Ronhof
Ronhof Kreisfreie Stadt Fürth
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1042)&title=Ronhof 49° 30′ N, 11° 0′ O
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| Höhe: | 299 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 1042 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1927 | |||||
| Postleitzahl: | 90765 | |||||
| Vorwahl: | 0911 | |||||
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Ronhof (fränkisch: Ron-huhf und af Fro-huhf<ref>W. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 80. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „rŏnhūf“ und „af frŏhūf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Fürth (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Ronhof hat eine Fläche von 2,977 km². Sie ist in 1902 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1565,39 m² haben.<ref>Gemarkung Ronhof (093341). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 10. Januar 2025.</ref> In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Kronach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 10. Januar 2025.</ref> Seit dem in den 1950er Jahren einsetzenden Bauboom hat sich die Siedlungsfläche von ehemals drei Hektar auf etwa 1,5 km² vergrößert. Die ehemals landwirtschaftlich geprägte, dörfliche Struktur wandelte sich in den 1970er Jahren zu Gewerbeansiedlungen, (z. B. Franken Wohnland, 1979) und flächiger Eigenheimbebauung um.
Geografie
Das Dorf liegt zwei Kilometer nordöstlich des historischen Fürther Stadtkernes auf einer Höhe von 299 m ü. NHN direkt unter der Einflugschneise des Nürnberger Flughafens. Nördlich fließt der Bucher Landgraben und östlich erstreckt sich das Knoblauchsland. Es bestehen der historische Kern Altronhof sowie Ronhof mit jüngerer Bebauung. Nördlich schließt Kronach an, Braunsbach nordöstlich, Höfles östlich, Poppenreuth südöstlich, die Nord- und Altstadt südlich, sowie Schwand westlich.
Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Sack (0,7 km nordöstlich) bzw. zum Stadtteil Am Ronhof (1 km südwestlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Kronach (0,4 km nordwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 21. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Die Bayerische Uraufnahme zeigt Rohnhof in den 1810er Jahren als ein Straßendorf mit 21 Herdstellen.<ref>Bayerische Uraufnahme. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 22. Juli 2025.</ref>
Geschichte
Der Ort wurde im Berg’schen Reichslehenbuch von 1396 als „Ronhof“ erstmals urkundlich erwähnt. 1606 wurde der Ort erstmals auch als „Fronhoff“ erwähnt. Diese Form ist aus der Verschleifung von „auf Ronhof“ entstanden. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das althochdeutsche Wort „rono“ (= gestürzter Baum) und verweist darauf, dass der Siedlungsraum durch Rodung gewonnen wurde.<ref>W. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 80.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ronhof aus 17 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Oberamt Baiersdorf aus, was von der Reichsstadt Nürnberg bestritten wurde. Grundherren waren das bambergische Dompropsteiamt Fürth (4 Halbhöfe, 1 Gut) und die Nürnberger Eigenherren von Imhoff (2 Güter, 1 Seldengut), von Löffelholz (3 Halbhöfe, 2 Seldengütlein, 1 Wirtshaus) und von Oelhafen (2 Halbhöfe, 1 Gut). Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde von den Grundherren abwechselnd übernommen.<ref>H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 165f. Dort abweichend 16 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.</ref>
Von 1797 bis 1806 unterstand der Ort der Polizeicommision Fürth, von 1806 bis 1810 dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Ronhof dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt und der im selben Jahr gebildeten Ruralgemeinde Buch zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ronhof, zu der Kronach gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 2 Anwesen von 1821 bis 1848 dem Patrimonialgericht (PG) Buchschwabach, 1 Anwesen von 1822 bis 1840 dem PG Buch und 8 Anwesen von 1825 bis 1835 dem PG Gibitzenhof.<ref>H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 226.</ref><ref>Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, OCLC 869860423, S. 32 (Digitalisat).</ref> Ab 1862 gehörte Ronhof zum Bezirksamt Fürth und zum Landgericht Fürth (ab 1876 Stadt- und Landgericht Fürth, 1879 in Amtsgericht Fürth umbenannt). Die Finanzverwaltung wurde 1871 vom Rentamt Fürth übernommen (1919 in Finanzamt Fürth umbenannt). Die Gemeinde hatte 1904 eine Gebietsfläche von 2,741 km².<ref name="OV 1900"/>
Einige Bekanntheit erlangte Ronhof mit dem Sportstadion der damaligen SpVgg Fürth 1903, das nach seiner Errichtung in den 1910er Jahren lange Zeit als das größte Sportgelände im Deutschen Reich galt.
Die Gemeinde Ronhof wurde am 1. Juli 1927 nach Fürth eingemeindet.<ref></ref><ref>Fürth > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 22. Juli 2025.</ref>
Mit dem Überbau des Ludwig-Donau-Main-Kanales ab 1950 durch die Bundesautobahn 73 (Frankenschnellweg) bekam der Stadtteil 1972 einen eigenen Autobahnanschluss.
Baudenkmäler
- Ronhofer Hauptstraße 192: Wohnstallhaus<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Fürth (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- Ronhofer Hauptstraße 200: Wohnstallhaus<ref name="Denkmalliste"/>
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- ehemalige Baudenkmäler
- Ronhofer Hauptstraße 176: Erdgeschossiges Wohnstallhaus von 1803, Sandsteinquader, mit flachen Ecklisenen und Gesimsen. Dreigeschossiger Straßengiebel mit Eckvoluten und Zierpostament; Kartusche bezeichnet „JLS 1803“.<ref name="G61">A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Fürth, S. 61. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.</ref>
- Ronhofer Hauptstraße 183: Erdgeschossiges Wohnstallhaus von 1836, Sandsteinquader; traufseitig zur Straße. Inschriftkartusche am Giebel bezeichnet „MB 1836“. Vierseitige Sandsteinpfeiler der Hofeinfahrt mit profilierten Gesimsen.<ref name="G61"/>
- Ronhofer Hauptstraße 205: Zugehörige Scheune von 1790, Sandsteinquader, baulich teils erneuert, auch der verputzte Straßengiebel. Am Ronofer Weg Quader bezeichnet „1790 HE“.<ref name="G61"/>
- Sacker Weg 6: Erdgeschossiges Wohnstallhaus, noch 18. Jahrhundert; Sandsteinquader. Traufseitig zur Straße. Südgiebel verputztes Fachwerk, Nordgiebel mit Ziegeln neu aufgeführt.<ref name="G61"/>
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Ronhof
Ort Ronhof
| Jahr | 1818 | 1840 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 109 | 127 | 142 | 146 | 175 | 183 | 429 | 492 | 594 | 551 | 1042 |
| Häuser<ref name="Häuser"/> | 21 | 23 | 27 | 26 | 66 | 65 | 102 | 206 | |||
| Quelle | <ref name="OV 1818"/> | <ref name="OV 1846"/> | <ref name="OV 1861"/> | <ref name="OV 1875"/> | <ref name="OV 1885"/> | <ref name="OV 1900"/> | <ref name="OV 1925"/> | <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1016 (Digitalisat).</ref> | <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 748 (Digitalisat).</ref> | <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 167 (Digitalisat).</ref> | <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 323 (Digitalisat).</ref> |
Religion
Ronhof ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich teils nach St. Michael (Fürth), teils nach St. Peter und Paul (Poppenreuth) gepfarrt,<ref>H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, s. 165.</ref> ab der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der ganze Ort nach St. Michael,<ref name="OV 1925"/> aktuell ist die Pfarrei Wilhelm-Löhe-Gedächtniskirche (Fürth) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Christophorus (Fürth) gepfarrt.<ref>Struktur. In: ssb-clw.kirche-bamberg.de. Abgerufen am 21. Juli 2023.</ref>
Infrastruktur
In Ronhof ist westlich des Frankenschnellwegs der Sportpark Ronhof (umgangssprachlich „der Ronhof“) des Traditionsvereins angesiedelt. Das Sportgelände des ehemaligen Vereins Tuspo Fürth (jetzt SpVgg Greuther Fürth) wurde 1976 erweitert.
Auch der Fürther Hauptfriedhof sowie das Hotel Mercure befinden sich in Ronhof.
Das Jugendstilgebäude der Pestalozzischule wurde in jüngerer Zeit erweitert. Das Gebäude ist unsymmetrisch gestaltet und greift zum Teil Formen der Renaissance auf, ohne dass die klassischen Proportionsregeln beachtet wurden. An der Westseite ist die originale Einfriedung erhalten.
Verkehr
Mehrere Buslinien der infra Fürth des VGN binden Ronhof an die Fürther Innenstadt an. Durch die Erlanger Straße verkehren die Linien 173, 174 und 177, durch den Laubenweg die Linie 179 und entlang der Hans-Vogel-Straße und Im Stöckig die Linie 178. Die Linie 33 fährt über Steingartenweg über Jenaer Str. in Richtung Nürnberg Flughafen.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Ronhof. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 583 (Digitalisat).
- August Gebeßler: Stadt und Landkreis Fürth (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 18). Deutscher Kunstverlag, München 1963, DNB 451450957, S. 61.
- Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 165–166 (Digitalisat). Vorlage:Hofmann Nürnberg-Fürth 1954 Zusätzliche Quelle
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Vorlage:Wiessner Stadt- und Landkreis Fürth
Weblinks
- Ronhof. In: FürthWiki. Abgerufen am 21. Juli 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Ronhof in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Ronhof im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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Alter Flughafen Atzenhof | Am Stadtpark | Atzenhof | Burgfarrnbach | Dambach | Eschenau | Espan | Flexdorf | Hafen | Hard | (mit Billinganlage und Scherbsgraben) | Hardhöhe (mit Hardsiedlung) | Herboldshof | Innenstadt (mit Altstadt) | Mannhof | Oberfürberg (mit Heilstättensiedlung) | Poppenreuth | Ritzmannshof | Ronhof (mit Ronwaldsiedlung und Kronach) | Sack (mit Braunsbach und Bislohe) | Schwand (mit Finkenschlag und Stadelhof) | Stadeln | Stadtwald | Steinach | Südstadt (mit Kalbsiedlung) | Unterfarrnbach (mit Stadelhof, Bremenstall und Kieselbühl) | Unterfürberg | Vach | Weikershof | Westvorstadt