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Ray Mercer

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Ray Mercer
Boxweltmeister im Schwergewicht
Boxweltmeister im Schwergewicht
Vorlage:SportPicto
Datei:Ray Mercer, 1988.JPEG
Daten
Geburtsname Raymond Anthony Mercer
Geburtstag 4. April 1961
Geburtsort Jacksonville (Florida)
Nationalität Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten
Kampfname(n) Merciless
Gewichtsklasse Schwergewicht
Stil Linksauslage
Größe 1,85 m
Reichweite 1,96 m
Kampfstatistik als Profiboxer
Kämpfe 44
Siege 36
K.-o.-Siege 26
Niederlagen 7
Unentschieden 1
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Olympische Spiele
Gold 1988 Seoul Schwergewicht

Ray Mercer (* 4. April 1961 in Jacksonville, Florida als Raymond Anthony Mercer) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Boxer und von Januar bis Dezember 1991 Weltmeister der WBO im Schwergewicht. Als Amateur gewann er die Goldmedaille im Schwergewicht bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul.

Amateurkarriere

Mercer begann mit dem Boxsport erst 1983 als Soldat der Army in seinen damaligen Stationierungsorten Schweinfurt sowie Baumholder und gewann im Laufe seiner Amateurkarriere 85 von 91 Kämpfen.<ref>1988 Olympic gold medalist Ray Mercer Looks back</ref><ref>Ray Mercer Ready For HOF Weekend</ref> Er war Mitglied in der Boxabteilung des 1. FC Kaiserslautern und trainierte unter FCK-Boxtrainer Günter Wiewecke.

Nachdem er sämtliche Meisterschaften des Militärbereichs gewonnen hatte, war er automatisch für die US-Meisterschaften im März 1988 in Colorado Springs qualifiziert und gewann auch dort mit einem Finalsieg gegen Jerry Goff die Goldmedaille im Schwergewicht.<ref>United States National Championships 1988</ref> Er konnte daraufhin im Juli 1988 an der nationalen Olympiaqualifikation in Concord teilnehmen und gewann das Turnier unter anderem mit Siegen gegen Tommy Morrison und Michael Bentt.<ref>US National Olympic Trials 1988</ref> Einige Tage später gewann er dann auch mit einem erneuten Sieg gegen Michael Bentt die Box-offs in Las Vegas.<ref>US Olympic Box-offs 1988</ref>

Er konnte daraufhin im September 1988 an den Olympischen Sommerspielen in Seoul teilnehmen und siegte dabei jeweils vorzeitig gegen Rudolf Gavenčiak, Luigi Gaudiano, Arnold Vanderlyde und Baik Hyun-man, wodurch er Olympiasieger im Schwergewicht wurde.<ref>Olympic Games 1988</ref>

Profikarriere

Mercer bestritt sein Profidebüt im Februar 1989 und gewann 18 Kämpfe in Folge, davon 13 vorzeitig. Er schlug unter anderem 1989 Ossie Ocasio und 1990 Bert Cooper, ehe er am 11. Januar 1991 in Atlantic City den bis dahin ebenfalls unbesiegten Francesco Damiani (Kampfbilanz: 27-0) durch K. o. in der neunten Runde besiegen und dadurch WBO-Weltmeister im Schwergewicht werden konnte.<ref>Francesco Damiani vs. Ray Mercer</ref> Am 18. Oktober 1991 verteidigte er den Titel in Atlantic City durch TKO in der fünften Runde gegen Tommy Morrison (28-0).<ref>Ray Mercer vs. Tommy Morrison</ref>

Im Dezember 1991 wurde ihm der Titel entzogen, da er nicht gegen den Pflichtherausforderer Michael Moorer antreten wollte, sondern stattdessen am 7. Februar 1992 in Atlantic City gegen Larry Holmes (53-3) in den Ring stieg. Diesen Kampf verlor Mercer jedoch einstimmig nach Punkten.<ref>Larry Holmes vs. Ray Mercer</ref> Nach zwei Aufbausiegen verlor er am 6. Februar 1993 ebenfalls einstimmig und überraschend gegen den Journeyman Jesse Ferguson (18-9).<ref>Ray Mercer lost to Jesse Ferguson</ref> Diese Niederlage machte einen bereits zugesagten WM-Kampf gegen Riddick Bowe zunichte und führte durch die Aussagen von Ferguson, welcher angegeben hatte, während des Kampfes mehrmals von Mercer Geld angeboten bekommen zu haben, wenn er den Kampf verlieren würde, zu einer Anklage gegen Mercer wegen versuchter Bestechung im Sport. Als Beweise wurden eine eidesstattliche Erklärung von Ferguson sowie die Aufnahme des übertragenden Fernsehsenders HBO vorgelegt, auf denen jedoch keine diesbezüglichen Absprachen festgestellt werden konnten. Mercer selbst bestritt die Vorwürfe.<ref>Ferguson Describes Offer Of Bribe From Ray Mercer</ref><ref>Mercer Charged With Bribing Foe</ref> Nach einem rund zweiwöchigen Prozess wurde Mercer schließlich vor dem Obersten Gerichtshof von Manhattan freigesprochen.<ref>MERCER NOT GUILTY OF BRIBERY</ref>

Nach zwei folgenden Siegen kam es im November 1993 zum Rückkampf mit Jesse Ferguson, den er knapp durch Split Decision nach Punkten gewann.<ref>Ray Mercer vs. Jesse Ferguson</ref> Gegen Marion Wilson (7–9) erreichte er hingegen im Juli 1994 nur ein Unentschieden.<ref>Ray Mercer vs. Marion Wilson</ref>

Trotz dieser Leistung konnte er am 20. Mai 1995 in Atlantic City gegen Evander Holyfield (30-2) boxen und verlor einstimmig nach Punkten.<ref>Evander Holyfield vs. Ray Mercer</ref> Auch seinen nächsten Kampf, am 10. Mai 1996 in New York City, verlor er durch Mehrheitsentscheidung nach Punkten gegen Lennox Lewis (28-1).<ref>Lennox Lewis vs. Ray Mercer</ref>

Anschließend blieb Mercer in sieben Kämpfen ungeschlagen und siegte dabei unter anderem gegen Tim Witherspoon (45-4) und Don Steele (44-2)<ref>Tim Witherspoon vs. Ray Mercer</ref><ref>Ray Mercer vs. Don Steele</ref> Am 29. Juni 2002 konnte er in Atlantic City erneut um den WBO-Weltmeistertitel im Schwergewicht boxen, verlor den Kampf jedoch gegen den Titelträger Wladimir Klitschko (38-1) durch TKO in der sechsten Runde.<ref>Wladimir Klitschko vs. Ray Mercer</ref>

Nach vier folgenden Siegen, verlor er am 26. August 2005 durch K. o. in der siebenten Runde gegen Shannon Briggs (42-4).<ref>Shannon Briggs vs. Ray Mercer</ref> Eine weitere Niederlage erlitt er im Januar 2008 nach Punkten gegen Derric Rossy (17-1).<ref>Derrick Rossy vs. Ray Mercer</ref>

Seinen letzten Kampf bestritt er am 5. September 2008 im Alter von 47 Jahren gegen Richel Hersisia (30-2) und gewann per Mehrheitsentscheidung.<ref>Ray Mercer vs. Richel Hersisia</ref>

Sonstiges

Mercer wurde als Sohn eines Soldaten der Army geboren und musste aufgrund von Stationierungen seines Vaters mehrmals umziehen, unter anderem lebte er im Alter von 15 Jahren auch in Deutschland und besuchte eine US-Schule in Hannover. Insgesamt diente er acht Jahre bei der Armee und erreichte den Rang eines Sergeant.<ref>Olympic Boxer Ray Mercer May Be a Hot Pro Prospect</ref> 2019 war er verheiratet, Vater von vier Kindern und lebte in Fayetteville (North Carolina).<ref>Best I Faced: Ray Mercer - The Ring</ref>

Beim Cage Fury Fighting Championship 5 am 23. Juni 2007 in der Boardwalk Hall in Atlantic City gab er sein MMA-Debüt. Er verlor gegen Kimbo Slice nach Aufgabe. Am 13. Juni 2009 trat er in einem MMA-Kampf gegen den ehemaligen UFC-Schwergewichtschampion Tim Sylvia an und gewann durch K. o. in der ersten Runde.<ref>The Fall of a Champion: Ray Mercer Stuns MMA World</ref>

2013 fand er Aufnahme in die New Jersey Boxing Hall of Fame<ref>Ray Mercer at the New Jersey Boxing Hall of Fame</ref> und 2018 in die Atlantic City Boxing Hall of Fame.<ref>Former Heavyweight Champ Ray Mercer to be Inducted into the Atlantic City 2018 Boxing Hall of Fame</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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1904: Vereinigte Staaten 45 Samuel Berger | 1908: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Albert Oldman | 1920: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Ronald Rawson | 1924: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Otto von Porat | 1928: ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Arturo Rodríguez | 1932: ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Santiago Lovell | 1936: Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Herbert Runge | 1948: ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Rafael Iglesias | 1952: Vereinigte Staaten 48 Hayes Edward Sanders | 1956: Vereinigte Staaten 48 Pete Rademacher | 1960: Vorlage:ITA-1946 Franco De Piccoli | 1964: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Joe Frazier | 1968: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten George Foreman | 1972: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Teófilo Stevenson | 1976: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Teófilo Stevenson | 1980: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Teófilo Stevenson | 1984: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Henry Tillman | 1988: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ray Mercer | 1992: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Félix Savón | 1996: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Félix Savón | 2000: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Félix Savón | 2004: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Odlanier Solís | 2008: RusslandRussland Rachim Tschachkijew | 2012: Ukraine[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Oleksandr Ussyk | 2016: RusslandRussland Jewgeni Tischtschenko | 2020: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Julio César La Cruz | 2024: UsbekistanDatei:Flag of Uzbekistan.svg Lazizbek Mullajonov

Liste der Olympiasieger im Boxen

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VorgängerAmtNachfolger
Francesco DamianiBoxweltmeister im Schwergewicht (WBO)
11. Januar 1991 – 24. Dezember 1991
Michael Moorer