FM-Transmitter
FM-Transmitter (auch Minisender genannt) stellen minituarisierte Ultrakurzwellensender mit eingeschränkter Sendeleistung dar welche dazu dienen analoge Audiosignale im näheren Umfeld auf einer UKW-Frequenz zu verbreiten. Damit kann z. B. die Musik eines MP3-Spielers auf einem UKW-Radio wiedergegeben werden, ohne dass zwischen dem MP3-Spieler und dem UKW-Radio eine Kabelverbindung nötig ist. Dies ist z. B. vorteilhaft, wenn ein Autoradio keine externen Audioeingänge besitzt. Zum Betrieb eines solchen Minisenders wird eine freie Trägerfrequenz benötigt, auf der in der jeweiligen Region kein reguläres UKW-Radioprogramm ausgestrahlt wird um störende Überlagerungen zu vermeiden.
Solche Minisender fanden zunächst außerhalb Deutschlands, u. a. in den USA, starke Verbreitung, da dort der Betrieb schon vor dem Jahr 2006 erlaubt war. In Deutschland wurden die Sender seit etwa 2003 in Internetauktionen angeboten, obwohl ihr Betrieb in Deutschland zu dem Zeitpunkt untersagt war. Seit Anfang 2006 erlaubt die Bundesnetzagentur den Betrieb von Geräten mit einer CE-Kennzeichnung und einer effektiven Strahlungsleistung (ERP) von 50 nW. Die aktuelle Verfügung 43/2020 ist bis zum 31. Dezember 2030 befristet. Mit der effektiven Strahlungsleistung von 50 nW kann in Praxis eine Reichweite von wenigen Meter überbrückt werden.
Auch in anderen Ländern ist die Benutzung erlaubt – in der Schweiz dann, wenn das Gerät auf sämtlichen UKW-Frequenzen von 87,5 MHz bis 108 MHz senden kann; in Österreich ist der Verkauf und die Verwendung seit Dezember 2006 erlaubt.
Die Minisender kosten meistens zwischen 10 und 50 Euro und sind zum Teil stereofähig. Einige können eine beliebige Trägerfrequenz aus dem gesamten UKW-Band wählen, andere Geräte bieten einige wenige festeingestellte Frequenzen an. (diese sind in der Schweiz nicht zugelassen).
Auch einige Smartphones wie das Nokia N8 und das Nokia 808 PureView oder Navigationssysteme haben FM-Transmitter integriert, mit denen Musik, aber auch zum Beispiel die Navigationsansage, auf das Autoradio übertragen werden kann.
Unter den nicht zugelassenen FM-Transmittern, mit beispielsweise höherer als der erlaubten effektiven Strahlungsleistung von 50 nW, befinden sich auch solche, die unterhalb der UKW-Bandgrenze von 87,5 MHz senden können. Diese Geräte nutzen Frequenzen im 4-Meter-Band, die in Deutschland unter anderem für den nichtöffentlichen BOS-Funk verwendet wurden.
Weblinks
- Verfügung 7/2006. (PDF; 18,5 KB) Bundesnetzagentur, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Juli 2017.
- Verfügung 43/2020. (PDF; 121 KB) Bundesnetzagentur.
- Peter Röbke-Doerr: Bundesnetzagentur gestattet Privatfunk mit 50 Nanowatt. In: heise online. 8. März 2006.
- Website zu einem FM-Transmitter
- Informationen zu einem weiteren FM-Transmitter mit RDS-Unterstützung