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Makuva

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Makuva

Gesprochen in

Osttimor
Sprecher 56
Linguistische
Klassifikation
  • Makuva
Offizieller Status
Sonstiger offizieller Status in OsttimorDatei:Flag of East Timor.svg Osttimor (Nationalsprache)
Sprachcodes
ISO 639-1
ISO 639-2 paa
ISO 639-3 lva
Datei:Sprachen Osttimors.png
Die größten Sprachgruppen in den Sucos Osttimors.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ergebnisse der Volkszählung von 2010 der einzelnen Sucos (Memento vom 23. Januar 2012 im Internet Archive), Statistisches Amt Osttimors</ref>
Datei:Makuva.png
Anteil von Makuva-Muttersprachlern in den Sucos Osttimors.

Makuva (Makuwa, Maku'a, Lovaia, Lovaea) ist eine Ethnie aus dem östlichsten Teil Osttimors.

Ihre ursprünglichen Heimatdörfer waren Loiquero (Loikere) und Porlamano (Polamanu). 1946 wurden sie in den Ort Mehara (Verwaltungsamt Tutuala, Gemeinde Lautém) zwangsumgesiedelt.<ref name="Hullbalsic">Geoffrey Hull: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Languages of East Timor: Some Basic Facts (Memento vom 19. Januar 2008 im Internet Archive)</ref> Heute sind die Mitglieder über Osttimor verstreut. Im Jahre 2015 lebten von den 121 Muttersprachlern 33 in der Gemeinde Baucau, 44 in Dili, 13 in Viqueque und nur noch drei in der Gemeinde Lautém. Die anderen Makuva-Sprecher verteilen sich auf die anderen Gemeinden des Landes.<ref name="Cen2015">Direcção-Geral de Estatística: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ergebnisse der Volkszählung von 2015 (Memento vom 17. Oktober 2020 im Internet Archive).</ref> 2024 wurde berichtet, dass nur noch 56 Personen Makuva sprechen.<ref name="Tat2024TdM"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Timor-Leste assinala Dia Mundial da Língua Materna (Memento vom 24. Februar 2024 im Internet Archive), Tatoli, 22. Februar 2024</ref>

Sprache

Makuva ist eine Malayo-polynesische Sprache des Timorzweigs, die vom Aussterben bedroht ist. Die jüngere Generation spricht zumeist die Nationalsprache Fataluku, die zu den Papuasprachen gehört.<ref name="Hullbalsic" /> Noch Mitte des 20. Jahrhunderts war Makuva in der Gemeinde Lautém deutlich weiter verbreitet, doch geht man davon aus, dass die ursprünglich Makuva sprechende Bevölkerung mit der Zeit immer mehr von den Fataluku assimiliert wurde.<ref name="AMW2">Andrew McWilliam: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Austronesians in linguistic disguise: Fataluku cultural fusion in East Timor (Memento vom 7. November 2014 im Internet Archive) (PDF; 171 kB)</ref> Die indonesische Operation Donner führte 1999 auch in der Region zu schweren Umwälzungen. Die Dörfer, in denen Makuva gesprochen wurde, wurden zerstört. Die Bevölkerung wurde nach Westtimor deportiert oder floh in die umliegenden Höhlen. Jene drei Makuva-Sprecher, die Linguisten als Referenz dienten, haben die damaligen Ereignisse möglicherweise nicht überlebt.<ref name="Hajek">John Hajek: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Towards a Language History of East Timor (Memento vom 28. Dezember 2013 im Internet Archive), Quaderni del Dipartimento di Linguistica - Università di Firenze 10 (2000): S. 213–227</ref>

Fataluku hat aber umgekehrt viele austronesische Lehnwörter übernommen.<ref name="AMW2" /> Der niederländische Linguist Aone van Engelenhoven sieht in Makuva weniger eine aussterbende Sprache, als eine „Sprache in Koma“, ähnlich dem Latein. Makuva sei demnach eine rituelle Sprache, die Ausgewählte erst mit etwa 60 Jahren lernen.<ref name="Hagers">Steven Hagers: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />A forgotten language on East Timor (Memento vom 17. Oktober 2013 im Internet Archive), Kennislink.</ref> Er merkt dabei an, dass „Lovaia“ als Eigenbezeichnung bevorzugt wird. „Makuva“ ist ein altes Wort in Fataluku, das schlicht „Idiot“ heißt. Die Bezeichnung wurde von Fataluku aus dem Westen verwendet, die die Sprache der Menschen in der Region von Tutuala nicht verstanden. Als Sprecher der „fata lukunu“ (wörtlich „die korrekte Sprache“ oder „klare Rede“) war für die Leute aus den Westen jede andere Sprache automatisch inkorrekt und so im Allgemeinen keine richtige Sprache.<ref>Aone van Engelenhoven: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hide and Seek in the Deer’s Trap:Language Concealment and Linguistic Camouflage in Timor Leste (Memento vom 2. November 2018 im Internet Archive), S. 7, Leiden University.</ref>

Makuva ist dem Meher-Dialekt der nahen indonesischen Insel Kisar ähnlich. Die Herkunft der Sprache ist aber noch nicht ganz klar. Während es möglich ist, dass Makuva ein Ableger des Meher auf Timor ist, deuten einige Anzeichen, wie seine archaische Natur darauf hin, dass es selbst die Urform des Meher und anderer verwandter Sprachen zwischen Timor und Neuguinea ist. Nach dieser Hypothese wäre Osttimor das Sprungbrett für die Austronesation der östlich gelegenen Region bis hin zu den Südmolukken außer Wetar und den Aru-Inseln.<ref name="Hullbalsic" />

Makuva ist eine der 15 in der Verfassung anerkannten Nationalsprachen Osttimors.

Zahlen in Makuva<ref name="Hullbalsic" />
Zahl Makuva
1 itetlá
2 urua
3 okelo
4 o'aka
5 olima
6 oneme
7 oíko
8 oava
9 osia
10 ideli

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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