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Universum Box-Promotion

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. September 2025 um 09:00 Uhr durch imported>Hodsha (1984 bis 2013: Gramm.).
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Die Universum Box-Promotion GmbH (kurz UBP) ist ein Hamburger Boxstall.

Geschichte

1984 bis 2013

Die Gesellschaft wurde von Klaus-Peter Kohl gegründet und bis 2011 geleitet. Seit 1984 wurden professionelle Boxkämpfe veranstaltet. Universum arbeitete zunächst mit dem Bezahlsender Premiere zusammen.<ref name=":0">Kohl: "Wichtig waren vor allem die Sportler". In: Der Tagesspiegel. Abgerufen am 22. September 2019.</ref> Bis 2005 war Peter Hanraths Geschäftsführer des Boxstalls,<ref>Hartmut Scherzer: Klaus-Peter Kohl: Das Box-Universum stürzt ein. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 22. September 2019]).</ref> der zuvor beim Konkurrenten Wilfried Sauerland beschäftigte Jean-Marcel Nartz arbeitete von 2002<ref>Seitenwechsel am Boxring. In: Der Tagesspiegel. Abgerufen am 22. September 2019.</ref> bis 2009 als technischer Leiter für Universum.<ref name=":0" />

Die Heimat des Boxstalls waren die Räumlichkeiten einer früheren Schreinerei in der Walddörferstraße im Hamburger Stadtteil Wandsbek, die zu einer Trainingshalle umgebaut worden waren,<ref>Carsten Harms: Kohls Jubiläum: Von Wandsbek in die weite Welt des Profiboxens. In: Die Welt. 24. Februar 2009 (welt.de [abgerufen am 25. September 2019]).</ref> und im Dezember 1993 mit einem Kampfabend unter der Losung „Raus aus der Ritze!“ eingeweiht wurde.<ref>Profiboxen: Raus aus der Ritze. In: Hamburger Abendblatt. 15. Dezember 1993, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> Trainer Fritz Sdunek übernahm dort zunächst auch Hausmeisterdienste.<ref name=":3">Fritz Sdunek: Ende eines Boxstalls: Muh bedeutet Rindfleisch, Grunzen Schweinefleisch. In: Die Welt. 8. Dezember 2012 (welt.de [abgerufen am 25. September 2019]).</ref> Bis zum Umzug nach Hamburg-Wandsbek trainierten die Universum-Boxer teils noch im Boxkeller der Kneipe „Zur Ritze“ auf der Reeperbahn.<ref name=":12">Gunnar Meinhardt: Ready to rumble: Boxboom Deutschland. Gunnar Meinhardt im Gespräch mit den Stars. Neues Leben, 2013.</ref>

1991 nahm der Boxstall Dariusz Michalczewski und Michael Löwe unter Vertrag.<ref name=":2" /> Michalczewski wurde in den folgenden Jahren zum Vorzeigeboxer Universums.<ref>Ebby Thust: Heute vor 25 Jahren gewann Dariusz "Tiger" Michalczewski seinen ersten WM-Titel. In: Boxen1.com. 9. September 2019, abgerufen am 22. September 2019.</ref> 1993 schloss der Boxstall einen Vertrag mit dem damals 19-jährigen Russen Nikolai Walujew.<ref>Nett King Kohl gegen Willi aus Wuppertal. In: Hamburger Abendblatt. 13. Oktober 1993, abgerufen am 23. Juni 2023.</ref> 1994 unterschrieb Regina Halmich bei Universum und wurde 1995 erste deutsche Profi-Boxweltmeisterin.<ref>27. November 1994 - Boxerin Regina Halmich gewinnt ersten EM-Titel. In: Westdeutscher Rundfunk. 27. November 2014, abgerufen am 22. September 2019.</ref> Im November 1996 gaben die Brüder Vitali Klitschko und Wladimir Klitschko bei Universum auf einem Kampfabend in Hamburg jeweils ihr Debüt als Profiboxer. Im Werben um die Brüder hatte Universum zuvor den US-amerikanischen Promoter Don King ausgestochen. Dass Universum erwogen haben soll, die Namen der beiden Ukrainer in Walter und Willi Klitschmann einzudeutschen,<ref>Kein Witz! Klitschko-Brüder sollten als Walter und Willi Klitschmann boxen. In: Sport Bild. 13. November 2013, abgerufen am 9. August 2022.</ref> wies Kohl Jahre später als Falschmeldung zurück.<ref>"Ich bin den Klitschkos einfach nur dankbar". In: Hamburger Abendblatt. 30. Juni 2011, abgerufen am 9. August 2022.</ref>

Zu den großen Kämpfen von Universum-Sportlern in der Geschichte des Boxstalls gehörten unter anderem der Kampf von Markus Bott im Februar 1993 im Cruisergewicht, der in diesem Gefecht erster Weltmeister des Boxstalls wurde,<ref name=":0" /> der WM-Kampf zwischen Dariusz Michalczewski und Graciano Rocchigiani im August 1996 im Hamburger Millerntorstadion,<ref name=":2">Gunnar Meinhardt: Ready to rumble: Boxboom Deutschland. Neues Leben, 2013, ISBN 978-3-355-01808-1.</ref> der Rückkampf der beiden im April 2000 in Hannover,<ref>David Pfeifer: Damals im Ring mit Tiger, Rocky und Maske. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 22. September 2019.</ref> der Gewinn der WBO-Schwergewichtsweltmeisterschaft durch Vitali Klitschko 1999 in London gegen Herbie Hide,<ref>Das ist Vitali Klitschko. In: RTL. Abgerufen am 22. September 2019.</ref> Vitali Klitschkos Kampf gegen Lennox Lewis im Juni 2003 in Los Angeles<ref>Patrick Czerny: Heute vor 15 Jahren: Vitali Klitschko und Lennox Lewis liefern sich legendäre Ringschlacht! In: Boxen1.com. 21. Juni 2018, abgerufen am 22. September 2019.</ref> und der im Juni 2004 in Las Vegas ausgetragene Kampf im Mittelgewicht zwischen Felix Sturm und Oscar de la Hoya.<ref>Sturm greift wieder an. In: Der Tagesspiegel. Abgerufen am 22. September 2019.</ref>

Wichtigste Universum-Trainer waren Fritz Sdunek (er betreute neben anderen Vitali und Wladimir Klitschko, Michalczewski, Ralf Rocchigiani und Zsolt Erdei),<ref>Boxen: Trainer Sdunek hört bei Universum auf. In: Der Spiegel. 25. Februar 2010 (spiegel.de [abgerufen am 22. September 2019]).</ref> Torsten Schmitz (zu seinen Schützlingen gehörten insbesondere Regina Halmich, Luan Krasniqi und Bert Schenk),<ref>Sonja Thust: Torsten Schmitz ist neuer Trainer bei Pollex Box Promotion. In: Boxen1.com. 10. September 2015, abgerufen am 22. September 2019.</ref> Michael Timm (u. a. Trainer von Felix Sturm, Jürgen Brähmer, Ruslan Chagaev und Ina Menzer)<ref>Das neue Leben des Michael Timm. In: Box-sport.de. 13. März 2013, abgerufen am 22. September 2019.</ref> sowie Artur Grigoryan, der zunächst Boxer bei Universum war und später ins Trainerfach wechselte.<ref>Universum-Jubiläum: 32 Weltmeister in 25 Jahren. In: Bild. Abgerufen am 22. September 2019.</ref>

Von 2002 bis 2010 hatte Universum einen Vertrag mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ZDF, der die Kampfabende an etwa fünfzehn Samstagen im Jahr übertrug.<ref name=":5"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Universum Box-Promotion angeknockt, Zeitungsbericht in der FTD (Memento vom 3. Mai 2010 im Internet Archive)</ref> Anfang 2003 vereinbarte Kohl zudem einen Vertrag mit dem US-Bezahlsender HBO zur Übertragung von Universum-Kämpfen. Er sprach diesbezüglich vom „entscheidenden Schritt in die USA“, dadurch werde sein Boxstall „Teil der gigantischen Marketing-Maschine von HBO“, so Kohl. Die Vereinbarung mit dem ZDF änderte sich dadurch nicht.<ref>Kohl boxt TV-Vertrag durch. In: Hamburger Abendblatt. 3. Januar 2003, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> Da der Vertrag mit dem ZDF 2010 nicht verlängert wurde, dadurch die Haupteinnahmequelle fehlte (durch den Absprung des ZDF fehlten jährlich ca. 15–20 Mio. Euro),<ref name=":5" /> und durch den Weggang mehrerer bekannter Boxer (u. a. die Klitschko-Brüder oder Felix Sturm)<ref>Boxen: Felix Sturm wehrt sich nach Interview von Klaus-Peter Kohl. In: Bild. 24. September 2009, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> entfiel die wirtschaftliche Grundlage. Universum Box-Promotion kündigte daher zum 31. Juli 2010 allen Mitarbeitern im Verwaltungsbereich.<ref name=":5" /><ref>Universum: Kein neuer TV-Vertrag Kohl kündigt Mitarbeitern. In: Bild. 1. Mai 2010, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref>

2004 kam es zwischen Universum und den Klitschko-Brüdern zum Streit über die vertragliche Regelung. Die beiden ukrainischen Boxer wollten sich fortan in Eigenregie vermarkten und zogen vor Gericht.<ref>Rechte Gerade: Klitschkos klagen gegen Kohl. In: Der Spiegel. 26. Januar 2004 (spiegel.de [abgerufen am 22. September 2019]).</ref> Das Gericht stellte im Dezember 2004 fest, dass das Vertragsverhältnis nicht am 30. April 2004 beendet war, die Verträge aber dennoch in der Zwischenzeit ausgelaufen waren, da Verletzungspausen einzurechnen gewesen seien.<ref>Kurioses Urteil! Sieg für Kohl & Klitschkos. In: BZ. Abgerufen am 22. September 2019.</ref> Das Oberlandesgericht hob das Urteil später auf. Der Rechtsstreit dauerte bis November 2009 und beschäftigte zuletzt den Bundesgerichtshof.<ref>Boxen: Klitschkos siegen vor Gericht gegen Universum. In: Die Welt. 6. November 2009 (welt.de [abgerufen am 22. September 2019]).</ref>

Im Mai 2007 kam es während eines Universum-Kampfabends in Hamburg im Zuschauerraum zu einer Schlägerei zwischen Mitgliedern des Sicherheitsdienstes und dem Boxpromoter Ahmet Öner (früher selbst Boxer bei Universum)<ref>Blut, Schweiß und keine Tränen. In: Frankfurter Rundschau. 19. März 2009, abgerufen am 25. September 2019.</ref> sowie dessen Begleitern. Öner und seine Begleiter erlitten Verletzungen. Beide Seiten warfen sich Provokationen vor. Öner berichtete, er und seine Begleiter seien von Männern provoziert worden, die der rechtsradikalen Szene zuzuordnen seien, ihm sei eine Falle gestellt worden. Diese Vorwürfe entbehrten „jeder Grundlage“, hieß es seitens des Boxstalls.<ref>Eklat bei Box-Gala: Blutiger Kampf neben dem Ring. In: Der Spiegel. 20. Mai 2007 (spiegel.de [abgerufen am 25. September 2019]).</ref> Drei Tage nach der Schlägerei besprachen Öner, der nach der Schlägerei bei Universum-Veranstaltungen fortan Hausverbot hatte,<ref>Supermittelgewicht: Chaos bei Box-PK zum Kampf Eubank gegen Yildirim. In: Die Welt. 4. Oktober 2017 (welt.de [abgerufen am 25. September 2019]).</ref> und Klaus-Peter Kohl den Vorfall, dabei seien laut Öner „alle Streitigkeiten aus dem Weg geräumt“ worden.<ref>Nach dem Box-Skandal - Interview Ahmet Öner: "Es gibt keine Rache". In: Hamburger Morgenpost. 23. Mai 2007, abgerufen am 25. September 2019.</ref> Vier an der Schlägerei beteiligte Sicherheitsleute wurden zu Gefängnis- beziehungsweise Bewährungsstrafen verurteilt.<ref>Vor Gericht: Boxkampf-Prügel: Schläger verurteilt. In: Hamburger Morgenpost. 27. Oktober 2007, abgerufen am 25. September 2019.</ref>

Nach Einschätzung Sduneks begann mit der Trennung von Geschäftsführer Hanraths der Niedergang des Boxstalls. Stallinterne Kämpfe zwecks Auslese von Boxern hätten das Klima vergiftet, „wir waren nicht mehr die große Familie der Neunzigerjahre“, stellte Sdunek im Jahr 2012 rückblickend fest.<ref name=":3" /> Ende Juni 2011 gab Universum den Einstieg einer Investorengruppe um den kasachstandeutschen Unternehmer Waldemar Kluch und den damit verbundenen Umzug vom langjährigen Standort im Hamburger Stadtteil Wandsbek in das DIMA-Sportzentrum in Hamburg-Lohbrügge, das Kluch und seinen Partnern gehört, bekannt. Kohl kündigte im Rahmen der Vorstellung an: „Wir greifen richtig an, werden neue Boxer unter Vertrag nehmen und etwas auf die Beine stellen, was weltweit einmalig ist.“<ref>Franko Koitzsch: Universum: Mit Auslandsmillionen zu neuem Ruhm. In: Hamburger Abendblatt. 29. Juni 2011, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> Die erste Veranstaltung im DIMA-Sportzentrum fand im September 2011 vor gut 1.000 Zuschauern statt. Universum-Gründer Kohl, der das Unternehmen im Juli 2011 an Kluch verkauft hatte,<ref>Hamburger Boxstall: Universum meldet Insolvenz an. In: Der Spiegel. 20. November 2012 (spiegel.de [abgerufen am 27. September 2019]).</ref> zog sich aus der Geschäftsführung zurück und reduzierte sein Engagement auf eine Beratertätigkeit. Neuer Geschäftsführer wurde Kluch.<ref>Boxpromoter Kohl nicht mehr Universum-Chef. In: Märkische Onlinezeitung. 20. Juni 2023, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> Wegen eines fehlenden lukrativen Fernsehvertrages, wie etwa bei Sauerland Event und der ARD, sowie der erfolglosen Suche nach Geldgebern fanden die Kampfabende nicht wie in der Vergangenheit in großen Hallen vor großem Publikum statt, sondern in kleinerem Rahmen wie in Hotelsälen oder der eigenen Trainingshalle.<ref>Die letzten Zuckungen von Universum? Die Boxer suchen schon neue Jobs. In: Bild. 18. Dezember 2011, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref>

2012 stellten sowohl Gläubiger wie auch der Boxstall selbst einen Insolvenzantrag.<ref>Universum-Boxstall meldet Insolvenz an. In: Sport Bild. 20. November 2012, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> Das Amtsgericht Hamburg bestellte einen vorläufigen Insolvenzverwalter.<ref>Universum - das Ende eines Boxstalls. In: Gerichtsboulevard. 29. November 2012, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> Universum sei nicht mehr zu retten, äußerte Kluch im November 2012.<ref>Kluch meldet Insolvenz an: “Universum ist nicht mehr zu retten”. In: Boxen.de. Abgerufen am 22. September 2019.</ref> Am 14. Januar 2013 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.<ref>Insolvenzverfahren Universum-Box-Promotion GmbH. In: Insolvenz-Portal. Abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> Der Insolvenzverwalter führte den Geschäftsbetrieb mangels Erfolgsaussichten nicht fort.<ref>Universum: Früherer Boxstall der Klitschkos ist endgültig pleite. In: Die Welt. 23. August 2017, abgerufen am 20. Juni 2023.</ref> Die Forderungen der Gläubiger betrugen im Jahr 2013 mehr als vier Millionen Euro.<ref>Neues Leben aus den Ruinen? Universum Box-Promotion ist wieder da. In: Boxen.de. Abgerufen am 22. September 2019.</ref>

Neuauflage ab 2019

Im Mai 2019 berichteten Medien über eine Neuauflage unter der Leitung von Ismail Özen-Otto, dem Schwiegersohn des Versandhausunternehmers Michael Otto. „Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Universum Box-Promotion GmbH“ sei abgeschlossen und die Insolvenz „rechtskräftig aufgehoben“, wurde gemeldet.<ref>Frank Schwantes: Hamburger Universum-Stall kehrt auf Box-Bühne zurück. In: Box-sport.de. 30. Januar 2019, abgerufen am 27. September 2019.</ref> Özen-Otto wurde Geschäftsführer der neugegründeten Universum Box-Promotion Global GmbH, die im Vergleich zum Vorläufer einen leicht veränderten Namen erhielt,<ref>Universum Box-Promotion: Stellungnahme zum Auflösungs-Gerücht! In: Boxen.de. Abgerufen am 19. September 2020.</ref> dem die Insolvenzverwaltung zugestimmt hatte.<ref>Boxstall-Chef Özen-Otto - der neue Universum-Macher. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 22. September 2019.</ref><ref>Rike Schulz: Nach der Insolvenz: Ismail Özen will Kult-Boxstall „Universum“ retten. In: Hamburger Morgenpost. 28. Mai 2019, abgerufen am 22. September 2019.</ref> Man wolle „die Tradition aufleben“ lassen, begründete er die Namensauswahl. Özen-Otto gab als Ziel aus, „die Nummer eins in Europa“ werden zu wollen<ref name=":1">"Wir wollen das deutsche Boxen wieder nach oben bringen". In: Badische Zeitung. Abgerufen am 22. September 2019.</ref> und setzte darauf, glaubwürdigen und seriösen Boxsport anzubieten, indem er unter anderem ankündigte, sportlich reizvolle Duelle und keine Aufbaukämpfe veranstalten zu wollen, auf Vertreter des Boxstalls am Punktrichtertisch zu verzichten, keinen Heimvorteil zuzulassen und keine Mauscheleien wie gekaufte Urteile zu dulden.<ref name=":4" /> Er führte durchgängige Dopingkontrollen für die Hauptkämpfer ein.<ref>Malte Müller-Michaelis: Neue Boxer, alte Probleme: Wie das Comeback des Boxstalls Universum gelingen soll. In: Der Spiegel. 5. November 2019 (spiegel.de [abgerufen am 23. November 2019]).</ref> Als Zugpferd des Unternehmens wurde Artem Harutiunian vorgestellt: Özen-Otto plante, Harutiunian zum Weltmeister aufzubauen.<ref>Franko Koitzsch: Ab in den Ring!: Otto-Schwiegersohn holt Box-Promis zurück nach Hamburg. In: Hamburger Morgenpost. 20. September 2019, abgerufen am 22. September 2019.</ref> Cheftrainer wurden mit Juan Carlos Gomez und Artur Grigorian zwei frühere Größen des ursprünglichen Universum-Boxstalls,<ref name=":1" /> das Trainingszentrum wurde in der Großen Elbstraße in Hamburg-Altona eingerichtet.<ref name=":4">Neuer Anlauf für Boxstall Universum im TV. In: Berliner Zeitung. Abgerufen am 23. November 2019.</ref> Dariusz Michalczewski sollte als Sportdirektor eingestellt werden,<ref>Nils Weber: Hammer!: Özen-Otto macht „Tiger“ Michalczewski zum Universum-Sportchef. In: Hamburger Morgenpost. 12. August 2019, abgerufen am 15. Mai 2020.</ref> lehnte das Angebot jedoch ab.<ref>Malte Müller-Michaelis, Eckhard Klein: Was macht eigentlich... Dariusz Michalczewski? Tiger mit Maske. In: Der Spiegel. Abgerufen am 24. April 2021.</ref> Für sein Vorhaben gewann Özen-Otto den Sportvermarktungsfachmann Frank Mackerodt und den Sportmoderator Burkhard Weber als Berater.<ref>Malte Müller-Michaelis: Boxen: Ein neues Universum. In: Der Spiegel. 31. Januar 2019, abgerufen am 15. Mai 2020.</ref> Im August 2019 gab das ZDF eine Zusammenarbeit mit dem neuen Boxstall bekannt.<ref>Boxen wieder live im ZDF. In: ZDF. Abgerufen am 22. September 2019.</ref> Die erste ZDF-Übertragung des „neuen“ Universum-Boxstalls fand im November 2019 in der Veranstaltungshalle „Die Kuppel“ in Hamburg-Bahrenfeld statt, Hauptkämpfer war Artem Harutiunian, der den Russen Islam Dumanow bezwang.<ref>Björn Jensen: Boxen: Das neue Universum hält sein Versprechen – Quote enttäuscht. In: Hamburger Abendblatt. 10. November 2019, abgerufen am 23. November 2019.</ref> Im Februar 2020 beendete das ZDF die Zusammenarbeit mit dem Boxstall.<ref>Björn Jensen: ZDF beendet Box-Experiment und verärgert Universum. In: Hamburger Abendblatt. 23. Februar 2020, abgerufen am 19. September 2020.</ref>

Im Februar 2022 kam es bei einer Universum-Veranstaltung in Hamburg zu einem Großeinsatz der Polizei, nachdem per Notruf von einem Bewaffneten berichtet worden war. Eine Durchsuchung der Halle erhärtete den Verdacht nicht.<ref>Hamburg: Polizei platzt in Boxveranstaltung. In: T-online.de. 20. Februar 2022, abgerufen am 25. Juni 2022.</ref> Im Sommer 2023 zog Universum in eine neue Trainingsstätte, die in einer früheren Fabrikanlage in Hamburg-Altona eingerichtet wurde.<ref>Boxen: Ex-Europameister Michael Wallisch wechselt zu Universum. In: Bild. 8. November 2023, abgerufen am 1. Februar 2024.</ref>

Bekannte ehemalige Universum-Boxer bis 2012

Weblinks

Einzelnachweise

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