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Universal Business Language

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Universal Business Language (UBL) ist eine Spezifikation der OASIS für standardisierte E-Business-Dokumente (z. B. Rechnung oder Bestellung). UBL verwendet XML und basiert auf den ebXML Core Components.

UBL ist neben Cross Industry Invoice eine der beiden Syntaxen für die Umsetzung der europäischen Norm EN 16931 für elektronische Rechnungen.<ref>Durchführungsbeschluss (EU) 2017/1870. In: Amtsblatt der Europäischen Union. Abgerufen am 3. November 2025.</ref>

Im Jahr 2004 gab OASIS die Universal Business Language 1.0 frei. Jon Bosak half maßgeblich bei der Spezifikation.<ref>Oasis gibt Universal Business Language 1.0 frei: Mit UBL Geschäftsdokumente standardisieren. Abgerufen am 15. April 2022.</ref> Die internationale Norm ISO/IEC 19845:2015 spezifiziert die Anforderungen an die Universal Business Language in der Version 2.1 (UBL v2.1)<ref>ISO/IEC 19845:2015(en) Information technology — Universal business language version 2.1 (UBL v2.1). Abgerufen am 15. April 2022.</ref>

Technischer Aufbau

UBL definiert eine Bibliothek wiederverwendbarer XML-Komponenten für Geschäftsdaten wie Adressen, Artikel, Zahlungsinformationen und Steuerdaten. Daraus werden vollständige Dokumentschemata für Bestellungen, Rechnungen, Lieferscheine und andere Geschäftsvorgänge zusammengesetzt.<ref>UBL 2.1 – Component Library. In: OASIS Standard. Abgerufen am 5. November 2025.</ref>

Die technische Grundlage bildet die ebXML Core Components Technical Specification 2.01. UBL nutzt Business Information Entities (BIEs), die nach den UBL Naming and Design Rules in W3C XSD-Schemata umgesetzt werden.<ref>UBL 2.1 – Technical Architecture. In: OASIS Standard. Abgerufen am 5. November 2025.</ref>

Ab Version 2.0 verwendet UBL ein zweiphasiges Validierungsmodell: Zunächst erfolgt die Strukturprüfung gegen XSD-Schemata, anschließend werden Code-Listen und Geschäftsregeln mittels XSLT und Schematron validiert.<ref>UBL 2.0 Code Lists and Two-phase Validation. In: OASIS. Abgerufen am 5. November 2025.</ref>

Der Standard ist lizenzfrei verfügbar. Die Schemata sind modular aufgebaut und lassen sich erweitern.<ref>UBL – Open Access. In: OASIS Open. Abgerufen am 5. November 2025.</ref>

Verwendung

EN 16931

Die Europäische Kommission führte UBL 2014 als zugelassene Syntax für öffentliche Ausschreibungen ein – einer der ersten nicht-europäischen Standards mit dieser Anerkennung.<ref>Richtlinie 2014/55/EU über die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen. In: EUR-Lex. 16. April 2014, abgerufen am 30. Oktober 2025.</ref>

Die EU-Richtlinie 2014/55/EU verpflichtete alle Mitgliedstaaten zur Einführung elektronischer Rechnungen im B2G-Bereich. Daraus entstand die Norm EN 16931, die das semantische Datenmodell vorgibt.<ref>Compliance with eInvoicing standard. In: European Commission. Abgerufen am 3. November 2025.</ref> UBL 2.1 Invoice ist neben UN/CEFACT CII eine der beiden zugelassenen Syntaxen zur Umsetzung dieser Norm.<ref>Understanding the European Norm 16931. In: The Invoicing Hub. 16. September 2024, abgerufen am 3. November 2025.</ref>

Nationale Implementierungen

In Deutschland unterstützt die XRechnung beide EN-16931-Syntaxen.<ref>XRechnung. Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT), abgerufen am 30. Oktober 2025.</ref> Weitere europäische Länder nutzen UBL über das PEPPOL-Netzwerk. Der Peppol BIS Billing 3.0 basiert auf UBL-Syntax und ist EN-16931-konform.<ref>Peppol BIS Billing 3.0. In: OpenPeppol. Abgerufen am 3. November 2025.</ref>

Für länderspezifische Anforderungen existieren Core Invoice Usage Specifications (CIUS) und Extensions, die EN 16931 an nationale Gesetze anpassen.<ref>EU structured e-invoice EN16931 standard. In: VATCalc. 20. Januar 2025, abgerufen am 3. November 2025.</ref>

Privatwirtschaft

Die UBL wird unter anderem in Tradeshift, einem webbasierten sozialen Netzwerk für Unternehmen, verwendet.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>