Zum Inhalt springen

Tjede Peckes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. Dezember 2025 um 23:17 Uhr durch imported>Middle Distance Biker 39 (Sichtungsedit, Literaturangaben leicht verbessert, Verlagsstandorte werden nicht verlinkt, siehe Vorlage:Literatur).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Tjede Peckes (* um 1500 in Padingbüttel-Oberstrich; † 23. Dezember 1517 in Wremen-Wremer Tief) war eine wurtfriesische Fahnenjungfer. In dieser Region wird sie auch als Jeanne d’Arc des Nordens bezeichnet.

Leben

Sie wurde als Tochter freier Bauern geboren und war Mitglied einer Frauenbewegung. Deren Mitglieder sahen sich als Nachfolgerinnen der virgines capitales, der vier maßgeblichen heiligen Jungfrauen der Christenheit (Katharina von Alexandrien, Barbara von Nikomedien, Margareta von Antiochia und Dorothea). Obschon zeitlebens unverheiratet, verweigerten sie den damals in solchen Fällen üblichen Gang ins Kloster, sondern nutzten diesen Umstand, um am politischen Leben teilnehmen zu können. So arbeitete auch Tjede Peckes in den Wurster Bauernräten mit, die Frauen nur als Jungfrauen mitwirken ließen.

Als sich die Wurster Friesen Ende des Jahres 1517 gegen die Steuern, die sie für ihre neu eingedeichten Ländereien an den Bremer Erzbischof Christoph von Braunschweig-Wolfenbüttel zahlen sollten, zur Wehr setzten, schickte dieser ein großes Söldnerheer, um den Aufstand niederzuschlagen. Nach erbitterten Kämpfen kam es am 23. Dezember zur Schlacht am Wremer Tief. Hierbei stemmte sich – neben den Männern – auch eine Gruppe von zirka 500 Mädchen und Frauen gegen die Bremische Übermacht. Peckes trug das Banner der Friesen, welches ein Abbild des Todes gezeigt haben soll. Sie fiel im Alter von siebzehn Jahren, als sie von einem Landsknecht mit dem Schwert angegriffen wurde.<ref>Bernhard Pollmann: Bremen–Oldenburg. Die schönsten Küsten-, Moor- und Geestwanderungen. Bergverlag Rother, Oberhaching 2011, ISBN 978-3-763-34405-5, S. 63.</ref>

Dem Historiographen David Chytraeus zufolge soll Kaiser Maximilian I. später ihren Tod mit den Worten „Wahrlich, es ist schade um diese Fahnenjungfrau, sie hätte die Mutter von Helden werden können.“ bedauert haben.<ref>David Chytraeus: Chronicon Saxoniae & vicini orbis arctoi, Ab anno 1500 - 1524. Hrsg.: Stephanus Myliander. Band 1. Rostock 1590, S. 573.</ref>

Würdigungen

Literatur

  • Wilhelm Ernst Asbeck: Tjede Peckes. Die Fahnenjungfrau vom Lande Wursten. Gerdes, Berlin 1938, DNB 572049404.
  • Felicitas Gottschalk: Das grüne Leuchten des Himmels. Leben und Sterben der Tjede Peckes. Eine fiktive Frauenbiografie zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Isensee-Verlag, Oldenburg 2009, ISBN 978-3-899-95679-5.

Einzelnachweise

<references />