Dolichocephalie
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| Q67.2 | Dolichozephalie |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11
Mit dem Begriff Dolichocephalie (auch Skaphozephalie, Dolichozephalie, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ‚lang‘; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚Kopf‘) wird in der Humanmedizin eine besondere Kopfform beschrieben, die sich durch eine asymmetrisch lange, schmale Schädelform (Langschädel) kennzeichnet. Diese Schädelverformung ist weder künstlich noch durch sonstige äußere Umstände entstanden, sondern durch eine angeborene genetische Veranlagung bedingt.<ref>W. Schuster, D. Färber (Herausgeber): Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Band I, S. 395, 2. Aufl., Springer 1996, ISBN 3-540-60224-0.</ref>
Neben dieser häufigsten Form einer Normvariante der Schädelform kann eine Dolichozephalie Hinweis auf eine Erkrankung sein, siehe unter Ursache.
Bei Hunden ist die Dolichocephalie die physiologische Schädelform, im Gegensatz zur Brachycephalie bei kurzköpfigen Hunderassen.
Ursache
Bei Menschen mit einem Dolichocephalus hat sich in der Entwicklung die Sagittalnaht (Sutura sagittalis) unüblich früh verknöchert (Kraniosynostose), sodass es zu einem Ungleichgewicht zwischen dem Längen- und Breitenwachstum des Kopfes gekommen ist, in dessen Folge das Längenwachstum das Breitenwachstum im Verhältnis deutlich übertroffen hat.<ref>Markus Becker: Gesichtsform und Attraktivität. Diplomarbeit in der Fachrichtung Psychologie der Universität des Saarlandes, Saarbrücken 2003 [1] hier S. 10</ref>
Überdurchschnittlich häufig kommt Dolichocephalie bei Menschen mit dem Marfan-Syndrom, dem Edwards-Syndrom (Trisomie 18), Prader-Willi-Syndrom und dem Wolf-Hirschhorn-Syndrom vor, aber auch beim N-Syndrom.
Weitere Syndrome mit Dolichozephalie als Merkmal sind: German-Syndrom<ref>Eintrag zu German-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref>, Kranioektodermale Dysplasie, Tricho-dento-ossäres Syndrom und Trisomie 10p.<ref name="Leiber"></ref>
Künstliche Formung
Darüber hinaus hat es in der Menschheitsgeschichte immer wieder Kulturen gegeben, die den sogenannten Langschädel als Schönheitsideal verstanden. Mittels verschiedener Methoden wurden Kinderschädel bewusst so deformiert, dass die entsprechende Kopfform entstand. Beispiele finden sich bereits bei den Neandertalern sowie bei zahlreichen Völkern wie etwa den Paracas, Chinook oder Mangbetu.
Im Alten Ägypten waren Darstellungen dolichocephaler Schädel ein charakteristisches Merkmal der Kunst der Amarna-Periode. Besonders häufig wurden die Töchter Echnatons mit dolichocephaler Kopfform dargestellt.<ref>Ludwig Borchardt: Porträts der Königin Nofret-ete aus den Grabungen 1912/13 in Tell el-Amarna. Leipzig : Hinrichs, 1923 (archive.org [abgerufen am 4. Februar 2026]).</ref> Über die Ätiologie dieser Darstellungen besteht bis heute kein wissenschaftlicher Konsens. Sowohl künstlerische Stilisierungen als auch medizinische Erklärungsansätze, etwa in Form von Erkrankungen, werden in der Forschung diskutiert.<ref>Heinrich (1868-1957) Schäfer: Schäfer, Heinrich - Amarna in Religion und Kunst (1931). 1931 (archive.org [abgerufen am 4. Februar 2026]).</ref>
Siehe auch
- Schädelmanipulation bei indigenen Völkern Lateinamerikas
- Turmschädel
- Makrozephalie (Großköpfigkeit)
- Mikrozephalie (Kleinköpfigkeit)
Einzelnachweise
<references />