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Fränkel schuf mit der Siedlung eines der wichtigsten Beispiele des sogenannten „Reform-Wohnungsbaus“ in Berlin. In einer Übertragung der englischen Gartenstadtidee sollten in Abkehr von den engen – am Ende des 19. Jahrhunderts gebauten – Mietskasernen helle Wohnungen mit großflächigen Innenhöfen errichtet werden. Abweichend von der ursprünglichen Idee der Gartenstadt, dem Wohnen im Grünen am Stadtrand, wurde hier eine Wohnanlage mitten im ursprünglich industriell geprägten Stadtteil errichtet, deren Grünanlagen sich vorwiegend in den Innenhöfen, zwischen den Häusern befinden.<ref>Berliner Gartenstadt Atlantic: Mit Renditenverzicht gegen Gentrifizierung, Rita und Michael Wolffsohn im Gespräch mit Ute Welty, Beitrag vom 6. April 2019 in Deutschlandfunk Kultur</ref>
Herzstück der Anlage war die an der Behmstraße gelegene Lichtburg, eines der besten Beispiele der klassischen Moderne in der deutschen Hauptstadt und bedeutender Unterhaltungskomplex im Berlin der 1920er Jahre. Neben Tanzsälen war hier auch ein Großkino mit 2000 Sitzplätzen untergebracht.
Die geografische Lage am Rande des französischen Sektors, nahe der Sektorengrenze zum sowjetischen Sektor, führte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zum langsamen Niedergang des Viertels. Nach dem Bau der Berliner Mauer wurde die Lichtburg 1962 geschlossen und noch einige Jahre als Weizen- und Konservendepot der Senatsverwaltung für Wirtschaft genutzt. Im Jahr 1970 wurde das Gebäude abgerissen.
Mit der Lichtburg-Stiftung haben Michael Wolffsohn und seine Frau Rita eine Institution gegründet, die neben den vorhandenen Gewerbebetrieben sowie medizinischen und medizinnahen Dienstleistern kulturelle und künstlerische Einrichtungen in die Gartenstadt integriert und fördert. So befinden sich in der Anlage folgende Einrichtungen:
2004: Auszeichnung beim Wettbewerb „Das beste Konzept für innerstädtisches Wohnen“ der Stiftung Lebendige Stadt
2006–2009: Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission für den „Welttag der Kulturellen Vielfalt“
2017 Auszeichnung Hochschullehrer des Jahres an Michael Wolffsohn, emeritierter Professor für Neue Geschichte an der Universität der Bundeswehr München, der „als Wissenschaftler, Publizist und Querdenker mit Worten und Taten überzeugt und mit der Gartenstadt Atlantic inmitten von Berlin ein einzigartiges interkulturelles Wohn- und Vorzeigeprojekt verwirklicht hat“.
Gerwin Zohlen (Hrsg.): Rudolf Fränkel, die Gartenstadt Atlantic und Berlin.Niggli, Sulgen/Zürich 2006, ISBN 3-88506-572-X.
Rita und Michael Wolffsohn: Arbeit im Mikrokosmos Gartenstadt Atlantic. In: Manfred Jochum (Hrsg.): Kultur – Harmonie und Konflikt. Europäisches Forum Alpbach, StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2009, ISBN 3-7065-4781-3, S. 123–129.
Gerardo Brown-Manrique: Rudolf Fränkel and Neues Bauen: Work in Germany, Romania and the United Kingdom. Wasmuth, Tübingen 2009, ISBN 978-3-8030-0695-0.
Thomas Will#, Ralph Lindner (Hrsg.): Gartenstadt – Geschichte und Zukunftsfähigkeit einer Idee. Thelem-Verlag, Dresden 2012.