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Heiterblick

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Wappen von Leipzig
Wappen von Leipzig
Heiterblick
Stadt- und Ortsteil von Leipzig
Datei:Leipzig Ortsteil 25 Heiterblick.svg
Koordinaten 51° 21′ 40″ N, 12° 27′ 55″ OKoordinaten: 51° 21′ 40″ N, 12° 27′ 55″ O
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Fläche 3,28 km²
Einwohner 3576 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte 1090 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1930
Postleitzahl 04329
Vorwahl 0341
Stadtbezirk Ost
Verkehrsanbindung
Eisenbahn Leipzig–Eilenburg
S-Bahn S 4
Straßenbahn 3
Bus 79
Quelle: statistik.leipzig.de (auf den Ortsteil bezogen)

Heiterblick ist ein Stadtteil und zugleich Ortsteil im Stadtbezirk Ost von Leipzig.

Lage

Heiterblick grenzt an die Stadtteile Paunsdorf, Thekla und Schönefeld.

Geschichte

Datei:Der heitere Blick 1813.jpg
Ansicht des Vorwerks Heiterblick nach der Völkerschlacht, 1815

Der Name bezieht sich vermutlich auf eine kleine Erhebung in der Nähe, die auf alten Karten als „Berg zum Heiterblick“ oder auch „Berg zum heiteren Blick“ bezeichnet ist.

Die Nutzung des Gebietes begann um 1540, als die Herren des nahe gelegenen Rittergutes Abtnaundorf an der Landstraße nach Taucha das Vorwerk Heiterer Blick errichten ließen. Das Vorwerk wurde in den Jahren 1796 bis 1800 neu errichtet und fortan – im Unterschied zu den Gebäuden des alten Abtnaundorfer Gutes – als „Neues Haus“ bezeichnet. Nachdem das Vorwerk bei den Kämpfen der Völkerschlacht abgebrannt war, wurde es samt einer Gaststätte wieder aufgebaut und entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel vor allem für Leipziger Künstler.

1899 wurde etwa 300 Meter nordöstlich des Vorwerks, aber auf Portitzer Flur gelegen, das Erziehungsheim Heiterer Blick (auch Fregestift) eröffnet, finanziert aus einem Legat des Juristen und Universitätsprofessors Woldemar Frege, das der Stadt unterstellt wurde und bis 1993 existierte.<ref>ehem. Kinderheim Heiterblick. In: Leipzig-Days. Abgerufen am 3. September 2022.</ref> In seiner Zeit als Spezial- und Durchgangskinderheim Heiterblick in der DDR war das Heim von Gewalt, strengen Disziplinierungsmaßnahmen und institutionalisierter Isolation geprägt.<ref>Das Kinderheim Heiterblick: Biographische Brüche und gesellschaftlicher Wandel in der DDR. Abgerufen am 30. März 2026.</ref> 1888 wurde an der Bahnstrecke Leipzig–Eilenburg der Haltepunkt Heiterblick (seit 1931: Leipzig-Heiterblick) eröffnet, der damals noch auf der Flur von Thekla lag. 1927 erhielt Heiterblick Straßenbahnanschluss, als die Linie 23 nach Taucha eröffnet wurde.

Datei:Heiterblick.jpg
Vorwerk Heiterer Blick (1891)

Heiterblick gehörte administrativ zur Gemeinde Abtnaundorf und wurde am 1. April 1930 mit dieser zusammen nach Leipzig eingemeindet.

Ab 1935 wurde bei der Aufrüstung der Wehrmacht die Kaserne Heiterblick der Luftwaffe (Flak) erbaut. Sie wurde nach 1945 bis zum Abzug Anfang der 1990er Jahre von der Sowjetarmee weitergenutzt. Die Reste wurden 2005 abgerissen.<ref>Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Objektdatenbank. Abgerufen am 20. September 2025.</ref>

Während bis Anfang der 1990er Jahre der ursprüngliche, hauptsächlich durch Felder und Natur geprägte Charakter des Stadtteils zum großen Teil erhalten geblieben war, bestimmen heute vor allem die Gewerbegebiete entlang der Torgauer Straße das Bild Heiterblicks, darunter das 2006 eröffnete, 75.000 m² große Amazon-Logistikzentrum.<ref>Logistikzentrum Leipzig. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. August 2016; abgerufen am 24. Januar 2021.</ref>

1992 wurde in der neuen Kommunalstruktur der 88 Hektar große Stadtteil Heiterblick durch Hinzunahme von Flächen benachbarter Stadtteile zur 328 Hektar großen administrativen Einheit Ortsteil Heiterblick erweitert. Der bei weitem größte Anteil (187 Hektar) kam dabei von Paunsdorf, der unter anderem das seit den 1990er Jahren neu entstandene Siedlungsgebiet Kiebitzmark enthält, das von Einfamilienhäusern geprägt ist. Aufgrund des Wohnraumbedarfs in Leipzig beschloss der Stadtrat 2024, südlich davon einen weiteren Bebauungsplan unter dem Titel Stadtquartier Heiterblick Süd aufzustellen<ref name="stadtquartier">Stadtquartier Heiterblick Süd. In: leipzig.de. Stadt Leipzig, abgerufen am 23. Dezember 2025.</ref>. Es handelt sich um bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen zwischen der Paunsdorfer Allee im Westen und der Bundesautobahn 14 im Osten. Mit diesem Quartier, das als „größtes kommunales Wohnungsbauvorhaben der Stadt“ bezeichnet wird, soll Wohnraum für 4000 Menschen geschaffen werden<ref name="stadtquartier"/>.

Erla-Maschinenwerk

Für den Bau und die Reparatur von Flugzeugen wurde 1934 die Erla-Maschinenwerk G.m.b.H. in Leipzig-Heiterblick gegründet, die bis 1945 produzierte und auch Betriebsteile in anderen Stadtteilen hatte. Vorläufer der Erla-Maschinenwerk G.m.b.H. war die 1933 gegründete „Eisen- und Flugzeugwerk Erla G.m.b.H.“ in Erla im Erzgebirge. Erla war hinsichtlich der gebauten Stückzahlen neben der Messerschmitt GmbH in Regensburg und den Wiener Neustädter Flugzeugwerken der größte Produzent des deutschen Standardjagdflugzeuges Messerschmitt Bf 109. Von 1943 bis April 1945 gab es bei den Erla Maschinenwerken Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald.

Bevölkerung

Jahr Einwohner<ref>Stadt Leipzig. Bevölkerungsbestand. In: statistik.leipzig.de. Abgerufen am 24. März 2026.</ref>
2000 4.026
2005 4.091
2010 3.941
2015 3.689
2020 3.662
2025 3.576

Stand: 31.12. des jeweiligen Jahres

Politik

Bei den Wahlen zum Sächsischen Landtag gehört Heiterblick zum Wahlkreis Leipzig 2, bei Bundestagswahlen zum Bundestagswahlkreis Leipzig I (Wahlkreis 152).

Die Bundestagswahl 2025 führte bei einer Wahlbeteiligung von 86,3 % zu folgendem Zweitstimmenergebnis:

Partei Heiterblick
2021<ref>Bundestagswahl am 26. September 2021. Ergebnisse und Analysen. (PDF) In: static.leipzig.de. S. 79, 83, abgerufen am 20. Dezember 2025.</ref>
Heiterblick
2025<ref>Stadt Leipzig - Heiterblick. Bundestagswahl 23.02.2025 - Zweitstimmen. In: wahlergebnis.leipzig.de. Abgerufen am 20. Dezember 2025.</ref>
Stadt Leipzig
2025<ref>Stadt Leipzig. Bundestagswahl 23.02.2025 - Zweitstimmen. In: wahlergebnis.leipzig.de. Abgerufen am 20. Dezember 2025.</ref>
AfD 18,5 % 31,2 % 21,9 %
CDU 20,7 % 25,6 % 16,6 %
SPD 28,4 % 11,8 % 10,7 %
Die Linke 08,4 % 11,0 % 22,5 %
BSW 09,4 % 07,4 %
FDP 11,5 % 04,0 % 03,2 %
Bündnis 90/Die Grünen 05,5 % 03,8 % 13,6 %
Sonstige 07,0 % 03,3 % 04,1 %

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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