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Winternachtschwalbe

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Winternachtschwalbe
Datei:Phalaenoptilus nuttallii 189334244.jpg

Winternachtschwalbe (Phalaenoptilus nuttallii)

Systematik
Ordnung: Schwalmartige (Caprimulgiformes)
Familie: Nachtschwalben (Caprimulgidae)
Unterfamilie: Caprimulginae (Caprimulginae)
Gattung: Phalaenoptilus
Art: Winternachtschwalbe
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Phalaenoptilus
Ridgway, 1880
Wissenschaftlicher Name der Art
Phalaenoptilus nuttallii
(Audubon, 1844)

Die Winternachtschwalbe (Phalaenoptilus nuttallii) ist das kleinste Mitglied der Nachtschwalben-Familie in Nordamerika. Sie ist der einzige Vogel, der Winterschlaf hält.

Merkmale

Datei:Phalaenoptilus nuttalliiDF28N04B.jpg
Winternachtschwalben, Illustration

Das Gefieder der 20 cm langen Winternachtschwalbe ist graubraun gesprenkelt, mit weißen Tupfen an den Flügeln und weißer Halsbinde. Am kurzen Schnabel befinden sich lange Borsten. Flügel und Schwanz sind abgerundet.

Ihren amerikanischen Namen „Poorwill“ hat sie von ihrem Ruf, der wie pur-will klingt.

Vorkommen

Datei:Phalaenoptilus nuttallii map.svg
Verbreitungsgebiet der Winternachtschwalbe:
  • Brutgebiete
  • Ganzjähriges Vorkommen
  • Die Winternachtschwalbe lebt in den westlichen USA, südwärts bis Mexiko im trockenen Buschland, Wüsten und lichten Wäldern.

    Verhalten

    In den wärmeren Monaten ruht die Winternachtschwalbe tagsüber am Boden. In der Nacht jagt sie Fluginsekten, niedrig über den Boden dahinfliegend oder auf einem Ansitz wartend und gezielt auf die Beute losschießend.

    Im Winter, wenn die Nahrung knapp wird, sucht sich die Winternachtschwalbe einen geschützten Platz, etwa in einer Felsspalte, und fällt dort in eine Art Kältestarre oder Winterschlaf. Atmung und Herzschlag verlangsamen sich, der Stoffwechsel wird gedrosselt, und die Körpertemperatur sinkt von 40 auf unter 10 °C. In diesem Zustand kann sie mehrere Wochen verharren, bis die Bedingungen wieder besser werden.

    Fortpflanzung

    Die Winternachtschwalbe brütet vom späten März im Süden bis zum späten Mai im Norden. Sie legt zwei Eier auf den blanken Boden.

    Unterarten

    Gewöhnlich werden sechs Unterarten der Winternachtschwalbe anerkannt:<ref>IOC World Bird List Frogmouths, Oilbird, potoos & nightjars</ref>

    • P. n. adustus <templatestyles src="Person/styles.css" />Van Rossem, 1941<ref name="roosem247">Adriaan Joseph van Rossem, S. 247.</ref> – Diese Unterart kommt im südlichen Arizona bis in den Norden Mexikos vor.
    • P. n. californicus <templatestyles src="Person/styles.css" />Ridgway, 1887<ref name="ridgway588">Robert Ridgway, 1887, S. 588.</ref> – Die Unterart ist im Westen Kaliforniens bis in den Norden Niederkaliforniens verbreitet.
    • P. n. centralis <templatestyles src="Person/styles.css" />R.T. Moore, 1947<ref name="moore146">Robert Thomas Moore, S. 146.</ref> – Diese Subspezies ist in Zentralmexiko verbreitet.
    • P. n. dickeyi <templatestyles src="Person/styles.css" />Grinnell, 1928<ref name="grinnell153">Joseph Grinnell, S. 153.</ref> – Diese Subspezies kommt im Süden Niederkaliforniens vor.
    • P. n. hueyi <templatestyles src="Person/styles.css" />Dickey, 1928<ref name="dickey152">Donald Ryder Dickey, S. 152.</ref> – Die Unterart kommt vom Südosten Kaliforniens bis in den Südwesten Arizonas vor.
    • P. n. nuttallii (<templatestyles src="Person/styles.css" />Audubon, 1844)<ref name="audubon350">John James Audubon, S. 350, Tafel 495.</ref> – Die Nominatform ist vom Südwesten Kanadas über das westliche zentrale Gebiet der USA bis in den Norden Mexikos verbreitet.

    Etymologie und Forschungsgeschichte

    John James Audubon beschrieb die Winternachtschwalbe unter dem Namen Caprimulgus Nuttallii. Das Typusexemplar sammelte er 1843 am Oberlauf des Missouri.<ref name="audubon350" /> Erst 1880 führte Robert Ridgway die neue Gattung Phalaenoptilus für diese Art ein.<ref name="ridgway5">Robert Ridgway, 1880, S. 5.</ref> Dieser Name setzt sich aus den griechischen Wörtern {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für „Nachtfalter, Motte“ und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für „Feder, Flügel“ zusammen.<ref name="jobling301">James A. Jobling, S. 301.</ref> Das Artepitheton nuttallii widmete der Autor seinem Freund Thomas Nuttall.<ref name="jobling351">John James Audubon, S. 351.</ref> Hueyi wurde zu Ehren des Zoologen Laurence M. Huey (1892–1963) vergeben, der den Balg zusammen mit May Canfield gesammelt hatte.<ref name="dickey152" /> Dickeyi ist Donald Ryder Dickey gewidmet, der zuvor den schon belegten Namen Phalaenoptilus nuttallii nitidus für eine weitere Unterart verwendet hatte.<ref name="grinnell153" /> Adustus ist das lateinische Wort für „verbrannt“ und leitet sich von adurere für „anzünden“ ab.<ref name="jobling32">James A. Jobling, S. 32.</ref> Californicus steht für Kalifornien, das Gebiet, in dem die Unterart vorkommt.<ref name="ridgway588" /> Centralis ist das lateinische Wort für „Zentrum, Mittelpunkt“ und kann auch vom griechischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für „Punkt, an dem der Zirkel angesetzt wird, Kreismittelpunkt“ abgeleitet werden.<ref name="jobling96">James A. Jobling, S. 96.</ref>

    Literatur

    • James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
    • John James Audubon: The birds of America: from drawings made in the United States and their territories. Band 7. J.B. Chevalier, New York 1844 (online [abgerufen am 10. Februar 2015]).
    • Robert Ridgway: Revisions of Nomenclature of certain North American Birds. In: Proceedings of the United States National Museum. Band 3, Nr. 102, 1880, S. 1–16 (online [abgerufen am 13. Februar 2015]).
    • Robert Ridgway: A manual of North American birds. J. B. Lippincott company, Philadelphia 1887 (online [abgerufen am 10. Februar 2015]).
    • Robert Thomas Moore: Two new owls, a swift and a poorwill from Mexico. In: Proceedings of the Biological Society of Washington. Band 60, 1947, S. 141–146 (online [abgerufen am 10. Februar 2015]).

    Weblinks

    Einzelnachweise

    <references />