Oswald Seitter
Oswald Seitter (* 10. Juli 1936 in Kleinaspach, heute Aspach, Rems-Murr-Kreis; † 12. Februar 2010) war ein deutscher Jurist und Justitiar. Er war von 1984 bis 1996 Präsident der Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Leben und Beruf
Seitter studierte nach der Schule Rechtswissenschaften. Am Ende seines Studiums promovierte er an der Universität Tübingen zum Dr. jur. und war dann als Rechtsanwalt und Justitiar tätig. Einer seiner Schwerpunkte war das Gaststättenrecht, zu dem er 1974 ein Buch veröffentlichte. Als Anwalt war er außerdem im Ausländerrecht tätig und vertrat oft ausländische Christen, die von Abschiebung in Länder bedroht waren, in denen sie wegen ihres Glaubens gefährdet waren.<ref name="ead" /><ref>Gericht verfügt Rückführung deutscher Kinder nach Thailand. In: ead.de. Evangelische Allianz Deutschland, 6. November 2008, abgerufen am 11. März 2026.</ref>
Im Kreisverband Backnang der CDU Baden-Württemberg war er von 1968 bis 1972 Vorsitzender und von 1971 bis 1972 Geschäftsführer.<ref>Reinhard Schreiner: Namen und Daten aus sechs Jahrzehnten Parteiarbeit. Die Vorsitzenden und Geschäftsführer der CDU-Landes-, Bezirks- und Kreisverbände seit 1945. In: kas.de. Konrad Adenauer Stiftung, 2012, abgerufen am 11. März 2026.</ref>
Kirchliches Engagement
Schon in jungen Jahren war Seitter ehrenamtlicher Mitarbeiter in der örtlichen Kirchengemeinde. Er war Jungscharleiter, Mitglied im örtlichen CVJM-Vorstand und Bezirksleiter des Evangelischen Jugendwerks. 1971 bis 1990 war er stellvertretender Vorsitzender des Ludwig-Hofacker-Kreises. Ferner war er im Landesbrüderrat der Altpietistischen Gemeinschaft und bei der Liebenzeller Mission tätig. Daneben engagierte er sich beim Weißen Kreuz, bei der Paulinenpflege Winnenden und im Verband Schwäbischer Feierabendheime.
1966 wurde Seitter erstmals in die Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gewählt, der er bis 1995 angehörte. Die 7. Landessynode wählte ihn 1966 zum Schriftführer. In der 8. und 9. Landessynode gehörte er dem Ständigen Ausschuss der Landessynode an und war auch stellvertretender Vorsitzender zweier weiterer Ausschüsse. Die 10. Landessynode wählte Seitter 1984 zu ihrem Präsidenten und damit zum Nachfolger von Martin Holland. Auch in der 11. Landessynode 1990 wurde Seitter in seinem Präsidentenamt bestätigt. Am Ende der Legislaturperiode verzichtete Seitter jedoch auf eine weitere Kandidatur. Seine Nachfolgerin wurde 1996 Dorothee Jetter. Ab 1969 gehörte Seitter auch mehrere Jahre der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland an. Er starb überraschend am 12. Februar 2010.<ref name="ead">Trauer über den Tod von Oswald Seitter Evangelische Allianz, aufgerufen am 15. März 2016</ref>
Auszeichnungen und Ehrungen
- 1994: Bundesverdienstkreuz am Bande für seinen „dynamischen Einsatz für Kirche und Allgemeinheit“<ref>Deutsches Archivportal</ref><ref name="ead" />
Schriften (Auswahl)
- Die Rechtsnatur des Gnadenakts. Tübingen 1962, DNB 481197273 (Dissertation).
- Rechtsbuch des Hoteliers und Gastwirts: unter besonderer Berücksichtigung des neuen Gaststättengesetzes. Matthaes Verlag, Stuttgart 1974, ISBN 3-87516-137-8 (mehrfach überarbeitet und erweitert neu aufgelegt, zuletzt 5. Auflage 2000).
- Gaststättenrecht: Kommentar zum Gaststättengesetz mit den einschlägigen Vorschriften des Bundes und der Länder. Begründet von Egon Hoffmann. 2., überarbeitete Auflage. C.F. Müller Verlag, Heidelberg 1979, ISBN 3-8114-1779-7 (von der 2. bis zur 4. Auflage 1995 bearbeitet von Oswald Seitter, 5. Auflage 2003 fortgeführt von René Pöltl).
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Seitter, Oswald |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Justitiar |
| GEBURTSDATUM | 10. Juli 1936 |
| GEBURTSORT | Aspach (bei Backnang)-Kleinaspach |
| STERBEDATUM | 12. Februar 2010 |