974: Hans Rinn | 1975: Dettlef Günther | 1976: Wolfram Fiedler | 1977: Anton Winkler | 1978: Paul Hildgartner | 1979: Hans Rinn | 1980: Karl Brunner | 1982: Uwe Handrich | 1984: Paul Hildgartner | 1986: Sergei Danilin | 1988: Georg Hackl | 1990: Georg Hackl | 1992: René Friedl | 1994: Markus Prock | 1996: Jens Müller | 1998: Markus Prock | 2000: Jens Müller | 2002: Markus Prock | 2004: Armin Zöggeler | 2006: Albert Demtschenko | 2008: Armin Zöggeler | 2010: Albert Demtschenko | 2012: Andi Langenhan | 2013: Felix Loch | 2014: Armin Zöggeler | 2015: Semjon Pawlitschenko | 2016: Felix Loch | 2017: Semjon Pawlitschenko | 2018: Semjon Pawlitschenko | 2019: Semjon Pawlitschenko | 2020: Dominik Fischnaller | 2021: Felix Loch | 2022: Wolfgang Kindl | 2023: Max Langenhan | 2024: Jonas Müller | 2025: Jonas Müller | 2026: Jonas Müller Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein