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Hirtenmaina

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Hirtenmaina
Datei:Common Myna (Acridotheres tristis) on Kapok (Ceiba pentandra) in Kolkata W IMG 4297.jpg

Hirtenmaina in ihrer natürlichen Heimat Kolkata (Region Bengalen in Indien).

Systematik
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Stare (Sturnidae)
Unterfamilie: Sturninae
Tribus: Sturnini
Gattung: Mainas (Acridotheres)
Art: Hirtenmaina
Wissenschaftlicher Name
Acridotheres tristis
(Linnaeus, 1766)
Datei:Acridotheres tristis - Common Myna XC518361.mp3

Die Hirtenmaina oder der Hirtenstar (Acridotheres tristis) ist eine ursprünglich asiatische Singvogelart aus der Familie der Stare. Als Allesfresser, der ursprünglich in offenen Wäldern beheimatet war, erwies sich die Hirtenmaina als Kulturfolger, der außerordentlich gut an urbane Ökosysteme angepasst ist.

Die Anzahl der Hirtenmainas hat durch menschliche Einflüsse zugenommen und die IUCN hat die Art im Jahr 2000 in eine Liste von invasiven Neobiota aufgenommen.<ref name="Lowe et al">S. Lowe, M. Browne, S. Boudjelas, M. de Poorter: 100 of the World’s Worst Invasive Alien Species. A selection from the Global Invasive Species Database. The Invasive Species Specialist Group (ISSG), a specialist group of the Species Survival Commission (SSC) of the World Conservation Union (IUCN), Auckland, 2000.</ref>

Merkmale

Dieser 25 Zentimeter lange Vogel ist hauptsächlich braun gefärbt, Kopf und Brust sind dunkelgrau und die Flügelbinden, Bürzel und Steiß sind cremeweiß gefärbt; der Schnabel, die nackte Haut um die Augen und die kräftigen Beine sind gelb. Beide Geschlechter sehen sich ähnlich.

Vorkommen

Die Hirtenmaina stammt ursprünglich aus dem südlichen Asien von Afghanistan über Indien bis nach Sri Lanka. Die Art hat sich inzwischen in Mittelasien weit nach Norden ausgebreitet. Vom Menschen wurde sie in Südafrika, Australien, Neuseeland und Nordamerika, in den USA vor allem in Florida und Hawaii eingebürgert. Sie lebt in Savannen, Busch und Feldern, aber auch innerhalb der Stadtgebiete.

Hirtenmaina als invasive Art

Datei:Acridotheres tristis -Sydney, Australia-8.jpg
Hirtenmaina in Sydney, Australien

Aufgrund ihrer Fähigkeit, Insektenpopulationen zu reduzieren, wurden Hirtenmainas vielfach vom Menschen in neue Regionen eingeführt. In menschlichen Siedlungen und deren Umfeld konkurrieren sie allerdings auch mit den einheimischen Vögeln um Nisthöhlen und Nahrung. Auf einigen Inseln wie Hawaii und Fidschi erbeutet sie die Eier und Küken anderer Vögel. Sie stellt eine Bedrohung für die einheimische Tierwelt, insbesondere für Papageien und andere Vogelarten, in Australien und anderswo dar.<ref name="IBW">Invasive Birds. Introduced Birds Weblog, abgerufen am 11. Februar 2011.</ref> Die Hirtenmaina wird vom Bundesamt für Naturschutz als Bedrohung für die angestammten Ökosysteme eingestuft. Die Hirtenmaina steht deshalb auf der Liste der 100 of the World’s Worst Invasive Alien Species.<ref>Acridotheres tristis bei Global invasive species database</ref>

Die Hirtenmaina ist 2019 in die „Liste der unerwünschten Spezies“ für die Europäische Union aufgenommen worden.

Verhalten

Die Hirtenmaina ist außerhalb der Brutzeit ein geselliger Vogel, der an offenen Plätzen, in Gärten oder auf Straßen nach Früchten, Samen, Insekten, Würmern und Lebensmittelresten sucht. In der Dämmerung versammeln sich große Schwärme zum Schlafen in Bäumen und rufen mit gurgelnden, quiekenden und klickenden Tönen. Der Vogel kann auch menschliche Stimmen nachahmen.

Fortpflanzung

Datei:Starr 040617-0005 Pennisetum clandestinum.jpg
Die Eier sind leuchtend türkisblau gefärbt, Gelege auf Maui, Hawaii
Datei:Common Myna (Acridotheres tristis)- Immature at nest in Kolkata I IMG 7877.jpg
Jungvogel im Nest

Die Hirtenmaina baut ein einfaches Schalennest aus Gras, Wurzeln und Zweigen in Baumhöhlen oder Gebäudenischen. Zwei bis fünf Eier werden von beiden Elternteilen etwa zwei Wochen lang bebrütet. Die Jungvögel werden nach vier bis fünf Wochen flügge, werden aber noch eine Zeit lang von ihren Eltern gefüttert.

Literatur

  • Richard Grimmett, Carol Inskipp, Tim Inskipp: Birds of India, Pakistan, Nepal, Bangladesh, Bhutan, Sri Lanka and the Maldives. Christopher Helm, London 1998, ISBN 0-691-04910-6.
  • Colin Harrison, Alan Greensmith: Vögel. Dorling Kindersley, Starnberg 2005, ISBN 3-8310-0785-3.
  • Vögel. Parragon, Bath 2006, ISBN 1-4054-5506-3.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Hirtenmaina (Acridotheres tristis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien