Zum Inhalt springen

The Lords

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. April 2026 um 14:24 Uhr durch imported>TaxonBot (Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
The Lords
Datei:The-lords03.jpg
Lord Leo und Lord Bernd 1967 in Mainz

Lord Leo und Lord Bernd 1967 in Mainz

Allgemeine Informationen
Herkunft Berlin, Deutschland
Genre(s) Skiffle, Beat, Rock
Aktive Jahre
Gründung 1959
Auflösung
Website www.thelords.de
Aktuelle Besetzung
„Jupp“ Bauer
Norbert Barton
Philippe „P.J.M.“ Seminara
(1998–1999 und seit 2011)
Bass, Gesang
Roger Schüller
Ehemalige Mitglieder
Ulli Günther (bis 1999, †)
Bass
Knud Kuntze (bis 1964, †)
Schlagzeug
Peter Donath (bis 1980, †)
Schlagzeug
Werner Faus (bis 1998, †)
Schlagzeug
„Charly“ Terstappen (1999 bis 2011)
Bass, Gesang
Bernd Zamulo (1964 bis 2019)
Gitarre, Gesang
Klaus-Peter „Leo“ Lietz (1964 bis 2024)

The Lords sind eine deutsche Beat- und Rockband, ursprünglich aus Berlin, später aus Düsseldorf, die zwischen 1965 und 1969 mit englischsprachigen Songs in den deutschen Charts vertreten war. Zu ihren bekanntesten Stücken zählen Have a Drink On Me, Shakin’ All Over, Poor Boy und Gloryland.

Kaum eine andere Rockmusikgruppe ist seit über 66 Jahren im deutschen Sprachraum aktiv, und auch weltweit sind sie noch vor den Rolling Stones oder den Ventures die langlebigste Band. Sie halten den offiziellen RID-Weltrekord als „dienstälteste Rockband der Welt“.<ref>DIENSTÄLTESTE ROCKBAND DER WELT | REKORD-INSTITUT für DEUTSCHLAND. 17. Januar 2019, abgerufen am 24. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Beginn

1959 begannen sie als Skiffle-Band in Berlin unter dem Namen Skiffle Lords mit zum Teil selbstgebauten Instrumenten und traten in Kneipen und bei kleineren Veranstaltungen auf. Am 7. April 1961 gewannen sie den vom Berliner Senat ausgeschriebenen Wettbewerb um „Das Goldene Waschbrett“.

Am 23. Juli 1964 kam die United-Artists-Produktion des Beatles-Films Yeah! Yeah! Yeah! in die deutschen Kinos. Vor der Premiere fand ein Wettbewerb statt, mit dem die „Berliner Beatles“ gesucht wurden. Aus diesem Wettbewerb gingen am 21. Juli 1964 The Lords als Sieger hervor. Deshalb durften sie an der bundesweiten Endausscheidung im Hamburger Star Club teilnehmen. Am 6. September 1964 siegten The Lords auch hier; sie wurden zu „Deutschlands Beatband Nr. 1“ gekürt.<ref>Eckhard Diergarten: 50 Jahre The Lords: „Langhaarig, laut und eine Legende ...“ – Die Biographie, mit Vorworten von Uschi Nerke und Manfred Sexauer, Schalksmühle 2008, S. 36, ISBN 3-86805-232-1.</ref>

Ende 1964 erhielt die Band von der EMI in Köln einen Schallplattenvertrag und wurde nun als „Die deutschen Beatles“ vermarktet.<ref>Eckhard Diergarten: 50 Jahre the Lords: "langhaarig, laut und eine Legende..."- die Biografie. Pro Business, 2008, ISBN 978-3-86805-232-9 (google.de [abgerufen am 21. Juni 2023]).</ref> Noch im selben Jahr erschien ihre einzige deutschsprachige Single Hey Baby, laß' den Andern / Tobacco Road. Während die A-Seite eine Eigenkomposition von Leo Lietz war, stammte die sozialkritische B-Seite im Original von John D. Loudermilk, die einen deutschen Text von Peter Moesser erhielt. Die Platte verfehlte die Hitparaden. EMI stimmte nun englischsprachigen Produktionen unter Leitung des Musikproduzenten Heinz Gietz zu.

Erfolge

Datei:The-lords01.jpg
Sänger Ulli Günther 1967 in Mainz
Datei:Lords - Shakin' All Over.jpg
The Lords - Shakin’ All Over

Bereits die zweite Single, eine Coverversion von Shakin’ All Over, im Original von der britischen Band Johnny Kidd & The Pirates, belegte im August 1965 Platz 11 der deutschen Charts. Kaum schlechter schnitt die dritte Single, Poor Boy, ab, die in drei Stunden von Klaus-Peter Lietz verfasst wurde<ref>Diergarten: wie oben, S. 45.</ref> und Platz 12 erreichte. Der Song avancierte zum Erkennungssong der Band, obwohl er ursprünglich als B-Seite einer Single vorgesehen war und mit der Zeile „and she learned me to say“ („und sie lernte mich zu sagen“) einen kapitalen Englischfehler enthält. Korrekt wäre „and she taught me to say“ („und sie lehrte mich zu sagen“).<ref>Behrendt: Meine Mutter lernte mich zu sagen… 21. November 2013, abgerufen am 21. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

1965 bestanden The Lords aus Ulli Günther (Gesang), Bernd Zamulo (Bass), Leo Lietz (Gitarre), Rainer Petry (Gitarre) und Peter Donath (Schlagzeug). Im Dezember 1964 war der bisherige Bassist „Lord Knud“ Kuntze wegen eines Unfalls mit dem Tourneebus, bei dem er ein Bein verloren hatte, ausgeschieden. Er begann danach eine Karriere als Diskjockey beim Radiosender RIAS.

Zwischen 1965 und 1969 hatten The Lords zwölf Titel in der deutschen Hitparade, überwiegend produziert von Heinz Gietz. Ihr größter Hit war der Klassiker Gloryland vom September 1967, der Platz 5 erreichte, ihr letzter Erfolg hieß Three-Five-Zero-Zero im August 1969. Bis auf Poor Boy handelte es sich um klassische englische oder US-amerikanische Folksongs, die in zeitgemäße Beatversionen umarrangiert wurden. The Lords tourten in dieser Zeit mit den Kinks, The Who und Casey Jones & the Governors.

The Lords brachten in Deutschland bis einschließlich 1989 insgesamt 30 Singles heraus (ohne Wieder- und Sonderveröffentlichungen),<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.musicmight.comDiskographie bei MusicMight (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive ).</ref> die einen Plattenumsatz von sieben Millionen Exemplaren erzielten.<ref>Julia Edenhofer: Das große Oldie-Lexikon – Sänger und Bands von A–Z, Bastei-TB, 1. Aufl., Bastei-Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1991, S. 383, ISBN 3-89350-720-5.</ref>

Markenzeichen und Medien

Optisches Markenzeichen waren ihre einheitliche Kleidung, bestehend aus Melone, weißen Rüschenhemden, Westen, gebügelten Hosen und Gamaschen sowie die Prinz-Eisenherz-Frisuren. Akustisches Charakteristikum war ihr Englisch mit deutlich deutschem Akzent.<ref>13. Oktober 2009 - Vor 10 Jahren: Ulrich Günther stirbt in Potsdam. 13. Oktober 2009, abgerufen am 21. Juni 2023.</ref>

Im Beat-Club, der ersten deutschen Fernsehsendung mit englischsprachigen Interpreten, die sich der Jugendkultur und Rockmusik widmete, traten The Lords erstmals in der vierten Folge am 22. Januar 1966 mit sieben Songs auf. Insgesamt hatte die Band mehr als 300 Fernsehauftritte. 1967 wurden The Lords bei der Jugendzeitschrift Bravo als „Top-Stars des Jahres“ gelistet; 1969 erhielten sie den Bronzenen Bravo Otto.

Auftritte und Günthers Tod

Zunächst traten The Lords im Vorprogramm britischer Bands auf, wie beispielsweise im Oktober 1965 bei The Kinks in München. Ihr Erfolg ermöglichte ihnen 1967 einen Auftritt als Hauptband im Legia-Stadion in Warschau vor 25.000 Zuschauern; sie waren die erste westliche Band, die in einem Ostblock-Staat auftreten durfte.<ref>Zu den Auftritten 1967 vgl. Blazek, Matthias: Vor 50 Jahren startete im Celler Raum der Beat durch – 50 Jahre Beatlemania in Celle, bpr-Projekt GbR, Celle 2013, ISBN 978-3-00-041877-8, S. 5, 9.</ref>

Anfang 1971 lösten sich The Lords zunächst auf. Ab 1976 spielten sie in unterschiedlicher Besetzung wieder zusammen. 1979 wurde Rainer Petry kurzzeitig durch Peter Power abgelöst, der seinerseits im September 1979 durch Josef „Jupp“ Bauer ersetzt wurde. 1980 wurde Peter „Max“ Donath durch Werner Faus ersetzt. 1998 folgte auf Werner Faus Philippe Seminara als Drummer, der 1999 von Charly Terstappen abgelöst wurde. Mitte 2011 übernahm Seminara erneut den Platz am Schlagzeug.

Ulli Günther veröffentlichte 1998 eine Solo-Single Wir haben ein Idol (Harald Juhnke). Am 9. Oktober 1999 brach er, seit Jahren an Herzmuskelschwäche leidend, bei einem Jubiläumskonzert in Potsdam aufgrund von Herzrhythmusstörungen zusammen. Dabei schlug er auf den Hinterkopf auf und zog sich eine Schädelfraktur mit Hirnblutungen zu.<ref>Lords: Over - in the glory land. In: Der Spiegel. 14. Oktober 1999, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 21. Juni 2023]).</ref> Am 13. Oktober starb der Gründer der Lords in einem Potsdamer Krankenhaus.

Die Band seit 2000

Datei:The Lords - 2019102184058 2019-04-12 Radio Regenbogen Award 2019 - Sven - 1D X MK II - 0141 - AK8I9310.jpg
The Lords beim Radio Regenbogen Award 2019

Seit 2000 spielten The Lords in der Besetzung Lietz, Zamulo, Bauer, Terstappen. 2002 brachten sie eine neue CD heraus: Spitfire Lace. Zu ihrem 50. Bühnenjubiläum 2009 erschien als weitere The Lords 50. Die Band trat unter anderem in Mönchengladbach, Leipzig und Berlin auf; das letzte Konzert der Tour gaben sie am 19. Dezember 2009 in Düsseldorf.

Datei:Liesel 19-08-2011 The Lords in Grossolbersdorf.jpg
The Lords in Großolbersdorf 2011

Seit 2011 sitzt wieder Philippe Seminara an den Drums. Zum 55. Jubiläum 2014 erschien die CD Reloaded mit Neuaufnahmen ihrer Hits, eingespielt von der aktuellen Besetzung. Am 3. März 2014 traten The Lords in der Stadthalle Fürth auf, gemeinsam mit der Rudi Madsius Band und The Quiets. Im März 2015 erschien ein Album mit neuen Songs unter dem Titel Now More Than Ever!

Anfang 2019 verließ Bernd Zamulo die Band aus gesundheitlichen Gründen; seinen Platz übernahm der Sänger und Bassist Roger Schüller. Im April 2019 erhielt die Gruppe im Rahmen einer großen Gala im Europapark Rust den Lifetime Award von Radio Regenbogen. Im selben Monat begann die bundesweite Abschiedstournee Farewell Tour.<ref>Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: Die Lords auf Abschiedstournee: Schlussakkord für die „deutschen Beatles“. Abgerufen am 21. Juni 2023.</ref>

Bandmitglieder

  • Ulli „Lord Ulli“ Günther (* 24. Juli 1942; † 13. Oktober 1999)
  • Klaus-Peter „Lord Leo“ Lietz (* 31. Dezember 1943)<ref>Natalie Urbig: Konzert im Neusser Hamtorkrug: „Lord Leo Lietz“ verabschiedet sich von dienstältester Rockband. 5. April 2024, abgerufen am 8. Juli 2024.</ref>
  • Rainer „Lord Gandy“ Petry (* 5. Juli 1944)
  • Peter „Lord Max oder Bi“ Donath (* 11. August 1944; † 10. Januar 2018)
  • Knud „Lord Knud“ Kuntze (* 18. März 1944; † 14. Juni 2020)
  • Heinz Hegemann (* 9. Oktober 1942)
  • Bernd „Lord Bernd“ Zamulo (* 16. August 1946)
  • Josef „Jupp“ Bauer (* 6. Juni 1951)
  • Werner Faus (* 3. Oktober 1951; † 15. Oktober 2013)
  • Philippe „P.J.M.“ Seminara (* 8. April 1964)
  • „Charly“ Terstappen (* 26. März 1953)
  • Winfried Jahn (* 1. April 1944; Bassist, Frühjahr 1963 bis Frühjahr 1964)
  • Roger Schüller (* 18. Juni 1964)
  • Norbert Barton (* 22. Dezember 1959)

Diskografie

Alben

  • 1965: In Black and White In Beat and Sweet
  • 1966: The Lords II – Shakin’ All Over
  • 1966: Some Folks by the Lords
  • 1966: IV Good Side of June
  • 1969: Ulleogamaxbe
  • 1968: Deutschlands Beatband Nr. 1
  • 1970: Shakin’ all over ’70
  • 1971: Inside Out
  • 1971: New Lords
  • 1979: Birthday Album – 15 Years
  • 1988: The Lords ’88
  • 1989: Stormy
  • 1999: Live 1999
  • 2002: Spitfire Lace
  • 2009: 50 (Livealbum)
  • 2015: Reloaded
  • 2015: Now More Than Ever!
  • 2022: Novum Nexus (EP)

Kompilationen

  • 1972: The Lords 1964–1971
  • 1984: 20 Jahre Lords
  • 1992: T* 1999: Ihre schönsten Balladen
  • 1999: The Original Singles Collection – The A-Sides
  • 1999: The Original Singles Collection – The A- & B-Sides
  • 2001: The Lords – Singles, Hits & Raritäten
  • 2009: Good Time Music – Best (Zounds)
  • 2020 Nur vom Feinsten (Bellaphon Records)

Singles

Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found

Weitere Singles

  • 1964: Hey Baby, laß’ den Andern / Tobacco Road
  • 1966: Don’t Mince Matter / No One Knows
  • 1967: Gypsy Boy / Coco-Cat-Love
  • 1970: Shakin’ all over ’70 / Blue Horizon
  • 1970: Talk About Love / When I Was Young
  • 1971: That Day Will Come / My Dream
  • 1976: Naked Man / Do You Remember
  • 1977: Teenage Love / Baby You’re Mean
  • 1978: Jezebel / Jezebel Returns
  • 1979: Poor Boy / People World (vers. ’79)
  • 1981: Walk On / Rock’n’ Roll Monster
  • 1985: Poor Boy (Studio-’65) / Calaba
  • 1985: Poor Boy (Live Berlin ’65) / Calaba
  • 1988: Michael / Greensleeves
  • 1989: Come On Move / Live Your Life
  • 1989: Stormy / Train Of Emotion
  • 1989: Walking To The Moon / Dard And Windy Night

Auszeichnungen

Weblinks

Commons: The Lords – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein