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Tonium

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Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Schmale Geozeitskala Das Tonium ist ein chronostratigraphisches System und eine geochronologische Periode der Geologischen Zeitskala. Es ist das achte System des Proterozoikums und das erste des Neoproterozoikums. Es begann vor Erdzeitalter-Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler Millionen Jahren und endete vor Erdzeitalter-Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler Millionen Jahren, dauerte also {{Erdzeitalter/Dauer}}: Fehler! Das angegebene Zeitalter konnte nicht gefunden werden. Millionen Jahre. Es folgte auf das Stenium und ging dem Cryogenium voraus.

Namensgebung und Definition

Der Name Tonium ist abgeleitet vom Altgriechischen τόνος (tόnos), ausdehnen (τείνειν). Er spielt auf die weitere Ausdehnung der damaligen Kratone an.

Beginn und Ende des Toniums sind nicht durch GSSPs definiert, sondern durch GSSAs (Global Stratigraphic Standard Ages), das heißt auf meist volle 100 Millionen Jahre gerundete Durchschnittswerte radiometrischer Datierungen globaler tektonischer Ruhephasen.

Geologie

Das herausragende geologische Ereignis im Tonium war die Existenz eines einzigen Superkontinentes, Rodinia, der allerdings bereits zu Ende des Toniums wieder zu zerfallen begann. Der endgültige Zerfall kann um 725 mya situiert werden.<ref>Torsvik, T. H. u. a.: Continental breakup and collision in the Neoproterozoic and Paleozoic: A tale of Baltica and Laurentia. In: Earth-Science Reviews. Band 40, 1996, S. 229–258.</ref> In Rodinia waren fast alle Kratone (die alten Festlandkerne der heutigen Kontinente) bereits enthalten. Gleichzeitig existierte analog ein einziger gigantischer Ozean, Mirovia genannt, der den Megakontinent Rodinia umschloss.

Im Tonium fanden Gebirgsbildungsprozesse statt, die allerdings erst zum Teil bekannt bzw. erforscht sind. Der Beginn der Periode überschneidet sich mit dem Ende der Grenville-Orogenese, einer wichtigen gebirgsbildenden Phase, die sich während der Entstehung Rodinias ereignete und während derer u. a. Gebirgszüge im heutigen Osten und Südosten Nordamerikas und auf dem heutigen indischen Subkontinent geformt wurden. Die Grenville-Orogenese war um 980 mya mit der Rigolet Orogeny zu Ende gegangen. Während des Toniums selbst fand u. a. die etwas weniger bedeutende Edmundian Orogeny (ca. 1030 bis 950 mya) statt, die Teile des heutigen Westaustraliens formte.

Das frühe und das mittlere Neoproterozoikum (Zeitraum 900 bis 700 mya) werden in Laurentia von Dehnungstektonik in Ost-West-Richtung geprägt. Dieses gegenüber dem Mesoproterozoikum völlig neue Spannungsregime (es hatte ab 950 mya eine Rotation der Zugspannung von Nordost-Südwest auf Ost-West stattgefunden) sollte ungefähr 200 Millionen Jahre Bestand haben und wird von zahlreichen, sedimentären Formationen im nördlichen Arizona und zentralen Utah dokumentiert.

Im europäischen Raum (Schottland und Baltica) war es im Verlauf der Grenville-Orogenese zwischen 1100 und 1000 mya zur Andockung Amazonias von Süden gekommen. Die relativ weiche Kollision ohne bedeutende Krustenverdickung betraf neben den Svekonorwegiden das Midland Valley Schottlands und das Grundgebirge des nordwestlichen Irlands. Zwischen 930 und 870 mya löste sich Baltica von Laurentia und Amazonia entlang eines Riftgrabens. Das sich öffnende Rift war von einer längeren Periode mit erhöhtem Magmatismus, Granitintrusionen und Metamorphose begleitet (beispielsweise im südlichen Norwegen um 915 mya von posttektonischen Graniten und in Schottland von 870 Millionen Jahre alten Mafiten und Granitgneisen der West Highlands, die der Glenfinnan Group und der Loch Eil Group angehören).

Die Svekonorwegiden waren ab 1100 mya in ihre Hauptverformungsphase getreten (D6) mit granulitfazieller Metamorphose und zwei Generationen von Granitintrusionen. Das Spätstadium (D7) begann ab 1025 mya und zog sich bis etwa 950 mya hin. Nachdem um 1025 mya Dolerit-Lagergänge eingedrungen waren, kam es zu Nord-Süd-orientierter Faltung und dem Aufdringen mittelkörniger, spät-svekonorwegischer Granite. Danach entstanden konjugierte Scherzonen und der Faltungsstil drehte auf Ost-West-Richtung. In der ab 945 mya einsetzenden posttektonischen Phase wurde das Orogen herausgehoben und von spröder Verwerfungstektonik erfasst. Die posttektonische Phase wird von zwei Granit-Intrusionsphasen begleitet mit mittelkörnigen Graniten um 945 mya und posttektonischen Graniten um 915 mya. Um 800 mya eingedrungene, Ostnordost-Westsüdwest-streichende Metagabbro-Gänge markieren das definitive Ende des herausgehobenen Orogens, das schließlich um 725 mya zu einer vorkambrischen Einebnungsfläche reduziert wurde.<ref>Starmer, I. C.: The Sveconorwegian Orogeny in southern Norway, relative to deep crustal structures and events in the North Atlantic Proterozoic Supercontinent. In: Norsk Geologisk Tidsskrift. Band 73, 1993, S. 109–132.</ref>

Biologische Entwicklung

Erstmals treten molekulare Signaturen moderner Eukaryoten auf.<ref>Fabien Kenig: Infancy of sterol biosynthesis hints at extinct eukaryotic species. In: Nature. Band 618, 7. Juni 2023, S. 678–680, doi:10.1038/d41586-023-01816-1 (nature.com).</ref> Ab 850 bis 800 mya war die Erde nach einer fast 1000 Millionen Jahre dauernden Ruhepause während des (bislang inoffiziellen) Rodiniums in einen zweiten Zyklus großer Umweltinstabilität eingetreten. Zu Anfang dieses Intervalls hatten die Stromatolithen eine enorme Ausbreitung und Diversifizierung erfahren, erlebten aber gegen 800 mya einen drastischen Artenrückgang.<ref>Grotzinger, J. P. und Knoll, A. H.: Stromatolites in Precambrian carbonates: evolutionary milestones or environmental dipsticks? In: Annual Reviews of Earth and Planetary Sciences. Band 27, 1999, S. 313–358.</ref>

Stratigraphie

Bedeutende Sedimentbecken und geologische Formationen

Geodynamik

Orogenesen

Magmatismus

  • Glenfinnan Group in den West Highlands von Schottland mit tholeiitischen Amphiboliten (Metabasalte) – 870 mya
  • Loch Eil Group in Schottland mit tholeiitischen Amphiboliten – 870 mya
  • Mittelkörnige, spät-svekonorwegische Granite – 1000 bis 990 mya und 945 mya
  • Posttektonische Granite der Svekonorwegiden – 915 ± 35 mya
    • Herefoss-Granit in Südnorwegen<ref>Starmer, I. C.: The Proterozoic evolution of the Bamble Sector shear belt, southern Norway: correlations across southern Scandinavia and the Grenvillian controversy. In: Precambrian Research. Band 49, 1991, S. 107–139.</ref>
    • Høvringsvatn-Granitkomplex im südlichen Norwegen – 945 Millionen Jahre BP<ref>Pedersen, S.: Rb-Sr age determinations on Late Proterozoic granitoids from the Evje area, South Norway. In: Bulletin of the Geological Society of Denmark. Band 29, 1981, S. 129–143.</ref>
    • Bohus-Granit im südwestlichen Schweden

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />