Heiner Koch
Heiner Koch (* 13. Juni 1954 in Düsseldorf-Eller<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Weihbischof Heinrich Koch im Gespräch ( vom 18. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref>) ist ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher, Erzbischof von Berlin und Metropolit der Kirchenprovinz Berlin.<ref name="bistum-dresden-meissen">Erzbischof Dr. Heiner Koch - Apostolischer Administrator von Dresden-Meißen. bistum-dresden-meissen.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Juni 2015; abgerufen am 30. Juni 2015.</ref>
Leben
Koch wuchs als Sohn eines Justizamtsrats im Düsseldorfer Stadtteil Eller in der Gemeinde St. Gertrud auf und war dort KJG- und Ministrantenleiter. Nach dem Abitur am Düsseldorfer Geschwister-Scholl-Gymnasium studierte er Katholische Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaft an der Universität Bonn und beendete das Studium mit dem Staatsexamen in Erziehungswissenschaft und der Promotion zum Dr. theol. mit einer Dissertation über Befreiung zum Sein als Grundperspektive christlicher Religionspädagogik. Seit Beginn seines Studiums ist Koch Mitglied der Theologenverbindung V.k.Th. Burgundia Bonn.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Homepage der V.K.Th. Burgundia ( vom 25. September 2015 im Internet Archive)</ref>
Am 13. Juni 1980, seinem 26. Geburtstag, empfing er im Kölner Dom das Sakrament der Priesterweihe. Anschließend war er bis Ende 1983 Kaplan an St. Martinus in Kaarst. In den folgenden sechs Jahren bildete die Jugendseelsorge den zentralen Schwerpunkt seiner Arbeit. So war er zunächst Stadtjugendseelsorger und BDKJ-Präses im Stadtdekanat Neuss. Ab dem 1. April 1984 war Koch als Hochschulpfarrer an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätig und gleichzeitig Subsidiar an St. Paulus in Düsseldorf.
Auf Bistumsebene trug Koch seit 1989 Verantwortung: 1989 wurde ihm die Leitung der Abteilung Erwachsenenseelsorge im Kölner Generalvikariat übertragen. Zugleich war er Diözesan-Frauen- und Männerseelsorger und kfd-Diözesanpräses. Am 1. November 1992 übernahm Koch die Leitung der Hauptabteilung Seelsorge im Generalvikariat. Im Oktober 2002 wurde er zum stellvertretenden Generalvikar ernannt.
Von 1989 bis August 2006 war Heiner Koch auch Rector ecclesiae der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in der Kölner Marzellenstraße, unmittelbar benachbart dem Generalvikariat. Von 1993 bis 1998 war er zudem Subsidiar an der Hohen Domkirche zu Köln, und seit dem 1. August 1998 gehörte er als Residierender Domkapitular dem Kölner Metropolitankapitel an. Papst Johannes Paul II. ernannte Koch am 19. September 1993 zum Kaplan Seiner Heiligkeit (Monsignore) und am 10. Februar 1996 zum Päpstlichen Ehrenprälaten. Für den Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften war Koch von 1995 bis 2014 als Bundespräses zuständig.<ref>Ämterliste. Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e. V., abgerufen am 14. Juni 2015.</ref> An Vorbereitung und Durchführung des XX. Weltjugendtags in Köln war er von 2002 bis 2005 als dessen Generalsekretär verantwortlich beteiligt. In der Zeit des Weltjugendtages fand dessen Umgang mit den öffentlichen Medien mehrfach Lob.<ref>FAZ, 16. August 2015, "Katholische Welthauptsstadt" Köln</ref> Er ist als Magistralkaplan Mitglied des Malteserordens.
Weihbischof in Köln
Am 17. März 2006 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Ros Cré und zum Weihbischof in Köln.<ref>Nomina di Ausiliare di Köln (Germania). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 17. März 2006, abgerufen am 8. Juni 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 7. Mai 2006 empfing Heiner Koch durch den Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, im Kölner Dom die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren die Kölner Weihbischöfe Manfred Melzer und Rainer Maria Woelki. Sein Wahlspruch Gaudete semper Dominus prope („Freut euch allezeit, der Herr ist nahe“) entstammt dem Philipperbrief (Vorlage:Bibel/Link). Als Weihbischof war Heiner Koch im Erzbistum Köln Bischofsvikar für den Pastoralbezirk Süd mit über 600.000 Katholiken<ref>Institutions-Schematismus für das Erzbistum Köln. (PDF 935 kB) Stand Mai 2009. Erzbistum Köln, Stabsabteilung Dokumentation/Information, S. 18, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2015; abgerufen am 8. Juni 2015.</ref>, der die Stadt Bonn, den Rhein-Sieg-Kreis, den Rheinisch-Bergischen Kreis, den Kreis Euskirchen und die zum Erzbistum Köln gehörenden Pfarrgemeinden des Kreises Altenkirchen (Rheinland-Pfalz) umfasst. Ferner war er Bischofsvikar für die Seelsorge an fremdsprachigen Katholiken im Erzbistum Köln und Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die deutschsprachige Seelsorge im Ausland und seit dem 25. April 2012 Vorstandsvorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln e. V.
Bischof von Dresden-Meißen
Am 18. Januar 2013 ernannte ihn Benedikt XVI. zum Bischof von Dresden-Meißen.<ref>Nomina del Vescovo di Dresden-Meissen (Germania). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 18. Januar 2013, abgerufen am 8. Juni 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Amtseinführung durch den Metropoliten der Kirchenprovinz Berlin, Rainer Maria Kardinal Woelki, fand am 16. März in der Kathedrale Ss. Trinitatis in Dresden statt.<ref>Habemus episcopum. Pressemitteilung. Bistum Dresden-Meißen, 18. Januar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Februar 2019; abgerufen am 8. Juni 2015.</ref> In seine Amtszeit fielen u. a. der Bau und die Weihe der neuen Propsteikirche in Leipzig, der 100. Deutsche Katholikentag ebenda und der Beginn der strukturellen Umwandlung der Diözese.
Apostolischer Administrator von Dresden-Meißen
Für den Zeitraum zwischen Ernennung und Besitzergreifung des Erzbistums Berlin, also vom 8. Juni bis 19. September 2015, wurde Heiner Koch zum Apostolischen Administrator für Dresden-Meißen mit allen bischöflichen Rechten ernannt. Wegen diözesaner Reformen entschied sich die Kongregation für die Bischöfe für die volle rechtliche Handlungsfähigkeit Kochs für diese Übergangszeit in Dresden anstelle der sonst üblichen Wahl zum Diözesanadministrator mit eingeschränkten Rechten.<ref>Voll handlungsfähig. Im Interview: Domkapitular Andreas Kutschke, Ständiger Vertreter des Apostolischen Administrators, zur gegenwärtigen Situation im Bistum Dresden-Meißen. Bistum Dresden-Meißen, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Juli 2015; abgerufen am 19. August 2015.</ref>
Erzbischof von Berlin
Am 8. Juni 2015 ernannte Papst Franziskus Heiner Koch zum Erzbischof von Berlin.<ref>Nomina dell’Arcivescovo Metropolita di Berlin (Germania). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 8. Juni 2015, abgerufen am 8. Juni 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er wurde am 19. September 2015 in der St. Hedwigs-Kathedrale durch Bischof Wolfgang Ipolt von Görlitz in sein neues Amt eingeführt, Kochs Amtsvorgänger Rainer Maria Kardinal Woelki übergab ihm den Bischofsstab von Alfred Kardinal Bengsch.<ref>Amtseinführung von Erzbischof Dr. Heiner Koch: 19. September 2015, 11.00 Uhr, St. Hedwigs-Kathedrale. In: Pressemeldung. Erzbistum Berlin, 12. Juni 2015, abgerufen am 10. September 2019.</ref> In der Predigt bei seiner Einführung plädierte Koch dafür, die Christen müssten dafür eintreten, dass ungeborene, schwache, arme und sterbende Menschen sowie Flüchtlinge nicht ausgegrenzt würden. Der Erzbischof mahnte, „wenn es nötig ist, auf die Straße zu gehen, um dies zu bekunden“.<ref>domradio.de, 19. September 2015.</ref>
Das Wappen des Erzbischofs verbindet das Wappen des Berliner Erzbistums mit dem bischöflichen Wappen Heiner Kochs. Die vier Felder zeigen die Wappen der vorreformatorischen Vorgängerdiözesen Brandenburg, Havelberg, Cammin und Lebus. Der Stern im Herzschild ist Symbol für die Gottesmutter Maria als Stern des Meeres und erinnert gleichzeitig an den Stern von Betlehem, der die Weisen zur Krippe führte (Vorlage:Bibel/Link), die im Kölner Dom verehrt werden. Das fließende Wasser verweist auf Christus als Quelle des ewigen Lebens (Vorlage:Bibel/Link). Der Fluss „zeigt die enge Verbindung des Erzbischofs mit seiner rheinischen Heimat im Erzbistum Köln, an die Elbe, die durch sein bisheriges Bistum Dresden-Meißen fließt, sowie an Spree und Havel, die Flüsse seiner jetzigen Heimat, dem Erzbistum Berlin.“<ref>Erzbistum Berlin: Das Wappen von Erzbischof Dr. Heiner Koch, abgerufen am 22. August 2015.</ref>
Im Jahr 2020 löste Koch den Pfarrgemeinderat von Potsdam auf, nachdem es dort aufgrund der Wahl eines Mitgliedes der rechtsextremistischen Jungen Alternative für Deutschland zu internen Konflikten gekommen war.<ref>Christoph Renzikowski, Roland Juchem: AfDler in der Kirche. In Glaube und Heimat 7/2024, S. 2.</ref>
Überdiözesane Aufgaben
Heiner Koch wurde auf der Herbst-Vollversammlung 2014 der Deutschen Bischofskonferenz zum Vorsitzenden der Kommission für Ehe und Familie gewählt. In der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz hat er den Vorsitz der Unterkommission für Mittel- und Osteuropa (insbes. RENOVABIS). Am 20. September 2016 wurde er in beiden Positionen bestätigt.<ref name="dbk">Abschlusspressekonferenz der Herbst-Vollversammlung 2014 der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda. Pressebericht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. In: Pressemeldung Nr. 165. Deutsche Bischofskonferenz, 26. September 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. September 2017; abgerufen am 8. Juni 2015.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> Des Weiteren wurde er zum Mitglied der Gemeinsamen Konferenz der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) bestellt<ref name="dbk" />, im September 2023 auch zum Geistlichen Assistenten des Zentralkomitees.<ref>Erzbischof Koch ist neuer Geistlicher Assistent des ZdK. In: catholicnewsagency.com. 29. September 2023, abgerufen am 25. November 2023.</ref>
Mit Kardinal Reinhard Marx und Bischof Franz-Josef Bode wählte ihn die Bischofskonferenz 2015 zum Delegierten für die XIV. Ordentliche Generalversammlung der Weltbischofssynode im Oktober 2015 in Rom.<ref>Deutsche Bischofskonferenz wählt Delegierte für Bischofssynode in Rom. Theologische Debatte der Lineamenta. In: Pressemeldung Nr. 030. Deutsche Bischofskonferenz, 24. Februar 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2015; abgerufen am 8. Juni 2015.</ref> In der deutschsprachigen Beratungsgruppe dieser Synode wurde Heiner Koch zum „Relator“ gewählt, der vor dem Synodenplenum über die Ergebnisse des Sprachzirkels Bericht erstattete.<ref>domradio.de: Schönborn und Koch koordinieren deutschsprachigen Synoden-Zirkel, abgerufen am 8. Oktober 2015.</ref>
Positionen
Ehe und sexuelle Orientierung
Koch gilt als Gegner der Ehe für Homosexuelle.<ref name="gaystream"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> Die Kirche verstehe unter der Ehe die Verbindung von Mann und Frau. Geschlechtlichkeit sei nicht nur eine Frage der Sexualität: Psyche, Körperlichkeit, kulturelle Prägung beider Geschlechter ergänzten sich. „Deshalb betonen wir den besonders weiten Wert der Ehe als zweigeschlechtliche Gemeinschaft, die auch zur Zeugung neuen Lebens führt.“<ref name="katholisch">Familiensonntag. Die Ehe ist eine Provokation. Bischof Heiner Koch im katholisch.de-Interview zum Familiensonntag. katholisch.de, 19. Januar 2014, abgerufen am 8. Juni 2015.</ref> Im August 2011 regte er in einem örtlichen Konflikt an, dass der Lebenspartner eines schwulen Schützenkönigs beim feierlichen Schützenumzug nicht neben, sondern eine Reihe hinter diesem marschieren solle.<ref name="gaystream" />
Im Januar 2014 betonte Heiner Koch allerdings, dass die katholische Kirche unabhängig von der Ehe „menschliche Beziehungen, die verbindlich den Anderen gerade auch in Situationen tragen, die schwerfallen und wo es keine Lust mehr bereitet, beieinander zu bleiben“, besonders schätze: „Dazu gehören auch homosexuelle Beziehungen“.<ref name="katholisch" /> „Homosexualität als Sünde darzustellen, ist verletzend. […] Ich kenne homosexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben.“ In der Frage der Wiederzulassung von Gläubigen, die geschieden und wiederverheiratet sind, zum Empfang der Kommunion warf er 2015 die Frage auf, ob solche Menschen, wenn sie „über eine tiefe Frömmigkeit verfügen“, unter bestimmten Bedingungen zur Eucharistie zugelassen werden können.<ref>Dresdner Bischof Koch zu Homosexuellen. Gegen verletzenden Umgang. domradio.de, 21. Februar 2015, abgerufen am 8. Juni 2015.</ref>
Zusammen mit den übrigen Teilnehmern der deutschsprachigen Gruppe bei der Bischofssynode über Ehe und Familie im Oktober 2015 sprach Heiner Koch ein Schuldbekenntnis aus: „Im falsch verstandenen Bemühen, die kirchliche Lehre hochzuhalten, kam es in der Pastoral immer wieder zu harten und unbarmherzigen Haltungen, die Leid über Menschen gebracht haben, insbesondere über ledige Mütter und außerehelich geborene Kinder, über Menschen in vorehelichen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften, über homosexuell orientierte Menschen und über Geschiedene und Wiederverheiratete. Als Bischöfe unserer Kirche bitten wir diese Menschen um Verzeihung.“<ref>kirchensite.de: Abschlussbericht der deutschen Synodalen, 21. Oktober 2015</ref>
Nachdem sich im Januar 2022 125 queere Menschen im Dienst der römisch-katholischen Kirche, die zur Initiative #OutInChurch gehören, in der ARD-Dokumentation Wie Gott uns schuf ihr Coming-out öffentlich machten und auf ihre Angst vor beruflichen Sanktionen hingewiesen hatten, sagte Koch im Zeitungsinterview, er habe diese Aussagen begrüßt und sie als sehr authentisch empfunden. Er werde es in der deutschen Kirche unterstützen, das kirchliche Arbeitsrecht zu evaluieren und dabei die Forderungen von #OutInChurch zu berücksichtigen. Gleichzeitig wolle er die Erfahrungen queerer Menschen mit Unterstellungen und Verletzungen in die weltweite kirchliche Debatte einbringen, wo es nach wie vor abwertende Positionen zur Homosexualität gebe.<ref name="Tagesspiegel">„Es ist nicht ganz einzusehen, dass eine Frau nicht Priesterin sein kann, aber…“. Interview mit Frank Bachner in: Der Tagesspiegel, 30. Januar 2022, S. 7.</ref> Bei einem ökumenischen Gottesdienst in Berlin zum Tag gegen Queerfeindlichkeit am 17. Mai 2022 bat Heiner Koch um Vergebung für die Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung. Er sagte, Homophobie sei eine „unheilvolle Traditionslinie“ in der katholischen Kirche, und warb für Respekt für die Würde jedes Menschen ungeachtet der sexuellen Orientierung. Für das Erzbistum Berlin kündigte er an, dass in jeder Pfarrei Beauftragte gegen eine solche Diskriminierung bestimmt werden sollen.<ref>Erzbischof Koch bittet um Vergebung für Homophobie in Kirche. In: katholisch.de. 17. Mai 2022, abgerufen am 30. Mai 2022.</ref>
Flüchtlinge und Migranten
„Wer mit Worten oder Taten zur Ausgrenzung und Herabsetzung von Flüchtlingen und Migranten beiträgt, der kann sich nicht auf das Christentum berufen“, sagte Heiner Koch für die Deutsche Bischofskonferenz im Februar 2016 in Berlin. „Menschenfeindlichkeit und Fremdenhass stehen nicht nur im klaren Widerspruch zu den Werten unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, sondern zeugen letztlich immer von einer tiefen Missachtung der christlichen Botschaft.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deutsche Bischofskonferenz, Pressemeldung 022/11. Februar 2016 ( vom 25. März 2016 im Internet Archive)</ref>
Umfassender Lebensschutz
Am 17. September 2016 nahm er in Berlin am Marsch für das Leben teil und sprach ein Grußwort. Darin weitete er angesichts der aktuellen politischen Diskussion zur Setzung von Obergrenzen für die Flüchtlingsaufnahme das Anliegen des Lebensschutzes über die Abtreibungsproblematik hinaus auf das gesamte Leben des Menschen aus: „Wir legen nicht fest, welches Leben ab wann lebenswert ist. [...] Wir setzen keine Grenzen, wir errichten keine Mauern des Lebens, nicht an den Grenzen Europas, nicht an den Grenzen der Kulturen und Religionen, nicht an den Grenzen des Alters, der Krankheit, des Behindert-Seins oder des sterbenden Lebens. Wir lassen leben. Und wir bitten die Menschen: Lasst einander leben, lasst gerade die Schwachen leben, am Anfang und am Ende des Lebens, die Flüchtlinge und die Leistungsschwachen, die Menschen in Aleppo und in den Todeszellen der Gefängnisse dieser Welt.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erzbistum Berlin, Pressemeldung vom 15. September 2015. ( des Vorlage:IconExternal vom 26. September 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Kirchenleitung, Zölibat und Priestertum der Frau
Im Interview mit der Berliner Tageszeitung Der Tagesspiegel sagte Koch im Januar 2022, er sehe vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals erheblichen Reformbedarf in der Kirche. So müssten mehr Leute mit Fachwissen in Entscheidungen eingebunden werden; das funktioniere aber nur, wenn die Verantwortungsträger bereit seien, Macht abzugeben und zu teilen. Die zölibatäre Lebensform der Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen sei ein starkes Glaubenszeugnis, das dem priesterlichen Dienst sehr angemessen sei. Der Zölibat müsse aber nicht der ausschließliche Weg zum Priesteramt sein. Verheiratete Priester seien allerdings nicht nur eine „Notlösung“, um die Seelsorge bei Priestermangel aufrechtzuerhalten, sondern die Glaubens- und Verkündigungskraft vieler Verheirateter sei eine Bereicherung im priesterlichen Leitungsdienst. Auch einen Diakonat der Frauen unterstütze er. Und es sei dann theologisch nicht ganz einzusehen, dass Frauen nicht auch zu Priesterinnen geweiht werden könnten. Der Versuch, die Priesterweihe von Frauen weltweit in der römisch-katholischen Kirche durchzusetzen, werde aber nach seiner Einschätzung zu starken Differenzen führen, und die Einheit der Weltkirche stünde auf dem Spiel; deshalb setze er sich leidenschaftlich dafür ein, trotz aller Differenzen beieinander zu bleiben.<ref name="Tagesspiegel" />
Ehrungen und Auszeichnungen
- Orden und Auszeichnungen
- Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen (2007)<ref>NRW-Orden für Weihbischof Koch – Rüttgers ehrt 18 Bürger. „Beeindruckendes Zeichen der Solidarität“. In: Domradio. 21. März 2007, abgerufen am 8. Januar 2018.</ref>
- Träger des Großkreuzes zum St.-Sebastianus-Ehrenkreuz des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (2015)
- Das Business-Magazin „Berlinboxx“ zählte Koch 2026 zur Gruppe von zehn „Masterminds“, die Einfluss haben und die Stadt Berlin prägen; Begründung: „Roms Mann in Berlin ist ein Fels in der heidnischen Brandung“; er lebe „Haltung gegen den (unchristlichen) Zeitgeist: Ja zur Aufnahme von Flüchtlingen, Ja zum Leben, Nein zu jeglicher Ausgrenzung und Fremdenhass“.<ref>Business-Magazin kürt Erzbischof Koch zum "Mastermind". In: katholisch.de. 15. Januar 2026, abgerufen am 14. Januar 2026.</ref>
- Ehrenmitgliedschaften
- Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Burgundia (Leipzig) Düsseldorf im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (1996)
- Ehrenmitglied des St.-Sebastianus-Schützenverein Düsseldorf-Eller e. V., gegr. 1902 (2004)<ref>Sankt Sebastianus Schützenverein Düsseldorf-Eller 1902 e. V. | Ehrenmitglieder. Abgerufen am 22. April 2024.</ref>
- Ehrensenator der Düsseldorfer Karnevalsgesellschaft „Weissfräcke e. V.“ (2006)
- Ehrenoffizier und seit 2007 „Regimentsbischof“ der Prinzen-Garde Köln 1906 e. V. (2006)
- Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Alania Bonn im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (2009)
- Ehren-Bundespräses des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e. V. (BHDS)
- Ehrenmitglied des Bundes der St.-Sebastianus-Schützenjugend (BdSJ) (2013)
- Feldgeistlicher und Gründungsmitglied beim Kaarster Schützenzug „Koch’sche Jonges“
- Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung WKStV Unitas Berlin im Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas (2017)<ref>Festwochenende in Berlin: Ehrenmitglied Erzbischof Dr. Heiner Koch. In: unitas.org. 8. Januar 2018, abgerufen am 14. März 2018.</ref>
- Ehrenmitglied des Jägercorps 1948 Kaarst e. V. (2024)
Schriften (Auswahl)
- Miteinander leben - miteinander glauben - Perspektiven und Modelle kirchlicher Jugendarbeit. Patmos-Verlag, Düsseldorf 1984, ISBN 978-3-491-72147-0.
- Kirchliche Jugendarbeit unter der Grundperspektive der Befreiung des Menschen zum Sein. Bonn 1985 (Dissertation).
- Kirche in der Erlebnisgesellschaft - Anpassung oder Widerstand? Bachem, Köln 1995, ISBN 978-3-7616-1249-1.
- Schützen-Betbuch - Gottesdienste, Gebete, Lieder und Hilfen zum geistlichen Gespräch. Bachem, Köln 2011, ISBN 978-3-7616-2534-7 (für den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft e. V.).
- Keiner glaubt allein - Ermutigungen für Familien. Benno, Leipzig 2015, ISBN 978-3-7462-4565-2.
- Zu Gott um's Eck - Wie Kirche zu den Menschen kommt. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2019, ISBN 978-3-579-01467-8.
Weblinks
- Martin Korden: Bischof Heiner Koch im Porträt (domradio.de, 8. Juni 2015)
- Literatur von und über Heiner Koch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Eintrag zu Heiner Koch auf catholic-hierarchy.orgVorlage:Abrufdatum (englisch)
Einzelnachweise
<references responsive />
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Joachim Reinelt | Bischof von Dresden-Meißen 2013–2015 | Heinrich Timmerevers |
| Rainer Maria Kardinal Woelki | Erzbischof von Berlin seit 2015 | — |
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
Johann Werner von Veyder | Franz Kaspar von Franken-Siersdorf | Karl Aloys von Königsegg-Aulendorf | Clemens August von Merle | Karl Klemens von Gruben | Karl Adalbert von Beyer | Anton Gottfried Claessen | Johann Anton Friedrich Baudri | Antonius Fischer | Hermann Joseph Schmitz | Joseph Müller | Peter Joseph Lausberg | Franz Rudolf Bornewasser | Hermann Joseph Sträter | Joseph Stoffels | Joseph Hammels | Wilhelm Stockums | Joseph Ferche | Wilhelm Cleven | Augustinus Frotz | Vitus Chang | Hubert Luthe | Peter Nettekoven (ernannt) | Klaus Dick | Josef Plöger | Walter Jansen | Norbert Trelle | Friedhelm Hofmann | Manfred Melzer | Rainer Maria Woelki | Heiner Koch | Dominikus Schwaderlapp | Ansgar Puff | Rolf Steinhäuser
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang
Bischöfe von Meißen (1921–1979)
Christian Schreiber |
Conrad Gröber |
Petrus Legge |
Heinrich Wienken |
Otto Spülbeck |
Gerhard Schaffran
Bischöfe von Dresden-Meißen (seit 1979)
Gerhard Schaffran |
Joachim Reinelt |
Heiner Koch |
Heinrich Timmerevers
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang
Bischöfe (1930–1994)
Christian Schreiber |
Nikolaus Bares |
Konrad Graf von Preysing |
Wilhelm Weskamm |
Julius Döpfner |
Alfred Bengsch |
Joachim Meisner |
Georg Sterzinsky
Erzbischöfe (seit 1994)
Georg Sterzinsky |
Rainer Maria Woelki |
Heiner Koch
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Erzbischöfe: Herwig Gössl (Bamberg) | Heiner Koch (Berlin) | Stephan Burger (Freiburg) | Stefan Heße (Hamburg) | Rainer Maria Woelki (Köln) | Reinhard Marx (München-Freising) | Udo Markus Bentz (Paderborn)
Bischöfe: Helmut Dieser (Aachen) | Bertram Meier (Augsburg) | Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) | vakant (Eichstätt) | Ulrich Neymeyr (Erfurt) | Franz-Josef Overbeck (Essen) | Michael Gerber (Fulda) | Wolfgang Ipolt (Görlitz) | vakant (Hildesheim) | Georg Bätzing (Limburg) | Gerhard Feige (Magdeburg) | Peter Kohlgraf (Mainz) | Heiner Wilmer (Münster, ernannt) | Dominicus Meier (Osnabrück) | Stefan Oster (Passau) | Rudolf Voderholzer (Regensburg) | Klaus Krämer (Rottenburg-Stuttgart) | Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) | Stephan Ackermann (Trier) | Franz Jung (Würzburg) Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Koch, Heiner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Geistlicher, römisch-katholischer Erzbischof von Berlin |
| GEBURTSDATUM | 13. Juni 1954 |
| GEBURTSORT | Düsseldorf-Eller |
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- Mann