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Kreishauptmann

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Kreishauptmann ist die historische Bezeichnung für einen leitenden Verwaltungsbeamten. Er war Vorsteher einer Kreishauptmannschaft etwa in Bayern, in Sachsen oder in Österreich ob der Enns (heute Oberösterreich).

Sachsen

Die Verwaltungskreise in Sachsen existierten ab dem 1. Januar 1874. Ab dem 1. Januar 1939 wurde der Kreishauptmann in Sachsen zum Regierungspräsidenten (analog zum Amtshauptmann, welcher Landrat wurde). Ihm unterstanden die Amtshauptmannschaften seines Kreises.

In Sachsen bestanden folgende Kreishauptmannschaften:

Kreishauptmannschaft Bautzen
Kreishauptmannschaft Chemnitz
  • 1900–1906: Johann Georg Freiherr von Welck (!839–1912)<ref name="rbchemni">Rolf Jehke: Regierungsbezirk Chemnitz. In: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874 – 1945. 2. Juli 2008, abgerufen am 19. März 2015.</ref>
  • 1906–1910: Curt Ludwig Franz von Burgsdorff (1849–1922)<ref name="rbchemni"/><ref>Chemnitzer Adressbuch für1910 (Digitalisat über SLUB Dresden)</ref>
  • 1910–1922: Karl Joseph Maximilian Lossow (1856–1924)<ref>Chemnitzer Adressbuch für 1920/21 (Digitalisat über SLUB Dresden)</ref><ref name="rbchemni"/>
  • 1922–1925: Richard Marcus (1883–1933)<ref name="rbchemni"/><ref>Chemnitzer Adressbuch für 1923 (Digitalisat über SLUB Dresden)</ref>
  • 1925–1926: unbesetzt
  • 1926–1931: Hermann Seyfarth (1865–1933)<ref name="rbchemni"/>
  • 1931–1935: Hugo Grille (1870–1962)<ref>Chemnitzer Adressbuch für 1932 (Digitalisat über SLUB Dresden)</ref>
  • 1935–1937: unbesetzt
  • 1937–1944: Emil Popp (1897–1955) (zunächst kommissarisch, ab 1938 endgültig, ab 1939 Regierungspräsident<ref name="rbchemni"/><ref>Chemnitzer Adressbuch für 1938 (Digitalisat über SLUB Dresden)</ref>, im August 1944 als Regierungspräsident versetzt nach Köslin/Pommern)<ref>Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. Wer war was im 3. Reich. Arndt-Verlag, Kiel 1998, S. 328</ref>
  • 1944–1945: Christoph Johannes Hempel
Kreishauptmannschaft Dresden
Kreishauptmannschaft Leipzig
Kreishauptmannschaft Zwickau

Preußen

In Preußen gab es diese Funktion zumindest in der Provinz Hannover.<ref>Verordnung, betreffend die Amts- und Kreisverfassung in der Provinz Hannover vom 12. September 1867.</ref>

Generalgouvernement – besetztes Polen 1939–1945

Die deutschen Verwalter im besetzten Polen verwendeten im sogenannten Generalgouvernement die Amtsbezeichnung Kreishauptmann für den obersten zivilen Verwalter eines Landkreises und in Analogie dazu die Bezeichnung Stadthauptmann für eine kreisfreie Stadt. Für die Kreisverwaltung im eingegliederten Wartheland wurde die deutsche (preußische) Bezeichnung Landrat verwendet.

Tschechien

Die Amtsbezeichnung der Regierungspräsidenten der tschechischen Regionen (krajský hejtman) wird in Österreich meist mit Kreishauptmann übersetzt, da dies den dortigen Begrifflichkeiten (Bezirkshauptmann/Landeshauptmann) mehr entspricht.<ref>Korruption: Acht Jahre Haft für tschechischen Ex-Landeshauptmann. In: derStandard.at. 23. Juli 2015, abgerufen am 4. Dezember 2017.</ref>

Literatur

  • Handbuch des Statthalterei-Gebietes in Galizien für das jahr 1864. Lemberg 1864.
  • Inhaber höchster und hoher sächsischer Staatsämter in der Zeit vom Jahre 1831 bis zur Gegenwart, in: Kalender für den Sächsischen Staatsbeamten auf das Jahr 1906 (S. 106–109), Kalender für den Sächsischen Staatsbeamten auf das Jahr 1911 (S. 105–107), Kalender für den Sächsischen Staatsbeamten auf das Jahr 1916 (S. 139–140), Kalender für den Sächsischen Staatsbeamten auf das Jahr 1932 (S. 190–191).
  • Markus Roth: Herrenmenschen. Die deutschen Kreishauptleute im besetzten Polen – Karrierewege, Herrschaftspraxis und Nachgeschichte. Wallstein Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0477-2.
  • Schematismus der Königreiche Galizien und Lodomerien für das jahr 1832. Lemberg 1832.

Einzelnachweise

<references />