Barbara Hund
| Datei:Hund barbara 20081120 olympiade dresden.jpg | |
| Barbara Hund bei der Schacholympiade 2008 | |
| Verband | Datei:Flag of Germany.svg Deutschland (bis 1990) Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz (seit 1991) |
| Titel | Internationaler Meister der Frauen (1979) Großmeister der Frauen (1982) |
| Aktuelle Elo‑Zahl | 2081 (April 2026) |
| Beste Elo‑Zahl | 2370 (Januar und Juli 1987) |
| Karteikarte bei der FIDE (englisch) | |
Barbara Hund (* 10. Oktober 1959 in Darmstadt) ist eine deutsch-schweizerische Schachmeisterin, erhielt 1982 den Titel Großmeisterin der Frauen<ref>Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924–2002, Euroadria, Slovenia, 2002, S. 78.</ref> und die Silberne Ehrennadel<ref>Ehrungen – Deutscher Schachbund. In: schachbund.de. Abgerufen am 23. Juni 2024.</ref> des Deutschen Schachbundes.
Privater Werdegang
Barbara Hund ist die Tochter von Juliane und Gerhard Hund und Enkelin von Friedrich Hund und Ingeborg Seynsche. Nach ihrem Abitur 1978 studierte sie Mathematik in Köln und schloss 1987 als Diplom-Mathematikerin ihr Studium ab. Sie lebt in Freiburg im Breisgau.
Schachlaufbahn
Hund wurde zwischen 1975 und 1978 viermal Deutsche Jugendmeisterin<ref>Uwe Bönsch, Jörg Schulz u. a.: Das silberne Jubiläum – 25 Jahre Deutsche Schachjugend. Kinguin Verlag, 1996, S. 367, ISBN 3-9804955-2-3.</ref> sowie 1978, 1982 und 1984 Deutsche Damenmeisterin.<ref>Deutsche Meisterschaften der Frauen</ref> Ihre ersten internationalen Erfolge erzielte sie bei den Jugendeuropameisterschaften 1978 in Kikinda und 1979 in Kula als jeweils Vierte.<ref>Mein Weg zum Erfolg, S. 46–55 (Berichte, Bild der 18 Mädchen 1978, Kreuztabellen und Partien).</ref> Sie gewann verschiedene internationale Damenturniere: 1977 in Biel, 1980 in Wijk aan Zee<ref>Mein Weg zum Erfolg, S. 118–121 (Bericht, Bild der Teilnehmerinnen, Kreuztabelle und Partien).</ref> und 1982 in Belgrad. Im Jahre 1979 wurde sie beim Zonenturnier der Damen in Tel Aviv<ref>Klaus Lindörfer: Großes Schach-Lexikon. Mosaik Verlag, 3. Auflage 1984, S. 126, ISBN 84-499-8080-1.</ref> Zweite und qualifizierte sich für das Interzonenturnier 1979 in Rio de Janeiro, bei dem sie auf Platz 14 kam.
Beim Zonenturnier 1982 in Bad Kissingen wurde sie geteilte Erste und qualifizierte sich erneut zum Interzonenturnier – wieder in Bad Kissingen ausgetragen –, bei dem sie Platz 4 und 5 teilte<ref>World Chess Championship (Women) 1982 Bad Kissingen Interzonal Tournament</ref>. Dafür wurde ihr aufgrund der erreichten Norm der Großmeistertitel der Frauen verliehen. Details zu ihrer Schachlaufbahn sowie vier Partien (1976–1982) sind in dem Buch Die besten Partien deutscher Schach-Großmeister von Helmut Pfleger enthalten.<ref>Helmut Pfleger: Die besten Partien deutscher Schach-Großmeister. Falken-Verlag, 1983, S. 91–100, ISBN 3-8068-4121-7.</ref> Insgesamt nahm Barbara Hund bisher an 15 Schacholympiaden der Frauen teil.<ref>Barbara Hunds Ergebnisse bei Schacholympiaden der Frauen auf olimpbase.org (englisch)</ref><ref>Ergebnisse der Schweizer Mannschaft bei der Schacholympiade der Frauen 2014 auf chess-results.com</ref> Sie spielte bei den Schacholympiaden 1978 bis 1988 in Buenos Aires, Valletta, Luzern, Thessaloniki, Dubai<ref>Schacholympiade Dubai 1986. Verlag Deutsche Schachblätter/Schachreport 1987, ISBN 3-88805-071-5.</ref> und Thessaloniki sechsmal für die Bundesrepublik, mit der sie bei der Schacholympiade 1978 in Buenos Aires<ref>Otto Borik: Schacholympiade Buenos Aires '78. Walter Rau Verlag, 1979, ISBN 3-7919-0191-5.</ref> die Bronzemedaille gewann und in der Einzelwertung am dritten Brett den zweiten Rang belegte.<ref>8th Women's Chess Olympiad: Buenos Aires 1978 – West Germany (GER) auf OlimpBase (englisch)</ref>
Sie errang bei der Schacholympiade 1980 in Valletta auf Malta am zweiten Brett das drittbeste Einzelresultat und gewann die Bronzemedaille.<ref>9th Women's Chess Olympiad: La Valletta 1980</ref> Das deutsche Team erreichte bei der Schacholympiade 1984 in Thessaloniki gegen den Olympiasieger Sowjetunion ein Unentschieden, und zwar mit den Paarungen Maia Tschiburdanidse – Barbara Hund, Gisela Fischdick – Irina Levitina (1:0) und Lydyja Semenowa – Stepanka Vokralova (1:0).
Seit 1991 vertritt Hund international die Schweiz, mit der sie bislang an den Schacholympiaden der Frauen 1992 in Manila, 1994 in Moskau, 2000 in Istanbul, 2002 in Bled, 2004 in Calvià, 2006 in Turin, 2008 in Dresden<ref>Deutscher Schachbund: Schacholympiade Dresden 2008. JugendSchachVerlag 2009, ISBN 978-3-00-024594-7.</ref>, 2012 in Istanbul und 2014 in Tromsø teilnahm.
In Moskau 1994 errang sie für das drittbeste Einzelresultat am zweiten Brett die Bronzemedaille,<ref>31st Chess Olympiad (women): Moscow 1994</ref> ebenso 2004 in Calvià/Mallorca.<ref>Schach Olympiade 2004 in Calvià/Mallorca</ref>
Hund nahm mit der Schweiz auch an vier Mannschaftseuropameisterschaften der Frauen zwischen 1992 und 2007 teil.<ref>Barbara Hunds Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften der Frauen auf olimpbase.org (englisch)</ref> 1993 gewann sie in Silvaplana die Schweizer Damenmeisterschaft.
Anfang 1983 war sie unter den Top Ten der Elo-Weltrangliste der Damen.<ref>Mein Weg zum Erfolg, S. 157.</ref><ref>FIDE Rating List - July 1983 - Women auf Olimpbase (englisch)</ref>
Vereine
Von 1983 bis 1986 spielte Barbara Hund mit dem Schachverein Opladen 1922 e. V. in der Oberliga Nordrhein-Westfalen, wechselte dann (nach dem Abstieg des SV Opladen) wieder zu den Schachfreunden Monheim, bei denen sie zuvor bereits einige Jahre aktiv gewesen war. Zwischen 1992 und 1999 spielte sie für die Elberfelder Schachgesellschaft 1851 in der Deutschen Damen-Schachbundesliga und wurde mit dieser 1993, 1994, 1996, 1997 und 1999 deutsche Mannschaftsmeisterin. Ab 1996 war sie parallel noch mit den Schachfreunden Reichenstein in der Schweizer Liga aktiv, unter anderem kam sie in den Saisons 1999 und 2000 in der Nationalliga A zum Einsatz. 2018 wechselte sie zum SC Therwil. Seit 2000 spielt sie beim SK Freiburg-Zähringen 1887, dessen 1. Vorsitzende sie seit Juli 2015 ist. Außerdem ist sie 2. Vorsitzende im Schachbezirk Freiburg im Breisgau.
Familie
Barbara Hund gehört zu einer international bekannten Schachfamilie,<ref>Meyers Schachlexikon. Meyers Lexikonverlag, 1993, S. 129, ISBN 3-411-08811-7.</ref> der neben ihren Eltern auch ihre Schwester Isabel Hund (FIDE-Meisterin der Frauen, * 1962) und ihre Tochter Sarah (2013 Deutsche Amateurmeisterin in der Gruppe D, Elo/DWZ über 2000, 2018 Aufstieg mit dem SK Freiburg-Zähringen 1887<ref>Frauen-Regionalliga 2017/2018</ref> in die zweite Bundesliga der Frauen)<ref>Tabelle im Jahr 2022 auf Schachfestival Bad Wörishofen</ref> angehören.
Publikation
- Mein Weg zum Erfolg. Rau-Verlag, Düsseldorf 1983, ISBN 3-7919-0216-4 (Inhaltsverzeichnis)
Weblinks
- Nachspielbare Schachpartien von Barbara Hund auf 365Chess.com (englisch)
- Raymund Stolze: Barbara Hund auf Nummer 1 beim letzten DSAM-Vorturnier auf schachbund.de
- Internetpräsenz von Barbara Hund
Einzelnachweise
<references />
Babij | Belić | Borulya | Burchardt | K. Dolschykowa | Fischdick | J. Fuchs | R. Graf | B. Hund | V. Jürgens | Kachiani-Gersinska | Klek | Klink | E. Köpke | M. Lubbe | Melamed | Michna | Osmanodja | E. Pähtz | S. Papp | Sarana-Hungeling | Schleining | Je. Schmidt | J. Schneider | J. Səfərli | Sieber | L. Stock | Straub | Trabert | Di. Wagner
Verstorbene Großmeister der Frauen:
Keller-Herrmann
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hund, Barbara |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-schweizerische Schachmeisterin |
| GEBURTSDATUM | 10. Oktober 1959 |
| GEBURTSORT | Darmstadt |
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