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Grewioideae

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Grewioideae
Datei:Curtis's botanical magazine (Tab 7836) (8346195785).jpg

Clappertonia ficifolia, Illustration

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Unterfamilie: Grewioideae
Wissenschaftlicher Name
Grewioideae
Hochreutiner

Die Unterfamilie Grewioideae gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Die etwa 25 Gattungen mit 700 bis 770 Arten sind hauptsächlich in den tropischen Gebieten weltweit verbreitet.<ref name="FoNA2015" /><ref name="APWebsite" />

Beschreibung

Datei:Apeiba glabra Aublet (1775) pl.214.jpg
Illustration aus Aublet, 1775, Tafel.214 von Apeiba glabra
Datei:Flickr - BioDivLibrary - n60 w1150 (2).jpg
Illustration von Mollia speciosa
Datei:Corchorus olitorius-original.jpg
Illustration von Corchorus olitorius
Datei:Corchorus olitorius (2).JPG
Zweig mit Laubblättern und Blüte von Corchorus olitorius
Datei:Corchorus olitorius MHNT.BOT.2009.7.8.jpg
Früchte und Samen von Corchorus olitorius
Datei:Erinocarpus nimmonii (51428528942).jpg
Laubblätter und Blütenstände von Erinocarpus nimmonii
Datei:Grewia tenax Bild0687.jpg
Blüte von Grewia tenax
Datei:Gardenology.org-IMG 1994 hunt09oct.jpg
Luehea divaricata
Datei:Sparmannia africana0.jpg
Kapländische Zimmerlinde (Sparrmannia africana)
Datei:Triumfetta lepidota MS4216.JPG
Früchte von Triumfetta lepidota

Vegetative Merkmale

Es handelt sich um krautige Pflanzen, Halbsträucher, Sträucher oder selten Bäume. Die einfachen Blattspreiten sind meist nicht gelappt und der Blattrand ist gekerbt bis gezähnt.<ref name="FoNA2015" />

Generative Merkmale

Die Blüten stehen einzeln oder befinden sich zu mehreren seiten- oder endständig gegenüber der Laubblätter angeordneten, bündeligen oder zymösen Blütenständen. Nur bei wenigen Arten liegt Gynodiözie vor.<ref name="FoNA2015" />

Die meist zwittrigen Blüten sind vier- oder fünfzählig und oft radiärsymmetrisch, meist mit doppelter Blütenhülle (Perianth).<ref name="FoNA2015" /><ref name="APWebsite" /> Es sind keine Außenkelche vorhanden.<ref name="FoNA2015" /> Die Vertreter der Grewioideae weisen typischerweise vier oder fünf freie meist haltbare Kelchblätter auf und es können am oberen Ende Anhängsel vorhanden sein. Die meist vier oder fünf freien Kronblätter sind manchmal genagelt; selten fehlen sie. Nektardrüsen können auf der Basis der Kronblättern bzw. auf dem Androgynophor befinden. Die selten nur vier, meist vielen (fünf bis einhundert) Staubblätter sind bei den meisten Vertretern der Grewioideae nicht verwachsen. Die Staubbeutel besitzen zwei Theken.<ref name="FoNA2015" /><ref name="APWebsite" /> Es sind keine Staminodien vorhanden, aber oft sind die äußersten Staubblätter steril. Die Fruchtblätter sind verwachsen.<ref name="FoNA2015" />

Die oft fleischigen<ref name="APWebsite" /> Kapselfrüchte können stachelig sein, öffnen sich fachspaltig = lokulizid und enthalten 2 bis 150 Samen.<ref name="FoNA2015" /> Die kahlen Samen<ref name="FoNA2015" /> sind geflügelt.<ref name="APWebsite" />

Die Chromosomengrundzahlen betragen n = 7 bis 9, selten 10.<ref name="APWebsite" />

Systematik

Taxonomie

Die Unterfamilie Grewioideae wurde 1999 durch Bayer et al. im Rahmen ihrer neuen Einteilung bzw. Verschiebung von den Lindengewächsen (Tiliaceae) zu den Malvengewächsen (Malvaceae) aufgestellt.<ref name="APWebsite" /> Namensgebende Gattung der Unterfamilie ist Grewia. Typusgattung ist Grewia <templatestyles src="Person/styles.css" />L. Der Gattungsname Grewia ehrt den englischen Botaniker Nehemiah Grew (1628–1682).

Botanische Geschichte

Ein großer Teil der Gattungen bzw. Arten, die seit Bayer et al. 1999 un Nyffeler et al. 2005 in die Unterfamilie Grewioideae gehören, waren davor in die Familie Tiliaceae eingeordnet und die meisten anderen Arten der Tiliaceae wurden in andere Unterfamilien der Malvaceae oder in weitere Familien eingeordnet.<ref name="FoNA2015" /> Die der Unterfamilie Grewioideae gehörten früher zu den Tiliaceae. Mit den aus molekularbiologischen Forschungen gewonnenen systematischen Erkenntnissen wurde die Unterfamilie der Grewioideae neu gebildet und – zusammen mit der neuen Unterfamilie der Tilioideae – in die Familie Malvaceae eingegliedert.<ref name="APWebsite" /> Als „Schwesterfamilie“ mit ähnlichen Merkmalen und systematischer Entwicklung werden die Byttnerioideae und einige basale Taxa angesehen.<ref name="FoNA2015" /> In alten Gliederungen dieser Verwandtschaftsgruppe wurde das Vorhandensein eines Androgynophor als unterscheindes Merkmal verwendet; doch es zeigte sich im 21. Jahrhundert, dass dieses Merkmal innerhalb der Unterfamilie Grewioideae mehrmals entstanden ist.<ref name="Brunken2007" />

Brunken und Muellner gliederten 2012 die Unterfamilie Grewioideae in zwei Tribus, die sich auch in morphologischen Merkmalen, beispielsweise ob ein Androgynophor vorhanden ist.<ref name="FoNA2015" />

Innere Systematik

Ulrike Brunken und Alexandra N. Muellner gliedern 2012 die Unterfamilie Grewioideae in zwei Kladen, die von ihnen als zwei Tribus gewertet werden.<ref name="Brunken2012" />

Die Arten sind von den USA über Mexiko, Karibische Inseln sowie Zentralamerika bis Südamerika und von Afrika über Inseln im Indischen Ozeans über Asien sowie Malesien bis Australien bis auf Pazifische Inseln weitverbreitet. Sie gedeihen hauptsächlich in den Tropen.<ref name="FoNA2015" />

  • Tribus Apeibeae <templatestyles src="Person/styles.css" />Benth. (Syn.: Sparmanniaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Agardh nom. cons.):<ref name="APWebsite" /><ref name="Brunken2012" /> Es gibt hornförmige Verlängerungen des oberen Endes der Kelchblätter und stachelige Emergenzen auf der Fruchtoberfläche.<ref name="APWebsite" /><ref name="Brunken2007" /> Sie enthält seit 2018 nur noch etwa zehn Gattungen; hier ihre Verbreitung und Artenzahlen:
    • Ancistrocarpus <templatestyles src="Person/styles.css" />Oliv. (Syn.: Acrosepalum <templatestyles src="Person/styles.css" />Pierre):<ref name="Brunken2012" /> Die vier Arten sind im tropischen Afrika verbreitet.
    • Apeiba <templatestyles src="Person/styles.css" />Aubl.:<ref name="Brunken2012" /> Die etwa sieben Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.
    • Clappertonia <templatestyles src="Person/styles.css" />Meisn.: Die zwei bis drei Arten sind im tropischen Westafrika verbreitet.
    • Corchorus <templatestyles src="Person/styles.css" />L.<ref name="Brunken2012" /> (Syn.: Pseudocorchorus <templatestyles src="Person/styles.css" />Capuron): Die seit 2018 50 bis 60 Arten sind in den Tropen verbreitet. Die meisten Arten kommen in Afrika sowie Australien vor. Wenige Arten gibt es beispielsweise in Madagaskar, Südasien und in der Neotropis.<ref name="Benor2018Corchorus" />
    • Entelea <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br.:<ref name="Brunken2012" /> Es gibt nur eine Art:
    • Erinocarpus <templatestyles src="Person/styles.css" />Nimmo ex J.Graham:<ref name="Brunken2012" /> Es gibt nur eine Art:
    • Glyphaea <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook.f.:<ref name="Brunken2012" /> Die etwa drei Arten sind im tropischen Afrika verbreitet.
    • Heliocarpus <templatestyles src="Person/styles.css" />L.:<ref name="Brunken2012" /> Die etwa zwölf Arten sind in der Neotropis von Mexiko über Zentralamerika bis Südamerika weitverbreitet.
    • Zimmerlinden (Sparrmannia <templatestyles src="Person/styles.css" />L.f.):<ref name="Brunken2012" /> Die etwa sieben Arten kommen in Afrika und Madagaskar vor. Die bekannteste Art ist die als Zimmerpflanze genutzte:
    • Triumfetta <templatestyles src="Person/styles.css" />Plum. ex L.:<ref name="Brunken2012" /> Die etwa 150 Arten sind in den Tropen verbreitet.
  • Tribus Grewieae <templatestyles src="Person/styles.css" />Endl. (Syn.: Grewiaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Doweld & Reveal):<ref name="APWebsite" /><ref name="Brunken2012" /> Es gibt keine hornförmige Verlängerungen des oberen Endes der Kelchblätter und die Fruchtoberfläche ist glatt.<ref name="APWebsite" /><ref name="Brunken2007" /> Sie enthält etwa 14 Gattungen; Hier ihre Verbreitung und Artenzahlen:
    • Colona <templatestyles src="Person/styles.css" />Cav.:<ref name="Brunken2012" /> Die 25 bis 30 Arten sind in China, Südostasien und Indomalesien verbreitet.
    • Desplatsia <templatestyles src="Person/styles.css" />Bocq.:<ref name="Brunken2012" /> Die nur vier Arten sind vom tropischen Westafrika bis Zentralafrika verbreitet.<ref name="Wellsow2019Desplatsia" /><ref name="Harris2019Desplatsia" />
    • Duboscia <templatestyles src="Person/styles.css" />Bocq.:<ref name="Brunken2012" /> Die drei Arten sind im tropischen Westafrika verbreitet; beispielsweise:
    • Eleutherostylis <templatestyles src="Person/styles.css" />Burret:<ref name="Brunken2012" /> Es gibt nur eine Art:
    • Goethalsia <templatestyles src="Person/styles.css" />Pittier:<ref name="Brunken2012" /> Es gibt nur eine Art:
    • Sternbüsche (Grewia <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Syn.: Arsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Lour., Balmeda <templatestyles src="Person/styles.css" />Nocca, Chadara <templatestyles src="Person/styles.css" />Forssk., Fallopia <templatestyles src="Person/styles.css" />Lour., Graevia <templatestyles src="Person/styles.css" />Neck., Mallococca <templatestyles src="Person/styles.css" />J.R.Forst. & G.Forst., Tridermia <templatestyles src="Person/styles.css" />Raf., Vincentia <templatestyles src="Person/styles.css" />Bojer, Vinticena <templatestyles src="Person/styles.css" />Steud.):<ref name="Brunken2012" /> Die bis zu 290 Arten sind in der Paläotropis weitbreitet.
    • Hydrogaster <templatestyles src="Person/styles.css" />Kuhlm.:<ref name="Brunken2012" /> Es gibt nur eine Art:
    • Luehea <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd.:<ref name="Brunken2012" /> Die 15 bis 20 Arten sind in der Neotropis verbreitet.
    • Lueheopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Burret:<ref name="Brunken2012" /> Die sechs bis sieben Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.
    • Microcos <templatestyles src="Person/styles.css" />Burm. ex L.:<ref name="Brunken2012" /> Die etwa 60 Arten kommen in Indomalesien und auf den Fidschi-Inseln vor.
    • Mollia <templatestyles src="Person/styles.css" />Mart.: Die etwa 17 Arten im tropischen Südamerika verbreitet.<ref name="Costa2021Mollia" />
    • Tetralix <templatestyles src="Person/styles.css" />Griseb.:<ref name="Brunken2012" /> Die zwei bis sieben Arten kommen nur in Kuba vor.
    • Trichospermum <templatestyles src="Person/styles.css" />Blume: Die etwa 39 Arten kommen in der Neotropis, in Malesien und im westlichen Pazifik vor.
    • Vasivaea <templatestyles src="Person/styles.css" />Baill.:<ref name="Brunken2012" /> Die zwei Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.

Quellen

Literatur

  • С. Bayer, M. F. Fay, A. Y. de Bruijn, V. Savolainen, C. M. Morton, K. Kubitzki, W. A. Alverson, M. W. Chase: Support for an expanded family concept of Malvaceae within a recircumscribed order Malvales: a combined analysis of plastid atpB and rbcL DNA sequences. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 129, 1999, S. 267–303.
  • Ulrike Brunken, Alexandra N. Muellner: A new tribal classification of Grewioideae (Malvaceae) based on morphological and molecular phylogenetic evidence. In: Systematic Botany, Volume 37, Issue 3, 2012, S. 699–711. doi:10.1600/036364412X648670 Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
  • Margaret M. Hanes: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 6: Magnoliophyta: Cucurbitaceae to Droserceae. Oxford University Press, New York, 2015, ISBN 978-0-19-534027-3. Malvaceae Jussieu subfam. Grewioideae Dippel - textgleich online wie gedrucktes Werk.

Einzelnachweise

<references> <ref name="APWebsite"> Die Familie Malvaceae und dort auch der Unterfamilie der Grewioideae bei der APWebsite. </ref> <ref name="Brunken2007"> Ulrike Brunken: Blütenstruktur und Phylogenie der Malvaceae-Grewioideae. – Externe Dissertation am Palmengarten der Stadt Frankfurt a. M./ Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M. 2007. 1-82071-4. Zusammenfassung. </ref> <ref name="Brunken2012"> Ulrike Brunken, Alexandra Muellner: A new tribal classification of Grewioideae (Malvaceae) based on morphological and molecular phylogenetic evidence. In: Systematic Botany, Volume 37, Issue 3, 2012, S. 699–711. doi:10.1600/036364412X648670 Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) </ref> <ref name="FoNA2015"> Margaret M. Hanes: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 6: Magnoliophyta: Cucurbitaceae to Droserceae. Oxford University Press, New York, 2015, ISBN 978-0-19-534027-3. Malvaceae Jussieu subfam. Grewioideae Dippel - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Benor2018Corchorus"> Solomon Benor: Molecular phylogeny of the genus Corchorus (Grewioideae, Malvaceae s.l.) based on nuclear rDNA ITS sequences. In: The Crop Journal, Volume 6, Issue 5, 2018, S. 552–563. </ref> <ref name="Wellsow2019Desplatsia"> Julia Wellsow, Michelle Hart, Peter Wilkie, David J. Harris: A taxonomic revision of the African genus Desplatsia Bocq. (Malvaceae – Grewioideae). In: European Journal of Taxonomy, Volume 584, 2019. doi:10.5852/ejt.2019.584 </ref> <ref name="Harris2019Desplatsia"> David J. Harris, Julia Wellsow:: A taxonomic revision of the African genus Desplatsia Bocq. (Malvaceae - Grewioideae) with identifiers. Dryad, Dezember 2019. doi:10.5061/dryad.j6q573n89 </ref> <ref name="Costa2021Mollia"> Maria Tereza Rodrigues Costa, Massimo Giuseppe Bovini, Elsie Franklin Guimarães: Nomenclatural synopsis and typifications in Mollia (Malvaceae: Grewioideae). In: Brittonia, Volume 73, September 2021, S. 438–445. doi:10.1007/s12228-021-09681-w </ref> </references>

Weblinks

Commons: Grewioideae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien