Apophthegma
Das Apophthegma ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); Plural Apophthegmata, seltener Apophthegmen) ist die griechische und heutige literaturwissenschaftliche Bezeichnung für einen in Prosaform gehaltenen Denkspruch oder treffend formulierten Ausspruch, dessen ursprünglicher Anlass und dessen Sprecher mit erwähnt werden.<ref name="vw">Theodor Verweyen, Gunther Witting: Apophthegma. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Hrsg. von Klaus Weimar u. a. Band 1. De Gruyter, Berlin/New York 1997, S. 106–108.</ref> Ein Apophthegma ist also zweigeteilt; einerseits nennt es den Situationsbezug bzw. Anlass (occasio), und andererseits bringt es die in diesem Zusammenhang erfolgte Äußerung (sententia).<ref name="meid">Volker Meid: Apophthegma. In: Sachwörterbuch zur deutschen Literatur. Reclam, Stuttgart 1999, S. 36.</ref>
Darunter können unter anderem Sentenzen, Aphorismen und geflügelte Worte fallen – sofern die konkrete Sprechsituation, deren Kontext sich der jeweilige Ausspruch verdankt, mit genannt wird. Vom Epigramm unterscheidet sich das Apophthegma durch seine Prosaform.<ref name="vw" />
Der Ursprung der Gattungsgeschichte liegt in den Apophthegmata, die in den plutarchischen Moralia enthalten sind.<ref name="vw" /> Beispiel aus Plutarch: „Als Archelaos von einem schwatzhaften Friseur gefragt wurde, wie er ihm die Haare schneiden solle, antwortete Archelaos: ‚schweigend‘.“<ref name="meid" /><ref>Plutarch, Moralia 177 A</ref>
Im Deutschen ist der Begriff spätestens seit Julius Wilhelm Zincgrefs Hauptwerk Apophthegmata, der Teutschen scharpfsinnige kluge Sprüch (1626–1631) eingeführt.
Siehe auch
- Anekdote
- Apophthegmata Patrum, eine Sammlung von Apophthegmata christlicher Mönche in Ägypten (4./5. Jahrhundert)
- Apophthegmata (1534) des Erasmus von Rotterdam
- Molon labe, ein bekanntes und vielfach rezipiertes Apophthegma, das bei Plutarch überliefert ist
Literatur
- Gisbert Ter-Nedden: Gedruckte Sprüche. Medientechnische Reflexionen über Sprichwort, Apophthegma und Aphorismus. In: Medien und Maschinen. Literatur im technischen Zeitalter. Hrsg. von Theo Elm, Hans H. Hiebel. Rombach, Freiburg 1991, S. 93–106.
- Wilhelm Gemoll: Das Apophthegma. Literarhistorische Studien. Wien/Leipzig 1924.
Einzelnachweise
<references />