Aengenesch
Aengenesch Stadt Geldern
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(233)&title=Aengenesch 51° 32′ N, 6° 23′ O
{{#coordinates:51,5325|6,3805555555556|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Aengenesch | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 27 m ü. NN | |||||
| Einwohner: | 233 (3. Mai 2024)<ref>Cordula Spangenberg: Aengenesch: Ein Wallfahrtsdorf im Zeichen der Tradition. Kirche + Leben, 1. Mai 2023, abgerufen am 16. Juni 2023.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 47608 | |||||
| Vorwahl: | 02831 | |||||
Die Ortschaft Aengenesch liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und gehört zum Stadtteil Kapellen an der Fleuth der Stadt Geldern.
Geographie
Aengenesch liegt linksrheinisch im niederrheinischen Tiefland. Es wird durchflossen von der Issumer Fleuth, einem Zufluss der Niers. Benachbarte Orte sind Kapellen im Norden, Geldern im Westen, Vernum und Hartefeld im Süden sowie Issum im Osten.
Geschichte
Um das Jahr 1430 wurde in einer Esche ein Madonnenbild gefunden. An dieser Stelle wurde die Wallfahrtskapelle St. Maria gebaut, die am 3. Juli 1431 vom Kölner Weihbischof Konrad von Arnsberg geweiht wurde.<ref name="Wuesten">Wilhelm Wüsten: Geschichte von Capellen und Aengenesch</ref> Der Name Aengenesch leitet sich ab von „An den Eschen“<ref>Karte mit „an gen Eschen“ als Teil der Gemeinde Capellen im Kreis Geldern. In: Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland. 1830, abgerufen am 26. Juli 2025.</ref><ref>Karte mit „Aengen Esch“ als Teil der Gemeinde Capellen im Kreis Geldern (Kartenteil 2). In: Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland. 1877, abgerufen am 26. Juli 2025.</ref> und entstand erst nach dem Bau der Kapelle.<ref>Gotteslob, Ausgabe für das Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2014, S. 1040.</ref> Der Ort entwickelte sich seitdem, zumindest bereits vor dem Ende des 16. Jahrhunderts, zu einem besonders bei den Menschen aus der näheren Umgebung beliebten Wallfahrtsort.<ref name=":0"></ref> Jährlich kommen knapp 1000 Wallfahrer in den kleinen Ort. Dabei handelt es sich um eine Marienverehrung, ähnlich wie im nahegelegenen Kevelaer oder im heute niederländischen Venlo.<ref name=":0" />
Der Legende nach wurde das Madonnenbild von Einwohnern der Bauerschaft Boeckelt gefunden, die seit geraumer Zeit eine eigene Kirche wünschten. Sie verbrachten die Madonna zu einem zentraler gelegenen Hof, aber die Madonna verschwand und tauchte immer wieder in der Esche auf, bis die Bauern diese als Standort der Kirche akzeptierten.
Im Jahre 1436 schenkte Herzog Arnold die Kapelle dem Karmeliterkloster zu Geldern. Ein Pastor aus diesem Kloster wohnte bei der Kapelle und versah den Gottesdienst.<ref name="Heimatbuch">Der Oberkreisdirektor des Landkreises Geldern (Hrsg.): Heimatbuch des Landkreises Geldern. Butzon & Berker, Kevelaer 1964.</ref>
Sehenswürdigkeiten
Wallfahrtskapelle Aengenesch
Die Kapelle in Aengenesch ist ein einschiffiger gotischer Backsteinbau aus dem Jahr 1431.<ref>Heinrich Janssen: Wallfahrten am Niederrhein. In: Heinrich Janssen, Udo Grote (Hg:): Zwei Jahrtausende Geschichte der Kirche am Niederrhein. Dialogverlag, Münster 1998, S. 404.</ref> 1720 wurde sie nach Westen hin um ein Joch verlängert.<ref>Heinrich Janssen: Wallfahrten am Niederrhein. In: Heinrich Janssen, Udo Grote (Hg:): Zwei Jahrtausende Geschichte der Kirche am Niederrhein. Dialogverlag, Münster 1998, S. 405.</ref> Sie besitzt einen neugotischen Altar, eine spätgotische Madonna aus der Zeit um 1480 und Altargemälde aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das Gnadenbild, die Schmerzhafte Mutter, steht in der Seitenkapelle.<ref name="Bau">Karl-Heinz Hohmann: Bau- und Kunstdenkmäler im Kreis Kleve. Neuss 1995.</ref>
Haus Langendonk
Von Haus Langendonk ist heute nur noch der Turmstumpf der Wasserburg Langendonk, die früher unmittelbar an der Fleuth lag, erhalten. Der Rittersitz wurde 1391 erstmals erwähnt. Damals gehörte er zum kurkölnischen Amt und Gericht Rheinberg und war kölnisches Lehen. Das Haus Langendonk im Besitz der Familie von Wyenhorst war, die später führende Ämter in der Verwaltung des Herzogtums Geldern übernahm, verlor sie ihre ursprüngliche Bedeutung als Grenzfeste gegen Geldern.<ref name="Kreis">Kreis Kleve: Ruine Haus Langendonk. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 5. April 2014. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Der noch erhaltene dreigeschossige offene Turmstumpf mit schmalen Fensteröffnungen und hochgelegener Einstiegsöffnung lässt auf eine wehrhafte Burganlage schließen.<ref name="Bau"/>
Verkehr
Der Haltepunkt Aengenesch lag an der Bahnstrecke Haltern–Venlo. Diese ist stillgelegt.
Literatur
- Wilhelm Wüsten: Geschichte von Capellen und Aengenesch. Eigenverlag, Capellen 1960.
- Hantsche, Irmgard: Geldern-Atlas : Karten und Texte zur Geschichte eines Territoriums. Geldern, 2003.
- Heinrich Janssen: Wallfahrten am Niederrhein. In: Heinrich Janssen, Udo Grote (Hg:): Zwei Jahrtausende Geschichte der Kirche am Niederrhein. Dialogverlag, Münster 1998, ISBN 978-3-933144-02-7, S. 397–411, darin S. 404–405: Wallfahrt nach Aengenesch.
- Hantsche, Irmgard: Geldern-Atlas : Karten und Texte zur Geschichte eines Territoriums. Geldern, 2003.Weblinks
Einzelnachweise
<references />